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Nichtschülerprüfungsverordnung in der Fassung vom 1. April 2004Lesefassung / kein amtlicher Text 1
Verordnung über Prüfungen zum nachträglichen Erwerb von Abschlüssender Sekundarstufe I und der allgemeinen Hochschulreifefür Nichtschülerinnen und Nichtschüler (Nichtschülerprüfungsverordnung – NschPV)
Vom 23. August 1997 (GVBl. II S. 762, ABl.MBJS S. 792),zuletzt geändert durch Verordnung vom 1. April 2004 (GVBl. II S. 303, Abl.MBJS S. 162)Aufgrund des § 60 Abs. 4 des Brandenburgischen Schulgesetzes vom 12. April 1996 (GVBl. I S. 102)verordnet die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport:ABSCHNITT 1
Allgemeines
§ 1
Zweck der Prüfung
(1) Durch das Ablegen einer Nichtschülerprü-fung nach dieser Verordnung können erworbenwerden:1. als Abschlüsse und Berechtigungen der Se-kundarstufe Ia) die Berufsbildungsreife,b) die erweiterte Berufsbildungsreife,c) die Fachoberschulreife,d) die Berechtigung zum Besuch der gym-nasialen Oberstufe,2. der schulische Teil der Fachhochschulreife,3. die allgemeine Hochschulreife,4. das Latinum sowie5. das Graecum.(2) Für den nachträglichen Erwerb berufsquali-fizierender Abschlüsse (Fachschulabschlüsse,Berufsfachschulabschlüsse) und der Fach-hochschulreife gelten die Verordnungen über den jeweiligen Bildungsgang in der jeweils gel-tenden Fassung.§ 2
Information und Beratung
(1) Das für die Prüfung zuständige staatlicheSchulamt informiert die Bewerberin oder denBewerber über die Regelungen der Nichtschü-lerprüfungen, insbesondere über die Prüfungs-anforderungen gemäß § 9.(2) Die Lehrkräfte der prüfenden Einrichtungberaten die Bewerberin oder den Bewerber vor der Meldung zur Prüfung in Fragen der fachli-chen Vorbereitung und des Melde- und Prü-fungsverfahrens.§ 3
Meldung und Zulassung zur Prüfung
(1) Zur Prüfung können sich Personen melden,die1. eine Wohnung im Land Brandenburg habenoder sich an einer genehmigten Ersatzschu-le, einer Waldorfschule, einer Ergänzungs-schule, einem von der Staatlichen Zentral-stelle für Fernunterricht anerkannten Fern-lehrinstitut oder bei Latinum- und Graecum-prüfung an einer Hochschule mit Sitz imLand Brandenburg auf die Prüfung vorberei-tet haben,2. in dem der Prüfung vorausgegangenen Jahr nicht Schülerin oder Schüler eines allgemeinbildenden Bildungsgangs einer Schule in öf-fentlicher Trägerschaft, eines schulab-schlussbezogenen Lehrganges einer Volks-hochschule oder einer anerkannten Ersatz-schule waren und3. nachweisen können, dass sie sich ange-messen auf die Prüfung vorbereitet haben.(2) Die Prüfung muss später abgelegt werden,als es bei regulärem Schulbesuch möglich ge-wesen wäre. Wer Abschlüsse der Sekundarstu-fe I anstrebt, muss zu Beginn der schriftlichenPrüfung mindestens 16, wer die allgemeineHochschulreife anstrebt, muss zu Beginn der schriftlichen Prüfung mindestens 19 Jahre altsein. Dies gilt nicht für Personen, die sich an
 
