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Spiegel: Der Brandstifter- Effekt

Spiegel: Der Brandstifter- Effekt

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Ein Geheimpapier des BKA zeichnet ein desaströses Bild der Nachrichtendienste: Haben die vielen V-Leute die rechtsextreme Szene erst stark gemacht?
Ein Geheimpapier des BKA zeichnet ein desaströses Bild der Nachrichtendienste: Haben die vielen V-Leute die rechtsextreme Szene erst stark gemacht?

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12/04/2012

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E
in Mittwoch im Frühsommer 2012,die Terrasse eines chinesischen Re-staurants in der Nürnberger Innen-stadt. Am Tisch sitzt Kai D., einst einerder umtriebigsten Aktivisten der deut-schen Neonazi-Szene. Bei geröstetemWeizentee – der Spezialität des Hauses –beantwortet der 48-Jährige bereitwilligFragen zu seiner Vergangenheit im rech-ten Milieu.Der Ex-Nazi mit Berliner Akzent par-liert entspannt über seine Zeit an der Spit-ze der „Gesinnungsgemeinschaft der Neu-en Front“ und des braunen Datenver-bunds „Thule-Netz“, den er maßgeblichmit aufgebaut hat. Er schildert seine Rolleals einer der Organisatoren der Rudolf-Heß-Gedenkmärsche. Er erzählt vom läs-tigen Fahndungsdruck durch die Polizei,von all den Vernehmungen und Razzien.Und, ja, auch die Leute vom „ThüringerHeimatschutz“ – in dem sich die späterenTerroristen des „NationalsozialistischenUntergrunds“ (NSU) radikalisierten –habe er gekannt. Die hätten doch immerdiesen Stammtisch veranstaltet, drübenin Thüringen; in einem Telefonverzeichnisvon Uwe Mundlos fand sich D.s Nummer.Nur bei einem Thema wird Kai D.schmallippig. Nein, sagt er vehement, ersei „zu keiner Zeit, nicht mal ansatzwei-se“, ein V-Mann des Verfassungsschutzesgewesen. Wer anderes behaupte, der lüge.Mit der Wahrheit nimmt es D. offen-kundig bis heute nicht so genau. Als Re-aktion auf die Recherchen des SPIEGELräumte der bayerische Innenminister Joa-chim Herrmann (CSU) gegenüber Land-tagsabgeordneten des Freistaats mittler-weile ein, dass D. zwischen Ende 1987und 1998 für den bayerischen Verfassungs-schutz im Einsatz war. Kai D. war einTop-Informant, und er war einer derDrahtzieher im braunen Netz.Fast auf den Tag genau ein Jahr ist esher, dass die Rechtsterroristen vom NSUaufflogen. Am 4. November 2011 fandenPolizisten Uwe Mundlos und Uwe Böhn-hardt leblos in einem Wohnmobil in Ei-senach. Vier Untersuchungsausschüssesezieren derzeit die Arbeit der Sicher-heitsbehörden, vier Amtsleiter sind be-reits zurückgetreten. Das Versagen desStaates bei der Bekämpfung der Rechts-terroristen hat die Verfassungsschutzbe-hörden in die tiefste Krise seit ihrer Grün-dung gestürzt.Mehr als 100000 Seiten vertraulicherAkten liegen den Ausschüssen vor. Und je mehr Geheimnisse ans Licht kommen,umso deutlicher wird, wie weitgehenddie Nachrichtendienste die rechtsextremeSzene unterwandert hatten. Das Neonazi-Trio war umstellt von V-Leuten des Ver-fassungsschutzes, Kai D. war nur einervon vielen. Doch die Behörden hattentrotzdem keine Ahnung, was sich im brau-nen Untergrund zusammenbraute. DasV-Mann-System hatte versagt.
