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Rudolf Aschenauer, Zur Frage Einer Revision Der Kriegsverbrecherprozesse

Rudolf Aschenauer, Zur Frage Einer Revision Der Kriegsverbrecherprozesse

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ZUR FRAGEEINER REVISIONDER KRIEGSVERBRECHER-PROZESSE
von
RUDOLF ASCHENAUER
Rechtsanwalt
Nürnberg1. September 1949
 
 2
 
Inhalt
Vorbemerkungen
Teil I.
 Allgemeine Würdigung der Rechtsgrundlagen und Verfahrensmethoden der Kriegsver-brecherprozesse
 1) Nürnberg2) Dachau
 
Teil II.
Zur Forderung einer Überprüfung der in den Kriegsverbrecherprozessen gefällten Urteile
 1) Versagung der zweiten Instanz2) Habeas Corpus3) Untersuchungsausschüsse des amerika-nischen Senats4) Gnadenweg
 Schlußbemerkungen
 
 
 3
Vorbemerkungen
„Der Mangel an Berufungsmöglichkeitenfür die Angeklagten gibt mir das Gefühl,daß die Gerechtigkeit nicht genügend be-achtet worden ist.“ Mit diesen Worten kenn-zeichnete der amerikanische Richter Wenner-strum, der Präsident des Nürnberger Militär-gerichtshofes V im Prozeß gegen die Südost-generale, einen Mangel der Kriegsverbrecher-prozesse, der von vielen in gleicher Weiseempfunden wird, die unmittelbar an ihnenbeteiligt waren oder die sich als Außen-stehende mit ihnen beschäftigen.Das Fehlen einer echten Berufungsmög-lichkeit, der Gewähr also, bestimmte mate-riell-rechtliche und prozessuale Streitfragen,Unzulänglichkeiten, Verstöße, die entschei-dend auf die Urteilsfindung eingewirkt ha-ben, einer unparteiischen Instanz zur Nach-prüfung vortragen zu können, hinterläßtnach Abschluß der Kriegsverbrecherprozesseden Eindruck einer ungenügenden rechtlichenund tatsächlichen Würdigung der außeror-dentlich schwerwiegenden Vorwürfe, die Ge-genstand dieser Verfahren waren.Es soll daher im Teil I dieser Schrift un-ternommen werden, einige wesentliche Ge-sichtspunkte zusammenzustellen, die das Be-dürfnis nach einer solchen unparteiischenNachprüfung sämtlicher Verfahren begrün-den, in denen amerikanische MilitärgerichteDeutsche als Kriegsverbrecher verurteilthaben. Die Fülle des Materials sowie diesehr mannigfaltigen Verschiedenheiten dereinzelnen Verfahrenskomplexe, die Unter-schiedlichkeit ferner der Rechtsgrundlagenund Verfahrensregeln erfordern erstens einegetrennte Behandlung der beiden großenGruppen der Nürnberger und Dachauer Fälleund zweitens eine Beschränkung der Dar-stellung auf im wesentlichen allen Verfahrengemeinsame Angriffspunkte. Jeder Einzelfallliegt anders. Aber es gibt nur wenige Ein-zelfälle, in denen anerkannte Rechts- undVerfahrensgrundsätze nicht als verletzt an-gesehen werden müssen.Es kann nicht Aufgabe dieser Darstellung sein,die zahlreichen Plädoyers der Verteidigung umein neues zu vermehren. Es liegt dem Verfasserauch nicht daran, seine eigene Meinung überSinn und Zweck der Kriegsverbrecherprozessedarzulegen. Ihm kommt es vielmehr nur dar-auf an, in grundsätzlicher Beziehung aneinigen bedeutsamen Stimmen des Auslandesoder an Argumenten der Nürnberger Richterselbst die umstrittene und durchaus unge-klärte rechtliche Problematik der Prozesse zuverdeutlichen, in der Hauptsache aber Tat-sachen zu referieren, die nicht bestrittenwerden können.Im Teil II schließlich sollen die Schwie-rigkeiten, die einer unparteiischen Nachprü-fung der Kriegsverbrecherprozesse bisherentgegenstanden, gleichzeitig aber auch An-satzpunkte aufgezeigt werden, von denenaus eine gerechtere Behandlung der zahl-reichen offenen Fragen sich doch noch er-reichen ließe.Insgesamt soll mit diesen Darlegungen eingewisses Fazit hinsichtlich der Punkte ge-zogen werden, die, wenn sie ungeklärt undin ihrer gegen das wirkliche Recht gerich-teten Wirkung aufrechterhalten blieben,verhindern könnten, daß sich an die Durch-führung der Kriegsverbrecherprozesse wirk-lich dauerhaft die Vorstellung knüpft, daß,wie es General Clay einmal ausdrückte, „dieKriegsverbrecher-Tribunale im Interesseeiner höheren Gerechtigkeit und in der Hoff-nung errichtet wurden, die Welt werde ihrenBeitrag zum Frieden anerkennen“.

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