Diesen Teilaspekt des Dilemmas nennen Messick und McClelland (1983) die
Zeitfalle
(
temporal trap
oder time
delay trap
; vgl. a. Cross & Guyer, 1980). Sie entsteht dadurch, dass die Handlungen imDilemma in die Zukunft hineinreichen, dass sie Fernwirkungen haben und oft zeitverzögert eintreten.Vlek und Keren sprechen von einer
räumlichen oder lokalen
Falle, wenn eine hier erfolgte Handlunganderswo negative Konsequenzen hervorruft, wenn also auch die geographische Verteilung vonGewinn und Verlust eine Rolle spielt. Räumliche Fallen entstehen im engeren Sinne lokal (durchwelchen Stadtteil geht die neue Ausfallstraße?), regional (Luftqualität in großen Industriegebietenund Agglomerationen, etwa Megacities), an Flüssen (die Unterlieger eines Flusses sind sehr anUmweltschutzmaßnahmen der Oberlieger interessiert), über Kontinente hinweg oder global (derglobale Klimawandel wird auch diejenigen treffen, die ihn zum geringsten Teil verursacht haben).Eine Vielzahl von realen Umweltsituationen ist unter dem Blickwinkel ökologisch-sozialer Dilemmatabeschrieben worden: Fischfang, die Nahezu-Ausrottung der Wale, Wildtierressourcen (dieAusrottung des Bison auf den amerikanischen Prärien pflanzliche Ressourcen (etwa dieunkontrollierte Nutzung von Wald und Weiden; Wasser und Luft als sich langsam regenerierendenatürliche Ressourcen, Abfalldeponierung, Mobilität.Durch fossile Brennstoffe bereitgestellte Energie ist ebenfalls eine (sich extrem langsamregenerierende) Ressource. Energiesparen wird deshalb auch unter der Perspektive ökologisch-sozialer Dilemmata betrachtet. Vielfach wurde auch ein Bezug zu Bevölkerungswachstum undÜberbevölkerung hergestellt, mit der Erde als global begrenzter Ressource.
Erörtern Sie verschiedene Ansätze zur Beeinflussung von Energie nutzendem Verhalten
Es gibt zahlreiche, im Feldexperiment mit Erfolg erprobte Interventionstechniken derUmweltpsychologie (s. z. B. Dwyer, Leeming, Cobern, Porter & Jackson, 1993), die auch und geradeim Energiebereich angewendet wurden. Zu unterschieden sind hierbei vor allem:
1. Verhaltensorientierte Interventionsformen
Der zentrale Wirkmechanismus bei den verhaltensorientierten Interventionsformen liegt in dergezielten Veränderung der Situation, die einem Verhalten vorausgeht oder folgt, entsprechendklassischer behaviouristischer Annahmen.Beispiele:-
"Prompts" (Aufkleber oder Schilder mit Verhaltenshinweisen)- Energieverbrauchsrückmeldung- Anreize und Belohnungen
2. Einstellungsorientierte Verhaltensänderungstechniken
Die im Folgenden aufgeführten Techniken unterscheiden sich von den vorangehenden vor allemdadurch, dass die Veränderung
innerer
Zustände (im Regelfall kognitive Faktoren, z. B. Wissens- undMeinungselemente) im Mittelpunkt steht, um darüber kurz- oder langfristig Verhaltensänderungenund schließlich Energieverbrauchssenkungen zu erreichen.Beispiele:-
(Selbst)Zielsetzungen-
Selbstverpflichtung (Commitment)-
Persuasive (überzeugende) Kommunikation-
Aufbau und Aktivierung von Normen
Was sind Vorteile der Selbstverpflichtungs – Strategie?
Eine Person soll dazu gebracht werden, die ursprünglich von außen an sie herangetragene Sache zuihrer eigenen zu machen.Nur so, durch möglichst weitgehende interne Verhaltenssteuerung, wird die "Belohnungsfalle" (dasVerhalten wird nur so lange gezeigt, wie es belohnt wird) umgangen und nur so werden auchnachhaltige Verhaltensänderungen erreicht.
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