Welcome to Scribd, the world's digital library. Read, publish, and share books and documents. See more
Download
Standard view
Full view
of .
Save to My Library
Look up keyword
Like this
3Activity
0 of .
Results for:
No results containing your search query
P. 1
Wolfgang Iser, Die Appelstruktur der Texte

Wolfgang Iser, Die Appelstruktur der Texte

Ratings: (0)|Views: 427 |Likes:
Published by diadass
in: R. Warning (ed.), Rezeptionsästhetik. Theorie und Praxis. Wilhelm Fink Verlag, München 1994 (4. Aufl.)
in: R. Warning (ed.), Rezeptionsästhetik. Theorie und Praxis. Wilhelm Fink Verlag, München 1994 (4. Aufl.)

More info:

Published by: diadass on Oct 01, 2012
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

02/25/2014

pdf

text

original

 
Wolfgang
Iser
R
DER
TEXTE
DIE
APPELLSTRUKTU
,W'rltungsbeJingung literarischer Prosa
UnbestimmtheIt
als
I
. f
"1
.
ties we
need an eroues
0
art
.
Mit
dies
-In
place
of a
.herme~:derung
zielt Susan Sontag in ihrem Ess:;
ironisch
zugespltzte~
auf jene Form der Textauslegung hin, die
sich
Agllinst
In~erEPret~t'Jon
g der in literarischen Texten enthaltenen
Bedeu_
, ,
um
die
rmltt
un
11'
d d b
seit
Je
-h
W
rsprünglim sinnvo war,
In
em ver er te Texte
tungen
bemu
t.
as
u ,
L
S S
J
b
ch
t wurden hat
Slw
-wie usan ontag meint _
wieder
es
ar
gema
,
d'
h h b
ehr
dh
zueinem
Mißtrauen gegen le
wa
rne
mare
T
ext-
m
un
me
r .
ff
b 11' d
-L
d'
estal
chsen
deren Hintersmn
0
en
ar
a em urUl
le
Inter-
g
~
ausgefw~ec:kt
'werden kann,!
Daß
Texte
Inhalte
haben, die ihrer-pretanon
au
g d
I'
ß
'-L
b'
A
b
-L
d
'
T"
von
Bedeutungen sin ,
le
Slw
IS
zum
n ruUl mo erner
SeJts
rager
'I'
I " .
Kunst
schwer
bestreiten,
so
daß eme
nterpr~tatlon
~tetse~lt1mlert
war,
wenn
sie
die
Texte auf
Bedeut~n~en
redUZierte. Wiesen diese
dO<h
anerkannteKonventionen und damit Jenen Betrag
an
Bekanntem
auf,
der
als
akzeptiertgalt oder wenigstens ,einsehbar.
war
.
D~r
klassifika
torische
Eifer
dieser
Art der Interpretation beruhigte
Sich
In
der
Regel
erst
dann,
wenn
die
Bedeutung
des
Textinhalts
ermittelt und
ihre
Gel
tung
durchdas
immer
smonGewußte ratifiziert
worden war.
Das
Zurückholen
der
Texte auf bereitstehende Bezugsrahmen bildete ein
nichtunwesentliches
Ziel
dieser Interpretationsweise, durch das die Texte
zwangsläufig
entschärft wurden.Wie aber
läßt
sich
dann
Aufregendes
beschreiben?
Texte habenohne Zweifel stimulierende Momente, die
be
unruhigen und
damit
jene
Nervositätverursachen, die Susan Sontag
als
die
Erotik
der
Künstebezeichnen möchte, Besäßen die
Texte
wirklich
~~r
jene
von
de~
Interpretationhergestellten Bedeutungen,
dann
bliebe
fur
den Leser
nuilt mehr vielübrig.
Er
könnte
sie
nur
annehmen
oder
verw~rfen,
Doch
zwischen
Text und Leser spielt sich ungleich mehr
~ls
nur
dIe,A~ff~rde~ung
zu einer
Ja/Nein-Entsdteidung
ab. Allerdings
1st
es
sdt~Jertg"
10
dIesen
Vorganghineinzublicken,
und
es
fragt
sidl,
ob
man
uber
dIe
hödtst
ch'
d'
'd'
ischen
Tvers
le
enartlgen
Interaktionen,
le
zW
,ext
und
