Ausden städtischen Kollegien
Bürgerrecht
IneinerSitzungderstädtischenKollegienwurdedemLandwirtGeorgKüsterinHoltensenunddemSchachtmeisterAugustLu-dolphinEdesheimdasBürger-rechtderStadtNortheimverlie-hen.
Kostenerstattung
DemLehrerKochwerdendieReisekosteninHöhevon36MarkinbetreffderTeilnahmeanderinUelzenstattfindendenWanderversammlungdesVer-bandesHannoverscherGewer-beschulmännerbewilligt.
Baugenehmigung
DemSchaffnerAlbertBökerwirddieGenehmigungzurEr-bauungeinesWohnhausesanderStraße„AmFrauengraben“,einerunfertigenStraße,erteilt, jedochunterBedingungderBe-zahlungderStraßenherstel-lungskosten.
E
ine Übersicht der Kriegsflotten der da-maligen Großmächte beschreibt dieNNN ihrer Leserschaft 1910. Im Be-richt heißt es: „An der Spitze marschiert na-türlich das seegewaltige England, das mitseinen Dreadnoughts und Inflexibles einengewaltigen Vorsprung vor allen anderenStaaten hat. Dazu kommt noch, daß die eng-lischen Kriegsschiffe aller Art fast allenKriegsschiffen der anderen Staaten an Grö-ßeundArmierung,SchnelligkeitundPanze-rung über sind. Nur an Zuverlässigkeit undKriegsbrauchbarkeit sind die englischenSeeriesen nicht viel wert.“
Die Kriegsflottenstatistik:
England:
452 Schiffe mit 2 009 410 Tonnen,
Deutschland:
272 Schiffe mit 830 603 Ton-nen,
USA:
175 Schiffe mit 821 065 Tonnen,
Frankreich:
380 Schiffe mit 661 243 Tonnen,
Japan:
138 Schiffe mit 457 124 Tonnen,
Rußland:
282 Schiffe mit 341 004 Tonnen,
Italien:
148 Schiffe mit 272 329 Tonnen.
Österreich-Ungarn:
133 Schiffe mit 161 211Tonnen.
Die Kriegsflotten der Welt im Jahre 1910
Das Wettrüsten vor dem ersten Weltkrieg war auch in der Heimatzeitung nachzulesen
Grafiken in der Zeitung sind keine Erfindung der heutigen Zeit: So illustrierte die NNN1910dieStatistiküberdieKriegsflotten.
Foto: Stadtarchiv
Anzeigenund Inserate
Pension
kanneinSchülerdeshiesigenGymnasiumsinbesse-remHausebekommen.MittwochfrühwirdaufdemWo-chenmarkteinegroßeSendung
blutfrischerSeefische
verkauft.
Nebenverdienst.
Vertreterge-suchtfürdenVertriebderGart-mann‘schenSchokolade-Auto-maten.HoheProvision.
Schlachtpferde
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BilligerSeidenverkauf!
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Lockenwasser
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SalvatorsowiediebeliebtenBiere
Northeimerhellunddun-kelbeiWilh.Suthoff,CafèHo-henzollern.
JederArztempfiehlt
KöstritzerSchwarzbierfürBlutarme,Bleichsüchtige,stillendeMütter,AbgearbeiteteundRekonvales-zente.Esistdasbesteundnahr-haftesteGetränkfürJungundAlt,einNähr-undKraftmittelerstenRanges.WenigAlkohol,vielMalz.EchtzuhabenbeiGe-brüderHuch,Northeim,amMarkt.
KreuzunginaltemGlanz
WerdieKreuzungderBahn-hofstraßeheutekennt,wirddieKreuzungmitderGöttin-gerStraßeaufdieserrund100 JahrealtePostkartenansichtkaumerkennen.Dortwoheu-tederVerkehrpulsiert,gingesdamalsoffensichtlichdeutlichbeschaulicherzu.DortwoheuteinderGeschäftsstellederVolksbankEichsfeld-Nort-heimGeldgeschäfteabgewi-ckeltwerden,bettetensicheinstimHotelNortheimerHof (links),GästederStadtzurRuhe.DenPlatzdesstattlichenGebäudesmitEcktürmchenaufdergegenüberliegendenStraßenseitenimmtnuneinschmucklossesGeschäftshausimtypischenStilderSiebziger Jahreein.
