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100 Jahre NNN
Montag,5.Januar2009
Aus Stadt und Land
KühlerSommer 
DasJahr1909könntemanmitFugundRechtalseinJahrohneSommerbezeichnen,denn,eini-geSonnentageabgerechnet,ha-benwirfortdauerndkühles,jakaltesWettermitRegenschau-erngehabt.
 JüdischesNeujahr 
UnserejüdischenMitbürgerbe-gingenam15.und16.Septem-ber1909dasisraelitischeNeu- jahrsfestdesJahres5670.
Schlachtvieh
ImstädtischenSchlachthauswurdenimSeptember1909ge-schlachtet:78StückGroßvieh,107StückKälber,301StückSchweine,55StückHammel,vierStückZiegen.
GroberUnfug
GrobenUnfugverübtenschonseitlängererZeitmehrereSchul-knabeninderWeise,dasssieGe-schäftsleuteinderBreitestraßebelästigen,indemsiedieLaden-türaufreißenunddenLadenin-haberverspotten.EswäreanderZeit,dassdiesenBürschchendasHandwerkgelegtwird.
Vorturner 
ZurVorturnerstundedesOber-leinegaues,welchesderhiesigeMännerturnvereinübernom-menhatte,warvonungefähr90Vorturnenbeschicktworden,die32Vereinevertraten.
Das Reich und die Welt
HülfefürMexiko
SeineMajestätderKaiserhatzurHülfeleistungfürdiedurchÜberschwemmungverheertemexikanischeStadtMonterreyeineGabevon10.000Markge-spendet.
KampfgegenPiraten
BeieinemBajonettangrifffran-zösischerTruppenaufeinDorf naheSaigon,inwelchemsichSeeräuberverschanzthatten,wurdendreiweißeundeinein-geborenerSoldatgetötet,neunverwundet.VierSoldatenstar-benamSonnenstich.DiePiratenhattenzehnTote.
Kaisermanöver 
KaiserWilhelmistgesternvonIglaunachKarlsruhezurTeilnah-meandendeutschenKaiserma-növernabgefahren.
Prinzgeboren
DieKronprinzessinCäcilieistgesternum10.45UhrvoneinemPrinzenentbundenworden.DiehoheFrauundderkleinePrinzbefindensichwohlauf.
BriefnachSüdwest
DieersteBriefpostnachDeutschSüdwestafrikaimMonatNo-vember1909gehtvonEuropaamerstenTagedesMonatsab.SiewirddemDampferderdeut-schenOstafrikaliniezugeführt.DasSchiffistam22.NovemberinSwakopmund.
Mädchenhandel
UnterstarkerBeteiligungvonStaatsbehörden,VereinenundKörperschaftenwurdeheuteinLeipzigdieHauptversammlungder7.DeutschenNationalkonfe-renzzurBekämpfungdesMäd-chenhandelseröffnet.
Parsevalballon
DierussischeRegierunghateineAbordnungnachBitterfeldent-sandt,umwegendesAnkaufsei-nesParsevalballonsVerhandlun-geneinzuleiten.
MarkttreibenvorderAltenWacheimJahr1909.
Foto: Stadtarchiv/nh
ben. Starke,herrlich quiet-schende Stim-me, absolut si-cherer Damen-Herzen-Bre-cher.Diese dreieigentümli-chen GestaltensindKunstfigu-ren, denen einZeichenstiftzur Existenz verhalf. DasDreigestirnkann als Vor-gänger des le-gendärenTheodor ange-sehen werden,der mehr als50 Jahre späterseine Leser inder NNN mitseinem wö-chentlichenStadtbummelzum Schmun-zeln brachte.