Zu den großen Fragen, die jetzt im Raumstehen, gehört jene, ob der Verfassungs-schutz mit seinen Arbeitsmethoden geeignetist, die Verfassung zu schützen –oder obdas Prinzip Geheimdienst das Erstarken desmilitanten rechten Milieus sogar begünstigthat. „Es kann nicht sein, dass V-Leute ein-gesetzt werden, die dem Gemeinwesenmehr schaden als nutzen“, sagt der Parla-mentarische Geschäftsführer der SPD-Bun-destagsfraktion, Thomas Oppermann.
Schon einmal, beim gescheiterten NPD-Verbotsverfahren 2003, hat die intensiveVerflechtung von Sicherheitsbehördenund rechter Szene zu einem politischenFiasko geführt. Das Bundesverfassungs-gericht lehnte das Verbot der NPD ab,weil es so aussah, als ob der Staat dieRechtsextremen womöglich über seine V-Leute steuerte.Die Diskussion wird nun durch ein bis-lang unbekanntes Thesenpapier befeuert,es stammt aus dem Jahr 1997 und kommtvon berufener Stelle, aus dem Bundeskri-minalamt (BKA). Die Polizisten erhobenschon damals schwere Vorwürfe gegen dieKollegen der Geheimdienste, ein knappesJahr bevor das Jenaer Trio in den Unter-grund ging. In dem erst jetzt aufgetauch-ten, bis heute als „geheim“ eingestuften„Positionspapier“ stellte das BKA zehnThesen auf, die an das Bundesamt für Ver-fassungsschutz (BfV) adressiert waren.Kern der Aussagen: Die Spitzel wirktenals Brandstifter und schaukelten sich ge-genseitig hoch. Der Geheimdienst be-kämpfe die Neonazis nicht entschieden,sondern er schütze sie. Die V-Leute seienso, wie der Dienst sie einsetze, kein Teilder Lösung, sondern ein Teil des Pro-blems.Das Geheimpapier, das dem SPIEGELvorliegt, ist ein Brandbrief –und zugleicheine Anklageschrift gegen die Kollegenvom Verfassungsschutz. Haben die Ge-heimdienste, berauscht von ihren exklu-siven Zugängen, ihre schützende Handüber Teile der Szene gehalten? Tragensie eine indirekte Mitschuld am Erstarkenmilitanter Neonazi-Strukturen in denneunziger Jahren, aus denen das Trio alsbrutalste und militanteste aller Kleingrup-pen hervorging?Das BKA-Papier entstand in einer Zeit,als die rechtsextreme Szene nach der Wie-dervereinigung nur so vor Kraft strotzte.Auf die Pogrome in Hoyerswerda undRostock waren tödliche Brandanschlägein Mölln und Solingen gefolgt, regelmäßigmarschierten Hunderte kahlrasierter Neo-nazis im August anlässlich des Todestagsdes Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß auf.Im Osten Deutschlands entwickelten sich
Deutschland
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INNERE SICHERHEIT
Der Brandstifter-Effekt
Ein Geheimpapier des BKA zeichnet ein desaströsesBild der Nachrichtendienste: Haben die vielenV-Leute die rechtsextreme Szene erst stark gemacht?
