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Das Volk Eine Furchtbare Abstraktion Gegenstandpunkt106

Das Volk Eine Furchtbare Abstraktion Gegenstandpunkt106

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09/25/2013

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 - 2 -
 Einleitung
Volk: das ist, folgt man der praktisch verbindlichen Festlegung moderner Gesetzgeber,nichts weiter als die Gesamtheit der Bewohner eines Landes, die eine zuständige
Staatsmacht 
zu
ihren Angehörigen
erklärt. Diese bilden
ungeachtet ihrer natürlichen wie gesellschaftlichenUnterschiede und Gegensätze
ein
 politisches Kollektiv,
indem sie ein und derselbenStaatsgewalt untergeordnet sind. Ihre Verpflichtung auf dieselbe Herrschaft und deren Programmist die
gemeinsame Sache,
für die sie
als Volk 
einstehen.
1. Produkt und Basis von Herrschaft
Die Etablierung eines Gewaltmonopols über ein Territorium und die auf ihm lebendenMenschen erfolgt nicht, um sie zu unterdrücken. Ihre Ernennung zu Untertanen oder Bürgernzielt auf ihre
 Benutzung,
fordert
tätige Anerkennung
der Herrschaft, also Einsatz für derenBelange. Das Interesse an menschlichem Inventar war und ist für keinen Staat mit der Formalitäterledigt, die heutzutage in der Ausstellung eines fälschungssicheren Passes zelebriert wird.Umgekehrt: Als Volk bewähren sich Reichs- und Staatsangehörige dadurch, dass sie ihr gesellschaftliches Leben
ihre Arbeit und ihren Erwerb, die Einteilung ihrer Bedürfnisse,damit ihren Verkehr untereinander 
so einrichten, wie es die öffentliche Gewalt vorsieht.Deren Maßgaben für das Zusammenwirken der Bürgerschaft, die sich allemal um dieMehrung von Reichtum und Macht der Nation drehen, heißen ,Recht und Ordnung’ undorganisieren die Lebensverhältnisse der Landsleute, um aus ihren Leistungen nützlicheDienste für das Programm der Nation zu machen.Diese Dienste stellen sich zuverlässig ein, wenn die in die Pflicht genommenen Massen keinAufhebens davon machen, dass ihnen eine Obrigkeit kraft ihrer Gewalt nicht nur manchenTribut auferlegt und
je nach Konjunkturen „der Geschichte“
ihr Leben und dessen Mittel inBeschlag nimmt; dass die Herrschaft mit ihrer Ordnung auch als Platzanweiser amtiert und mitder Zuteilung von allerlei Rechten und Pflichten die Gesellschaft gründlich sortiert, in Armeund Reiche, Stände und Klassen ... , also über Art und Umfang der Interessen entscheidet, diesich die verschiedenen Abteilungen der Staatsangehörigen herausnehmen können. Dazu bedarf es „nur" der Wahrnehmung all der 
Werke,
die politische Souveräne bei der Gestaltung undBetreuung der regierten Gesellschaft so vollbringen, aus der Perspektive der 
ohnmächtig Betroffenen.
Diese Perspektive ist keineswegs eine Schöpfung moderner Beschwerdeführer,sondern der historisch bewährte Leitfaden für 
die Praxis des Volkes:
In der 
staatlich verfügtenGeschäftsordnung
finden die Untertanen eines Kurfürsten wie die Wähler einer gesetzgebenden Versammlung nicht mehr und nicht weniger vor als
ihre Lebensbedingungen,
mit denen es zurechtzukommen gilt.Die Gewohnheit, die Taten und Einrichtungen der Herrschaft als ,die herrschendenVerhältnisse’ zu nehmen, sich in ihnen abzumühen und ihnen anzupassen, sich mit denMöglichkeiten und Schranken der eigenen sozialen Stellung abzufinden bzw.herumzuschlagen, zeichnet ein
nachhaltig brauchbares Volk 
zu allen Zeiten aus. Damit beschäftigt, mit Interessen fertig zu werden, die den eigenen entgegengesetzt sind und nur allzuoft überlegene Mittel zur Verfügung haben; stets gewärtig, von der maßgeblichen
 