G
estatten? Gottlieb vondem Wieter, NepomukTrübsinn, EulaliusSchmachtmeier.“Diesedreiaufihremjeweili-gen Gebiet äußerst kompete-ten Herren kamen aus Nord-hausen, um mitzuhelfen, dieneue Zeitung NortheimerNeueste Nachrichten aus derTaufe zu heben.Der erste der drei Redakti-onsschreiber macht sich inReimen bekannt: „Ich heißeGottlieb von dem Wieter undstelle mich gehorsamst vor.Schon von Geburt an treu undbieder, das heißt: oft auch eingroßer Tor.“Nepomuk Trübsinn wird als wissenschaftlicher Beraterund Überphilosoph einge-führt. Sein Charakter und sei-ne Lebensenergie: Wie seinName!Eulalius Schmachtmeier fir-miert als Sänger und Mandoli-nenvirtuose.SeineEigenschaf-ten: Greift oft im Leben undauf seiner Mandoline dane-
Virtuose Künstler
Die Vorgänger des legendären Theodor
EulaliusSchmacht-meier Nepomuk TrübsinnGottlieb vondem Wieter 
Inserate
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die bisher für unsere Kolonienaufgewendeten Mittel kein verlorenes Kapital seien, son-dern dass dieses Kapital gear-beitetundheutebereitsWertegeschaffen habe, deren Ge- winnung der Allgemeinheitdes vollen Jahrzehntes hin-durch unmöglich schien.Die NNN wirbt für die Neu-
NORTHEIM.
„Die letzt verflos-senen ereignisreichen JahrehabenkolonialeBestrebungenin den Vordergrund des Inte-resses der Nation gestellt“, er-klärt die NNN ihrer Leser-schaft im Oktober 1909 imGeist der Zeit: In immer weite-reKreisedesdeutschenVolkesdringe das Bewusstsein, dass
VomWert der deutschen Kolonien
Expeditionen nach Togo, Kamerun, Ostafrika, Südwestafrika, in die Südsee und nach Kiautschou
erscheinung eines Buches mitdem Titel „Die deutschen Ko-lonien“ mit den Worten: „Die-ser Erkenntnis zu weiterenSiegen zu verhelfen und denStolz und die Freude an unse-ren überseeischen Besitz zu weckenundzustärken,istderZweck dieses Werkes.“ Ein-drucksvoll werde mit dieser Veröffentlichung eine einzig-artigeDarstellungdeskolonia-len Besitzes geboten. Grundla-ge für das Buch seien fünf Ex-peditionen in die Kolonien ge- wesen. Die Reisen hatten die Autoren nach Togo, Kamerun,nach Ostafrika, nach Südwest-afrika, in die Südsee und nachKiautschou geführt.
Geburtshausder neuenZeitung
RedaktionundVerlagderNortheimerNeuesteNach-richtenversprecheninderers-tenAusgabedesBlattes,„inderLagezusein,demLeser-kreisaufsschnellsteüberalleimIn-undAuslandvorkom-mendenwichtigstenEreignis-sezuunterrichten.“Siewerdestetseinerechtvaterländi-schen,denErscheinungenun-sererZeitRechnungtragen-denPolitikdasWortreden.Undweiterwirdversichert:„Endlichwerdenwirbestrebtsein,unserenLeserinnenundLesernmitgutenFamilienro-manenzudienen,wieande-rerseitsauchderliebenJu-gendeinKapitelwidmen.“An-gekündigtwird,dassdieGe-bieteKonzert,TheaterundLi-teraturvonsachverständigenFreundenbearbeitetwürden.Im Haus Münster 20 (Bild)befand sich der Sitz von Ver-lag, Redaktion und Geschäfts-stelle der NNN im Jahr 1909.
NORTHEIM.
Mit dem Inkraft-treten des VereinsgesetzeshabesichdieStellungderFrauzur Politik geändert, erklärtdie NNN ihrer Leserschaft inihrer dritten Ausgabe am 15.September 1909 und sagtauch, wie diese Veränderungzu verstehen ist: „Ihrem Zu-tritt zu politischen Versamm- würden für den allgemeinenpolitischen Fortschritt nurdann nutzbar zu machen sein, wenn man um sie werbe, wenn man das Verständnisund das Interesse für die Zieleund Ideale der Partei zu we-ckenverstehe:„Undalldieun-gezähltenFrauen,dienochab-seits des politischen Lebensstehen, werden heute, da derLiberalismus einen schwerenKampf um die idealen Güterder sozialen Gerechtigkeitund des geistigen Fortschrittszu kämpfen hat, zur Mitarbeitzu gewinnen sein.“mehr Nachahmung finden. Um alle hier brach liegendenKräfte sich nutztbar zu ma-chen, sollte jeder Ortsvereinsich mit einem Werberuf andie Frauen wenden.“Der Leitartikel des Tagesfährt fort, es gebe schon heutein Deutschland eine Anzahlpolitisch geschulter Frauen.Geschult durch die hartenKämpfe, die sie hätten beste-hen müssen, um insbesonderein Frauenbildungsfragen ih-ren Geschlechtsgenossinneneine größere Bewegungsfrei-heit zu erringen. Diese Kräftelungen steht nichts mehr im Wege.“ Weiter heißt es, schon wer-de in verschiedenen ParteiendieveränderteSachlageausge-nutzt und um die Mitarbeitder Frauen geworben. Aucheinzelne nationalliberale Ver-einehättenbereitsSchrittege-tan, um das Interesse, die Ar-beitskraft und den Einflussder Frauen zu gewinnen.Der nationalliberale VereinNortheim als Herausgeber derNNN appelliert an die Partei-freunde: „Dieses Beispiel soll-te in der Partei noch sehr viel
ParteienwerbenumFrauen
Neues Vereinsgesetz öffnet Weg in die Politik - Kampf um Fortschritt und Gerechtigkeit
Zeit(ungs)raffer:Das Jahr 1909
HNA-SERIE
Inserate waren von Beginn anBestandteilderNNN.