Foto: Stadtarchiv/nh
D
en „groben Unfugdurch die Presse“ hatein Staatsanwalt zukonstruieren versucht, ob- wohl nach der Rechtspre-chungdesReichsgerichtesdie-se juristische Konstruktionein für alle Mal beseitigt seinsollte, berichteten die Nort-heimer Neuesten Nachrichtenim Jahr 1910.Die Niederschlesische Zei-tung in Görlitz hatte kurz vor Weihnachten eine Notiz ver-öffentlicht, in der sie im Hin-blick auf den Andrang in denGeschäften das Publikum zur Vor dem Schöffengerichtkonntebewiesenwerden,dassder Inhalt der Notiz auf wah-ren Begebenheiten beruhte,sodass der Amtsanwalt selbstauf Freispruch plädierte.Die NNN berichtete überden Prozess: „Das Gerichtführte verständigerweise aus,daß ein grober Unfug auchdann nicht vorliege, wenn dieNotiz ganz aus der Luft gegrif-fen wäre, da sie in keiner Wei-se geeignet sei, das öffentlicheSicherheitsgefühl des Publi-kums zu beunruhigen.“Kommentierend wird hin-zugefügt: „Es gibt zwar keinengroben Unfug der Statsanwalt-schaft, aber wir meinen, Per-sonen, die so beunruhigend wirken, sollte man auf einenfür das Publikum weniger ge-fährlichen Posten tun.“Staatsanwaltschaft erblickedeshalb in der anscheinendaus der Luft gegriffenen Notizeinen groben Unfug.Der Redakteur erhielt einenStrafbefehl über 15 Mark mitder Begründung „eine derarti-ge Notiz sei geeignet, das Pu-blikum zu belästigen und inbegreifliche Unruhe zu verset-zen, dergestalt, daß dadurchsich eine solche Aufregungder Bevölkerung bemächtigenkonnte, daß ein Auflauf ent-stehen und die äußere Ord-nung stören konnte.“Kommentar der NNN: „Wiedas möglich ist, das bleibt einewiges Geheimnis der Staats-anwaltschaft, die vom prakti-schen Leben blutwenig zu wis-sen scheint.“Gegen den Strafbefehl rief der Redakteur das Gericht an. Vorsicht gegen Taschendiebemahnte und erzählte, daß ineinem Geschäft schon einigeDiebstähle festgestellt wordenseien. Also eine gewiß harmlose,gutgemeinte und überall an-gebrachte Notiz, kommentie-ren die NNN, bei der sich kein vernünftiger Mensch etwasBöses gedacht haben könne:„Aber die Staatsanwaltschaftsieht auch das Verborgenste,und so hat sie glücklich he-rausgebracht, daß mit dieserNotiz eine Störung der äuße-ren Ordnung und somit gro-ber Unfug verübt worden ist.“Der verantwortliche Redak-teur wurde nach einigen Wo-chen vor die Kriminalpolizeizitiert, die ihm eröffnete, diePolizei habe einen Diebstahlnicht feststellen können, die
NotizwarkeinUnfug
NNN bezog Stellung gegen Staatsanwaltschaft - Verfahren gegen Görlitzer Redakteur
Zeit(ungs)raffer:Das Jahr1910
HNA-SERIE
Jubiläum
AufunsererheutigenSonderseitepräsentie-renwieArtikelundMel-dungenderNNNausdemJahr1910.WirinteressierenunsauchfürIhreErinnerun-gen,dieSiemitderNNNverbinden:persönlicheErlebnisseoderEreignis-seinderRegion?Glücks-momente?Schicksals-stunden?
SchreibenSieuns:NortheimerNeuesteNachrichtenInderFluth2437154Northeim,E-Mailannortheim@hna.de,Faxan055 51/600 722.
Aus Stadt und Land
NeuerMuseumsverein
InNortheimhatsicheinAus-schußgebildet,derdieGrün-dungeinesMuseumsvereinsindieWegeleitensoll.Dienun-mehrfreigewordene,schönres-taurierteKapelleamMarktplatzsolldemzuerrichtendenMu-seumalsUnterkunftsortdienen.
