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Mobilfunk Bürgerforum e.V. & Verein zum Schutz der Bevölkerung vorElektrosmog e.V., Stuttgart
Informationspapier für die Auseinandersetzung um Mobilfunkmasten fürBürgerinitiativen, Gemeinderäte in Kommunen und Kirchen, interessierte Bürgerinnenund Bürger
Schwerwiegende Gründe für dieAblehnung des Baus einesMobilfunkmastes
Aktualisierte Dokumente zur Broschüre „Mobilfunk - Acht Behauptungen, diewir nicht mehr glauben“ (2007)1. Dokumente vor 20061.1. Deutscher Bundestag 2003
 
1.2. Das ECOLOG-Institut1.3. Bundesamt für Strahlenschutz1.4. Tieruntersuchungen1.5. Grenzwert ohne Wert1.6. Das Risiko ist nicht versicherbar2. Dokumente nach 20062.1. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)2.2. Europaparlament2.3. Internationale Wissenschaft: Der BioInitiative Report2.4. Die
 
International Commission on Electromagnetic Safety (ICEMS)2.5. Das besondere Gefährdungspotential von UMTS2.6. Blut-Hirn-Schranke: Neueste Untersuchungsergebnisse2.7. Der russische Appell: „Kinder und Mobilfunktelefone: Die Gesundheit der nachfolgendenGenerationen ist in Gefahr“2.8. Die Entwarnung durch die Bundesregierung im Juni 2008. Eine Betrachtung desDeutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF)2.9. Bundesärztekammer widerspricht den DMF-Verharmlosungen
 
Anhang:
Interview mit Prof.Leif Salford (Schweden), Interview mit der Biologin Sandine Wittmann(Lyon) / Grenzwerttabellen
Herausgeber:Mobilfunk Bürgerforum e.V.
Geschäftsstelle:D-71315 Waiblingen, Postfach 5029www.mobilfunk-buergerforum.de
Verein zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog e.V.
Bismarckstraße 6370197 Stuttgartinfo@der-mast-muss-weg.dewww.der-mast-muss-weg.de Stand Januar 2009, Vers.2
 
Gründe für die Ablehnung des Baus einesMobilfunkmastes
Das folgende Papier dokumentiert ausschließlich offizielle,überprüfbare Dokumente und ist deshalb nicht kurz. Das hatseinen Grund darin, dass durch die engen geschäftlichenVerquickungen zwischen Mobilfunkindustrie, Medien(Anzeigenkunden) und Politik (Lizenzgeber) selbst die fol-genden offiziellen Stellungnahmen von Fachgremien,Gremien der Europäischen Union und auch Forschungsbe-richte, die in der Datenbank der Bundesregierung / Landes-regierung
www.emf-portal.de
stehen, unbekannt sind.
1.Dokumente vor 2006
 
Bereits im Jahr
2006
1
 
lagen eine Vielzahl von
offiziellen
 politischen Stellungnahmen vor, die darauf hinweisen, dasses nicht vertretbar ist, eine krankmachende Technologie undden unkontrollierten Ausbau der Mobilfunktechnologie unddiese Technik insgesamt zu akzeptieren.
1.1. Deutscher Bundestag 2003
Die
Bundestagsdrucksache 15/1403
2
,
„Gesundheitliche undökologische Aspekte bei mobiler Telekommunikation undSendeanlagen - wissenschaftlicher Diskurs, regulatorischeErfordernisse und öffentliche Debatte“, vom 8.7.2003",enthält einen 100-seitiger Forschungsüberblick mit demKapitel „Gefahrenabwehr“, das auf potentielle Risikenhinweist und vor allem für Schutzzonen um Kindergärtenherum plädiert. Dort wird zu Auswirkungen der Strahlungu.a.festgestellt:„ Von den
Studien an menschlichen Probanden
erbrachten79 % positive Befunde. Die meisten Effekte betreffen dasNervensystem oder das Gehirn (86 %), es folgen Effekte imZusammenhang mit Krebs (64 %).“ ( S.27)„Die
Einrichtung von Schutzzonen
, in denen z. B. die Ver-wendung von Mobiltelefonen oder die Errichtung vonSendeanlagen verboten oder stark eingeschränkt wird, isteine häufig diskutierte Maßnahme.
 