Leser abI
f "bh k hne
tn
SkI
.
au en,
ueraupt Aussagen machen
ann,
0 .
pe
u atlonen abzugle't
Z
l'
L
'
..
daß
ein
Text
"be
ha
I
en.ug
elw
WIrd
man
sagen mussen,
erpbtusJa
.fieptelst
zu~
Le~D
el'1'lacht,
wenn
er
gelesen
wird.
Dara
u,
eire
otYtacliJkeic,'
cfal&vJlI
da
Tex",
dUld!
Die
Appellstruktur der Texte
229
Was
aber ist der Lesevorgang? Besteht
er
dodt'
,gegebenheit einer komponierten Textgestaltd'
eldnerselts,
aus
der
Ge
, '
LehR'
,
le
an
ererselts erst
d
eh
die
Im
eser verursa ten
eaktlOnen
Zur Wi
k 1
ur
man einmal den Lesevorgang
als
dieAktualisi:
un
gd
ge
Tngt.
Bestimmt
'm
b'
Ich
Ak
I"
rung
es
extes
so
fragt
es
ßSI
,0
elnle
,~
e
p
tucha
ISller.ung
überhaupt
besehreibbar
'ist
ohne
da man
sog
elw zur
sy
0
ogle
desLesens
Z
fl
eh
h '
'T
du u t
ne
men
muß
Wenn man emen ext von
en
Formen
seiner
mo"gl'm
Ak
I"
.
eh
'd
'
I
en
tua
ISlerung
unters
el
et,
so
setzt man
Sieh
dem
Vorwurf
'Id'
_d'h
'd'
'Ilk
aus,
seme
entltat
zu
leugnen un I n m
le
WI
ür subjektiven
Begrel'fe
f
1-
11
d
chns
au
zu
osen.
Em
Text,
50
sagt man, ste e
0
etwas dar
und
die
B d d
D
II "
bh'"
' e eutung
es
arge-
st.e
t~n
eXllschtlerBe
udna
anglg von
den
versdtiedenartigsten Reaktionendie eme
50
e e eutung auszulösenvermag
Demgege
"be. 'ed-';'
,
-L
d V d
ch
'-
,nu
sei'
uw
hier swon er er a t geaußert, daß diesmeinbar
von
,'ed
Ak
1'-
, d T bh",
er
tua Islerung
es
extes
so
una anglge Bedeutungihrerseits
viell
.
.1.
'eh
' , I ' b '
etUIt
Dl
ts
w~ltder
Ist;
s
el,nde
e,sfitu~mte
~ealisierung
des
Textes,
dienun
allerdingsmit
em
ext
I.
entl Ziert
wud,
So
hat
es
eine
auf
die
Ermittlung
'Von
Bedeutung gerIchtete Interpretation
immer
gehalten
und
daher
die
Texte konsequenterweise verarmt. Gott
sei
Dank hat
man solmen
Be
deutungen von Zeit zu Zeit widersprodten,
meistensjedoch
nur
mit
dem
Ergebnis, eine andere, letztlich
ebenso
begrenzte
Bedeutung
an
dieStelle
der
soeben demontierten zu setzen.Die Rezeptionsgesdtimte literarischer Werke weiß davon zu beridtten,Wenn
es
wirklich so wäre, wie unsdie 'Kunst der Interpretation'glauben machen möchte,
daß
die Bedeutung
im
Text
selbst
verborgenist,
so
fragt
es
sich, warum Texte mitden Interpreten
solche
Versteck
spiele veranstalten; mehr noch aber,warum
sich
einmal
gefundene
ße.deutungen wieder verändern, obgleich
doch
Buc:h:naben.
oner
and
Sätze des Textes dieselben bleiben. Beginnt
da
nicht
eine
Dada
dem
Hintersinn der Texte fragende Interpretauonsweise
diese
zu
mymfi!icren und
damit
ihr erklärtesZiel,Klarheitund
Licht
iD
die
Tate
D
tragen, selbst wiederaufzuheben?Sollte
am
Ende
die
Inrerpn:taliGanichts weiter als ein kultiviertes Leseerlebnisund damit nur
eil'.
möglichen Aktualisierungen
des
Te
tes sein?
Verhält
es
sich
heißt dies: Bedeutungenliterarischer Texte
~erden
üba~upt
Lesevorgang generiert;sie sind
das
Produkt
eIDer
I.nce
a~
n und Leser
und
keine imText versteckten Größen, die
u&~
allem
der
Interpretation
vorbehalten bleibt.
Gen
lien
der.ln~
~
I~~
eine Textes,so ist e nur
z anpläu
cIi
Ul
emer
Je
 
