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Mitarbeiter-Wertschätzung: Gerade in schwierigen Zeiten einErfolgsfaktor 
Ein Plädoyer für Respekt und Anerkennung gegenüber Mitarbeitern auchin wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Denn Mitarbeiter sind nicht Teil desProblems. Im Gegenteil. In ihnen steckt die Lösung.
Wie hoch jemand das Gut der Pressefreiheit tatsächlich schätzt, zeigt sichin Zeiten, in denen ihm die veröffentlichte Meinung gegen den Strich geht.Ein Treueschwur indes erfährt seine härteste Bewährungsprobe zumZeitpunkt größter Verführung. Und ob die Wertschätzung der eigenenMitarbeiter nicht bloß ein Lippenbekenntnis gewesen ist, wird inwirtschaftlich schwierigen Zeiten deutlich. „Unsere Mitarbeiter sind unser größter Aktivposten“, heißt es, wenn die Geschäfte gut laufen.Investitionen in Rekrutierungsbroschüren, in Employer Branding-Kampagnen und in Qualifizierungsprogramme werden getätigt. Und dasist auch richtig. Kommt jedoch die Delle, sind die vormaligen „Assets“offenbar nur noch Kostenfaktoren. Zuweilen erscheinen es dieseMitarbeiter in den Augen des Managements noch nicht einmal mehr wertzu sein, dass ihnen bei ihrer Entlassung für die geleistete Arbeit gedanktwird. Dabei ist Wertschätzung genauso wie Menschenwürde oder Pressefreiheit nicht teilbar. Eine Ausnahme führt dazu, dass sie alsGanzes obsolet wird. Mitarbeiter-Wertschätzung, nur wenn es geradepasst, kann es daher nicht geben.
Verstöße gegen Werte bleiben in kollektiver Erinnerung
Wohlgemerkt: Zahlreiche Unternehmen kommen in diesen Tagen umKurzarbeit, um das Senken von Kosten und um die Entlassung vonMitarbeitern nicht herum. Die Frage ist allerdings, wie sie sich vonMitarbeitern, die sich bislang für sie eingesetzt haben, trennen und wie siemit den verbleibenden Mitarbeitern umgehen. Und die Frage ist, ob dieMitarbeiter als das wertgeschätzt werden, was sie sind: als Träger deswichtigsten Know-hows und der kollektiven Erfahrung im Unternehmenund somit als Träger der Lösung des Problems. Viele Unternehmenbeschädigen in diesen Tagen durch ihr Verhalten gegenüber Mitarbeiterndas, was sie zum Beispiel über eine transparente und ehrliche interneKommunikation, mit gelebter Wertschätzung und mit umfassendenInvestments in die eigene Reputation in den vergangenen Jahrenmühsam aufgebaut haben: ein positives Arbeitgeber-Image und einendynamischen und motivierenden Geist im Unternehmen. Andersherum:Wer jetzt gegen seine zuvor vertretenen und gelebten Werte verstößt,wird dafür sorgen, dass dies in Erinnerung bleibt – bei bestehenden undpotenziellen Mitarbeitern. Die Geringschätzung wird sich rächen, wenn der Konjunkturmotor anspringt und erneut händeringend qualifizierteMitarbeiter gesucht werden.
Mit Wertschätzung verblüffende Energien freisetzen
 
 
Unternehmen, die ihre Mitarbeiter wirklich wertschätzen, verstärken derenMotivation und setzen verblüffende Energien frei. Mitarbeiter haben mehr Spaß an der Arbeit, setzen sich stärker ein, übernehmen gern und mehr Verantwortung, identifizieren sich in höherem Maße mit ihremUnternehmen, mit der Marke, mit den Produkten und Leistungen. Unddies gilt übrigens sowohl für Unternehmen als auch für Agenturen. Und esgilt für alle Branchen.Was aber bedeutet Wertschätzung eigentlich? Und worin schlägt sie sichnieder? Wertschätzung meint, seine Mitarbeiter zu achten, ihnen Respektzu zollen. Wertschätzung drückt sich u.
 
a. darin aus, dass Mitarbeiter alsmündig, als engagiert, als verantwortungsbewusst, als die Quelle desUnternehmenserfolgs betrachtet werden. Das heißt: Sie sind am bestendafür qualifiziert und geeignet, das Unternehmen in herausforderndenZeiten neu aufzustellen, Lösungen zu erarbeiten, Einsparpotenziale zuidentifizieren. Dies gipfelt in dem Motto: „Lass es die Mitarbeiter machen!“Und für dieses Machen muss ihnen Zeit gelassen werden. Der Reflexvieler Manager ist augenblicklich eher ein gegenläufiger: aktionistischeLösungen überstülpen, die Kontrolle verstärken und so Mitarbeiter weiter entmündigen. Sie lassen sich hinreißen, die interne Kommunikation zudrosseln und bei der kargen Information von oben nach unten womöglichnoch zu tricksen sowie nahezu allein über Zielvorgaben zu führen undohne Mitarbeiterbeteiligung entwickelte, zementierte Strukturen undProzesse aufzuoktroyieren. All dies zeugt eher von Geringschätzung undeinem Menschenbild, das vom unmündigen, wenig engagierten, nichtselbst denkenden Mitarbeiter ausgeht.
Dem Sog zu zementierten Prozessen gerade jetzt widerstehen
Das Plädoyer muss also lauten, gerade jetzt, gerade in diesen Zeiten dieMitarbeiter „machen zu lassen“ und respektvoll und voller Achtung mitihnen umzugehen. In einem Workshop der Organisationsberater und -entwickler von Kessels & Smit hörte ich neulich: „Die Sprache desManagements ist der Prozess“. Der Prozess hin zu einer Lösung, das Wiealso zeigt die Haltung des Managements und das dieser Haltungzugrunde liegende Menschenbild. Mitarbeiter konsequent mitwirken undgestalten zu lassen und dabei als Führungskraft lediglich Einfluss zunehmen, zeugt von Wertschätzung. Wenn Mitarbeiter in GruppenProbleme identifizieren und sukzessive Lösungen erarbeiten, ist dieszeitintensiver. Aber dafür führt das miteinander Arbeiten auch zu einemnachhaltigeren Erfolg, weil Mitarbeiter ob ihrer Freiheit und ob desZutrauens mehr Verantwortungsgefühl empfinden und noch mehr Engagement zeigen werden.Das Gegenteil ist das Entscheiden qua Hierarchie. Konzepte undStrukturen schlicht von oben nach unten aufzuoktroyieren zeugt vonGeringschätzung und schöpft die bestehenden Potenziale nicht aus. Der Sogwirkung hin zu noch festeren Strukturen und betonierten Strukturen,die eher der Unsicherheit in schwierigen Zeiten entspringen, sollte dasManagement widerstehen. Trauen Sie Verantwortung zu und trauen Sie
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