Nr. 179, 46. KW, 14.11.2008, Seite 1 von 24
Inhaltsverzeichnis
Editorial (Rohmert)
1
(Fauler) Kompromiss beiErbschaftssteuerreform
2
Trotz Stimmungsabsturzbleiben Immobilien solidesInvestment (Rohmert)
4
Domino-Day bei offenenImmobilienfonds (WR)
5
Colliers - Frankfurt: Büro-vermietung im Schatten derKrise (Eberhard)
7
Platowforum: SchwierigeZeiten bei guten Chancen
9
NEU: Die Elite der ge-schlossenen Fonds
10
Australien: Gerät Downun-der in den Sog der Krise?
13
Deutsche Hypo: Gute Per-spektiven für Südosteuropa
14
Impressum
28
Inflation und Immobilien:Betongeldargument nichtüberstrapazieren (CR)
17
Zukunftstrend Immobilien:Es wird alles wieder gut
18
Berliner Mietpreise steigen:Preisgefüge in Ost undWest driftet auseinander
22
HSH: WohnungsmarktDeutschland 2008
19
In der Krise kommt es auf den Partner an
18
Impressum
24
DAM präsentiert „NewUrbanity“ (CW)
21
München unter den Top5der Einzelhandelsmieten
20
Bankenmetropolen:Highflyer fallen tief
8
Wolfgang Tiefensee
hat seinen ersten Gedächtnis-Verlust zumindest überlebt. Scha-de, dass der erfolgreiche Leipziger OB als Personifizierung des „Peter-Prinzip“ Ge-schichte schreibt. Interessant ist aber, wie der Leipziger Volksmund möglichen man-gelnden Tiefgang des Ministers
Tief
en
see
verarbeitet hat:
„Minister Pfütze“.
Apropos Peter-Prinzip:
Laurence J. Peter
hat erklärt, warum wichtige Schaltstellenin Politik und Unternehmen mit Unfähigkeit besetzt sein müssen. Jeder fähige Mitar-beiter wird solange befördert, bis er erstmalig die Stufe seiner Unfähigkeit erreicht hat.Dann fällt zwar die nächste Beförderung aus, aber eine Rückstufung ist auch seltenmöglich. Das führt automatisch zu der Besetzung von wichtigen Positionen
mit intel-lektuellen Sollbruchstellen.
Nicht jeder gute Vertriebsmann, Wohnungsbauer oderBörsenstory-Erzähler ist auch ein guter Manager.
Das Peter Prinzip hat aber auchTröstliches;
denn schon
Johann Christoph Friedrich von Schiller
stellte fest:
„Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens“.
Das, lieber Leser, erklärtdie Chancenlosigkeit
unseres eigenen Karrierestrebens. Im morgendlichen Spiegeltröstete mich immer das
inverse Peter-Prinzip,
„Rohmert‘s 1. Management-Gesetz“:
„Gerade die Besten werden nie bis zur Stufe ihrer Fähigkeit befördert.“
Das Peter-Prinzip führt uns nahtlos zum
Thema Immobilienaktien.
Meine Börsenkol-legen von Platow sprachen mich an, sie hätten aus Insiderkreisen gehört, dass dreiImmo AG‘s schon in den nächsten 6 Monaten in einen finalen Lebensabschnitt wech-seln würden. Das glaube ich nicht. Zwar werden die kommenden Quartalsberichteauch gedanklichen Spätzüglern klarmachen, dass AG und Reit die
ungeschicktestenRechtsformen zum Halten von Beständen
sind, jedoch sieht unser Zeitplan Ausfälleerst ab 2010/11 vor.
Die Bewertungsproblematik ist der K.o.-Faktor.
Das unvermeidliche Final-Szenario, das Beobachter aus den zyklischen Kurszettelver-kürzungen kennen, beginnt mit der Rücknahme der „Hochbewertungen“. Das beschertschon satte Bilanzverluste aber noch ohne Liquiditätswirkung. Das Unternehmen wirdaber schon aus dem Kapitalmarkt geschossen. Danach rächt sich dann engagierteEinkaufs- und Expansionspolitik mit weiteren Abschlägen. Dafür werden WP‘s in den2009er Bilanzen sorgen. Die herausragenden Schwachmaten der Szene haben diehistorisch niedrigen Zinsen nur genutzt, um Deals anfänglich rechenbar zu machenund sich lediglich auf 2 bis 3 Jahre finanziert. Die Bombe tickt. Gleichzeitig sorgt derunvermeidliche Wirtschafts-Zyklus nächstes Jahr für Mieterausfälle, Nachvermie-tungsschwierigkeiten und weiteren Abwertungsbedarf durch fallende Marktmieten undMultiplikatoren. Spätestens dann gibt es keine Kredite mehr. Banken verlangen stattdessen Zusatzsicherheiten. Dann dreht sich auch die Liquiditäts-Spirale schon zügig.Klassische Sanierungsmaßnahmen verschleppen den Krankheitsverlauf bis zu einemEnde in 2011 bis 2013. Beschleunigend könnten natürlich jetzt Finanz- und Weltwirt-schaftskrise und natürlich Charakter- und Managementschwächen wirken. Merke:
Charakterzüge, die groß machten, sorgen auch für den Absturz.
Wenn es aber schon in den nächsten 6 Monaten zu Ausfällen kommt, ist sicherlichherausragender betriebswirtschaftlicher Unverstand hinzugekommen. Und leider hatdie Gerüchteküche noch nicht einmal vor den größten Namen Respekt. Denn wenneine Immo AG gleichzeitig auf einen lang anhaltenden Boom der Immobilie
und
denErfolg des Reit gesetzt hat, hat sie natürlich den kränksten Gäulendes Gnadenhofes die Sporen gegeben.Die heutige Ausgabe wurde möglich durch unsere Partner
CatellaReal Estate AG
,
DEGI GmbH, Deka Immobilien Investment, Fair-vesta, Garbe Group, Ideenkapital AG, RA Klumpe Schroeder &Partner, UBS Real Estate KAG
sowie den Partnern von der
"DerFondsbrief"
.
Nr.: 179
46. KW / 14.11.2008Kostenlos per E-Mail
ISSN 1860-6369
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