Wolfgang Iser230
ch
.
f
dufwirft ist aber s on Jetzt ormulierbI
.'
gern
'
das
Problem~
as
~rchaer
Tex; wirklich
auf
eine bestimmte
Bar.
an
,
..
'hterarts
ck
e-
Es
lautet:
Ware
elfi
d äre er Ausdru von etwas anderem -
v
d.bar
ann
w
ch
b'
. d ß
On
deutung
re
UZler
, deren StatuS dadur estlmmt
Ist~
a
sie
aucheben
dieser
Bedeutung,
't'ert
Radikal gesprochen heißt dies'
D
,m Text
eXlS
I·
"h
b'
er
unabhängig
vo
..
d' Illustration emer I m vorgege enen
BedeuliterarischeText
;are
I~
der literarische Text
bald
als Zeugnis
de
tung
.
So
wurde
lenAn
aU
d
uck
von Neurosen seiner Verfasser, bald
alS
.'
bald
a s
us
r d d
I
d S
Zeltgelst,eS,
11
ch~
ftlicher Zustän e un a s
an
eres mehr
ge-
WidersPlegel~~g
gese
'
~t
;eleugnet werden,
daß
literarische Texte
ein
l~sen.
,
Nun
S~ub!~:;~esitzen.
Doch
allei~
die.
Art,
in
der
sie
dieses
hlstor
.
ls~es
d 'tteilbar machen, schemt
Olcht
mehr
ausschließlich
konstitUieren un
ml
.
Ib
.
ch"
I'ch d ß . ,,'
ch
d'niert
zu sem.
Desha
1st es
au mog I , a
Wir bel
histons eterml
ch
ft
d G
f"hl
h
Lk
..
Werken
vergangen er Epo en
0
as e u
abender
e
turevon
I b . d
,,'
. h''
chen
Zuständen
so
zu bewegen,
aso
WIr
azugehorten
uns
m
IStortS
.
D'
.
oder
als
obdas
Vergangene
,:ie~er
Gegenwart
seI. le
Bedmgungend·E'
ndrucks
liegen sicherlich
Im
Text, doch
am
Zustandekommenl
es
es
I 'ch b
'1'
W'
kb
dieses
Eindrucks
sind wir
als
Leser
ol
t un etel Igt. Ir a tuali-
:
i
e~
:
n
den
Text
durchdie
Lektüre. Offensichtlich
aber muß
der Textein
en
Spielraum
von
Aktualisierungsmöglichkeiten gewähren, denn
er
i
stzu
verschiedenen
Zeiten von unterschiedlichen Lesern immer
einwe
n
ig
anders ver
standen worden, wenngleich in
der
Aktualisierung
des
T
ex
t
es
der
gemeinsame
Eindruck vorherrscht,
daß
die
von
ihm eröff
net
e W
elt
, so
historisch
sie
auch
sein mag,
ständig
zur
Gegenwart
wer
den
kann.
An
d
iese
m Punkt können wir unsere Aufgabe formulieren. Sie lautet:Wie
ist
dasVerhältnis von Text und Leser beschreibbar
zu
machen?
D
ie
s
ung soll
in drei Schritten versucht
werden.
In
einem ersten
Schr
ittgilt e
s,
die
Besonderheit
des
literarischen
Textes
durch Abgren
zun~
v
on
anderen Textarten kurz zu skizzieren.
In
einem zweitenSchntt
sollen
elementare Wirkungsbedingungen literarischer Texte
be
na~nt
und
analysiert werden. Dabei gilt unsere besondere Aufmerksam
keIt
.
den
ver~chiedenen
Unbestimmtheitsgraden
im
literarischen Text
sO~le
den,
SpIelarten ihres Zustandekommens.
In
einem
dritten
Smritt
~u~en
.
WIr
dha~
seit
dem
18.
Jahrhundert
beobachtbare Anwachsen
der
n estlmmt eltsgrade in
l't
.
eh
T
ch
Un
terstellt d
ß .
1
erans en exten
zu klären
versu en. -verkö man,
fa
Unb~stlmmtheit
eine elementare
Wirkungs
bedingungrpert,
so
ragt
es
Sich
'h E d
er
Literatur _ b S.' was
1
re xpansion -
vor
allem in
mo ernesagt
le
..
d . nText
und
Le
ser
J'
h
v~ran
ert
