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Mit einem Radar durch Wände sehen _ Wissen & Umwelt _ DW.DE _ 21.10

Mit einem Radar durch Wände sehen _ Wissen & Umwelt _ DW.DE _ 21.10

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27.11.12Mit einem Radar durch Wände sehen | Wissen & Umwelt | DW.DE | 21.10.20121/3www.dw.de/mit-einem-radar-durch-wände-sehen/a-16314472
Rudolf Zetik will gefährlicheEinsätze sicherer machen
 Was geht in einem Raum vor, in dem sich Entführer mit Geiseln verschanzt haben? Sindnoch Menschen in einem brennenden Gebäude? Mit einem Radar können Polizei undFeuerwehr diese Fragen beantworten.
Superhelden, die durch Wände schauen, gab es bisher nur in Science-Fiction-Filmen. Supermannhatte einen Röntgenblick, der ihm half, Notlagen zu erkennen und Verbrecher zu fangen. Auch Polizeiund Feuerwehr in der realen Welt wären froh, wenn sie sehen könnten, was sich hinter einer Wandabspielt. Nun kann ihnen geholfen werden: zwar nicht mit Supermanns Röntgenaugen – dafür abermit Radarantennen eines Ultra-Weitband-Radars (UWB-Radar) der Technischen UniversitätIlmenau.Die Antennen bestehen aus drei handgroßen, metallenen Trichtern,die waagerecht in einer Linie aufgebaut sind. Ihre Öffnungen richtensich direkt gegen die Mauer, die es zu durchblicken gilt. "Damitsenden wir elektromagnetische Wellen", erklärt der Forscher Rudolf Zetik. "Wenn diese Wellen auch tiefe Frequenzen beinhalten, könnensie sehr leicht durch Wände dringen. Sie stoßen dann zum Beispiel aneine Person, die sie reflektiert."
Radar erkennt Bewegungen
Mit einem Empfänger fangen die Ilmenauer Informatiker die zurückgeworfenen Radarwellen auf und speisen sie über einen Empfänger in den Computer ein. Auf dem Bildschirm sieht man zunächstnur ein sogenanntes Rauschen - wie auf einem Fernsehbildschirm ohne Signal. Aber wenn sich jemand hinter die Wand stellt, oder sich dort bewegt, entstehen Wellenlinien: Sie werden mal dichter,mal weiter und sie verändern auch ihre Farbe.Die Wellen geben den Informatikern allerhand Informationen: Steht jemand hinter der Wand? Atmetdie Person? Wie stark ist der Herzschlag? "Das heißt nach einem Erdbeben können wir damit auchohnmächtige, verschüttete Personen detektieren", erläutert Zetik.
TECHNIK
Mit einem Radar durch Wändesehen
THEMEN/WISSEN & UMWELT
 
27.11.12Mit einem Radar durch Wände sehen | Wissen & Umwelt | DW.DE | 21.10.20122/3www.dw.de/mit-einem-radar-durch-wände-sehen/a-16314472
Snezhana Jovanoska baut ein Gerätzur Suche VerschütteterDer Computer stellt den Abstand von Personen in Wellenbewegungen dar
Für den ungeübten Beobachter ist zwar nicht sofort erkennbar, wo im Raum die Person steht, aberZetik kann erkennen, wie weit sie vom Sender entfernt ist und ob sie sich nähert oder entfernt. Um zuorten, wo sich die Menschen im Raum aufhalten, hilft den Forschern eine weitere Antenneneinheit.Zetiks Kollegin Snezhana Jovanoska hat sie an einer zweiten Wand des Raumes aufgestellt.
Zweidimensionales Radar-Bild
 Weil nun Daten aus verschiedenen Richtungen kommen, entsteht mit Hilfe einesComputerprogramms ein zweidimensionales Bild. "Wenn man die Sensoren um den Raum herum verteilt, bekommt man eine bessere Vorstellung, was darin ist", sagt die Infromatikerin. Nun lässt sicherkennen, in welche Richtungen die Personen gehen und wo sie sich aufhalten."Man könnte zum Beispiel auch erkennen, wo sich Feuerwehrleute in einem Gebäude aufhalten, fallsdiese in Gefahr geraten," sagt Jovanoska. Außerdem böte der Radar auch eine Möglichkeit fürPolizisten, bei einer Geiselnahme zu verfolgen, was sich in einem Raum abspielt, in dem sichEntführer mit ihren Opfern verschanzt haben: Wie weit sind sie von den Geiseln entfernt? Ruhen siesich aus? Laufen sie hektisch herum? Weil die Einsatzkräfte im Notfall schnell präzise Informationen brauchen, muss die Bildschirmoberfläche für den Einsatz so einfach wie möglich gestaltet sein. Die Daten aus dem Wellenbild müssenalso in einem allgemein verständlichen Format wiedergegeben werden: "Wir zeigen auf der Oberfläche nur die für den Anwender wesentlichen Informationen", sagt Zetik. So sind auf demBildschirm, neben den roten und blauen Punkten, die die Antennensymbolisieren, nur grüne Punkte zu erkennen - die Menschen. "Oder wir können umschalten und zeigen, wie schnell oder langsam eine Person atmet", erklärt der Erfinder."So können wir auch den Gesundheitszustand dieser Person bestimmen."
Radar auch für Rettungseinsatz geeignet
Dass der Blick durch die Wand auch unter wirklichen Einsatzbedingungen funktioniert, konnten dieForscher bereits bei einem Test unter Beweis stellen. In Ilmenau haben Jovanoska, Zetik und ihreKollegen eine Erdbebensituation nachgestellt: Eine Person wurde mit mehreren Metern Schutt undGeröll bedeckt. Die Schicht bestand aus verschiedenen Materialien. Die verschüttete Person atmete nurund verhielt sich ansonsten still. "Wir konnten genau lokalisieren: Wie viele Meter unter dem Schuttsie liegt", so Jovanoska.Noch ist das Radar-System der Ilmenauer Forscher aber nicht in einem echten Rettungseinsatzgenutzt worden. Doch schon bald könnte es soweit sein: Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation,Information und Ergonomie in Wachtberg hilft den Erfindern dabei, ihre Idee zur Serienreife zu bringen.

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