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Was kann ich glauben?oderWas Ich glauben kann?
Einleitung
Gleich zu Beginn eine Frage zu stellen, bedeutet das nicht, gleich das Thema selbst inFrage zu stellen? Eine Einleitung mit einer Frage zu beginnen, ist immer ein mehr alsfragwürdiges Unterfangen. Gibt es denn überhaupt – so kann man einwenden – bei demThema Glauben etwas zu fragen und wenn man den Glauben befragt, lässt sich damitauch eine Frage beantworten? Gibt der Glaube seinerseits denn eine Auskunft über wesentliche Fragen, kann Glaube das leisten? Kann der Glaube heute auf Fragen nochentscheidende Antworten geben, da er selbst zutiefst fragwürdig geworden ist? Oder istder Glaube immer noch ein fragloser Glaube? Ein fragloser Glaube, der ohne ein Fragenauskommt, der keine Fragen mehr stellt, auch so kann ein fragloser, weil fester Glaubesein.Wenn der Glaube aber nun einmal – so die These der Moderne – selbst fragwürdiggeworden ist, heißt das, dass es sich denn nicht mehr lohnt über den Glauben Fragen zustellen in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen? Zeichnet es nicht den Glaubenvielmehr aus, dass man ihn befragen kann und dass er sich in Frage stellen lässt? Ist esgerechtfertigt über den Glauben nachzudenken und bringt das Nachdenken über denGlauben etwas? Und was kann dieses Etwas sein, eine Einsicht oder eine Zuversicht oder nur eine andere Sichtweise?Fragen über Fragen, die sich schon in der Einleitung aufdrängen, die aber gleichwohlmitten in das Thema Glauben einführen. Auf diesem Hintergrund lautet meine ersteFrage: was kann ich glauben oder was ich glauben kann. Diese erste Frage hat zweiSeiten, zwei Richtungen, zwei Pole: einmal richtet sich die Frage auf das, was kann ichglauben und zum zweiten richtet sie sich auf das Ich, indem gefragt wird: was ichglauben kann. Vorausgesetzt ist hierbei, dass es so etwas wie einen Glauben gibt.Glauben wird hierbei als ein Überzeugtsein bestimmt, welches auf Vertrauen basiert. DieReligiosität des Menschen, die in seinem Selbstbewusstsein wurzelt, ist Bedingung der Möglichkeit für den Glaubensakt als Anerkennungs- und Zustimmungsakt.
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Aus dieser Religiosität als Gefühl, als Deutungsperspektive, als Existenzweise und als Haltung desSubjekts erwächst Religion, sie entspringt dem Selbstvollzug des Menschen als bewusstes Leben, indem er sich transzendiert auf das Unbedingte hin, von dem er sichverdankt fühlt.
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Religion ihrerseits ist im Unterschied zur Religiosität, was aus der Religiosität erwächst- gelebte Religiosität. Somit ist es die kulturelle Praxis und der
1 Wendel, Saskia Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes 2008- Vorlesung2 Wendel, Saskia. Religiosität und Religion 2006
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