Jubiläum
DieNortheimerNeues-tenNachrichten(NNN)feiernindiesemJahrih-ren100.Geburtstag.ZumJubiläumgibtesam12.Septembereingro-ßesFest.Bisdahinnut-zenwirdieZeit,umindenaltenAusgabenderHeimatzeitungzublät-ternundwöchentlichauf SonderseitenEreignisseundThemen,aberauchKuriositätenausdemAn-zeigenteilvergangenerZeitenzupräsentieren.DenAuftaktbildenArti-kelundMeldungendesNNN-Gründungsjahrs1909.WirinteressierenunsauchfürIhreErinne-rungen,diesiemitderNNNverbinden:persön-licheErlebnisseoderEr-eignisseinderRegion?Glücksmomente?Schicksalsstunden?
SchreibenSieuns:NortheimerNeuesteNachrichtenInderFluth2437154Northeim,E-Mailannortheim@hna.de,Faxan055 51/600 722.
 
Ausden städtischen Kollegien
Bürgerrecht
IneinerSitzungderstädtischenKollegienwurdedemLandwirtGeorgKüsterinHoltensenunddemSchachtmeisterAugustLu-dolphinEdesheimdasBürger-rechtderStadtNortheimverlie-hen.
Kostenerstattung
DemLehrerKochwerdendieReisekosteninHöhevon36MarkinbetreffderTeilnahmeanderinUelzenstattfindendenWanderversammlungdesVer-bandesHannoverscherGewer-beschulmännerbewilligt.
Baugenehmigung
DemSchaffnerAlbertBökerwirddieGenehmigungzurEr-bauungeinesWohnhausesanderStraße„AmFrauengraben“,einerunfertigenStraße,erteilt, jedochunterBedingungderBe-zahlungderStraßenherstel-lungskosten.
E
ine Übersicht der Kriegsflotten der da-maligen Großmächte beschreibt dieNNN ihrer Leserschaft 1910. Im Be-richt heißt es: „An der Spitze marschiert na-türlich das seegewaltige England, das mitseinen Dreadnoughts und Inflexibles einengewaltigen Vorsprung vor allen anderenStaaten hat. Dazu kommt noch, daß die eng-lischen Kriegsschiffe aller Art fast allenKriegsschiffen der anderen Staaten an Grö-ßeundArmierung,SchnelligkeitundPanze-rung über sind. Nur an Zuverlässigkeit undKriegsbrauchbarkeit sind die englischenSeeriesen nicht viel wert.“
 Die Kriegsflottenstatistik:
England:
452 Schiffe mit 2 009 410 Tonnen,
Deutschland:
272 Schiffe mit 830 603 Ton-nen,
USA:
175 Schiffe mit 821 065 Tonnen,
Frankreich:
380 Schiffe mit 661 243 Tonnen,
 Japan:
138 Schiffe mit 457 124 Tonnen,
Rußland:
282 Schiffe mit 341 004 Tonnen,
Italien:
148 Schiffe mit 272 329 Tonnen.
Österreich-Ungarn:
133 Schiffe mit 161 211Tonnen.
Die Kriegsflotten der Welt im Jahre 1910
Das Wettrüsten vor dem ersten Weltkrieg war auch in der Heimatzeitung nachzulesen
Grafiken in der Zeitung sind keine Erfindung der heutigen Zeit: So illustrierte die NNN1910dieStatistiküberdieKriegsflotten.
