Nr. 183, 02. KW, 09.01.2009, Seite 2 von 20
2009 - Der Blick in die Glaskugel ist vernebelt
Werner Rohmert, Herausgeber "Der Immobilienbrief",Immobilienspezialist "Der Platow Brief"
Für uns ist Historisches geschehen. Zum ersten Mal wurden wir für Optimismus ge-scholten. Meist werden wir für unsere fehlende Bereitschaft, auf jeder Welle zuschwimmen, abgemahnt und erleiden die Tragik des Realisten: Hat er Recht ist esnicht gut, hat er Unrecht, kann er sich auch nicht freuen. Macht man einmal eine Po-sitiv-Prognose mit religiösen Zügen, trifft es auch noch doppelt. Geht es schief, freutes niemanden, kostet uns selber Geld und daneben lagen wir auch noch. Zumindestmit Freude, in den honorigen Kreis der Falsch-Prognostiker aufgenommen zu wer-den, fanden wir unsere volkswirtschaftliche Positivprognose des letzten Jahres in der
Immobilien Zeitung
moniert.Natürlich blicken wir kurz zurück auf den Zusammenhang. Aber das kann keine Ent-schuldigung sein. In unserer Entscheidung, welche Richtung die Wirtschaft einschla-gen würde lagen wir im Ergebnis falsch. Trotzdem wurden Sie als Leser nicht falschgeleitet. Seit 3 Jahren schleppen wir ein Crash-Szenario in unseren Ausblicken mit.Letztes Jahr setzten wir als Prämisse unserer Prognose: „
Anders als sonst sehen wir zwei eher getrennte Entwicklungslinien. Wir gehen davon aus, dass die Finanzkrise nicht zu einer Weltwirtschaftskrise wird. Dann geht es besser als
Prognosen im Ver- unsicherungsrausch
aufzeigen. Oder es geht mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 bis 10% richtig schief.“ „… bislang ist eine mögliche
Kette aus Subprime- Verunsicherung, fehlende Realisierbarkeit von Sicherheiten
durch Tranchierung und Verbriefung … und ein
Platzen der Kreditkartenblase
durch eine Überreizung des Systems durch die zinsbedingte breite Konsumentenkrise noch nicht berücksich- tigt.“ „…
Ein solches Szenario mit Wahrscheinlichkeiten zu versehen und durch Erwartungswerte die Gesamt-Prognose zu verwässern ist jedoch unsinnig.“
Im
Immobilien Jahrbuch
formulierten wir im Januar mit etwas mehr Platz:
„ … gibt es ein realistisches und logisches Stör-Szenario mit einer Art globalem „Domino Day“,bei dem die weltwirtschaftlichen Dominostein-Felder ausgehend von den USA mit einer Verzweigung nach Asien und Europa der Reihe nach fallen. Dieses globale Kri- sen-Drehbuch ist nicht mit Wahrscheinlichkeiten oder Vergangenheitserfahrungen zu fassen.“
Soweit ich das überblicken kann, waren wir wohl die einzigen, die mit demSchwerpunkt Immobilien ein Crash-Szenario immer „mitzogen“.Mit gefalteten Händen und Blick auf die Fundamentaldaten der deutschen Wirtschaftschlugen wir uns auf die Seite der Optimisten und haben uns
„deshalb mit 2,25%bis 2,5 %
(Wachstum)
des BIP“ uns an die Spitze der Prognostiker gelegt.
Schiefgegangen!
Unser Immobilien-Fazit des vergangenen Jahres können wir aber 1:1 indie neue Prognose übernehmen. Wir können uns auch damit trösten, dass wir uns inbester Gesellschaft professioneller Auguren und sogar der Wahrsager-Zunft befin-den. Nicht ein einziger Wahrsager, die ja sonst den unsinnigsten Möglichkeitsrahmenausschöpfen, wurde von seinen übersinnlichen Kräfte so beseelt, dass er die aktuelleFinanzkrise vorhergesehen hätte.Mit der aktuellen Devise „Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit“ arbeiten wir an unserem Wirtschafts- und Immobilienausblick für das laufende Jahr. Vielleicht wis-sen wir in zwei Wochen mehr. Andererseits hat es gut getan, mal nicht täglich vonder
FTD
mit den maximalen Möglichkeiten des Katastrophen-Drehbuchs vertraut ge-macht zu werden. Und im Moment lenkt die FTD mit dem aufmunternden Hinweis„EU fürchtet Gaskollaps“ ein wenig von den wirtschaftlichen Problemen ab. Gleichzei-tig betet das
Handelsblatt:
„Banken kehren zurück an den Markt“.Mit unseren Immobilienvorhersagen lagen wir nicht falsch. Die angekündigten Preis-korrekturen bei sportlichen Käufen sind da, auch wenn erst wenige Umsätze stattfan-den. Einen breiten Preiseinbruch hat es bei Wohnen und Gewerbe bei „normalen“,nutzerorientierten Immobilien nicht gegeben. Der Wegfall der internationalen Invest-menteuphorie, die für uns sowieso nie nachvollziehbar war, hat zu sinkenden Multipli-katoren Richtung eines von früher bekannten Wertes geführt. Die Vermietungsmärktehaben sich bis zum Jahresschluss gut gehalten. Geld ist genügend im Investment-markt, aber es wartet.Das ändert aber nichts daran, dass wir uns den Jahresauslauf anders vorgestellt ha-ben. Das Zahlenwerk liegt im Plan, aber die Richtungspfeile zeigen krasser nach un-
Hamburg:
Christiane Pie-per
(46) ist neue Pressespre-cherin und Leiterin Unter-nehmenskommunikation bei
Hesse Newman Capital
.Pieper arbeitet zuvor u.a. beider
HGA
.
Düsseldorf:
Joachim Ochs
(44) übernimmt die Leitungder Unternehmenskommuni-kation bei
Ideenkapital
undverantwortet als Nachfolgervon
Klaus Spanke
auch diePresse- und Öffentlichkeits-arbeit.
Hamburg:
Alexander Otto
,Vorsitzender der Geschäfts-führung der
ECE
Projektma-nagement, übernimmt denVorsitz von
ULI Europe
.Seinen Vorsitz beim
ULIGermany
übergibt Otto an
Bernhard H. Hansen,
Vor-sitzender der Geschäftsfüh-rung von
Vivico
.
Hamburg:
Immo von Ho-meyer,
Ansprechpartner fürPressearbeit, hat die
HSHNordbank
zum Jahresendeauf eigenen Wunsch verlas-sen.
Katrin Elf
übernimmtseine Aufgaben.
Frankfurt:
Morgan-Stanley
-Immobilienchef
John Carrafiell
verlässt auf eigenen Wunsch das Unter-nehmen,
Sonny Kalsi
wirdalleiniger Global Head of Real Estate. Carrafiell ver-bleibt in den Aufsichtsgre-mien von
Multi
und
Dic Asset
.
Frankfurt:
Geschäftsführer
Peter Eder
(52) hat
JonesLang LaSalle
zum 31. De-zember 2008 auf eigenenWunsch verlassen um sichberuflich neu zu orientieren.
Personalien
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