Diese Zonen können u. a.dem Schutz von möglicherweise besonders strahlungsem-pfindlichen Personen dienen. Ihre Einrichtung wird daherprimär für Krankenhäuser, Schulen oder Kindergärtenerwogen. Die Mobilfunkbetreiber in Deutschland wollen imRahmen der freiwilligen Selbstverpflichtung vom Dezember2001 bei der Planung von Sendeanlagen verstärkt die Stand-orte von Schulen und Kindergärten berücksichti-gen...Manche Studien befürworten noch weitergehendeMaßnahmen: Schutzzonen sollen alle Orte umfassen, andenen sich Menschen regelmäßig länger als vier Stundenaufhalten.“(S.81)
1.2. Das ECOLOG-Institut
Das renommierte ECOLOG-Institut wurde von der Telekomund der Bundesregierung gutachterlich beauftragt. In der
Studie des ECOLOG-Instituts für T-Mobile
im Jahr 2000
1
Die Einteilung vor 2006, nach 2006 ergibt sich aus der Broschüre „AchtBehauptungen“, die Material bis 2006 enthält
2
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung:Monitoring „Gesundheitliche und ökologische Aspekte bei mobilerTelekommunikation und Sendeanlagen - wissenschaftlicher Diskurs,regulatorische Erfordernisse und öffentliche Debatte“, vom 8.7.2003
wird die Technologie als gesundheitsgefährdend eingestuft.So werden 7 Studien zur Einwirkung auf Blut-Hirn-Schrankeals „positiv“ (Anhang B, S.11 ff) aufgeführt. Dieses Ergebniszur Blut-Hirn-Schranke wird in der Veröffentlichung derForschungsgemeinschaft Funk (FGF) „Edition Wissen-schaft“ Nr.20, 11/2003, bestätigt. In der FGF ist die Telekomim Vorstand.Die Studien „zu den Wirkungen der Hochfrequenzstrahlungauf das Zentrale Nervensystem werden von der Mehrzahl derwissenschaftlichen Kommissionen als vergleichsweise aus-sagekräftig bewertet,“ so das Institut im
EMF-Handbuch2006
, und es bewertet sie als „konsistente Hinweise“ (S.2-15,2-12). Diese „Störungen des zentralen Nervensystems“treten schon bei 0,01 W/m
2
, Kanzerogenität bei 0,1 W/m
2
 auf. Es sei hier auch auf die
Vorsorgeempfehlungen desEcolog-Institutes
3
für das Bundesamt für Strahlenschutzhingewiesen. Bereits im Jahr 1994 veröffentlichte dasEcolog – Institut das Grundlagenwerk „Risiko Elektro-smog?“, in dem ausführlich auf Gesundheitsrisiken hinge-wiesen wird.
1.3. Bundesamt für Strahlenschutz
Die Aufstellung der Mobilfunksendeanlagen und unge-sicherte Folgen werden in den
„Leitlinien Strahlenschutz“
(2005) des Bundesamtes für Strahlenschutz wie folgtkritisiert und Vorsorgemaßnahmen eingefordert:„Eine Strahlenschutzbewertung neuer Technologien istbisher erst
nach
Markteinführung der Technologie möglich,da die hierfür erforderlichen Daten dem Strahlenschutz vor-her nicht verfügbar gemacht werden. “ Und weiter: „
InDeutschland fehlt derzeit eine allgemeine Rechtsgrundla-ge für den Strahlenschutz der Bevölkerung beinichtionisierender Strahlung
…Die Folge ist, dass, vonwenigen Ausnahmen abgesehen,
eine weitgehend unkon-trollierte Exposition der Bevölkerung stattfindet
… DieFrage der Auswirkungen elektromagnetischer Emissionenauf die belebte Umwelt sind bisher nicht nur national,sondern auch international
stark vernachlässigt worden
.“„Andererseits sind wir heute konfrontiert mit einer breitenEinführung neuer Belastungen,
ohne
dass eine abschließendeAbschätzung und Bewertung der Risiken möglich war (z.B.Mobilfunk).“ (S.42,44,46,50)„Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken setzt ganzallgemein voraus, dass neben die Abwehr von Gefahrendurch das Ergreifen von Schutzmaßnahmen das Prinzip derVorsorge als eigenständige Maßnahme tritt. Im Bereichniedriger Expositionen wie sie im Leben eines jedenallgegenwärtig sind, herrschen große Unsicherheiten über dietatsächlichen Risikofaktoren...Im Bereich der nichtioni-sierenden Strahlung gilt zwar ein durch eine Wirkungs-schwelle charakteristisches Schadenseintrittskonzept. Aberauch hier gibt es Hinweise auf biologische Effekte unterhalbdieser Schwellen, deren gesundheitliche Relevanz derzeitnoch nicht abschließend beurteilt werden kann.Zwar sind die Energien nichtionisierender hochfrequenterelektromagnetischer Felder zu niedrig, um zur Krebs-induktion beizutragen. Es werden aber in der wissenschaft-lichen Diskussion Mechanismen zur Krebspromotion disku-
 
