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164 Stellungnahme-Bay. Justizministerium zur Rechtslage Antidoping-Gesetzgebung für den Bundestag

164 Stellungnahme-Bay. Justizministerium zur Rechtslage Antidoping-Gesetzgebung für den Bundestag

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164 Stellungnahme-Bay. Justizministerium zur Rechtslage Antidoping-Gesetzgebung für den Bundestag
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07/10/2013

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Die Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
80097 München
Hausanschrift
Prielmayerstr. 7Justizpalast80335 München
Haltestelle
Karlsplatz (Stachus)S-Bahn, U-BahnTrambahn
Telefon
(089) 5597-01(Vermittlung)
Telefax
5597-2322
E-Mail:
poststelle@stmjv.bayern.de
Internet:
http://www.justiz.bayern.de
Stellungnahme zur Sitzung des Sportausschussesdes Deutschen Bundestages am 28. November 2012"Evaluierungsbericht der Bundesregierung über die Anwendung desGesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport(DBVG)"
I.
Initiativen des Staatsministeriums der Justiz und für Verbraucher-schutz zur strafrechtlichen Dopingbekämpfung:
Der Evaluierungsbericht der Bundesregierung gilt der 
Entwicklung derstrafrechtlichen Dopingbekämpfung
, wie sie sich seit der Änderung der einschlägigen Normen des Arzneimittelgesetzes im Jahr 2007 vollzogen hat.Hierzu wurden durch einen beauftragten Sachverständigen Statistiken aus-gewertet und Interviews geführt. Meine eigene Erfahrung mit der Thematikergibt sich demgegenüber aus dem langjährigen unmittelbaren Kontakt mitder in Bayern bestehenden
Schwerpunktstaatsanwaltschaft
sowie aus der  Ausarbeitung mehrerer einschlägiger 
Gesetzentwürfe
durch die Fachabtei-lung meines Hauses:Mit Wirkung zum
1. März 2009
habe ich die Staatsanwaltschaft München Izur bundesweit ersten und bis zum 31. März 2012 einzigen
Schwerpunkt-staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Dopingstraftaten
bestimmt.Sie hat seitdem über tausend Ermittlungsverfahren wegen Dopingdeliktengeführt, hat eine erhebliche Zahl teils gewichtiger Verurteilungen erreichenkönnen, hat umfangreiche Kontakte zu anderen Institutionen der Dopingbe-kämpfung wie etwa der NADA aufgebaut und hat sich als
Spezialbehörde
 
- 2 -bei der Bekämpfung von Dopingdelikten bundesweit ein hohes Ansehen er-worben.Trotz dieser Erfolge zeigen die
praktischen Erfahrungen
der bayerischenSchwerpunktstaatsanwaltschaft, über die in diesem Umfang und dieser In-tensität keine andere Strafverfolgungsbehörde verfügt, dass die dopingspe-zifischen Straftatbestände des Arzneimittelgesetzes
lückenhaft sind. DerIntention
des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings imSport 2007, die Strafverfolgung im Bereich der Dopingkriminalität wesentlichzu verbessern, werden sie
nicht gerecht.
Damit hat sich eine Befürchtungbewahrheitet, die ich schon bei Schaffung dieser Neuregelung gehegt hatte.In Reaktion hierauf habe ich im Sommer 2012 einen Diskussionsentwurf für eine Verbesserung der der Dopingbekämpfung dienenden Strafnormen vor-gelegt, in den die Praxiserfahrungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft di-rekt eingeflossen sind
(vgl. in der Anlage beigefügter Entwurf für ein 16.Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vom 25. Juni 2012).
Der Entwurf übernimmt die Grundgedanken meines Vorschlags für ein Anti-Doping-Gesetz, der der Bundesratsinitiative des Freistaats Bayern aus demJahr 2006 (vgl. BR-Drs. 658/06) zugrunde lag und den ich später noch umeinen Straftatbestand gegen Bestechlichkeit und Bestechung im Sport er-gänzt habe (Referentenentwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des Do-pings und der Korruption im Sport vom 30. November 2009). Der aktuelleDiskussionsentwurf beschränkt sich auf eine
Optimierung der vorhande-nen Normen des Arzneimittelgesetzes
. Von der Formulierung eines ei-genständigen Gesetzes habe ich aus verschiedenen Gründen Abstand ge-nommen. So zielt das Arzneimittelgesetz – wie auch die vorgeschlagenenNeuregelungen zur Verbesserung der Dopingbekämpfung - auf den Schutzder Gesundheit ab. Ich denke, dass ich vor diesem Hintergrund auch die Kri-tiker von Schärfungen des Dopingstrafrechts überzeugen kann. Ich gehezudem davon aus, dass Verbesserungen bereits vorhandener Regelungeneine größere Konsensfähigkeit als ein eigeständiges Gesetz schaffen kön-nen. Der aktuelle Diskussionsentwurf verzichtet außerdem auf einen Tatbe-stand des Sportbetrugs (vgl. § 5 Anti-Doping-Gesetz in BR-Drs. 658/06), denich zwar weiterhin für sehr wesentlich halte, für den bisher jedoch ebenfallspolitische Mehrheiten fehlen.
 
- 3 -Mein Diskussionsentwurf sieht im Wesentlichen Folgendes vor:
Eine
uneingeschränkte Strafbarkeit jeglichen Besitzes
von Arzneimit-teln oder Wirkstoffen zu Dopingzwecken im Sport;
Erweiterte Strafvorschriften gegen den Vertrieb und die Abgabe
so-wie gegen den Erwerb und das Sichverschaffen von Arzneimitteln oder Wirkstoffen zu Dopingzwecken im Sport;
Die Erweiterung aller dopingspezifischen Straftatbestände dahingehend,dass neben dem Umgang mit Arzneimitteln auch derjenige mit
Wirkstof-fen zu Dopingzwecken im Sport
erfasst wird, so wie dies seit 1. Januar 2011 beim Besitzverbot des § 6a Abs. 2 AMG bereits der Fall ist;
Eine
klar formulierte Strafbarkeit der Anwendung von Dopingme-thoden
ohne Einschränkung auf die Verwendung von Stoffen;
Eine Auflistung der strafbewehrten Stoffe und Methoden in
einem zu-sammenfassenden Anhang zum Arzneimittelgesetz
unter Aufhebungdes Anhangs zu § 6a Abs. 2a AMG und unter Streichung der dem straf-rechtlichen Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG nicht gerechtwerdenden Verweisung auf den Anhang des Übereinkommens gegenDoping;
Die
Erhöhung des Strafrahmens
für Dopingvergehen auf Geldstrafeoder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren;
Die Einführung mehrerer 
Verbrechenstatbestände
mit differenziertenMindeststrafdrohungen, insbesondere für die gewerbs- und bandenmä-ßige Begehung der den Vertrieb von Dopingmitteln oder die Anwendungvon Dopingmethoden betreffenden Tatbestandsalternativen und derenBegehung unter Mitsichführen von Waffen sowie für Abgabehandlungenan Minderjährige;
Die Einführung einer 
Kronzeugenregelung
.

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