Neonazi-Demonstration in Worms 1996:
Die Spitzel 
 
ganze Landstriche zur No-go-Area fürAusländer. Mundlos, Böhnhardt undZschäpe wuchsen mit dem Selbstbewusst-sein einer politischen Bewegung heran,die bis dahin ungeahnte Erfolge verzeich-nen konnte.Das BKA verstärkte die Ermittlungen,die Kriminalisten versuchten herauszu-finden, wer für welche Straftaten verant-wortlich war. Die Verfassungsschützer da-gegen infiltrierten die Szene. Sie wolltendie Strukturen verstehen: wer die Draht-zieher waren, wer führte, wer folgte.Mitte der neunziger Jahre hatten dieNachrichtendienste eine Vielzahl vonQuellen im Milieu rekrutieren können.Und die konspirative Kooperation mitdem eigentlich verhassten „BRD-System“erwies sich für manchen Aktivisten alssegensreich. Schließlich hatten die Gehei-men ein vitales Interesse daran, dass ihreSpitzel nicht juristisch verfolgt würden.Zwischen Polizei und Verfassungsschüt-zern musste das zu Konflikten führen. Am27. November 1996 gipfelten die Spannun-gen laut dem Positionspapier in einemKrisengespräch auf höchster Ebene. Teil-nehmer: der Präsident des Bundesamtsfür Verfassungsschutz und der des Bun-deskriminalamts. Die BKA-Leitung wiesihre Staatsschutz-Abteilung an, die Pro-bleme auf „Arbeitsebene“ zu erörtern.Wenige Monate später, am 3. Februar1997, fassten die Staatsschützer vom BKAihre Kritik weisungsgemäß in einem 14-seitigen „Positionspapier“ zusammen. Ur-sache für die Probleme, so heißt es darin,sei die „zunehmende Divergenz zwi-schen Verfassungsschutzoperationen undexekutiven Maßnahmen“. Aus Sicht desBKA seien „Quellenaktivitäten dafür ver-antwortlich“. In dem Papier hielten dieBeamten fest:Es bestehe „die Gefahr, dass Quellendes Verfassungsschutzes (VS) sich ge-genseitig zu größeren Aktionen ansta-cheln“; es drohe ein „Brandstifter-Effekt“;„aus Quellenschutzgründen“ würdenInformationen des Verfassungsschutzesan die Polizei „erst so spät weiter-geleitet“, dass rechte Aktionen „nichtmehr verhindert werden können“;wenn der Verfassungsschutz überDurchsuchungen informiert werde,würden „die Quellen oft vorher ge-warnt“. Es bestehe „die Gefahr, dassBeweismittel vor Eintreffen der Exeku-tive vernichtet werden“;Verfassungsschutz-Quellen, die „alsStraftäter festgestellt wurden“, würdenoft „weder angeklagt noch verurteilt“;„die Mehrzahl der Quellen“ seien„überzeugte Rechtsextremisten“, dieglaubten, „unter dem Schutz des VSim Sinne ihrer Ideologie ungestrafthandeln zu können und die Exekutivenicht ernst nehmen zu müssen“.In ihrer Analyse benannten die Polizis-ten neun Quellen mit Klarnamen undschilderten, wie Zuträger des Verfassungs-schutzes immer wieder als Organisatorenoder Führungsfiguren von rechten Aktio-nen aufgefallen seien.So habe ein V-Mann aus dem Führungs-zirkel der rechtsextremen „FreiheitlichenDeutschen Arbeiterpartei“ (FAP) konspi-rative Parteitage organisiert, die die Poli-zei vergebens zu verhindern suchte. Vordem Verbot der FAP im Februar 1995 seider V-Mann gewarnt worden und habezwei Abfallsäcke voll belastenden Mate-rials per Reißwolf vernichten können. Erhabe sich schon lange gewundert, „wiegut sein Sohn über polizeiliche und justi-zielle Maßnahmen informiert