Foto: Stadtarchiv
Anzeigenund Inserate
Pension
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Nebenverdienst.
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SalvatorsowiediebeliebtenBiere
Northeimerhellunddun-kelbeiWilh.Suthoff,CafèHo-henzollern.
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KreuzunginaltemGlanz
WerdieKreuzungderBahn-hofstraßeheutekennt,wirddieKreuzungmitderGöttin-gerStraßeaufdieserrund100 JahrealtePostkartenansichtkaumerkennen.Dortwoheu-tederVerkehrpulsiert,gingesdamalsoffensichtlichdeutlichbeschaulicherzu.DortwoheuteinderGeschäftsstellederVolksbankEichsfeld-Nort-heimGeldgeschäfteabgewi-ckeltwerden,bettetensicheinstimHotelNortheimerHof (links),GästederStadtzurRuhe.DenPlatzdesstattlichenGebäudesmitEcktürmchenaufdergegenüberliegendenStraßenseitenimmtnuneinschmucklossesGeschäftshausimtypischenStilderSiebziger Jahreein.
Foto: Stadtarchiv/nh
D
en „groben Unfugdurch die Presse“ hatein Staatsanwalt zukonstruieren versucht, ob- wohl nach der Rechtspre-chungdesReichsgerichtesdie-se juristische Konstruktionein für alle Mal beseitigt seinsollte, berichteten die Nort-heimer Neuesten Nachrichtenim Jahr 1910.Die Niederschlesische Zei-tung in Görlitz hatte kurz vor Weihnachten eine Notiz ver-öffentlicht, in der sie im Hin-blick auf den Andrang in denGeschäften das Publikum zur Vor dem Schöffengerichtkonntebewiesenwerden,dassder Inhalt der Notiz auf wah-ren Begebenheiten beruhte,sodass der Amtsanwalt selbstauf Freispruch plädierte.Die NNN berichtete überden Prozess: „Das Gerichtführte verständigerweise aus,daß ein grober Unfug auchdann nicht vorliege, wenn dieNotiz ganz aus der Luft gegrif-fen wäre, da sie in keiner Wei-se geeignet sei, das öffentlicheSicherheitsgefühl des Publi-kums zu beunruhigen.“Kommentierend wird hin-zugefügt: „Es gibt zwar keinengroben Unfug der Statsanwalt-schaft, aber wir meinen, Per-sonen, die so beunruhigend wirken, sollte man auf einenfür das Publikum weniger ge-fährlichen Posten tun.“Staatsanwaltschaft erblickedeshalb in der anscheinendaus der Luft gegriffenen Notizeinen groben Unfug.Der Redakteur erhielt einenStrafbefehl über 15 Mark mitder Begründung „eine derarti-ge Notiz sei geeignet, das Pu-blikum zu belästigen und inbegreifliche Unruhe zu verset-zen, dergestalt, daß dadurchsich eine solche Aufregungder Bevölkerung bemächtigenkonnte, daß ein Auflauf ent-stehen und die äußere Ord-nung stören konnte.“Kommentar der NNN: „Wiedas möglich ist, das bleibt einewiges Geheimnis der Staats-anwaltschaft, die vom prakti-schen Leben blutwenig zu wis-sen scheint.“Gegen den Strafbefehl rief der Redakteur das Gericht an. Vorsicht gegen Taschendiebemahnte und erzählte, daß ineinem Geschäft schon einigeDiebstähle festgestellt wordenseien. Also eine gewiß harmlose,gutgemeinte und überall an-gebrachte Notiz, kommentie-ren die NNN, bei der sich kein vernünftiger Mensch etwasBöses gedacht haben könne:„Aber die Staatsanwaltschaftsieht auch das Verborgenste,und so hat sie glücklich he-rausgebracht, daß mit dieserNotiz eine Störung der äuße-ren Ordnung und somit gro-ber Unfug verübt worden ist.“Der verantwortliche Redak-teur wurde nach einigen Wo-chen vor die Kriminalpolizeizitiert, die ihm eröffnete, diePolizei habe einen Diebstahlnicht feststellen können, die
NotizwarkeinUnfug
NNN bezog Stellung gegen Staatsanwaltschaft - Verfahren gegen Görlitzer Redakteur
Zeit(ungs)raffer:Das Jahr1910
HNA-SERIE
Jubiläum
AufunsererheutigenSonderseitepräsentie-renwieArtikelundMel-dungenderNNNausdemJahr1910.WirinteressierenunsauchfürIhreErinnerun-gen,dieSiemitderNNNverbinden:persönlicheErlebnisseoderEreignis-seinderRegion?Glücks-momente?Schicksals-stunden?
