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 Nr. 180, 48. KW, 28.11.2008, Seite 1 von 26 
 Inhaltsverzeichnis
 
Editorial (Rohmert)
1
Einzelhandelsimmobilienvor besonderen Unsicher-heiten (Rohmert)
2
IVG: EK platziert; Börsen-vertrauen im Keller (WR)
4
Mapic 2009: Dunklen Wol-ken rücken näher
7
Deka: Investmentmärkte2009 in Korrekturphase
9
„Ruhrinvest I“: Das Ruhr-gebiet zieht Bilanz (Escher)
16
IZ: Gehälter geerdet; Ein-steiger müssen sparen
17
UBS bei offenen FondsKlassenprimus
17
Kleine haben es schwer
18
Großprojekt HafenCity
24
Gute Perspektiven für Ost-seeküste (Götza)
25
Orco: Gute Stimmung trotzKrise (Pisacane)
18
ZIA fordert immobilien-freundliche Bedingungen
20
Frankfurt will Wohnungs-politik ändern (CW)
22
HSBC: Luxemburger Im-mobilien mit Topsicherheit
21
Hamburger Büromarkt vonKrise unbeeinflusst
20
Schweizer Wohnmarkt
23
Norman Foster gewinntHochhaus-Preis (CW)
23
Wohnungsunternehmen für2009 pessimistisch
22
DFH kauft Core-Immobiliein Stuttgart
21
Spanien: Bankenlandschaftohne Krise (Nern)
13
Impressum
26
wer hat eigentlich die Verbriefung von Krediten erfunden? Die Amerikaner zur Finan-zierung ihres Immobilienwunders? Weit daneben! Pfandbriefe haben in Deutschlandihren Ursprung im Jahr 1769 in einer "Cabinets-Ordre"
Friedrichs des Großen.
Siedienten der Beschaffung günstigen landwirtschaftlichen Grundkredits.
Bis heute istaußerhalb der Kriegswirren kein Pfandbrief je notleidend geworden.
Auch eine
Depfa/HRE
-Pleite hätte die Pfandbriefgläubiger nicht getroffen. Es ist aber immer wie-der schön, von den Angelsachsen zu lernen, wie man eine Maschine, die 240 Jahrereibungslos funktioniert hat, durch Tuning zur Explosion bringt. Der nächste frisierteKreditmotor, der bei uns in die Luft geht, ist der non recourse Kredit, für den es ver-nünftigerweise noch nicht einmal einen deutschen Begriff gibt.Wohl keiner von uns hat je einen vergleichbaren gleichzeitigen Absturz der Volkswirt-schaften erlebt. Dabei ist die Krise noch nicht einmal beim Verbraucher angekommen.Der freut sich eher über günstigere Energiekosten. Damit ist der Krisen-Tsunami janoch gar nicht da. Wir sehen gerade erst, wie er sich aufbaut und klammern unsschon vorsorglich an einem Baum fest, weil wir nicht weglaufen können. Gleichzeitigschauen wir ein paar politischen Spielern zu, die in Zeitlupe mit Eimerchen undSchäufelchen versuchen, am Strand Dämme zu bauen. Bei unseren theoretischenCrash-Szenarios in unseren Forecasts hat die Realität inzwischen den Möglichkeits-rahmen gesprengt. Unseren Januar- und Jahresmitte-Optimismus können Sie in derPfeife rauchen. Aus unserem Worst-Worst Case Szenario fehlen nur noch der Zusam-menbruch des Kreditkartensystems und der endgültige Bruch der Sicherungskettezwischen Hypothek und mehrfach strukturierte Verbriefung.Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast schmunzeln.
Es gibt inzwischenMarktteilnehmer, die ihrer Bank mitteilen können, die Wahrscheinlichkeit einereigenen Insolvenz sei geringer als die der Bank.
Rechtsabteilungen der Bankenbeschäftigen sich inzwischen mit völlig neuen und vor wenigen Wochen noch abstruserscheinenden Fragestellungen zur Absicherung der Kunden. Was geschieht bei einerBankpleite mit der Eigenkapitalunterlegung von Krediten durch Abtretung von Depotsoder Guthaben? Wie ist zu verhindern, dass bei einer Bankpleite die Guthaben nichtin der Konkursmasse verschwinden, während der Kredit in vollem Umfang bestehenbleibt? Wie sieht denn eigentlich die Haftung von Treuhändern und Notaren aus, wennsie Guthaben von leicht Hunderten von Millionen Euro bei der falschen Bank unterhal-ten? Streuung hilft da auch nicht, denn der spezifische Kaufpreis einer Immobilie istbei
einer
Bank angelegt.
Paradox:
Manche Banken haben neuerdings den eigenkapitalstarken Investor alsMelkkuh im Visier. Bei Zinsanpassungen lässt sich gerade bei guten Kunden eine sat-te Risikoprämie durchsetzen; denn die gehen daran nicht pleite und können auchnicht leicht wechseln, da die Banken ja oft mit anderen noch gebundenen Tranchenvorne im Grundbuch stehen. In schwierigen Zeiten muss man eben kreativ sein.
Stefan Schörghuber,
Chef des bekannten Brauerei-, Bau-, Hotel- und Immobilienim-periums starb mit 47 Jahren. Wahrscheinlich sitzen jetzt bereits die Banken in Sonder-sitzungen zusammen, um über ihre Risikoposition nachzudenken und sie zu verbes-sern. Aus Trauer kann dann Wut werden.Die heutige Ausgabe wurde möglich durch unsere Partner
CatellaReal Estate AG
,
DEGI GmbH, Deka Immobilien Investment, Fair-vesta, Garbe Group, Ideenkapital AG, RA Klumpe Schroeder &Partner, UBS Real Estate KAG
sowie den Partnern von der
"DerFondsbrief"
.
Nr.: 180
48. KW / 28.11.2008Kostenlos per E-Mail
ISSN 1860-6369
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
Werner Rohmert, Herausgeber
 