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einer genehmigten Ersatzschule oder an einer Waldorfschule auf die Prüfung vorbereitet ha-ben.(3) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung mussspätestens bis zum 1. November des Schuljah-res, in dem die Prüfung stattfindet, bei dem für den angestrebten Abschluss zuständigen staat-lichen Schulamt eingegangen sein. GenehmigteErsatzschulen, Waldorfschulen, Ergänzungs-schulen, anerkannte Fernlehrinstitute und beiLatinum- und Graecumprüfungen Hochschulenkönnen den Antrag für die von ihnen vorbereite-ten Bewerberinnen und Bewerber gesammeltstellen. Für Latinum- und Graecumprüfungenkann das staatliche Schulamt in Absprache mitder vorbereitenden Hochschule einen abwei-chenden Antragstermin festlegen.(4) Wer die Prüfung zu dem angestrebten Ab-schluss zweimal nicht bestanden hat oder be-reits über den angestrebten Abschluss verfügt,darf nicht zugelassen werden. Bei Bewerberin-nen und Bewerbern, die die entsprechendeNichtschülerprüfung einmal nicht bestandenhaben, ist die Prüfung Wiederholungsprüfung.(5) Dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung, der die Angabe des angestrebten Abschlusses ent-halten muss, sind die folgenden Unterlagenbeizufügen:1. eine Übersicht über die bisherige Schullauf-bahn einschließlich einer beglaubigten Ab-schrift des letzten Schulzeugnisses,2. eine Erklärung darüber, ob bereits früher ei-ne Prüfung zum Erreichen dieses Abschlus-ses abgelegt wurde,3. eine Erklärung über die Wahl der Prüfungs-fächer,4. eine Darstellung über Art und Umfang der Vorbereitung auf die Prüfung und gegebe-nenfalls die Themen für einzelne Prüfungs-fächer sowie5. ein Nachweis über der Ort der Wohnungdurch ein gültiges Personaldokument oder eine aktuelle Meldebescheinigung oder eineBescheinigung von genehmigten Ersatz-schulen, Waldorfschulen, Ergänzungsschu-len, anerkannten Fernlehrinstituten oder beiLatinum- und Graecumprüfungen Hochschu-len mit Sitz im Land Brandenburg gemäß§ 3 Abs. 1 Nr. 1.(6) Das für den angestrebten Abschluss zu-ständige staatliche Schulamt prüft den Antragauf Vorliegen der Zulassungsvoraussetzungenund trifft die Entscheidung über die Zulassungzur Prüfung. Die Entscheidung über die Zulas-sung ist den Bewerberinnen und Bewerbern bisspätestens vier Wochen vor dem ersten Prü-fungstermin unter Angabe der Termine der schriftlichen Prüfung, des Prüfungsortes undder Prüfungsfächer schriftlich mitzuteilen.§ 4
Zeitpunkt und Ortder Nichtschülerprüfungen
(1) Nichtschülerprüfungen finden jährlich in der Regel im zweiten Schulhalbjahr an Schulen undan Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges(prüfende Einrichtungen) statt, die das staatli-che Schulamt im Einvernehmen mit dem für Schule zuständigen Ministerium bestimmt. Beider Bestimmung der prüfenden Einrichtungen,an denen eine Nichtschülerprüfung stattfindet,ist eine Kontinuität anzustreben. Bei Latinum-und Graecumprüfungen, auf die eineHochschule vorbereitet, kann das staatlicheSchulamt in Absprache mit der Hochschuleabweichende Prüfungszeiträume festlegen.(2) Die Prüfung für Bewerberinnen und Bewer-ber, die sich an1. einer genehmigten Ersatzschule,2. einer Waldorfschule,3. einer Ergänzungsschule,4. einem anerkannten Fernlehrinstitut oder 5. bei Latinum- und Graecumprüfungen einer Hochschulevorbereitet haben, kann auch an deren Sitzstattfinden. Die Prüfung für Bewerberinnen undBewerbern, die sich an1. einer Waldorfschule oder 2. bei Latinum- und Graecumprüfungen einer Hochschulevorbereitet haben, kann mit Zustimmung der Bewerberinnen und Bewerber und einer ande-ren Waldorfschule oder Hochschule auch an
 
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deren Sitz durchgeführt werden, sofern dieser im Land Brandenburg liegt. Für die dadurchentstehenden zusätzlichen Kosten kommt dievorbereitende Einrichtung auf.§ 5
Prüfungsausschuss