SchreibenSieuns:NortheimerNeuesteNachrichtenInderFluth2437154Northeim,E-Mailannortheim@hna.de,Faxan055 51/600 722.
Aus Stadt und Land
NeuerMuseumsverein
InNortheimhatsicheinAus-schußgebildet,derdieGrün-dungeinesMuseumsvereinsindieWegeleitensoll.Dienun-mehrfreigewordene,schönres-taurierteKapelleamMarktplatzsolldemzuerrichtendenMu-seumalsUnterkunftsortdienen.
HaltloseVorwürfe
DieimNovember1909durchdieZeitungengegangeneNach-richtüberVerfehlungendesStöckheimerLehrersMehlekehabensichdurchdieeingeleite-teUntersuchungalshaltloser-wiesen.M.befindetsichnochheuteimAmte.
Nachtwächterstürzte
DerNachtwächterkamanderEckeBreitestraße/EntenmarktinNortheimzuFalleundtrugeineVerletzungdesrechtenDau-mensdavon.ErmusstesichinärztlicheBehandlungbegeben.
Schädelgespaltet
DerArbeiterCarlTropenhagengeschahinderEwers‘schenMühleinHöckelheimdasUn-glück,dassermitdemKopfederKreissägezunahekam,wodurchihmderSchädelgespaltenwur-de.ÜberdasBefindendesVer-unglücktenkonntenwirbiszurStundenichtsnähereserfahren.
Feuerinhle
ImNebengebäudedesAcker-mannesHesseinBühlebracheinFeueraus.DasNebengebäudebranntefastnieder.ZurHilfeleis-tungwarauchdieSudheimerWehrerschienen.Demenergi-schenZusammenarbeitenderWehrenisteszuverdanken,dasskeingrößeresFeuerentstand.
SchussinsBein
DasleidigeSpielenmitSchuß-waffen,zumalinKinderhänden,hatinKuventhalernsteFolgengezeigt.EinSchulknabehatteeinTerzerolmitindieSchulklassegenommenundspieltedortimunbewachtenAugenblickemitderWaffe.DieseentludsichunddieKugeldrangeinemnaheste-hendenSchülerinsBein.
GarnsioninAussicht
BeiderBeratungdesMilitäretatsimReichstagehieltunserAbge-ordneterSenatorFindel-Einbeck(nationalliberal)einebedeutsa-meRede.Erbedauerte,dassEin-beckundNortheimdieGarniso-nengenommenwordenseien,diesieschonseit1750besessenhaben.DerVertreterderMilitär-verwaltung,OberstWandel,er-widerte,dieMilitärverwaltungerwägedieBerücksichtigungvonNortheimfürdieBelegungmitGarnison.
Das Reich und die Welt
NeujahrbeiHofe
NachalterArtwurdeauchdie-sesmalbeiHofeNeujahrgefei-ert.Wieverlautet,hatderKaiserbeimEmpfangderkommandie-rendenGeneräledieneueDienstinstruktionfürhöhereTruppenführergenehmigt.DerNeujahrsmorgenbegannmitdemGroßenWecken.Hierauf fandeinGottesdienstinderSchlosskapellestatt.Um11UhrbeganndieGratulations-undDefilierkourimWeißenSaale,andensichderEmpfangderBot-schafterschloss.
StreikInEngland
ImenglischenNorthumberlandhabeninfolgevonStreitigkeitenmitdenBergwerksbesitzernwe-gendesAchtstundentages10 000BergarbeiterdieArbeitniedergelegt.InDurhamwollenweitere10 000BergarbeiterdieArbeiteinstellen.
Flugzeugstürzteab
DerAviatikerdelaGrangeistmitseinemMonoplanaufdemFlug-platzCroixd‘Hinsaufgestiegen.DieFlugmaschineflogglänzend.BeieinemzweitenVersucher-hobsichdelaGrangezu30Me-terHöheundhattediedritteRundevollendetalsinfolgeei-nesWindstoßesderlinkeFlügelbrach.DerAeroplanstürzteab.DelaGrangewarsoforttot.
