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Rems-Murr 1/2012 >>> Seite 2
Liebe FreundinnenundFreunde,
Die Staatsschuldenkrisein Europa istnicht über Nacht entstanden. Sie lässt sichauch nicht von einem Tag auf den anderenbeheben. Ihre Wurzeln sind vielfältig - wo-bei vor allem von der Verwässerung deseuropäischen Stabilitätspakts unter derRegierungsverantwortung von Rot-Grüneine außerordentlich fatale Wirkung aus-ging.Im Mittelpunkt der Bewältigung der Kri-sestehen bilaterale Kredithilfen sowie einRettungsschirm, der in diesem Jahr in ei-nen dauerhaften Stabilitätsmechanismusmünden wird. Mit diesen Hilfen ist es bis-lang gelungen, die Zahlungsfähigkeit derKrisenstaaten sicherzustellen und drohen-deAnsteckungs- und Dominoeffekte zuverhindern. Trotz unverkennbarer Span-nungen auf dem Geldmarkthaben dieseMaßnahmen dazu beigetragen, die Finanz-märktezu stabilisieren. Sie reichen jedochnicht aus, um die Märkte dauerhaft zu be-ruhigen.Der vergangene EU-Gipfel am 8. und 9. De-zember 2011 in Brüsselhateinen entscheiden-den Schritt getan, umdie europäische Inte-gration zu vertiefen.Die Wirtschafts- undWährungsunion wirdum eine Fiskalunion er-weitert. Alle Staatenverpflichten sich, eineSchuldenbremse nachdeutschem Vorbild ein-zuführen. Wer die Vor-gaben des Stabilitäts-pakts im Hinblick auf die Defizitquote ei-nerseits und die Gesamtverschuldungs-quote andererseits nicht einhält, den tref-fen künftig die sanktionsbewehrtenDurchgriffsrechte der europäischen Ebe-ne.Der Automatismus bei der VerhängungvonSanktionen wirdausgeweitet. Mit die-sen Beschlüssen schaffen wir die Basis füreine echteStabilitätskultur in Europa. Esmuss nun alles getan werden, um die Be-schlüsse möglichst schnell umzusetzen.
Das Tor für die Briten bleibt offen
Das Paket von Brüssel trägt die Hand-schrift von Bundeskanzlerin Angela Mer-kel. Sie hat einmal mehr ihre Führungsstär-ke unter Beweis gestellt undist ihrer europapolitischenVerantwortung gerecht ge-worden. Deutschland undFrankreich haben sich erneutals Motor der europäischenIntegration erwiesen. Es istbedauerlich, dass sich Groß-britannienauf dem Gipfel selbst iso-liert hat. Die Beschlüsse kön-nen nicht über eine Änderungder EU-Verträge, sondernmüssen über einen völker-rechtlichen Vertrag umge-setzt werden. Das Tor für dieBriten bleibt jedoch offen.Wir brauchen ihreMitarbeit in der Euro-päischen Union: Nur ein mit einer Stimmesprechendes Europa kann sein ganzes Ge-wicht auf der weltpolitischen Bühne in dieWaagschale legen.Der jahrelange Einsatz der Uni-on hat sich gelohnt: Das vom Deut-schen Bundestag beschlossene Ge-setz zur Stärkung des aktiven Schutzesvon Kindern und Jugendlichen trat wie ge-plant am 1. Januar 2012 in Kraft. Damit ist ein wichtiger Meilen-stein auf dem Weg hin zu einem wirkungsvolleren und umfassen-deren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Vernachlässigungund Misshandlung erreicht. Das Bundeskinderschutzgesetz bringtPrävention und Intervention gleichermaßen voran und stärkt alleAkteure, die sich dafür einsetzen.
Zu den zentralen Eckpunkten des Gesetzes zählen:
*Frühe Hilfen und verlässliche Netzwerke im Kinderschutz: Dasneue Gesetz schafft die Grundlage, um leicht zugänglicheHilfeangebote für Familien einzuführen. Zudem werden allewesentlichen Akteure, wie beispielsweise Jugendämter, Schu-len, Krankenhäuser, Ärzte und Polizei, in ein Kooperationsnetz-werk zusammengeführt.•Stärkung des Einsatzes von Familienhebammen: Ab 2012 stelltdas Bundesfamilienministerium vier Jahre lang jährlich 30 Mil-lionen Euro für Familienhebammen zur Verfügung.•Ausschluss einschlägig Vorbestrafter von Tätigkeiten in derKinder-und Jugendhilfe: Alle hauptamtlich tätigen Mitarbeiterin der öffentlichen und freien Jugendhilfe müssen ein erwei-tertes Führungszeugnis vorlegen.•Informationsweitergabe an das Ju-gendamt: Personen wie Ärzte, die dem so-genannten Berufsgeheimnis unterliegen, erkennen die Gefähr-dung von Kindern oftmals als Erste. Nun gibt es eine klare Re-gelung, die einerseits die Vertrauensbeziehung zwischen Arztund Patient schützt und andererseits die Weitergabe wichtigerInformationen an das Jugendamt ermöglicht.•Regelung zum Hausbesuch: Der Hausbesuch soll zur Pflichtwerden, wenn er nach fachlicher Einschätzung erforderlich istund der Schutz des Kindes dadurch nicht gefährdet wird.•Verbindliche Standards in der Kinder- und Jugendhilfe: Einekontinuierliche Qualitätsentwicklung ist künftig in allen Berei-chen der Kinder- und Jugendhilfe verpflichtend. Dabei steht dieEntwicklung, Anwendung und Überprüfung von Standards fürdie Sicherung der Rechte von Kindern und ihr Schutz im Mittel-punkt.Bund, Länder und Gemeinden sind hier gemeinsam in der Pflicht.Kinder dürfen nicht Opfer von Vernachlässigung, Missbrauch oderGewalt werden. Das verbesserte Bundeskinderschutzgesetz greifthier ein und kann dieseFälle eindämmen. Unsere Kinder sind dieZukunft unseres Landes - sie zu schützen, ist unsere Aufgabe!<<<
Dr. Joachim Pfeiffer MdB
Kinder und Jugendlicheaktiv schützen
Auf den
PUNKT
gebracht
KREIS
TEIL
Norbert Barthle MdB
2012 muss das Jahr der Stabilität werden
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