51
aktive Netzwerkknoten in den
space
of
flows
einsteigen können (Castells2001). Nach Castells lassen sich drei arbeitsteilige Schichten in der heutigenNetzwerkgesellschaft – neben den Rohstoffanbietern – unterscheiden (vgl.u.a. Stalder 2006: 49):1.
Producers of high value
, die mittels wissensbasierter Produktion undDienstleistung als Entscheidungsträger an der Quelle für Innovationund Wertbestimmung sitzen.2.
Producers of high-volume
, die ihre Arbeitskraft nutzen, um Instrukti-onen auszuführen.3.
Redundant producers
, die austauschbare Arbeiterinnen umfassenund auch Konsumierende, die nicht am offiziellen Markt teilnehmenund ggf. eine systemisch »perverse Koppelung« zur globalen Kriminal-Ökonomie aufbauen
1
.In dieser von Castells beschriebenen internationalen Arbeitsorganisationentlang der neuen räumlichen Flows entscheidet der Zugang zu den globalverbindenden Technologien, ob die Person zu den »strukturell relevanten«oder »irrelevanten« Personen zählt. In diesem »informationellen Paradigmader Arbeit« (Castells 2001: 275) kann sich gewünschten Netzwerken nuranschließen und diese mit gestalten, wer Zugang findet in den
space of flows
. Weltweit verteilt sitzen die beteiligten Personen, die in den vernetztenDatenfluss eingreifen, neue Allianzen bilden und die Realwirtschaft amLaufen halten (Farrell; Fenwick 2007a). Selbst in den von der Weltwirtschaftvernachlässigten Weltregionen arbeitet eine kleine Elite, die Zugang zumNetz und damit zur Weltgesellschaft hat. Viele von ihnen sind Absolvierendeder Kaderschmieden der Weltökonomie (Harvard, M.I.T., London Schoolof Economics o.ä.) (Dirlik 2006: 5). Andere nutzen die vorhandenenDatenbahnen in den Internet-Cafés, Hochschulen oder auch BusinessCentern, um sich z.B. als Start-up
2
oder zivilgesellschaftliche Kraft
3
mitglobaler Ausstrahlung aufzubauen – zumeist unter kreativer Ausnutzung derzur sozialen Vernetzung geeigneten mobilen Endgeräte.
1
Neben dem offiziellen Weltwirtschaftssystem hat sich in enger struktureller Verflechtungeine global vernetzte, kriminelle Schattenökonomie informell entwickelt, die von weltwirt-schaftlich ausgeschlossenen Staaten teilweise als einzige Chance für das eigene Überlebengebilligt wird. Es ist eine »perverse Koppelung« zwischen Schattenökonomie und staatlicherHandlungsmacht entstanden (Castells 2003: 175ff.).
2
z.B. http://ushahidi.com/
3
z.B. http://kabissa.org
Leave a Comment