ohne Zweifel
das
VerhältnIs
vo
,e
me
r
dIe
Texte an
Determiniertheit
verlieren,
destO
D
ie
Appellstruktur der Texte
231
stärker ist der Leser in den Mitv
oll
zug
ih
.,
l'
schaltet. Wenn die Unbestimmtheit
gewissrerTrnlog
Ichen
Intention
einge-'ch
d L' , e
0
eranzgrenz"b' wird
SI
er eser m
emem
bisher ni
ch
tgk
en
u ersteigt,e annten
Aus
ß'fühlen.
Er
kann gegebenenfalls Reaktio
ne
''
rna
strapazlertwollten Diagnose seiner Einstellung
füh
re
nnAzelrn,
die
zu
emer unge
dann die Frage, welche Einsichten die
L
it~
n
I~semd'
Punkt ergibt
sich
"'ff
ratur m
le
menschl'ch
S'
tuatlon zu ero nen vermag. Diese Frage
f
f'
I e
1-
. d h'd' .
au
z
uwer
en
heißt b
gleich,
as
ler zu Iskutlerende Verhältn
is
z'
ch
T a
er
zu-eine mögliche Vorgeschichte zu
diesem
Pro
biewis
en
exht
und
Leser als
rn
zu
verste
en.
I
Kommen
wir
zum ersten Schritt.
Wie
läßt
sich
derStatu '
I'.
b
ch
'b
se
mes
Iteran-
schen
Textes
es
rel
en?
Zunächst wird man
sag
en
rnu"
d
ß
'ch
'
ssen,
a
er
SI
von allen
J~ne~
Textarten unterscheidet,die e
in
en
Ge
genstand vorstel-len oder mitteilbar machen, der ei
ne
v
om
Te
xt
unabh'a'ng'
E'. "
Ige
xlstenzbeSitzt, Wenn em Text von
emem
Gegensta
nd
spricht
den
e
ß-
h
Ib
'
'd
I
'ch
'
s
au er
a semer mit er g
el
en
Bestimmtheitgibt dann liefert
er
nur'
.,
d'
,eme
~xposltlOn
leses
Geger;,sta?des. Er
is
t,
in
d
er
Formulierung
von
Austin,language
of
statement -
Im
Gegens
atz
zu
jenen Texten,
die
"languageof
pe:f~rmance"
sind,3 das heißt
so
lchen, die
ihren Gegenstand erstkonstitUieren.
Es
versteht
sich,
daß literarische Texte zur zweitenGruppe gehören, Sie besitzen keine
ge
naue GegenstandsentspredlUD"
in
der 'Lebenswelt', sondern bringen ihre Gegenstände
aus den
in
der
l.e-
benswelt' vorfindbaren Elementen ersthervor,
Diese
vorläufig
noch
grobe Unterscheidung von Texten
als
Exposition
des
Ge"enstandes beziehungsweise als Hervorbringung
des
Geg
enstandes
mtissen
wir
noch
weiter differenzieren, um den Status
des
literarischen
Texteszu
errei
chen,
Denn
es
gibt durchaus Texte,
die
etwashervorbringen,
ohne
dadurch schon literarisch zu sein.
So
schaffen beispie
lsweise
alle Texte.
die
Forderungen stellen, Ziele angeben oder
Zwecke
formulieren,
eh
nfallsneue Gegenstände, die jedoch erst durch das
vom
Textentwickelte
~
laß
a?
Bestimmtheit ihren Gegenstandscharakter gewinn
en.
Gesetzeste. tebIlden den paradigmatischen Fall solcher Formen
de
r
'pra
ch
lichkeit.
?as
von ihnen Gemeinte gibt
es
dann
als
verbindliche Verhalte
nsno
rm
Im
menschlichen Umgang. Im Gegensatz dazu vermag e
in li
tera
ri
scher
Text niemals solche Sachverhalte zu smaffen. Kein
Wu
nder
1"0,
daßman diese Texte als Fiktionen
be
zeichnet. denn FiktionitForm ohne
~ealität.
Ist
aber
Literatur
wirklich
so
barjeder Realität, oder besitzt
sie
eine
Realität,
die
sich
von der der expositorismen Texte genauso
 