SelbstmordimWahn
InBerlinversuchteeinanVerfol-gungswahnleidenderpensio-nierterLokomotivführerseineFrauzuerschießen.AlsderSchussseinZielverfehlte,richte-teerdieWaffegegendieeigeneSchläfeunderschosssich.
 TödlicherUnfall
VierSchülerderPräparandenan-stalt(früherUnterstufederLeh-rerausbildungsanstalt,Anm.derRed.)inFrankfurt/Oderunter-nahmeneinenAutomobilaus-flug.DasAutomobilfuhraufei-nenKieshaufen.Der17-jährigeSchülerErichSchwengausSom-merfeldflogausdemWagenhe-rausundstürztemitdemKopf gegeneinenBaum.EristseinenVerletzungenerlegen.
100 Jahre NNN
Montag,12.Januar2009
 
100 Jahre NNN
Montag,19.Januar2009
Die Northeimer Kasernen unmittelbar nach ihrer Fertigstellung. Im Jahr 1913 wurde mit dem Bau der Gebäudekomplexe begon-nen.
Foto: Stadtarchiv/nh
NORTHEIM.
Der Bau der Nort-heimer Kasernen soll, wie dieNNN am 26. Juli 1913 berich-tet, „jetzt energisch in Angriff genommen werden, nachdemheute die Genehmigung der Ausschreibungen durch dieKorpsintendantur eingetrof-fen ist.“
 Mit Lazarett 
DanachistderBauderwest-lichen Kaserne der FirmaGebr. Frankenberg für dieMindestforderung von
DieKasernenentstehen
Für den Kiestransport wurden 1000 Meter Gleise von der Rhume zur Baustelle verlegt
100.408,98 Mark übertragen,der Bau der östlichen Kaserneder Firma H. Warnecke für100.434,98 Mark und der Baudes Lazaretts dem Maurer-meister A. Bode für 49.381,10Mark.Die Heimatzeitung stelltfest: „Dass es hiesige Firmensind, die den Sieg davongetra-gen haben, wird gewiss allge-mein Befriedigung erregen.“Es wird die Erwartung ausge-sprochen, dass mit den Arbei-ten schon in den nächsten Ta-gen begonnen wird, da noch vor Eintritt des Winters dieGebäude unter Dach sein sol-len. Große Massen von Stei-nen seien bereits im Laufe der Woche auf dem Bauplatz an-gefahren wordenDen zum Bau erforderli-chen Kies liefert die Stadt, die von der Rhume bis zum Bau-platz 1000 Meter Gleise hat verlegen lassen, auf denen deraus dem Rhumebett gewonne-neKiesinLorenbisandieBau-stelle befördert wird. (hjf)kannt werden können. AmSonntag vor acht Tagen habeanlässlich eines Kriegsspielsauf der ntgenburg einhalbwüchsiger Bursche miteinem Revol- ver gespielt, wobei eine Ku-gel den 16-jäh-rigen WilliBrandt aus Wa-chenhausenam Oberschenkel verletzte,der glücklicherweise nur eineschwere Fleischwunde davon-getragen hat. Er wurde zum Arzt gebracht. (hjf)
NORTHEIM.
„Das Spielen mitSchusswaffen hat trotz War-nungen in letzter Zeit in der Umgebung Northeims umsich gegriffen und teilweiseauch schlimme Folgen ge-habt.“ Das berichtet die NNNin ihrer Ausgabe vom 11. No- vember 1912. Weiter heißt es, schon vorlängerer Zeit sei der Fischerei-pächter Sch. aus Northeimbeim Fischen in der Rhume von dem gegenüber liegen-den Flussufer mit einem Re- volver beschossen worden,ohne dass der Täter habe er-
Gefährliches Spiel
Schlimme Folgen durch Schusswaffen
rektor Nahme und für den 4.Gastwirt Curth anwesend.Der im dritten Bezirk gewähl-te Kaufmann L. Huch hattegebeten, von seiner Einfüh-rung bis zur Erledigung dergegen seine Wahl anhängiggemachten Klage Abstand zunehmen.Zum 200-jährigen Geburts-tage Friedrichs des Großen wurde in der Sitzung der Kol-legien angeregt, Bücher denNortheimer Schulen zur Ver-teilung zu übergeben. Dienotwendigen Kosten wurdenübernommen. (hjf)
NORTHEIM.
