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Zwischen Commissario Brunetti und Georg Friedrich Händel - Freie Presse

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26.11.12 02:29Zwischen Commissario Brunetti und Georg Friedrich Händel - Freie PresseSeite 1 von 2http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/Zwischen-Commissario-Brunetti-und-Georg-Friedrich-Haendel-artikel8102623.php
Montag, 26.11.2012
Foto: dapd 
Zwischen Commissario Brunetti und Georg FriedrichHändel
Donna Leon wird 70
Berlin (dapd). Sie ist nicht verheiratet, lebt seit mehr als 30 Jahren allein.Dennoch spielen zwei Männer die Hauptrolle in ihrem Leben: Dank dessympathischen Commissario Brunetti, den sie im Alter von 50 Jahren eherzufällig erfand und seitdem jährlich auf eine neue Verbrecherjagd in derLagunenstadt Venedig schickt, kann Donna Leon ihrer Leidenschaft für denKomponisten Händel frönen. Am 28. September feiert die Schriftstellerinihren 70. Geburtstag.Berühmt werden wollte Donna Leon nie. 1942 in Montclair, einer Kleinstadtim US-Bundesstaat New Jersey geboren, gehörte sie zu einer Generation, diein angenehmem Nachkriegswohlstand ohne große Ambitionen aufwuchs."Mein Vater war Buchhalter, meine Mutter hat halbtags als Sekretäringearbeitet, als mein Bruder und ich zur Schule gegangen sind", erzählt dieAutorin im dapd-Gespräch. "Wir waren die typische amerikanischeMittelklasse-Familie, wir hatten sogar einen Hund." Sie wollte ein friedlichesLeben führen, viel lesen, Musik hören, durch die Welt reisen und guteFreunde haben.Von diesen bescheidenen Zielen geleitet, führte Leon lange Zeit ein Nomadenleben. Sie verließ die USA, als sie 23 war, um ihrLiteraturstudium in Perugia und Siena fortzusetzen. In den Folgejahren arbeitete sie unter anderem als Reiseleiterin in Rom, alsWerbetexterin in London und als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und in Saudi-Arabien. "Allesverlief stets nach dem gleichen Muster: Ich beendete den Job, gab all mein Geld aus, musste einen neuen Job finden und arbeiten",erklärte Leon 2002 bei einer Gala der Siemens Academy of Life in Wien. Ihre Dissertation über Jane Austen schrieb sie quasinebenbei.Seit 1981 lebt Donna Leon in VenedigAnfang der 80er-Jahre spürte Leon den Wunsch, sesshaft zu werden. "Ich habe Venedig gewählt, weil ich 1969, als ich zum erstenMal dort war, das Glück hatte, ein junges Paar kennenzulernen, Franco und Roberta, die noch immer meine besten Freunde sind",sagt sie im dapd-Gespräch. "Als ich mich niederlassen wollte, zog ich in die Stadt, in der ich immer glücklich war, die wunderschönist und wo es keine Autos gibt." Als Professorin für englische und amerikanische Literatur unterrichtete sie an einer Außenstelle derUniversität Maryland, die sich auf einem US-Luftwaffenstützpunkt bei Venedig befand.Die große Wende in Donna Leons Leben trat ein, als die beidenMänner, die ihr Leben bestimmen, zusammentrafen: Georg FriedrichHändel und Guido Brunetti. Die Leidenschaft für die Oper allgemein und für Händel im Besonderen war schon in ihren Zwanzigernerwacht, als sie zum ersten Mal "Der Messias" hörte. Aufführungen von Händels Werken in verschiedenen Städten und Ländernwurden daraufhin zu Höhepunkten in ihrem Alltag. Seitdem sie1992 bei einem Opernbesuch die Idee für einen Mordfall hatte, sie zuPapier brachte und damit den Grundstein für die Figur des venezianischen Commissario und für ihren Erfolg als Schriftstellerin legte,kann sie sich ganz nach Händel richten: Sie organisiert ihr Leben nach den Spielplänen der großen internationalen Opernhäuser.Mit Commissario Brunetti finanziert Leon ihre Leidenschaft fürHändel. Dennoch sei Brunetti insofern derwichtigere Mann in ihremLeben, erklärte Leon 2011 in der "Frankfurter Rundschau", alsdass er sie finanziell über Wasser halte. Seit der Veröffentlichung desersten Romans "Venezianisches Finale" (1993) hat sie in Europa, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, eine großeFangemeinde, die sehnsüchtig auf jeden neuen Band wartet und ihn auf die Bestsellerlisten hievt. Die Hörspielfassungen im Auftragdes Südwestdeutschen Rundfunk und die Verfilmungen fürs deutsche Fernsehen haben die "Brunetti"-Romane noch beliebtergemacht. Ein Ende des Hypes ist nicht abzusehen, noch in diesem Jahr wird der 21. Teil im Diogenes-Verlag erscheinen.Was sie mit Brunetti einnimmt, gibt Leon für ihren geliebten Komponisten wieder aus. Mit dem Dirigenten Alan Curtis und dessenEnsemble Il Complesso Barocco hat sie bereits mehr als 20 Händel-CDs aufgenommen, an denen sie laut eigener Aussage keinenCent verdient. Sie treten auch gemeinsam auf, zum Beispiel in Kinderkrankenhäusern, da sie das musikalische Erbe an die nächsteGeneration weitergeben wollen. An Kinder richtet sich auch Leons Buch "Tiere und Töne" (2010), in dem sie den Tierfiguren inHändels Arien kleine Gedichte widmet.Zu ihrem Commissario, an dessen nächsten Abenteuer Donna Leon bereits arbeitet, hat sie ein distanziertes Verhältnis. "Er ist einefiktionale Figur, für die ich fiktionale Geschichten erfinde", sagt sie zur dapd. Händel, auf der anderen Seite, weckt Emotionen in ihr."Seine Musik berührt mich am tiefsten." Zwischen diesen beiden Polen beschreibt die Autorin sich selbst als "eine leidlich glücklichePerson, die das Leben nicht allzu ernst nimmt." Ihrem 70. Geburtstag kann sie deshalb auch gelassen entgegen sehen, denn er istnur eine Zahl.dapd
erschienen am 21.09.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
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