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Einführung in die Medienpädagogik
Zusammenfassung der Vorlesung von Prof. Dr. SchorbUniversität Leipzig SS 09
1. Geschichte der Medienpädagogik
Die Wurzeln
Veranschaulichung und Lehrmaschine: COMENIUS (Notwendigkeit Wissen zu vermitteln– Fibel)
Die Anfänge
Ablehnung und Nutzbarmachen: die Kinoreformer
Die 20er Jahre
Reformpädagogik und Adaption: Kerschensteiner, Otto, Reichwein(vom Schauen zum Sehen – wollten anleiten Differenz zwischen Medien und Wirklichkeitzu erkennen)
Gleichschaltung und Propaganda (ab 1934)
Die Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU)
Medienpädagogik nach 1945:
Bewahrpädagogik
 Prophylaktik (Jugenschutz, gesetzliche Regelungen)Werteerziehung (“Der gute Film“)
Keilhacker
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gründet 1949 den Arbeitskreis Jugend und Film e.V. (später JFF)
 –
entwickelt Filmgespräch
Ziel und Zweck von Jugendfilmveranstaltungen:
„Kinder und Jugendliche durch ihnen gemäße Filme anzusprechen und sie dadurch vomwahllosen Filmbesuch fernzuhalten;das weitgehend von wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmte Jugendfilmprogrammder Filmtheaterbesitzer auf diese Weise zu bereinigen;den erzieherisch wertvollen Film unter Berücksichtigung der Voraussetzungen des Kinderund Jugendalters zu fördern.“
(Satzung des Arbeitskreises Jugend und Film e.V.)
Forschung – Technikakzeptanz – Werteerziehung
Die Position Martin Keilhackers
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Medienkundliche Aufklärung der filmischen Wirkungsmechanismen
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Vorführung „wertvoller“ Filme zum Schutz vor schädlichen Einwirkungen
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Hilfestellung und selbständige Bewältigung des Mediums Film
 
Die Forschung Martin Keilhackers
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wollte nicht nur negative Einflüsse abwehren, sondern man muss aufklären
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wertvolle Filme den Kindern zeigen
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Hilfestellung zur Bewältigung des Mediums Film – Filmblätter - Bewahrpädagogik
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ausdruckspsychologische Analyse von Filmwirkungen bei Kindern
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Festhalten der Mimik, Gestik und Spontanaussagen der Kinder vor, während und nachder Kinovorführung
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Aufzeichnung der Pulsfrequenz als Maß der Belastung („objektiv“)
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Wiggletest“ (Wackeltest – je mehr eine Person erregt ist desto ungleichmäßiger bewegtsie sich)
Die Medienpädagogische „Wende“
Paradigmenwechsel: vom Rezipienten zum aktiven Subjekt
In der Tradition von Brechts Radiotheorie:
„… ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: Der Rundfunk ist aus einemDistributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichenLebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nichtnur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondernauch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen.“
(Brecht, Bertholt: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. In: Ebd.: Werke – Große Kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe(Bd.21). Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 1993. S. 552)
Die Medienpädagogische „Wende“ I
Enzensbergers Baukasten zu einer Theorie der Medien
Repressiver Mediengebrauch
Emanzipatorischer MediengebrauchZentral gesteuertes ProgrammDezentralisierte ProgrammeEin Sender, viele Empfänger 
Jeder Empfänger ist ein potentieller Sender
Immobilisierung isolierter IndividuenMobilisierung der MassenPassive KonsumentenhaltungInteraktion der Teilnehmer, FeedbackEntpolitisierungsprozessPolitischer LernprozessProduktion durch SpezialistenKollektive Produktion
Kontrolle durch Eigenmer oder BürokratenGesellschaftliche Kontrolle durch Selbstorganisation
(Enzensberger, H.M. (1997). Baukasten zu einer Theorie der Medien. Kritische Diskurse zur Pressefreiheit, München: Reinhard Fischer)
Die Medienpädagogische „Wende“ II
Entstehung einer handlungsorientierten Medienpädagogik
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Adaption der kritischen Theorie
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Medienrezipienten als Medienproduzenten
 
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Zentrale Begriffe:
 Authentische Erfahrung
als direkte, nicht medial vermittelte
Kommunikative Kompetenz
als Fähigkeit zur diskursiven, herrschaftsfreienKommunikation und Interaktion
Handelndes Lernen
als Prinzip der selbstbestimmten, am Kollektiv orientiertenVermittlungdas sind zentrale Grundlagen der Medienpädagogik
2. Theorie der normativen Medienpädagogik
 Ausgangspunkt
Die normative Medienpädagogik nimmt monokausale Medienwirkungen [Reiz-Reaktions-Modell] an:
Medieninhalte verdichten sich beim Rezipienten zu Einstellungen undVerhaltensweisen
Präventive Maßnahmen/ Immunisierung als Ausgleich für belastendeMedieninhalte
 –
Annahme Kinder und Jugendliche sind noch in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit
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staatliche Maßnahmen müssen nicht immer sinnvoll sein, da Pädagogik an diesemProzess meist nur indirekt beteiligt ist
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Thematisierungsfunktion der Jugendschutzgesetzgebung – Probleme der Gesellschaftwerden thematisiert
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Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn dieser GrenzenDer Theorie der normativen Medienpädagogik zugeordnet, sind die:
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Imitationshypothese
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Inhibitionshypothese
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Katharsishypothese
Ziel
Schutz des labilen, unkritischen Jugendlichen vor entwicklungsunangemessenen odermoralisch verwerflichen Medieninhalten indem …:
 –
der Zugang zu diesen verhindert wird.
 –
ein Weg zu „angemessenen“ Medieninhalten eröffnet wird.
 –
ethisch-moralische Bildung vermittelt wird, um mediale
 
Inhalte aufgrund desgesellschaftlichen Normenkonsenses bewerten zu können.
Grundlagen des Jugendmedienschutzes
 Artikel 5 des Grundgesetzes
(5) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zuverbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. DiePressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werdengewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, dengesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen
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