3
Neitzke et al., Strategiepapier, Vorsorgemaßnahmen im BereichMobilfunk, 2003
 
tiert. Aus diesem Grund ist auch hier Vorsorge angezeigt,insbesondere bei Jugendlichen und Heranwachsenden, beidenen eine besondere Strahlenempfindlichkeit bisher nichtausgeschlossen werden kann....Die Vorsorge stellt beimUmgang mit Risiken neben der Gefahrenabwehr ein zweiteswichtiges Prinzip dar, das dem Erhalt der Gesundheit dientund deshalb in den einschlägigen rechtlichen Regelungen alsStrahlenschutzprinzip verankert werden sollte.“ (S.54)
1.4. Tieruntersuchungen
2003 wurde die
Feldstudie der Tierärztlichen HochschuleHannover
veröffentlicht
:
„Die Auswirkungen elektromag-netischer Felder von Mobilfunksendeanlagen auf Leistung,Gesundheit und Verhalten landwirtschaftlicher Nutztiere:Eine Bestandsaufnahme“
4
, Autor Prof. Löscher, die an Lebe-wesen die krankmachende Wirkung der Strahlung nachwies.Die Studie wurde vom Land Bayern in Auftrag gegeben. DieTiere wurden nicht aus Angst schwer krank, sondern von derStrahlenbelastung. Dieses besorgniserregende Ergebniswurde in der Bundestagsdrucksache 15/1403 als relevantbestätigt:“Von besonderem Interesse ist hierbei eine Veröffentlichungzu Rindern (Löscher / Käs 1998), in welcher erheblichreduzierte Milcherträge, Auszehrung sowie spontane Fehl-und Totgeburten dokumentiert wurden.
Von besondererRelevanz sind die folgenden Sachverhalte:
– Der Gesundheitszustand der Rinder verbesserte sicherheblich, nachdem sie auf Weideland gebracht wurden, dasweit entfernt von dem Sendemast lag, verschlechterte sich jedoch sofort wieder bei Rückkehr an den alten Standort;– die negativen gesundheitlichen Effekte traten erst auf,nachdem auf einem Turm GSM-Mikrowellenantenneninstalliert wurden, der zuvor lediglich für die Übertragung(analoger) TV- und Radiosignale genutzt worden war....Schließlich wird über Rückgänge von Vogel- und Bienen-populationen nach Inbetriebnahme neuer Basissta-tionsmasten berichtet.Das Auftreten
negativer Effekte bei Tieren
ist deshalb von
besonderer Relevanz
, weil dadurch deutlich wird, dass dieEffekte möglicherweise real und nicht nur psychoso-matischer Genese sind. Darüber hinaus könnte aus deroftmals höheren Elektrosensitivität von Tieren im Vergleichzum Menschen gefolgert werden, dass die bei Tieren inner-halb eines relativ kurzen Zeitraumes aufgetretenengesundheitlichen Probleme darauf hindeuten, dass eineLangzeitexposition beim Menschen ähnliche Folgen habenkönnte.“ (S.24)In der Broschüre der Wissenschaftlervereinigung Kompe-tenzinitiative e.V. „ Bienen, Vögel, Menschen. Die Zerstö-rung der Natur durch Elektrosmog“ , Verfasser U.Warnke(Universität Saarbrücken) sind die Ursachen analysiert.
4
W. Löscher Die Auswirkungen elektromagnetischer Felder von Mobil-funksendeanlagen auf Leistung,Gesundheit und Verhalten landwirtschaft-licher Nutztiere: Eine Bestandsaufnahme Praktischer Tierarzt 84: 11, (2003)