 Nr. 180, 48. KW, 28.11.2008, Seite 2 von 26 
Einzelhandelsimmobilien vor besonderen Unsicherheiten 
Werner Rohmert, Herausgeber „Der Immobilienbrief“Immobilienspezialist „Der Platow Brief“
Während in den Toplagen lt.
CBRE
die Mieten bis heute steigen, erwartet für 2009
King Sturge,
dass die Einzelhandelsmieten in vielen westeuropäischen Märktenspürbar nachgeben werden. Besonders die großen fünf Wirtschaftsnationen Deutsch-land, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien werden lt. King Sturge betroffensein. Die Prognose fällt jedoch nicht für alle Länder des europäischen Kontinents ne-gativ aus. In den aufstrebenden mittel- und osteuropäi-schen Ländern Bulgarien, Tschechien, Polen, Rumänien,Slowenien und Slowakei wird ein positives Wirtschafts-wachstum vorausgesagt. Die wachsende Kaufkraft undder Nachholbedarf an Einzelhandelsflächen sollten denMarkt stärken. Die Mieten in den Top-Lagen von Städtenwie Bukarest, Prag und Warschau würden um bis zu 10%steigen. Aus unserer Sicht sind hier aber die aktuellenAuswirkungen der Krise mit besonders harten Wachs-tumsbremsen in diesen Ländern noch nicht eingepreist.King Sturge stuft in seiner auf der
Mapic
vorgestelltenStudie
European Retail Property Market 2009
den
Ein-zelhandelssektor derzeit als unsichersten Sektor imGewerbeimmobilienmarkt ein.
Es müsse jedoch zwi-schen den Investmentmärkten und Mietmärkten unter-schieden werden. Mietmärkte würden sich generell alsrobust erweisen. Allerdings müssen alle Aussagen länder-und städtespezifisch unter die Lupe genommen werden.Insbesondere in Deutschland sind deutliche regionaleUnterschiede zu erkennen. Im Süden Deutschlands wer-den Steigerungen bei den Einzelhandelsumsätzen vonrund 36% in den nächsten 10 Jahren, in vielen ostdeut-schen Städten wie Chemnitz und Leipzig von weniger als10% vorhergesagt. Auch die Objektpreise geraten unterDruck, in Einzelfällen fallen sie um bis zu 30%.Nicht ganz mit den Recherchen von King Sturge „untereinen Hut“ zu bringen, ist das Ergebnis des aktuell auf derEinzelhandelsmesse Mapic vorgestellten
Global RetailRents-Berichts
von
CB Richard Ellis
(CBRE). International tätige Einzelhändlerwerden sich
als Reaktion auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage bei Expansi-onen verstärkt auf die weltweit führenden Retail-Destinationen konzentrieren.
Der Abstand zu den Locations der zweiten Kategorie wird größer. Unter den Top 25-Metropolen befinden sich jedoch auch viele der führenden Shopping-Ziele der Welt.Neben Miami, Hong Kong und New York sind auch Shanghai, London, Singapur undLos Angeles vertreten, Berlin ist die einzige deutsche Stadt in dieser Auflistung.Der teuerste Einzelhandelsstandort weltweit bleibt allerdings lt.
CB Richard Ellis
 auch weiterhin New York. 16 817 Euro pro qm müssen Einzelhändler dort ausgeben.Die Mietkosten liegen in New York um 75% über denen des zweitplatzierten Standor-tes Hong Kong. Auf den weiteren Rängen folgen Moskau, London, Tokio, Paris undSydney. München ist mit Platz 15 die teuerste Stadt in Deutschland. Die Region E-MEA dominiert weiterhin die Liste der teuersten Handelsstandorte, auch wenn dieRegion nicht die beiden Spitzenreiter stellt. Von den Top 50 Retail-Standorten welt-weit befinden sich 33 in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. 15 Einzelhandels-standorte, mit den am stärksten gestiegenen Mietpreisen, liegen ebenfalls in dieserRegion, darunter Tel Aviv, Porto und Abu Dhabi.
Hamburg:
 
