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Steffen Hentrich
Bereich Grundsatzund MenschenrechtTruman-HausKarl-Marx-Str. 214482 PotsdamPostfach 900 16414437 PotsdamFon:+49(0)331.70 19-129Fax:+49(0)331.70 19-216steffen.hentrich
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Windige MythenProfitiert Brandenburg tatchlich von derWindenergie?
Steffen Hentrich, LiberalesInstitut, Friedrich-Naumann-Stiftung für diFreiheit, Potsdam 
Brandenburgs Bürger gehen auf die Barrikaden. Der von derBrandenburger Landesregierung forcierte Wildwuchs derWindkraftanlagen rüttelt an den Nerven der Bürger. Sie befürchten aberauch einen Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke, wenn in Kürzeauch noch vom letzten Brandenburger Acker gigantische Windräder ihreSchatten auf Brandenburgs Gärten werfen. Wer vor einigen Wochen dierbb-Fernsehsendung „Klipp & Klar“, die sich dem Thema „Sturm in derMark –Stoppen Bürger Windräder“ widmete, aufmerksam verfolgte,konnte recht schnell feststellen, dass der Kampf der BrandenburgerBürger gegendie Windmühlen ein recht aussichtsloses Unterfangen zusein scheint.
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Das liegt nicht etwa daran, dass die sich organisierendenBürger keine triftigen Gründe für ihre ablehnende Haltung gegenüber derWindenergienutzung in ihrer Nachbarschaft haben, sondern an den sichhartnäckig unter der nicht betroffenen Bevölkerung haltenden Mythenüber die Vorteile der Windenergienutzung in diesem Land. Und so fällt esPolitiker, Umweltaktivisten, Anlagenhersteller und Verpächtern derWindparkstandorte leicht, den Bürgern mit zweifelhaften Argumentennicht nur um eine Menge Geld zu erleichtern, sondern auch noch Applausdafür einzusammeln. Solange man hierzulande glaubt, dass dieFörderung der Windenergie irgendetwas zur Realisierung einessogenannten „energiepolitischen Zieldreiecks aus Versorgungssicherheit,Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt-und Klimaverträglichkeit“ beiträgt, ist keinEnde dieser Umverteilungspolitik unter dem Deckmäntelchen der
 
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Nachhaltigkeit zu erwarten.
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Höchste Zeit das Windenergiemärchen mitder Realität zu konfrontieren.
Mythos 1: Mit Windenergie kann ein wichtiger Teil der regionalen Stromversorgung gedeckt werden.
Windenergie ist eine sehr unstetige Energiequelle, die technologiebedingtnur einen theoretischen Wirkungsgrad von 59 % erlaubt. Tatsächlich kanneine moderne WKA maximal 50 % der kinetischen Windenergie nutzen.
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Die unstetige Verfügbarkeit des Windes und technische Grenzen derWindnutzung durch die Anlagen (Abschaltung bei zu hohenWindgeschwindigkeiten) führen zu einer vergleichsweise geringen Ver-fügbarkeit der Anlagen. Moderne Anlagen erreichen einenKapazitätsfaktor von rund 35%, das bedeutet nur gut ein Drittel dertatsächlichen Nennleistung der Anlage steht tatsächlich zurStromerzeugung zur Verfügung. Die gesamte installierte Nennleistung anWindkraftanlagen in Brandenburg von 3766,9 MW (31.12.2008) hatte beieiner potentiellen Jahresleistung von 6530 GWh (DEWI-Magazin Nr. 4,2009) nur einen Kapazitätsfaktor von 16 %. Im Vergleich dazu weisenmoderne Braunkohlekraftwerke einen Kapazitätsfaktor von ca. 88 %,Kernkraftwerke von rd. 80 % und Wasserkraftwerke immer noch von 76 %auf.
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Der geringe Kapazitätseffekt der Anlagen und das häufigeauseinanderfallen von Windenergieangebot und –nachfrage verursachen,dass der Selbstversorgungsanteil der installierten Windleistung nurvergleichsweise gering ist. Erst bei einer Jahresproduktion derWindkraftanlagen, die das fünffache des Jahreseigenverbrauchs derBrandenburger Stromanbieter beträgt, könnten diese mehr als 60 % des
 
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Brandenburger Stromverbrauchs aus der Windkraft decken, wobei dannmehr als 85 % der gesamten Windstromerzeugung in andere Netzeaußerhalb Brandenburgs einzuspeisen wären.
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Eine Selbstversorgung mitWind würde demnach Flächen erfordern, die weit über dasFlächenangebot des Landes hinausgehen.Die Unabhängigkeit des Landes Brandenburg von Stromimporten istgenauso wenig sinnvoll wie die Unabhängigkeit Brandenburgs vonBananenimporten. Natürlich kann man unter Inkaufnahme enorm hoherKosten Energieautarkie herstellen, ebenso wie sich Bananen inGewächshäusern produzieren ließen. Viele Brandenburger Bürgerkönnen sich noch gut an die Zeiten vor der Wende erinnern, wie schweres ihnen fiel mit der selbstauferlegten Selbstsuffizienz des Arbeiter-und-Bauern-Staats zurechtzukommen. Energieautarkie, so sicher das klingt,nützt doch nur dann etwas, wenn sie weniger kostet als die Abhängigkeitvon Energieimporten. Das jedoch ist ein ökonomisches Unding fürDeutschland, ein Land das lediglich seine Braunkohle zu wett-bewerbsfähigen Kosten verstromen kann, und für das ländlicheBrandenburg erst recht. Nur durch internationalen Stromhandel könnensich Brandenburger Energiehersteller auf große und effiziente Kraftwerkekonzentrieren und somit wettbewerbsfähig Strom produzieren. Ebenso istes sinnvoll, dass sich die Brandenburger Wirtschaft auf die Produktionvon Gütern konzentriert, für die sie aufgrund vorhandenenMarktbedingungen, wie Personalverfügbarkeit etc., einen Kostenvorteilgegenüber anderen hat, um gegen diese Produkte andere Bedarfsgüter,eben auch Strom einzutauschen. Weder befinden wir uns nicht in einerKrisensituation, in der dem Horten von Vorräten oder einereigenständigen Energieversorgung noch etwas abzugewinnen wäre, nochist die Windenergie aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit der geeignete Not-
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