Die städtischenKollegien Northeims tratenam 2. Januar 1912 zu einer ge-meinsamen Sitzung unter derLeitung von BürgermeisterPeters zusam-men. Erster Ta-gesordnungs-punkt war dieEinführungund Verpflich-tung der neu-gewählten Bürgervorsteher.Für den 1. Stadtbezirk warStationsvorsteher a.D. D. Kö-neke, für den 2. GoldarbeiterF. Nebel, für den 3. Mühlendi-
Neue Vorsteher
Verpflichtung durch Bürgermeister Peters
Aus Stadt und Land
Fußballsport
NORTHEIM.
DasWettspielam23. Oktober 1911 der 2. Mann-schaft des Fußballclubs Nort-heim07gegendie3.„SpielundSport“ endete mit einemSiegder letzteren von 10:0.
 Tannenbaumfeiern
NORTHEIM.
Der ZitherclubFrohsinn NortheimvereinigteseineMitgliederam31.Dezem-ber 1911 imRatskeller zu einerTannenbaum- und gleichzeiti-ger Silvesterfeier. Der Hand-werkergesangverein veranstal-tete amNeujahrstag ebenfallseine Tannenbaumfeier.
NeuerSpielplatz
HARDEGSEN.
Der Arbeitsaus-schuss imOrtsausschuss für Ju-gendpflege in Hardegsen hatam25.März1912alserstesdieSchaffung eines ordentlichenSpielplatzesinsAugegefasst.EswirdnunmehrderTurnplatzanderSteinbreitesehrverbreitert,wobeieinigeLindenundEichensowie auch Obstbäume umge-legt werden mussten. Aber derPlatz,dersogewonnenwird,ist,wie man schon jetzt sieht, der-artig, dass wir hier einen derschönstenSpielplätzeweitundbreit besitzen werden. Sowohlhinsichtlich seiner Größe alsauch seiner herrlichen Lage we-gen.FürdiehiesigenVereineistes in sofern angenehm, als sichihnen damit ein schöner Fest-platz bietet, wie ihn sich dieFreiwillige Feuerwehr zum25- jährigen Jubiläumnicht besserwünschenkann.FürdieHeimat-zeitung in Northeimheißt das:„Den städtischen Kollegienkann man dafür nur dankbarsein.“
Stromkabel
NORTHEIM.
Die Kabellegungfür die elektrische Leitung istnunmehr auf der Breiten- undMühlenstraßebeendet.DerEin-bau des für die Ausschaltungnotwendigen Umformers amBallin´schen Haus wird imNo-vember 1912 ausgeführt. Mitder Herstellung der Fußsteigeauf der Breitenstraße ist begon-nenworden.DieNNNkommen-tiert: „Es ist somit zu hoffen,dass recht bald die Breite- undBahnhofstraße sich in einemsauberen und neuen Gewandezeigen wird. Günstiges Wetternatürlich vorausgesetzt.“
Fußballclubvon1907
NORTHEIM.
Der FußballclubNortheimvon 1907 veranstal-teteam2.März1913imHuchs-chen Saale einen Unterhal-tungsabend. Zwei Thaeterstü-cke: „ImBürgerquartier“ und„Auf demHeringsdorf“ wurdenrechtflottgespielt.AndasThea-ter reihte sich ein Tanzvergnü-gen an, das alle Teilnehmernoch lange in schöner Harmo-nie zusammenhielt. (hjf)
Inserate
Ehrenerklärung.
Die beleidi-genden Worte, welche ich beider Stichwahl gegen die Eisen-bahnarbeiter von Elvese ausge-sprochen habe, nehme ich hier-mitzurück.Elvese,den7.Febru-ar 1912. August Hente, Nr. 24.
ZurOsterbäckerei
istderbesteund billigste Butterersatz mei-ne Spezialmarke Tafel-Margari-ne „Muldenperle“. Bis 30. März1912 ein Pfund Muldenperleund zus. ½Pfund Blockschoko-lade für 90 Pfg. Ad. Klipsch,Northeim, Breitestraße 2.
