• Embed Doc
  • Readcast
  • Collections
  • CommentGo Back
 
1
Gedanken zur Vereinsgründung
Das religiöse Gesicht Indonesiens
Eine subjektive Beurteilung
Indonesien ist das größte islamische Landdieser Welt. Und erst kürzlich war Indonesienwegen eines Bombenanschlages auf dieBotschaft Australiens wieder einmal in denSchlagzeilen. „Dschihad“, „Al Kaida“,„Terroranschläge“, „Extremismus“ etc. –daran denken viele, wenn sie „Islam“ oder„Indonesien“ hören. Andere denken dagegeneher an „Religion des Friedens“, inter-religiöser Dialog“, „Ökumene der Religionen“etc. Indonesien hat von beiden dieserextremen Seiten etwas zu bieten – das wahrereligiöse Gesicht Indonesiens ist aber ganzanders.
Extremismus und Terror 
Es gibt hier islamistischen Extremismus undTerror, das ist aus den Nachrichten weltweitbekannt. Separatistische Islamisten in Aceh,Terror auf den Molukken, Bombenanschlagauf Bali und in Jakarta, Trainingslager für Al Kaida Kämpfer, niedergebrannte Kirchen- undGemeindegebäude, der kürzliche Mord aneinem Pastor während der Sonntags-predigtin Palu – das sind nur einige der bekanntenSchlagzeilen. Aber sie spiegeln nicht daswider, was die überwiegende Mehrheit derBevölkerung denkt und glaubt. Es zeigt sichhierbei aber doch recht deutlich die grund-sätzlich unterschiedliche Stellung von Bibel und Koran zu den Themen „Gewalt“ und„interreligiöser Dialog“ (wenn auch dieseLehraussagen von so manchen sogenanten„Christen“ in der Geschichte mehr als offen-sichtlich verleugnet wurden).
Toleranz und interreligiöser Dialog
In der westlichen Welt wird inzwischen kaummehr ein Unterschied zwischen dem „Allah“des Islam und „Jahwe“ der Bibel gesehen.
Rumah Kehidupan=Haus des Lebens/ House of Life
RUMAH
KEHIDUPAN
   3   0 .   J  a  n  u  a  r   2   0   0   9
 
2
Während dies in Europa und Amerika demZeitgeist und den politischen und religiösenBestrebungender Mehrheit entspricht, wurde dies inIndonesien sogar in den fünf Grundsätzen derVerfassung aufgenommen. Gemäß dieser„Panca Sila“ gibt es kraft Verfassung keinenUnterschied zwischen Islam, Katholizismus,Protestantismus, Buddhismus, Hinduismusund Konfuzianismus – den sechs anerkanntenReligionen in Indonesien. „Allah“ bzw.„Tuhan“ ist der allen Religionen verordnete,gemeinsame, allmächtige Schöpfergott. Undso sieht die Mehrheit der indonesischenMoslems in diesen Religionen lediglichunterschiedliche „Wege“ und „Frömmigkeits-formen“ zum gleichen Ziel - mit dem Islamals dem überlegenen (Mehrheits-)Weg.Der amerikanische Autor Dave Hunt schriebdazu: „Allah ist [aber] NICHT identisch mitdem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Allahist zuallererst auch nicht eine Dreieinheit.Allah ist eigentlich der Name des Mond-Gottes, der der Hauptgötze in der Ka’abah inMekka ist, wohin sie (Moslems) nun pilgern.Früher gab es dort über 300 Götzen und Allahwar der Name des obersten Götzen. Obwohl Mohammed die Götzen zertrümmerte, hielt erdoch am Namen des obersten Götzen – desMond-Gottes – fest. Dies ist der Grund,weshalb sie den Halbmond als ihr Symbol haben [für den Islam]. …Allah ist NICHT derGott der Bibel.“Der schweizerische Autor Benedikt Peterserklärt ergänzend, dass Allah, der Herr derKa'aba in Mekka, schon vor Mohammed dashöchste Wesen in der dortigen Gegend war,dem alle übrigen Götter untertan waren.Zudem galten drei mekkanische weiblicheGottheiten „Manat“ (Schicksal), „al’Lat“ (dieGöttin) und „al’Uzzah“ (die Starke) alsTöchter Allahs. Als solche hat sie Mohammedzuerst auch gelten lassen (Sure 53,19.23).Ebenso widersprechen sich der echtechristliche Glauben der Bibel einerseits undBuddhismus, Hinduismus oder Kon-fuzianismus andererseits in allen wesent-lichen Bereichen. So gründet sich beispiels-weise der christliche Glaube der Bibel darauf,dass die Toten einst zum letzten Gerichtauferweckt werden, während Buddhismus wieHinduismus dies entschieden ablehnen. Undwährend viele denken, Buddha und Jesusböten die gleiche Botschaft des Friedens unddes Mitleids, ist doch – gemäß der jeweiligenGlaubensfundamente – der erstere nur ein„erleuchteter“ Philosoph, der einenkontemplativen Weg zur Selbsterlösung zeigt,während letzterer der eine und einzigeErlöser und der Weg zur letztlichen Erlösungselbst ist (Joh 14:6).Dieses Gleichmachen unterschiedlicher, jagegensätzlicher Ideen, Lehren und Glaubens-inhalte bringt uns schließlich dazu, daseigentliche geistliche Gesicht Indonesiensbesser zu verstehen: Synkretismus mit seinenunter-schiedlichen religiösen Einfärbungen.
Das wahre geistliche GesichtIndonesiens: Synkretismus alspraktizierte Mehrheitsreligion
Was ist Synkretismus?Synkretismus ist die „Vereinigung“ von zweioder mehr Glaubenssystemen oder Religionenzu einem neuen religiösen System, auchwenn sich die einzelnen Glaubenssysteme inzentralen Lehren wider-sprechen mögen.Animismus spielt dabei eine übergeordneteRolle im indo-nesischen Synkretismus. Dieoffizielle Religionszugehörigkeit ist dabeimeist nur die äußere „Einfärbung“. Nehmenwir beispielsweise die Hauptinsel Java, woetwa zwei Drittel der Indonesier leben. Derursprüngliche javanische Animismus wurdedurch die im Laufe der Geschichte auf dieInsel kommenden neuen Religionen nichtausgelöscht und ersetzt, sondern lediglichergänzt.Dem traditionellen javanischen volks-glauben(Animismus) folgte ein javanisch-animistischer Hinduismus“, diesem folgte ein„javanisch-animistisch-hinduistischerBuddhismus“ und danach ein „javanisch-animistisch-hinduistisch-buddhistischerIslam“– wobei selbst der anfänglich nach Javagebrachte Islam seinerseits schon mitElementen der persischen Mystik vermischtwar. Ähnliches gilt auch für viele „Christen“auf Java, wie auch auf anderen Inseln.(In abgelegenen Gebieten anderer Inselnbeschränkt sich die Vermischung allerdingsoft auf Animismus einerseits und Katholizis-mus, Protestantismus oder Islam anderseits.)
Das religiöse Gesicht Indonesiens
     R     U     M     A     H
       K     e       h       i       d     u     p     a     n
   3   0 .   J  a  n  u  a  r   2   0   0   9
 