HaltloseVorwürfe
DieimNovember1909durchdieZeitungengegangeneNach-richtüberVerfehlungendesStöckheimerLehrersMehlekehabensichdurchdieeingeleite-teUntersuchungalshaltloser-wiesen.M.befindetsichnochheuteimAmte.
Nachtwächterstürzte
DerNachtwächterkamanderEckeBreitestraße/EntenmarktinNortheimzuFalleundtrugeineVerletzungdesrechtenDau-mensdavon.ErmusstesichinärztlicheBehandlungbegeben.
Schädelgespaltet
DerArbeiterCarlTropenhagengeschahinderEwers‘schenMühleinHöckelheimdasUn-glück,dassermitdemKopfederKreissägezunahekam,wodurchihmderSchädelgespaltenwur-de.ÜberdasBefindendesVer-unglücktenkonntenwirbiszurStundenichtsnähereserfahren.
FeuerinBühle
ImNebengebäudedesAcker-mannesHesseinBühlebracheinFeueraus.DasNebengebäudebranntefastnieder.ZurHilfeleis-tungwarauchdieSudheimerWehrerschienen.Demenergi-schenZusammenarbeitenderWehrenisteszuverdanken,dasskeingrößeresFeuerentstand.
SchussinsBein
DasleidigeSpielenmitSchuß-waffen,zumalinKinderhänden,hatinKuventhalernsteFolgengezeigt.EinSchulknabehatteeinTerzerolmitindieSchulklassegenommenundspieltedortimunbewachtenAugenblickemitderWaffe.DieseentludsichunddieKugeldrangeinemnaheste-hendenSchülerinsBein.
GarnsioninAussicht
BeiderBeratungdesMilitäretatsimReichstagehieltunserAbge-ordneterSenatorFindel-Einbeck(nationalliberal)einebedeutsa-meRede.Erbedauerte,dassEin-beckundNortheimdieGarniso-nengenommenwordenseien,diesieschonseit1750besessenhaben.DerVertreterderMilitär-verwaltung,OberstWandel,er-widerte,dieMilitärverwaltungerwägedieBerücksichtigungvonNortheimfürdieBelegungmitGarnison.
Das Reich und die Welt
NeujahrbeiHofe
NachalterArtwurdeauchdie-sesmalbeiHofeNeujahrgefei-ert.Wieverlautet,hatderKaiserbeimEmpfangderkommandie-rendenGeneräledieneueDienstinstruktionfürhöhereTruppenführergenehmigt.DerNeujahrsmorgenbegannmitdemGroßenWecken.Hierauf fandeinGottesdienstinderSchlosskapellestatt.Um11UhrbeganndieGratulations-undDefilierkourimWeißenSaale,andensichderEmpfangderBot-schafterschloss.
StreikInEngland
ImenglischenNorthumberlandhabeninfolgevonStreitigkeitenmitdenBergwerksbesitzernwe-gendesAchtstundentages10 000BergarbeiterdieArbeitniedergelegt.InDurhamwollenweitere10 000BergarbeiterdieArbeiteinstellen.
Flugzeugstürzteab
DerAviatikerdelaGrangeistmitseinemMonoplanaufdemFlug-platzCroixd‘Hinsaufgestiegen.DieFlugmaschineflogglänzend.BeieinemzweitenVersucher-hobsichdelaGrangezu30Me-terHöheundhattediedritteRundevollendetalsinfolgeei-nesWindstoßesderlinkeFlügelbrach.DerAeroplanstürzteab.DelaGrangewarsoforttot.
SelbstmordimWahn
InBerlinversuchteeinanVerfol-gungswahnleidenderpensio-nierterLokomotivführerseineFrauzuerschießen.AlsderSchussseinZielverfehlte,richte-teerdieWaffegegendieeigeneSchläfeunderschosssich.
TödlicherUnfall
VierSchülerderPräparandenan-stalt(früherUnterstufederLeh-rerausbildungsanstalt,Anm.derRed.)inFrankfurt/Oderunter-nahmeneinenAutomobilaus-flug.DasAutomobilfuhraufei-nenKieshaufen.Der17-jährigeSchülerErichSchwengausSom-merfeldflogausdemWagenhe-rausundstürztemitdemKopf gegeneinenBaum.EristseinenVerletzungenerlegen.
100 Jahre NNN
Montag,12.Januar2009
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