gewesensei“, gab der Vater des V-Mannes bei ei-ner Vernehmung zu Protokoll.Ein anderer V-Mann, der im Verdachtstand, an Briefbombenanschlägen betei-ligt gewesen zu sein, konnte sich im März1995 aufgrund eines Tipps rechtzeitignach Griechenland absetzen. Seine Woh-nung sollte vom BKA bei einer bundes-weiten Razzia durchsucht werden. Alsder später zurückgekehrte Neonazi in an-derer Sache von der Polizei vernommenwurde, gestatteten ihm die Beamten ei-nen Anruf bei seinem Anwalt. Statt einesRechtsbeistands rief der V-Mann seinenQuellenführer an und bat um Hilfe. DerBeamte sprach am Telefon ab, welcheAussagen der V-Mann machen sollte. Beidem Gespräch beschwerte sich derRechte, „nicht vorher gewarnt worden zusein“, dass das BKA ihn überwache.Die Verfassungsschützer hatten lautdem Papier sogar einen der Köpfe derberüchtigten „Sauerländer Aktionsfront“,Andree Z., als Quelle geworben. Z., derintern unter dem Pseudonym „Lutscher“auftrat und Ende 1997 bei einem Autoun-fall starb, galt als Einpeitscher, der dieSzene radikalisierte. Als die Bundes-anwaltschaft ein Ermittlungsverfahrenwegen des Verdachts der Bildung einerkriminellen Vereinigung gegen ihn einlei-
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   P   E   T   E   R   J   U   E   L   I   C   H   A   P   A   B   I   Z   (   L .   )   ;   K   O   N   K   R   E   T   L   I   T   E   R   A   T   U   R   V   E   R   L   A   G   (   M .   )   N   I   B   O   R   /   A   C   T   I   O   N   P   R   E   S   S
schaukelten sich gegenseitig hoch
V-Leute Andree Z., Kai D., Tino Brandt:
„Gut über polizeiliche Maßnahmen informiert“
 
tete, gaben die Geheimen die Informationoffenbar postwendend an Z. weiter. Seit-dem hätten „keine relevanten Gespräche“mehr am Telefon mitgeschnitten werdenkönnen, klagte das BKA.Besonders offensichtlich schien denPolizisten die Verflechtung von Szeneund Geheimdiensten bei den alljährlichenAufmärschen zum Heß-Todestag. Glaubtman dem BKA, waren unter den Koordi-natoren der „Rudolf-Heß-Aktionswoche“im August 1994 nicht weniger als fünfSpitzel. Die Liste liest sich wie ein Who’swho der damaligen rechten Szene, darun-ter: Andree Z. und Kai D.Das Duo fiel den polizeilichen Staats-schützern bald erneut auf, bei der Orga-nisation des „Rudolf-Heß-Aktionstagsam 17. August 1996. „Es wurde festge-stellt“, so das BKA-Papier, dass die Ak-tivitäten der Quellen „weit über eine pas-sive Rolle hinausgingen“. So sei Z. zumPressesprecher ernannt worden, Kai D.habe das zentrale Aufruf-Flugblatt undPropaganda-Aufkleber entworfen.Laut BKA gehörte V-Mann D. dem elf-köpfigen „Aktionskomitee“ der verbote-nen Heß-Feierlichkeiten an, nahm an Vor-bereitungstreffen teil und verschickte„streng vertrauliche“ Rundschreiben anNeonazi-Kader. Die Hauptkundgebungwurde höchst konspirativ geplant; erstkurz vor Beginn der Demonstration wur-de der Veranstaltungsort im rheinland-pfälzischen Worms bekanntgegeben.Auf der Demo erschienen 1996 auchUwe Mundlos und Beate Zschäpe. Kai D.zog es vor, die sorgfältig geplante Aktionaus sicherer Entfernung zu verfolgen.Erst am Nachmittag jenes 17. August1996 konnte die Polizei ihn fassen, nach-
* Bei Heß-Aufmarsch in Worms 1996.
