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Prokla138

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07/05/2013

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PROKLA 138
Schwerpunkt: Ökonomie des Konsums
 PROKLA-Redaktion
: Editorial ................................................................................ 2Celso Furtado (1920 – 2004)Ein Nachruf von
Theotonio dos Santos
........................................................... 11
 Dagmar Vinz
: Nachhaltiger Konsum und Ernährung. PrivateKonsumentInnen zwischen Abhängigkeit und Empowerment ..................... 15
 Jörg Roesler 
: Massenkonsum in der DDR: zwischen egalitärem Anspruch,Herrschaftslegitimation und „exquisiter“ Individualisierung ......................... 35
 Michael R. Redclift
: Das Kaugummi: Geschmack, Raumund die „Schattenländer“ ...................................................................................... 53
 Michaela Kehrer 
: Transnationale Konsumgüterunternehmen in Ägypten.Eroberung des Massenmarktes zwischen „ruralem Marketing“und „Konsumentenintifada“ ................................................................................ 73
 Antje Blöcker, Michael Wortmann
: Strukturwandel und internationaleBeschaffung im Einzelhandel mit Bekleidung .................................................. 91
 Außerhalb des Schwerpunkts
 Stefan Beck, Christoph Scherrer 
: Der rot-grüne Einstiegin den Abschied vom „Modell Deutschland“ ...............................................
 
111
 Dieter Boris, Ingo Malche
: Argentinien nach dem Zusammenbruchdes neoliberalen Modells ...................................................................................
 
131
 Leda Paulani
: Wenn Angst die Hoffnung besiegt.Eine Bilanz der Wirtschaftspolitik der Regierung Lula ................................. 149
 Summaries
............................................................................................................. 163
 Zu den AutorInnen
.............................................................................................. 164
 
 PROKLA-Redaktion
________________
Editorial: Ökonomie des Konsums
1.
... durch den Luxus findenMillionen Armer sich erhalten. Auch durch den Stolz, den alle schalten.Nicht minder dient der Neid sowiedie Eitelkeit der Industrie.Die Sucht, sich als modern in Speisen,in Kleid und Möbeln zu erweisen,stets ein Objekt des Spottes zwar,des Handels wahre Triebkraft war.
... so schrieb Bernard Mandeville 1705 inseiner 
Bienenfabel 
und führte damit vor genau 300 Jahren eine Argumentationsfi-gur ein, die den Konsum der Wohlhaben-den in ein damals gänzlich neues Lichttauchte. Tatsächlich erfolgten im Lauf des18. Jahrhunderts Veränderungen im All-tagsleben, die Historiker bereits für diesePeriode in England von einer „Konsum-revolution“ sprechen lassen. Anzeichendafür gab es im zunehmenden Verbrauch von Tee, dessen Import um das 200fachestieg und und die nationale Sitte der 
tea-time
begründete, oder im Erfolg desManufaktur-Unternehmers Josiah Wedg- wood, der die besseren Kreise mit feinem weißen Porzellan und vielfältigsten Mu-stern versorgte. Wie Neil McKendrickfestgestellt hat, wurden aus früheren „Lu-xuswaren“ nunmehr „Annehmlichkeiten“und aus diesen bald „Notwendigkeiten“.Bis dahin hatten soziale oder religiöseNormen für die einzelnen Stände geregelt, was ihnen an Unentbehrlichem oder anÜberflüssigem zustand. Nur für die ober-ste Schicht der Gesellschaft galten Prunkund Verschwendung als angemessen. DieStandesunterschiede sollten sich in der Lebensführung abbilden und die mittle-ren und niedrigeren Schichten vor den Versuchungen einer leichtsinnigen Le-bensführung bewahrt werden: indemman vorschrieb, wer Samt und Seideoder Schnabelschuhe tragen durfte oder aber wie viele Gäste höchstens bei einer Hochzeit einzuladen waren.Zwar dehnten sich kapitalistische Lohn-arbeit und Geldwirtschaft aus, dochmusste die große Masse der Bevölkerunggenügsam bleiben. Viele puritanischeUnternehmer begrenzten nicht nur dieKaufkraft ihrer Arbeiter durch niedrigeLöhne, sondern hingen auch selbst denIdealen der Sparsamkeit und der Askesean. Ihre Gewinne investierten sie eher inseigene Geschäft als sie für Luxus undTand auszugeben. Theateraufführungenerschienen ihnen als frivole Vergnügun-gen, kostbare Kleidungsstücke als Zei-chen verwerflicher Eitelkeit. Der Autor der 
 Bienenfabel 
wurde von seinen Zeit-genossen daher heftig getadelt, er würdezur „Lasterhaftigkeit“ ermutigen, woge-gen er sich verwahrte. Er wolle lediglichbeweisen, dass die immer neuen Bedürf-nisse der Reichen Gewerbe und Handelbelebten: „
 Private Vices, Publick Bene- fits
“. An eine Ausweitung dieser Bedürf-nisspiralen auf die ärmeren Schichten,auf die Arbeiterschaft in Werkstättenund Manufakturen, dachte Mandevillegerade nicht: Er sprach ganz offenherzigaus, dass die Zahl der Armen, die mit ih-rer Arbeit all diese Annehmlichkeitenproduzierten, den wahren Reichtum ei-ner Gesellschaft ausmachen. Was Man-deville in die öffentliche Diskussion ein-

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