Unternehmen, die ihre Mitarbeiter wirklich wertschätzen, verstärken derenMotivation und setzen verblüffende Energien frei. Mitarbeiter haben mehr Spaß an der Arbeit, setzen sich stärker ein, übernehmen gern und mehr Verantwortung, identifizieren sich in höherem Maße mit ihremUnternehmen, mit der Marke, mit den Produkten und Leistungen. Unddies gilt übrigens sowohl für Unternehmen als auch für Agenturen. Und esgilt für alle Branchen.Was aber bedeutet Wertschätzung eigentlich? Und worin schlägt sie sichnieder? Wertschätzung meint, seine Mitarbeiter zu achten, ihnen Respektzu zollen. Wertschätzung drückt sich u.
a. darin aus, dass Mitarbeiter alsmündig, als engagiert, als verantwortungsbewusst, als die Quelle desUnternehmenserfolgs betrachtet werden. Das heißt: Sie sind am bestendafür qualifiziert und geeignet, das Unternehmen in herausforderndenZeiten neu aufzustellen, Lösungen zu erarbeiten, Einsparpotenziale zuidentifizieren. Dies gipfelt in dem Motto: „Lass es die Mitarbeiter machen!“Und für dieses Machen muss ihnen Zeit gelassen werden. Der Reflexvieler Manager ist augenblicklich eher ein gegenläufiger: aktionistischeLösungen überstülpen, die Kontrolle verstärken und so Mitarbeiter weiter entmündigen. Sie lassen sich hinreißen, die interne Kommunikation zudrosseln und bei der kargen Information von oben nach unten womöglichnoch zu tricksen sowie nahezu allein über Zielvorgaben zu führen undohne Mitarbeiterbeteiligung entwickelte, zementierte Strukturen undProzesse aufzuoktroyieren. All dies zeugt eher von Geringschätzung undeinem Menschenbild, das vom unmündigen, wenig engagierten, nichtselbst denkenden Mitarbeiter ausgeht.
Dem Sog zu zementierten Prozessen gerade jetzt widerstehen
Das Plädoyer muss also lauten, gerade jetzt, gerade in diesen Zeiten dieMitarbeiter „machen zu lassen“ und respektvoll und voller Achtung mitihnen umzugehen. In einem Workshop der Organisationsberater und -entwickler von Kessels & Smit hörte ich neulich: „Die Sprache desManagements ist der Prozess“. Der Prozess hin zu einer Lösung, das Wiealso zeigt die Haltung des Managements und das dieser Haltungzugrunde liegende Menschenbild. Mitarbeiter konsequent mitwirken undgestalten zu lassen und dabei als Führungskraft lediglich Einfluss zunehmen, zeugt von Wertschätzung. Wenn Mitarbeiter in GruppenProbleme identifizieren und sukzessive Lösungen erarbeiten, ist dieszeitintensiver. Aber dafür führt das miteinander Arbeiten auch zu einemnachhaltigeren Erfolg, weil Mitarbeiter ob ihrer Freiheit und ob desZutrauens mehr Verantwortungsgefühl empfinden und noch mehr Engagement zeigen werden.Das Gegenteil ist das Entscheiden qua Hierarchie. Konzepte undStrukturen schlicht von oben nach unten aufzuoktroyieren zeugt vonGeringschätzung und schöpft die bestehenden Potenziale nicht aus. Der Sogwirkung hin zu noch festeren Strukturen und betonierten Strukturen,die eher der Unsicherheit in schwierigen Zeiten entspringen, sollte dasManagement widerstehen. Trauen Sie Verantwortung zu und trauen Sie
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