Dazu bedarf es Mut. Mut eines jeden Einzelnen Mut des ganzen heranwachsenden Geschlechts, ja vieler noch folgenderGenerationen. Denn ein Chaos wird nie von Mutlosen gebändigt und noch nie ist von Feiglingen eine Welt gebaut worden.Wer vorwärts will, muß deshalb auch Brücken hinter sich verbrennen. Wer sich auf eine große Wanderung begibt, muß altenHausrat liegen lassen. Wer ein Höchstes erstrebt, muß Minderes beugen. Und auf alle Zweifel und Fragen kennt der neueMensch des kommenden Ersten Deutschen Reichs nur eine Antwort: Allein ich will!So viele auch diese Worte zu innert heute schon mit bejahen, so kann doch keine Gemeinschaft auf die in dieser Schriftvorgetragenen Gedanken und Schlußfolgerungen festgelegt werden. sie sind durchaus persönliche Bekenntnisse, nichtProgrammpunkte der politischen Bewegung, welcher ich angehöre. Diese hat ihre große Sonderaufgabe und muß sich als O rg a n i s a t i o n fernhalten von[3]Die persönliche FreiheitAuseinandersetzungen religiöser, kirchenpolitischer Art ebenso wie von der Verpflichtung auf eine bestimmteKunstphilisophie oder einen bestimmten Baukunststil. sie kann also auch für das hier Vorgetragene nicht verantwortlichgemacht werden. Umgekehrt sind philosophische, religiöse, künstlerische Überzeugungen nur unter der Voraussetzungpersönlicher Gewissensfreiheit wirklich ernst zu begründen. Das ist hier der Fall, jedoch richtet sich das Werk nicht anMenschen, die glücklich und festgefügt innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaften leben und wirken wohl aber an alle, die sichinnerlich von diesen gelöst, zu neuen weltanschaulichen Bindungen aber noch nicht durchgekämpft haben. Die Tatsache, daßdiese heute schon nach Millionen zählen verpflichtet jeden Mitkämpfer durch tiefere Besinnung sich selbst und anderenSuchenden zu helfen..Die Schrift deren Grundgedanke auf 1917 zurückgeht, war bereits 1925 im wesentlichen abgeschlossen, neue Pflichten desTages zögerten aber ihre Vollendung immer wieder hinaus. Werke von Mitkämpfern oder Gegnern forderten dann einBehandeln früher zurückgedrängter Fragen. Keinen Augenblick glaube ich, daß hier eine Vollendung des großen uns heutevom Schicksal gestellten Themas vorliegt. Wohl aber hoffe ich, Fragen klargestellt und im Zusammenhang beantwortet zuhaben als Grundlage für das Herbeiführen eines Tages, von dem wir alle träumenMünchen, im Februar 1930.Der Verfasser[5]Zur 3. Auflage
Oh, ihr Genossen meiner Zeit!Fragt eure Ärzte nicht und nicht die Priester,wenn ihr innerlich vergeht.
HölderlinDas Erscheinen vorliegender Schrift hatte sofort einen Meinungskampf heftigster Form hervorgerufen. GeistigeAuseinandersetzungen waren zwar dank der klar gestellten Fragen und bewußt zugespitzten Prägungen zu erwarten, aber offengestanden, jener konzentrierte Haß, der mir entgegenschlug und jene skrupellose Entstellungsarbeit angesichts der von mirgemachten Ausführungen wie sie auf Kommando einsetzten haben mich doch erschüttert aber auch — erfreut. Denn diewilde, hemmungslose Polemik namentlich römischer Kreise hat mir gezeigt, wie tief berechtigt die dem römisch-syrischenPrinzip im vorliegenden Werke zuteil gewordene Beurteilung ist. Nach altbewähter Methode wurden aus der umfangreichenSchrift gewisse Schlußfolgerungen und Prägungen zusammengestellt und die "Gotteslästerlichkeit", der "Atheismus", das"Antichristentum", der "Wotanismus" des Verfassers vor dem gläubigen Leser in der bloß deutsch geschriebenen römischenPresse und in Pamphleten entrollt. Die Verfälscher unterschlugen, daß ich sogar soweit gehe, für die gesamte germanischeKunst einen religiösen Ausgangspunkt und Untergrund zu postulieren, daß ich mit Wagner erkläre, ein Kunstwerk sei dielebendig dargestellte Religion. Man unterschlug die große Verehrung, die im Werk dem Stifter des Christentums gezollt wird;man unterschlug, daß die religiösen Ausführungen den offenbaren Sinn haben, die große Persönlichkeit ohne spätereentstellende Beigaben[6]Gegen Gedankenentstellungverschiedener Kirchen zu erblicken. Man unterschlug, daß ich den Wotanismus als eine tote Religionsform hinstellte [aber,natürlich vor dem germanischem Charakter Ehrfurcht habe der Wotan ebenso gebar wie den Faust], und dichtete verlogen undskrupellos mir an, ich wollte den "heidnischen Wotanskult" wieder einführen. Kurz, es gab nichts, was nicht entstellt undverfälscht wurde; und was dem Wortlaut nach richtig angeführt erschien, erhielt durch Herausreißen aus dem Zusammenhangeine ganz andere Schattierung. Durchgehend unterschlug die römische Presse alle geschichtlichen—weil unangreifbaren ---Feststellungen; durchgehend wurden alle Gedankengänge die zu bestimmten Anschauungen führten, verzerrt und dieBegründungen aufgestellter Forderungen verschwiegen.. Die Prälaten und Kardinäle mobilisierten die "gläubigen Massen",und Rom, welches mit dem atheistischen Marxismus, d. h. mit machtpolitischer Unterstützung des Untermenschentums einenVernichtungskampf gegen Deutschland, auch unter Opferung der deutschen katholischen Massen selbst führt, hatte die Stirn,
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is reading Der Mythus Des 20. Jahrhunderts - Alfred Rosenberg.