Wolfgang
!ser
232
,d'Gegenstände erzeugt, sofern diese all- ,
ener,
le
I':>
E'I',
..Leidet
Wie
von
J
ulative formu leren, m IteranschunterS
Ol
V haltensreg
ff
Ich'
er
ein
ane
rkann
te
er
"
de
ab
noch
erscha t er so e m dem be-
gern
d
Gegens
tan'D
11
R
T
tb
il
d
et
we
erf
1I
"re er als die arste ung
von
eaktio_
ex
'b
sten
a s
wa
'ch
d G
..L
riebenen
S1One,
e b
ch
eiben,
4
Dies Ist au
er rund
dafür
SOl
"
de zu
es
r
'd
k 'enauf
Gegenstan
,viele Elemente wie erer ennen, die
in
n , 'd Literatur
so
'5"
cl
we
sha
lb
wir
10
er
f
II
'e Rolle spielen, le sm
nur
anders zu-fh
eben
a s
ew
'
ch
' bunse
re
r
Er
ar
ung
'ß
'konstituieren eme uns s em
ar
vertraute
das
helt, sie
'ch d F
sa
rnrnenges
etzt,G wohnheiten abwel en en orm, Deshalb"
on
unseren
e
'E
Welt
In
etner
v,' I'terarischen Textes m unserer r ahrung,d' I
tentlOn
ewes
I k ' f G
be
Si
tzt
le
n Id'
ches
Wenn er Rea tlonen
au
egenständeni
chts
v
ollkorn
rnen
h
edntls
offeriert er Einstellungen
zu
der
von
ihm
'Inhalt at, ann 'ch
d'
h
zu
sel
,
ne~
W I 5'e Realität gründet m t
arm, vor
andenekt tulerten e
t,
ew
"eh
'd'
o,nsI, 'b b'ld sondern darin, Emsl ten
10
lese
parat
Zu
W r
khchkelt
a
zu
I
en,
N ''
..
d
L'
1
h" d
schier
unaustilgbaren
alvltaten er
tteratur-halten
ch
,
Es ge
ort z,u e:nTexte bildeten Wirklichkeit ab.
Die
Wirklichkeitbetra t
ung zu
mew
, ,"
d d .T" erst eine von Ihnen konstltUlerte
un amlt
Reak-
der
ex
te
Ist
I
mmer
tion
aufWirklichkeit, .' '
..
Wenn
einliteraris
cher
Te
xt keme wtrkltchen
Gegenstande
hervor-
b'
t so
gewi
nnt
er
seine
Wirklichkeit erst dadurch,
daß
der
Leser
die
v::gYext an
geb
otenen Reaktionen mit vollzieht,
Dabei
kann
der
Leser
si
ch
allerdi
ng
s wederauf die Bestimmtheit gegebener
Gegenstände
noch
a
uf
de
fi
nierte
Sach
verhalte beziehen, um festzustellen,
obderText
den
Gegens
t
an
d
richtig
oder falseh dargestellt
hat.
Diese Möglichkeit
des
Oberp
r
üfens,
die
alle expositorisehen Texte
gewähren,
wird
vom
litera
rischen
Textgeradezu verweigert.
An
diesem
Punkt
entsteht
ein Un
bestim
mt
hei
tsbetrag,der allen literarischen
Texten
eigen ist, denn
sie
lassen
sich
auf
ke
i
ne
lebensweltliche Situation so
weitzurückführen,
daß
sie in
ihrau
fging
en
beziehungsweise
mit
ihr
identisch
würden.
Lebenswe
ltJiche
Situationen sind immer real, literarische
Texte
hingegen fiktional;
sie
sind
daher nur
im
Lesevorgang, nicht
aber in
der Welt
zu
ver
a
nke
r~:
Wenn
de:
L~ser
die ihm angebotenen
Perspektiven
des Textesdurchlauft, so bleibt
Ihm
nur die eigene
Erfahrung,
an
die
er
sich halten
k
a~
n,
~m
Feststellungen über das vom
Text Vermittelte zu
treffen.
~~r
d
.
d
le
Welt.
de
s
Te
x
te
sauf die eigene
Erfahrung
projiziert,
so kann5s1e
Ine
sehr differenzierte Skala der
Reaktionen ergeben,
auf
der
die
pa
nnun
g ablesbar w'd
d'
d .'Er-
f
h"
Ir,
le
aus er
KonfrontatIOn
der
eigenena rung mit eIner
pt
'll E
M"
J
'chk'
d
0
entle en
rfahrungentsteht
Zwei
extr
eme
og-
1
el
t
en
er Rek'
'd
d.
1
dT
extes
I h a
~Ion
sm enkbar:
Entweder
e
rscheint
di
e
We
t
es
asp antastls
ch
'1'
I
'd
r-
, welS
Ie
a len unseren Ge
wohnheit
en
WI
e