BernhardBlohm
verabschiedet sich alsKommunikations-Chef der 
HSH Nordbank
und wirdmit Beginn des neuen Jahresals selbständiger Berater ar- beiten.
Dirk Jens Nonnen-macher
(45) wird zum Vor-standsvorsitzenden bestellt.
Hamburg:
 
Gabriele Volz
 (40) wird zum Januar 2009 indie Geschäftsführung der 
Wealth Management Capi-tal Holding
 berufen. Sieübernimmt die Verantwor-tung für die Bereiche Ver-trieb und Marketing von
Hans-Georg Acker
, der auf eigenen Wunsch aus demUnternehmen ausscheidet.
Berlin:
 
Dirk Hoffmann
(39)übernimmt ab März 2009 diePosition des COO bei
Immo-bilienScout24
und wird alsMitglied der Geschäftsfüh-rung die Bereiche IT, Finan-zen und Personal des Immo- bilienportals verantworten.
Frankfurt: Scott Dwyer(44)
wurde zum Geschäfts-führer 
ING Real Estate
für Deutschland, Polen, Tsche-chien und Rumänien ernannt.Dwyer war zuvor bei
Uni-bail-Rodamco
tätig.
Düsseldorf:
 
Heiko Beck
,Vorstandsmitglied der 
Com-merz Real
, wird in diesemJahr in das KonzernsegmentPrivat- und Geschäftskundender 
Commerzbank
wechselnund übernimmt die Leitungdes im Zuge der Integrationder 
Dresdner Bank
neu ent-stehenden Bereichs Produkt-management.
 Personalien
 
Redaktionssitz „Haus Aussel“
RankStadtVeränd.
1Tel Aviv33.3%2Porto33.3%3Abu Dhabi25.3%4Valencia25.3%5Lyon16.7%6Bucharest16.7%7Guangzhou16.3%8Miami13.8%9Shanghai12.9%10Hong Kong11.1%11New York10.0%12Montreal9.4%13Philadelphia8.3%14Amsterdam8.0%15London7.1%16Berlin6.8%17Brussels6.7%18Oslo6.7%19Zagreb6.3%20Prague5.8%21Athens5.5%22Singapore5.2%23Los Angeles4.4%24Washington3.7%25Utrecht2.9%Quelle: CBRE
Anstieg der Mietpreise(innerh. 6 Mon.)
 
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