Personal Learning Environment
5.16.1
Praxis-Statement: TU Graz
Personal Learning Environment
von Behnam Taraghi & Martin Ebner
Vorspann
Die Lernumgebungen der Zukunftsollen sich den Bedürfnissen dereinzelnen Lernenden anpassen.Personal Learning Environmentssind personalisierbare Umgebun-gen, in welchen Lernende Unter-stützung für ihre individuel-len(Lern-) Bedürfnisse vorfinden.
Personal LearningEnvironment – PLE
Die Schlagworte Web 2.0 (O’R
EILLY
2005) und E-Learning 2.0 (D
OWNS
2005) haben die letzten Jahre destechnologiegestützten Lehrensund Lernens begleitet undgeprägt. Durch die Verwendungvon Wikis, Podcasts, Weblogssowie verschiedener sozialer Netz-werke wie Twitter oder Facebookrücken die Endbenutzer, die Ler-nenden, durch die Möglichkeitder aktiven Teilnahme immermehr in den Mittelpunkt. Es ent-wickeln sich neue Kollaborations-möglichkeiten; von Benutzerngenerierte Inhalte werden integra-ler Bestandteil der Lehre. Wennnun diese Entwicklungen auf einer Metaebene betrachtet wer-den, so kann man festhalten, dasssich das Hyperweb (Verbindungvon Webseiten mittels Hyperlink)immer stärker in Richtung seman-tisches Web hinbewegt. Diesbedeutet für die Endbenutzer vorallem eines: Individualität. Sierücken immer mehr in das Zent-rum der Betrachtung und manspricht von user-centered design.Darüber hinaus steigt die Anzahlder digitalen Lehr- und Lernin-halte genauso wie jene an verfüg-baren Webapplikationen. Daherscheint es auch nicht weiter ver-wunderlich, dass die Forderungennach personalisierbaren Lernum-gebungen, in welcher Lernendeeine webbasierte Unterstützunggemäß ihren Bedürfnissen vor-
Handbuch E-Learning 43. Erg.-Lfg. August 2012
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finden, immer dringlicher werden(S
CHAFFERT
/H
ILZENSAUER
2008; G
REEN
et al. 2006; A
TTWELL
2007). Ähnlichfordert es bereits ein Artikel vonS
CHAFFERT
/K
ALZ
im Rahmen dieserSchriftensammlung ein (S
CHAFFERT
/K
ALZ
2009). Die Technische Uni-versität Graz (TU Graz) hat sehrfrüh begonnen, dieses Konzeptumzusetzen, indem sie seit nun-mehr mehr als zwei Jahren einPersonal Learning Environment(PLE) selbst entwickelt (T
ARAGHI
etal. 2009). Das Grundkonzept istes, anstatt einer weiteren starrvorgegebenen Plattform eineAggregation verschiedenster Web-dienste, universitätsinterner Ser-vices und Lernobjekte anzubieten.Die Lehrenden und Lernendensollen hierbei selbst entscheidenkönnen, auf welche Dienste siezurückgreifen wollen bzw. welchesie im Alltag einsetzen. Realisiertwird dies mit Hilfe von einemMashup von Widgets (W
ILD
et al.2008), die nach eigenem Beliebenzusammengestellt und angeord-net werden können. Dieses Fra-mework inkl. der an der Universi-tät zumeist von Studierendenentwickelten Widgets ist seitOktober 2010 im Betrieb undallen Angehörigen (Studierendenwie Lehrenden) der TU Graz zent-ral zugänglich.
PLE an der TU Graz
Die auf der TU Graz entwickeltePLE (E
BNER
/T
ARAGHI
2010) ähneltstark den App-basierten Umge-bungen bei den gängigen Smart-Phone-Geräten. Dies ist ein Ergeb-nis mehrerer Design- und Usabi-lity-Studien (T
ARAGHI
et al 2011).Der Widget-Store (vgl. mit einemApp-Store) in der PLE bietet eineÜbersicht über alle vorhandenenWidgets, die in der PLE zur Verfü-gung stehen (siehe Abbildung 1).Der Lerner kann sich diegewünschten Widgets im Widget-Store aussuchen und sie anschlie-ßend in seiner PLE hinzufügen.
Abb. 1: Der Widget-Store
Wie bei den Native-Apps beiSmart-Phones können die vor-handenen Widgets im Widget-Store bewertet und kommentiertwerden (siehe Abbildung 2).
Abb. 2: Die Detailansicht eines Widgets im Widget-Store
Mehrere Widgets lassen sich ineinem oder mehreren Oberflä-chen, »Spaces«, organisieren.»Spaces« sind die so genanntenPersonal-Desktops oder Walls, auf denen eine beliebige Anzahl vonWidgets platziert und angeordnetwerden kann. Die Zuordnung derWidgets zu den Spaces sowie dieLage jedes Widgets in einemSpace sind von den Benutzernpersönlich zu tätigen. Abbil-dung 3 zeigt einen beispielhaftenSpace, den ein/e Benutzer/-in inseiner/ihrer PLE nach seinen/