Die Appellstruktur der Texte233
spricht,oderaberalsbanal, weil
sie
so
vollkommen . d'
..
D
"'
ch
' mit
lesen
Zusam-
menfallt,amlt ISt mt nur angezeigt
wie
stark u E
f
h', "
nsere
r a rungenbei der ReallSlerungd
es
Textes
Im
Spiele sind
sond
ch
d ß ', , , ern
au
, a
In
diesem Vorgang
Imm
er etw
as
mit unseren Erfahrungen g
ch'
h'b'
ch
d'
es
le
t,
Daraus ergl tSI le erste Einsicht
in den
Status
de
l't
'
ch
ch
'd
'
ch
' s I erans
en
Textes.
Er
unters,
ei
etSIemerseits
Von
anderen Textarten dadurch,daß er weder bestimmte
re~
I
e
Gegenstände expliziert
noch solche
hervorbringt,
und
er unters
ch
eidet
sich
andererseits von
den
realen Erfahrungen
des
Les~rs
da
dur0
, daß er Einstellungen anbietet und Perspektiven eröffnet,m denenemedu
rch
Erfahrung gekannte Welt anders erscheint. So
läßt
s
ich
der literarische Text weder mit den realen
Gegen
ständen der 'Lebens
,we
lt' noch mitden Erfahrungen
des
Lesers
vollkommen verrechnen.Die mangelndeDeckung erzeugt
ein
gewisses
Maß anUnbestimmtheit. Diese allerdingswird der Leser
im
Akt der Lektüre'normalisieren',Auch dafür ließen
sich
schematische
Grenzpunkte aufder Skala sehr differenzierterReaktionen angeben. Unbestimmtheit
läßt
sich
'normalisieren', indemman den Text
so
weit auf
die
realenund
damit
verifizierbaren Gegebenheiten bezieht, daß er nur
noch
als
deren Spiegel erscheint.
In
derWiderspiegelung verlischt dann
seine
literarische
Qualität.
Die Unbestimmtheit kann aber
auch
mit
solchen
Widerständen ausgestattet sein,daß eine Verrechnung mit der realen Welt nicht möglich ist.
Dann
etabliert
sich
die Welt
des
Textes
als
Konkurrenz
zur
bekannten, was nichtohne Rückwirkungen auf
die
bekannte bleiben
kann.
Die reale Welterscheint nur
noch
als
eine Möglichkeit, die
in ihren
Voraussetzungendurchschaubar geworden ist. Un bestimmtheit
läßt
sich jedoch auch imHinblick auf die jeweils individuellen
Erfahrungen
des Lesers'normalisieren'. Er kann einen Text auf die eigenen
Erfahrungen
reduzieren.Du
rch
diese Selbstbestätigungfühlt er sich vielleicht erhoben. Bedingung dafür ist, daß die Normendes eigenen Selbstverständnisses in den Textprojiziert
werd~n,
;wenn
die
von ihm
verfolgte
Absicht realisiert werdensoll,
A~ch
das
1St
No~-
malisierung'
von
Unbestimmtheit, die dann verschwmdet, wenn die
privaten
Normen
des Lesers die Orientierung
im
Text verbürgen.
Es
ist
aber
auch
der
Fall
denkbar,
daß
ein Text
so
massiv den
Vorstellu~-
,I" den d1e gen seiner Leser widerspricht
daß
ReaktIonena
usge
ost wer ,
,
'1
' Kk
vom Zuschlagen des Buches bisz
ur
Bereitschaft emer
re!eXlven
orre-
tur der
eigenen Einstellung reichen können,Dadurch
erfoI~t
e
b
~
n
f
~s
ein
Abbau von Unbestimmth
eit.Sie bildet in jedem
F
all~
dIe.
M~
gh
-keit,
den
Text
an
die eigenenE
rfahrun
gen beziehung
sw
e1se
die
e
l~enden
W
I.
ßG
eh
'h d'es dannverschwm et e
tvorstellungen
anzuschhe en.es
le
t
1,

Activity (3)

You've already reviewed this. Edit your review.
1 thousand reads
1 hundred reads
diadass liked this

You're Reading a Free Preview

Download
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->