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Alle Volksgruppen in Indonesien habenanimistische Wurzeln. Animismus wirddefiniert als „Manipulation, Beeinflussungoder Täuschung übernatürlicher Kräfte oderWesen mit dem Ziel, eigene Wünsche undPläne verwirklicht zu bekommen.“ Animismusist somit weniger „Anbetung“ von Geistern,sondern deren Manipulation und Nutzbar-machung:Menschen versuchen, die unsichtbare Weltvon Geistern und Naturkräften dazu zubenutzen, um hinsichtlich Gesundheit,Wohlstand, Wohlergehen oder Ansehen dieeigenen Wünsche und Erwartungen erfüllt zubekommen. Die Geisterwelt ist dabei nurMittel zum Zweck. Und so finden sichtraditionell animistische Elemente sehr oftunter dem äußeren Erscheinungsbild vonIslam, Katholizismus oder auchProtestantismus, und zwar in allenBevölkerungsschichten – von den einfachenBauern bis zu Adeligen und höchstenRegierungspolitikern.Dazu einige wenige, willkürlich gewählteBeispiele:-Opfergaben für Geister oder Verstorbene(spezielle Speisen, Tiere etc.), um guteErnten, ausreichend Trinkwasser, sichereReise, gute Geschäfte, Gesundheit etc. zuerhalten.- Vielerlei Regeln (Gebote & Verbote vonHandlungen, Worten, Ritualen etc..) werdeneingehalten, um ähnliches von den Geisternund unsichtbaren Kräften zu erreichen.-Vielerlei zeitlich genau festgelegte Ritualehinsichtlich Schwangerschaft, Geburt,Namensgebung, Beschneidung,Erwachsenwerden, Hochzeit, Tod –beginnend kurz nach der Empfängnis bis(z.B. auf Java) zum 1000. Tag nach demTodestag.- Festgelegte Rituale und Feste, um vonmöglichst vielen Teilnehmern deren„Segen“ („berkah“ oder „berkat“) zuerhalten.-„Wallfahrten“ zu besonders „heiligen“ Orten,um dort – mit oder ohne besondereOpfergaben oder Gelöbnisse – einenbesonderen „Segen“ bzgl. Gesundheit,beruflichem Erfolg etc. zu erhalten.-Menschen mit besonderen „geistlichen“Kräften, Fähigkeiten und Verbindungen zurGeisterwelt werden in allen möglichenLebenslagen konsultiert.-Rituale, Vorschriften und Opfergaben, umGeister fernzuhalten oder zu vertreiben (z.B.aus dem Haus) oder Krankheiten zubekämpfen.-Herausfinden „guter“ Tage und Stunden fürHochzeit, Reiseantritt etc. durch „weiseMenschen“,etcHeilungen oder andere „Erfolge“ solcherPraktiken mögen durchaus von Geisternkommen, verstellt sich doch Satan selbst oftals „Engel des Lichts“, um Menschen zu ver-führen (1.Kor 13:14).Immer, wenn von außen neue Religionenkamen – sei es aus Indien, China, Japan,Mekka, Rom oder USA – wurde (und wird)hier eine neue Chance gesehen: Neue,zusätzliche Wege und Möglich-keiten, sichdie unsichtbare Welt zunutze zu machen.So wurden nur sehr, sehr selten die altenGlaubenssysteme aufgegeben (1.Thes 1:9).Stattdessen wurden (und werden) nurElemente und äußere Formen der jeweils„neuen“ Religion ins bisherige Glaubens-system integriert.Dies ist die Situation, in der sich die weitüberwiegende Mehrheit der BevölkerungIndonesiens befindet und deren man sichbewusst sein muss, will man wirksam und mitErfolg die Botschaft Jesu Christi verkündigen.Nur allzu leicht – das zeigen allzu vieleBeispiele hier – produzieren evangelikaleMissionare nur weitere „Gemeinden“animistisch-evangelikaler„Christen“ – und einLachen des Teufels darüber.
aus: Biblisch Glauben Denken LebenHerausgegeben vom Bibelbund e.V.
Das religiöse Gesicht Indonesiens
R U M A H
K e h i d u p a n
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