3
Alle Volksgruppen in Indonesien habenanimistische Wurzeln. Animismus wirddefiniert als „Manipulation, Beeinflussungoder Täuschung übernatürlicher Kräfte oderWesen mit dem Ziel, eigene Wünsche undPläne verwirklicht zu bekommen.“ Animismusist somit weniger „Anbetung“ von Geistern,sondern deren Manipulation und Nutzbar-machung:Menschen versuchen, die unsichtbare Weltvon Geistern und Naturkräften dazu zubenutzen, um hinsichtlich Gesundheit,Wohlstand, Wohlergehen oder Ansehen dieeigenen Wünsche und Erwartungen erfüllt zubekommen. Die Geisterwelt ist dabei nurMittel zum Zweck. Und so finden sichtraditionell animistische Elemente sehr oftunter dem äußeren Erscheinungsbild vonIslam, Katholizismus oder auchProtestantismus, und zwar in allenBevölkerungsschichten – von den einfachenBauern bis zu Adeligen und höchstenRegierungspolitikern.Dazu einige wenige, willkürlich gewählteBeispiele:-Opfergaben für Geister oder Verstorbene(spezielle Speisen, Tiere etc.), um guteErnten, ausreichend Trinkwasser, sichereReise, gute Geschäfte, Gesundheit etc. zuerhalten.- Vielerlei Regeln (Gebote & Verbote vonHandlungen, Worten, Ritualen etc..) werdeneingehalten, um ähnliches von den Geisternund unsichtbaren Kräften zu erreichen.-Vielerlei zeitlich genau festgelegte Ritualehinsichtlich Schwangerschaft, Geburt,Namensgebung, Beschneidung,Erwachsenwerden, Hochzeit, Tod –beginnend kurz nach der Empfängnis bis(z.B. auf Java) zum 1000. Tag nach demTodestag.- Festgelegte Rituale und Feste, um vonmöglichst vielen Teilnehmern deren„Segen“ („berkah“ oder „berkat“) zuerhalten.-„Wallfahrten“ zu besonders „heiligen“ Orten,um dort – mit oder ohne besondereOpfergaben oder Gelöbnisse – einenbesonderen „Segen“ bzgl. Gesundheit,beruflichem Erfolg etc. zu erhalten.-Menschen mit besonderen „geistlichen“Kräften, Fähigkeiten und Verbindungen zurGeisterwelt werden in allen möglichenLebenslagen konsultiert.-Rituale, Vorschriften und Opfergaben, umGeister fernzuhalten oder zu vertreiben (z.B.aus dem Haus) oder Krankheiten zubekämpfen.-Herausfinden „guter“ Tage und Stunden fürHochzeit, Reiseantritt etc. durch „weiseMenschen“,etcHeilungen oder andere „Erfolge“ solcherPraktiken mögen durchaus von Geisternkommen, verstellt sich doch Satan selbst oftals „Engel des Lichts“, um Menschen zu ver-führen (1.Kor 13:14).Immer, wenn von außen neue Religionenkamen – sei es aus Indien, China, Japan,Mekka, Rom oder USA – wurde (und wird)hier eine neue Chance gesehen: Neue,zusätzliche Wege und Möglich-keiten, sichdie unsichtbare Welt zunutze zu machen.So wurden nur sehr, sehr selten die altenGlaubenssysteme aufgegeben (1.Thes 1:9).Stattdessen wurden (und werden) nurElemente und äußere Formen der jeweils„neuen“ Religion ins bisherige Glaubens-system integriert.Dies ist die Situation, in der sich die weitüberwiegende Mehrheit der BevölkerungIndonesiens befindet und deren man sichbewusst sein muss, will man wirksam und mitErfolg die Botschaft Jesu Christi verkündigen.Nur allzu leicht – das zeigen allzu vieleBeispiele hier – produzieren evangelikaleMissionare nur weitere „Gemeinden“animistisch-evangelikaler„Christen“ – und einLachen des Teufels darüber.
aus: Biblisch Glauben Denken LebenHerausgegeben vom Bibelbund e.V.
Das religiöse Gesicht Indonesiens
     R     U     M     A     H
       K     e       h       i       d     u     p     a     n
   3   0 .   J  a  n  u  a  r   2   0   0   9
of 00

Leave a Comment

You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...
You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...