 - 3 -
Ordnungsmacht mit neuen Pflichten und Opfern bedacht zu werden: haust es sich in seiner 
 Abhängigkeit 
von den Entscheidungen der Staatsgewalt ein. Völker gehen davon aus, dasseine übergeordnete Instanz ,Ordnung schafft’; nicht nur, weil sie es gar nicht anders kennen
 angesichts der Schwierigkeiten, die ihnen im Rahmen der jeweiligen Ordnung erwachsen,lernen sie ihre Herren durchaus schätzen. Wo das (Über-)Leben zum Kampf gerät, weil esdauernd mit den Interessen anderer Angehöriger des Gemeinwesens kollidiert, haltenUntertanen jeglicher Art eine überlegene Aufsichtsmacht für 
nützlich.
Die ,Sicherheit’, die daangestrebt wird
dass das eigene Interesse den Rang eines hoheitlich geschützten Rechts genießt
, bildet sich glatt zum
gemeinsamen Bedürfnis
aus, das die unterschiedlichsten sozialenCharaktere
 zum Volk eint.
Im passiven wie aktiven Bezug auf ,ihre’ Herrschaft
abstrahieren
gebeutelte Untertanen wie mündige Bürger von den gegensätzlichen Interessen und Mitteln, mitdenen eine staatliche Regie sie ausstattet, und setzen auf die Segnungen einer machtvollen
 Regie.
Damit ist ein jedes Volk auch bestens gerüstet für die Erfüllung der Spezialaufgabe, die keindurch Herrschaft gestiftetes Gemeinwesen seinen Leuten erspart. Der Bedarf an Reichtum undMacht beschränkt sich
das ist geschichtlich verbürgt
nicht auf die Benützung des einmal inBesitz genommenen Territoriums und der Leistungen seiner Bewohner. Die seitMenschengedenken in Richtung ,Globalisierung’ zielenden Ansprüche von Staaten bringendiese in Konflikte, in denen manchmal gleich, immer aber letztlich die
Gewalt 
entscheidet.Dafür und ebenso für alle unterhalb des
Krieges
anstehenden Auseinandersetzungen pflegendie Staatenlenker ihre Völker heranzuziehen
wen denn auch sonst. Und wo dieStaatsangehörigen die Garantie einer inneren Geschäftsordnung quasi als ein Lebensmittelakzeptieren, für dessen Bereitstellung eine hoheitliche Gewalt zuständig ist, bleiben die fälligenDienste nicht aus. Ein intaktes Willensverhältnis zwischen Herrschaft und Volk wird nicht da-durch erschüttert, dass für die Vorbereitung und Durchführung von Waffengängen
 pure Opfer 
− 
 
ohne den geringsten Schein eines Lohnes
anstehen. Im Gegenteil: Der Zusammenschluss vonFührung und Geführten zum nationalen „Wir“ ist nötig, weil es um die Alternative ,Bestandoder Untergang des Gemeinwesens’ geht. Ein Volk kämpft um sein Überleben, wenn dieHerrschaft ,vitale Interessen’ bedroht sieht.Die
 Identität,
die sich im Umgang mit fremden Staaten und Völkern bewährt, ist ersichtlichdieselbe Abstraktion, die sich ein Volk im zivilen heimatlichen Betrieb genehmigt. Die kleineSteigerung, die im Kriegsfall zu verzeichnen ist, besteht darin, dass dann das Engagement der Bürgerschaft pur dem Erfolg der Herrschaft im Kräftemessen mit ihren Feinden gilt, währendsonst, im zivilen Leben, die Befürwortung der staatlichen Gewalt und das Eintreten für sie stetsunter Berufung auf das besondere Interesse stattfinden, das einem die politischeGeschäftsführung selbst zugestanden hat -
als
Bauer, Arbeiter etc. klagt man Leistungen der Herrschaft ein. Das gilt auch für deren Händel mit dem Ausland, die in friedlicher Konkurrenzabgewickelt werden: Wenn Handelskonflikte auf der Tagesordnung stehen, dann weiß einaufgewecktes Volk 
an diesbezüglicher Aufklärung hat es auch früher nie gefehlt
sich vonden Machenschaften des Auslands durchaus in seinen Eigenschaften als Lohnempfänger,Landwirt oder Handwerker betroffen; freilich mit dem landsmannschaftlichen Adjektivvorneweg. Damit diese Abstraktion, durch die sich Untertanen mit den auswärtigen Interessenihrer Herrschaft gemein machen, deutlich wird und zugleich als ureigenstes Bedürfnis der ‚Basis’ daherkommt, kursieren in allen Ländern Lob und Preis der eigenen Identität, die vomAusland und den Ausländern bedroht ist. Was es da so zu bewahren und bis in die Tage der ,Globalisierung’ zu verteidigen gilt, reicht von der Lebensart und dem traditionellen Brauchtum

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