1.5. Der Grenzwert ohne Wert
Zur Schutzfunktion der Grenzwerte. Die Mietverträge fürMobilfunkmasten werden auf mehr als 10 Jahreabgeschlossen. Nach der 26.Bundesimmissions-schutzverordnung (BImSch) (in der die Grenzwerte festge-legt sind, und die auf den ICNIRP - Richtlinien beruht)werden aber Langzeitauswirkungen der Strahlenbelastungnicht berücksichtigt sind. Die ICNIRP-Richtlinien
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selbstsagen aus, dass der Grenzwert nur vor „kurzfristigen,unmittelbaren gesundheitlichen Auswirkungen“ durch„erhöhte Gewebetemperaturen“ (S.48) schützt. AlleFachleute sind sich einig, dass von dem Masten keineWärmegefahr ausgeht. Die Grenzwerte schützen vor etwas,was letztlich gar keine Gefährdung darstellt. Das wäre so, alswürde man die Wirkung und Höhe radioaktiver Strahlungmit dem Thermometer statt mit dem Geigerzähler messen.Die Gefahr geht von der biologischen, nicht - thermischenWirkung der Strahlung aus, v.a. den Langzeitwirkungen. Inden ICNIRP – Richtlinien, an denen sich die Bundes-regierung orientiert, wird diese eigentliche Gesundheits-gefährdung durch die Strahlung beschrieben :
Ein erhöhtes Risiko bei Arbeitnehmerinnen anFehlgeburten, Geburtsfehlern und DownSyndrom (S.67)
Ein erhöhtes Krebsrisiko bei Angehörigen desMilitärs (S.68) und in vielen Tierversuchen(S.71)
die Gefahr von Gehirnschäden durch dieÖffnung der Blut-Hirnschranke wird als bewie-sen angesehen (S.70,73)
der „Mikrowellenhöreffekt“, also das Ohren-sausen bis zur Entwicklung zum Tinnitus wirdauch als bewiesen angesehen(S.72)Bei der Grenzwertfestlegung wurden diese nichtthermischen,biologischen und kumulativen Effekte nicht berücksichtigt:„Generell gilt, dass die Literatur über nichtthermischeAuswirkungen von elektromagnetischen AM-Feldern(Amplitudenmoduliert, d.Verf.)
so komplex
ist, die aufge-zeigten Wirkungen so wenig gesichert sind und die Relevanzfür die Gesundheit des Menschen unsicher ist, dass esunmöglich ist, diese Gesamtheit an Daten als Grundlage fürdie Festsetzung von Grenzwerten für die Exposition desMenschen heranzuziehen“ (Anm. 5, S.74) .Diese Aussage bedeutet: im Jahr 1998 lag bereits komplexesDatenmaterial über Gesundheitsgefährdungen vor. Diesesmedizinische Datenmaterial wurde von der ICNIRP nichtbewertet und in die Grenzwertfestsetzung der Gesund-heitsvorsorgeaspekt nicht mit einbezogen. Dies stieß schondamals auf scharfe Kritik und widersprach den Aussagen derDeutschen Strahlenschutzkommission von 1991 übergesicherte Erkenntnisse über nicht-thermische Wirkungen.
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RICHTLINIEN FÜR DIE BEGRENZUNG DER EXPOSITION DURCHZEITLICH VERÄNDERLICHE ELEKTRISCHE, MAGNETISCHE UNDELEKTROMAGNETISCHE FELDER (BIS 300 GHz) ,InternationalCommission on Non-Ionizing Radiation Protection

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