(1) Die Durchführung der gesamten Prüfung ob-liegt einem Prüfungsausschuss, bestehend ausder den Vorsitz des Prüfungsausschusses füh-renden Person sowie den den Vorsitz führen-den Personen der Fachausschüsse gemäß § 6.(2) Die Mitglieder des Prüfungsausschussessind Lehrkräfte und werden auf Vorschlag der prüfenden Einrichtung vom staatlichen Schul-amt berufen. Der Prüfungsausschuss führt diePrüfung im Auftrag des staatlichen Schulamtesdurch.(3) Den Vorsitz der Prüfung kann in der Regelnur übertragen bekommen, wer in der staatli-chen Schulaufsicht tätig oder Schulleiterin oder Schulleiter ist. Die in der Nichtschülerabiturprü-fung den Vorsitz führende Person muss einenHochschulabschluss für mindestens ein Fachder gymnasialen Oberstufe oder beide Staats-prüfungen für ein Lehramt abgelegt und dieLehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufehaben.(4) Der Prüfungsausschuss beschließt mit ein-facher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt dieStimme der den Vorsitz führenden Person denAusschlag.(5) Die Mitglieder sind zur Verschwiegenheitüber alle Prüfungsvorgänge verpflichtet.(6) Angehörige im Sinne des § 20 des Verwal-tungsverfahrensgesetzes für das Land Bran-denburg oder andere Personen, bei denen Be-sorgnis wegen Befangenheit besteht, dürfennicht Mitglied des Prüfungsausschusses sein.§ 6
Fachausschüsse
(1) Für jedes Prüfungsfach wird ein Fachaus-schuss gebildet, vor dem die mündlichen Prü-fungen in dem entsprechenden Fach abgelegtwerden.(2) Die Mitglieder der Fachausschüsse sindLehrkräfte und werden auf Vorschlag der prü-fenden Einrichtung vom staatlichen Schulamtberufen. Dem Fachausschuss gehören1. die den Vorsitz führende Person, die in dembetreffenden Fach oder Aufgabenfeld indem dem Abschluss vorhergehenden schu-lischen Bildungsgang bereits unterrichtethat,2. eine Lehrkraft, die die Berechtigung zumUnterrichten im jeweiligen Fach besitzt alsprüfende Fachkraft,3. eine geeignete Lehrkraft, in der Regel eineFachlehrkraft, zur Protokollführung an.Das unter Nummer 1 genannte Mitglied desFachausschusses in der Nichtschülerabiturprü-fung muss, das unter Nummer 2 genannte Mit-glied soll einen Hochschulabschluss für min-destens ein Fach der gymnasialen Oberstufeoder beide Staatsprüfungen für ein Lehramtabgelegt haben und über die Lehrbefähigungfür die gymnasiale Oberstufe verfügen.(3) Für die Prüfung von Bewerberinnen undBewerbern genehmigter Ersatzschulen, Wal-dorfschulen, Ergänzungsschulen, anerkannter Fernlehrinstitute oder bei Latinum- und Grae-cumprüfungen Hochschulen können auch de-ren Lehrkräfte berufen werden, sofern sie eineQualifikation gemäß Absatz 2 Satz 3 oder einegleichwertige Qualifikation haben. Sie könnennicht mit dem Vorsitz des Fachausschusses be-traut werden. Abweichend hiervon können beiLatinum- und Graecumprüfungen von Bewerbe-rinnen und Bewerbern von Hochschulen auchDozentinnen und Dozenten der vorbereitendenHochschule mit dem Vorsitz eines Fachaus-schusses betraut werden.(4) Der Fachausschuss beschließt mit einfacher Mehrheit. Stimmenthaltung ist nicht zulässig.(5) § 5 Abs. 5 und 6 gelten entsprechend.§ 7
Niederschriften
Über jede Prüfung und über die mit ihr im Zu-sammenhang stehenden Vorgänge sind Nie-derschriften anzufertigen. Die Niederschrift istvon der Protokollführung und der den Vorsitzdes Prüfungsausschusses führenden Person zuunterzeichnen. Die Niederschriften über münd-

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