dem er in einem Auto mit überhöhterGeschwindigkeit die luxemburgisch-deut-sche Grenze passiert hatte. D. wurde ineine Saarbrücker Polizeiinspektion ge-bracht, wo er ein Gespräch mit einemBeamten des Staatsschutzes verlangte –er habe „eine wichtige Mitteilung“ zu ma-chen. Mit „gewöhnlichen Hilfsbeamten“,notierten die Polizisten, wolle er sichnicht abgeben; seine Gesprächsbereit-schaft beginne „erst mit der Ebene Lan-deskriminalamt“.Als wenig später wunschgemäß zweiBeamte des LKA erschienen, legte derRechtsextremist einen selbstbewusstenTon an den Tag: Wenn er nicht freikom-me und „deeskalierend“ auf die Kamera-den einwirke, könne sich die Situationverschärfen. Er müsse in regelmäßigenAbständen eine bestimmte Nummer an-rufen; andernfalls könnten „Anschläge“drohen. Wenige Stunden danach wurdeD. tatsächlich entlassen.Es war nicht das einzige Mal, dass derSpitzel glimpflich davonkam: Auch einErmittlungsverfahren wegen des Ver-dachts der „Bildung einer kriminellenVereinigung“, das von den Thüringer Er-mittlungsbehörden gegen ihn eingeleitetwurde und sich auch gegen seinen Be-kannten, den Thüringer V-Mann TinoBrandt richtete, verlief im Sand.Geheime Informanten wie Kai D. kön-nen das schärfste Schwert der Nachrich-tendienste sein, sie gehen dorthin, wo derStaat selber nicht präsent sein kann. Abersie sind auch ein Risiko für die Demokra-tie. Das „V“ in „V-Mann“ stehe wenigerfür „Vertrauen“, sondern „in Wahrheitfür Verrat“, sagt der ehemalige Branden-burger Verfassungsschutzchef Hans-Jür-gen Förster.V-Leute haben oft mehrere Loyalitäten,sie belügen und betrügen nicht nur die ei-genen Leute, sondern oft auch die Behör-den. Unter dem Deckmantel der Geheim-dienste können sie ungestört agieren, sieschützen dann nicht die Verfassung, son-dern bekämpfen sie; sie profitieren vomStaat und schwächen ihn zugleich. Deshalbzählt ihr Einsatz zu den heikelsten Instru-menten, die der Rechtsstaat bereithält.In der idealen Welt der Geheimdienstekommt es nicht vor, dass Beamte mit ih-ren Konfidenten sympathisieren, dass sieihnen verraten, wann die nächste Razziaansteht. Diese ideale Welt ist in der bisheute als geheime Verschlusssache einge-stuften „Dienstvorschrift Beschaffung fürdas BfV“ beschrieben. Dort sind V-Leute,die mit den Noten von A bis F bewertetwerden, bestenfalls „längere Zeit er-probt“, berichten „nur wahrheitsgemäßund weisen „keine Charaktermängel“ auf.Und dann ist da die andere Welt, dieder Realität wohl näherkommt. Sie ist be-völkert von Neonazis, die ihren Quellen-führern eine Mischung aus Wahrheit undLügen auftischen und dafür auf Kostender Allgemeinheit entlohnt werden. Indieser Welt haben sich die Beamten undihre Zuträger aneinander gewöhnt, fürdie V-Mann-Führer ist jeder Zugang einSchatz, der eifersüchtig geschützt wird,vor anderen Landesämtern genauso wievor der Polizei. Die Weitergabe von In-formationen gilt als Risiko.Diese schleichende Fraternisierungtrübt einen kühlen, analytischen Blick.Besonders im rechten Milieu, wo es zwi-schen V-Mann und V-Mann-Führer keinesprachlichen und mitunter kaum kultu-relle Barrieren gibt und die Gefahr einerzu großen Nähe allgegenwärtig ist.Ihm sei nach mehr als 20 Jahren beimGeheimdienst klargeworden, dass „derRechtsstaat es sich nicht leisten kann, V-Leute weiter wie bisher einzusetzen“, sag-te der mittlerweile pensionierte ehemali-ge Referatsleiter im BfV, Winfried Ridder,vergangene Woche. Ridder glaubt, dassder Fehler im System liegt. Bei Extremis-ten könne der Staat auf Quellen verzich-ten. Dort, wo Terroristen am Werk seien,sollten verdeckte Ermittler operieren –also keine V-Leute, sondern mit falschenIdentitäten ausgestattete Beamte.So weit will bislang keiner der politischverantwortlichen Innenminister gehen.„Ohne V-Männer geht es nicht“, sagt Bun-desinnenminister Hans-Peter Friedrich(CSU). „Wenn wir keine Zuträger mehrhaben, haben wir keine Informationen
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Demonstranten Mundlos (1), Zschäpe (2)*:
Informanten als Organisatoren
V-Männer belügen undbetrügen nicht nur dieeigenen Leute, sondernoft auch die Behörden.

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