Kalk-Lebertran-Kraftemulsi-on.
Flasche 40 Pfg. AlleinigeNiederlage: Aug. Curth jr. Nort-heim, Drogenhandlung.
AusgekämmtesHaar 
kauftàKi-logramm5 Mark Otto Rode, Fri-seur, Northeim, gegenüber derPost. (hjf)
BeschaulicheIdylle
Eine Diskussion um Verkehrs-beruhigungimNortheimerIn-nenstadtbereich wäre denEinwohnern und den Stadtvä-tern Northeims in den Jahrenvor dem 1. Weltkrieg nicht inden Sinn gekommen.Der Bereich Münster undBreite Straße glänzten als be-schauliche Kleinstadtidylle,wie unser koloriertes Foto ausdem Northeimer Stadtarchivzeigt, das um das Jahr 1912entstand. Links ist das St.-Spi-ritus-Haus zu sehen, im Hin-tergrund die St.-Sixti-Kirche.Nur die Pflastersteine kom-men dem heutigen Betrachterseltsam modern und bekanntvor.Heute gehört dieser Be-reich zur Fußgängerzone.Doch fahren und parken hier jetzt tagtäglich mehr Fahrzeu-gealsindenfrühenJahrendesvorigen Jahrhunderts, als dieBreite Straße noch Haupt-durchgangsstraße war. (hjf)
Rückblick
UnserehemaligerRedakti-onsleiterHansJ.Fisseler blättertimNNN-Archiv:
DerKaiserwarindenfrühenNNN-Jahrentäglichmindes-tenseineNotizwert.DieLe-sererfuhrennichtnur,wenWilhelmII.besuchte,son-dernauchwelcheErzherzö-geundPrinzenmitihrenGemahlinnenzuseinemGe-folgegehörten.DerNach-richtenwertwarnachheuti-genMaßstäbengering,aberdiepflichtschuldigeHofbe-richterstattungmachtedaswohlnotwendig.Undviel-leichtwartetendieLeserauchbegierigdarauf,täglichzuerfahren,wieesbeiHofezuging.Ichlesedasamü-siertunddenkeanmeinenseeligenGroßvater,derinfröhlicherRundegerndasLiedanstimmte:„Wirwol-lenunserenaltenKaiserWilhelmwiederhaben...“
Das Reich und die Welt
EhrlichbeimKaiser 
Prof.Ehrlichhieltam24.Januar1911vordemKaisereinenVor-tragüberdasvonihmerfundeneSyphilisheilmittelEhrlich-Hata606,demauchmehrereSena-torenderneugegründetenKai-ser-Wilhelm-Gesellschaftbei-wohnten.NachdemVortragwurdendieHerrenvomKaiserzurTafelgeladen.
Wertzuwachssteuer 
Gestern,am2.Februar1911,gingeswirklichundwahrhaftigimReichstagmitderWertzu-wachssteuerzuEnde.DieVorla-gewirdmit199Stimmengegen93bei20Stimmenthaltungenangenommen.EinlangwierigerKampfistaus.
DieKriegslage
BöseÜberraschungenzeitigtam27.Oktober1911derTripolita-nischeKriegfürdieItaliener,diesiegesdurstigausgezogenwa-ren,eineneueKoloniedemHau-seSavoyenzuerwerben.DieTürkenwissenmitganzaußeror-dentlicherGeschicklichkeit,ihrePositionenzuwahren.
DerKaiserinWien
KaiserWilhelmtrafamSonntag,24.März1912,inWieneinundwurdeaufdemBahnhofePen-zingvondenErzherzögenLeo-poldSalvator,FranzSalvatorundPeterFerdinandempfangen.InderBegleitungdesKaisersbe-fandensichPrinzAugustWil-helmmitGemahlinunddiePrin-zessinViktoriaLuise.DieMonar-chenumarmtensichundküss-tensichaufdieWangen.
Wettersturz
Auf den bayerischen Bergen istam9. Juli 1913 ein großer Wet-tersturz eingetreten. Auf denHöhen von 1000 Metern abliegt Neuschnee. Es herrschteine ungewöhnliche Kälte.Durch den Schneedruck sinddie Wälder schwer beschä-digt. (hjf)
Zeit(ungs)raffer:Jahre1911bis1913
HNA-SERIE
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23)

12 / 03 / 2009
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