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Dr. Gerard J. Hyland Wie Immissionen von TETRA-Basisstationen die menschliche Gesundheit beeinflussen können
5. EMV-Tagung des VDB, 22.-23. März 2006 in Stuttgart
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Dr. Gerard J. Hyland  Associate Fellow Vorstandsmitglied Fachbereich Physik der Internationales Institut für Biophysik 
1
 Universität Warwick 
1
, England Neuss-Holzheim, Deutschland Tel: 0044 - 1926 - 81 15 84GJHyland@onetel.com
Übersetzung: Caren WoltersEichwaldstr. 4, 6300 Zug, Schweiz Tel: 0041 - (0)41 74 70 177 wcaren@web.de
Die
 
Unzulänglichkeit
 
der 
 
ICNIRP-Richtlinien
 
für die
 
Regulierung
 
der 
 
Expositi-on des Menschen durch Hochfrequenzstrahlung von TETRA-Basisstationen
ICNIRP-Richtlinien
Die ICNIRP
 
2
-Richtlinien [1] stellen lediglich sicher, dass Hochfrequenzstrahlung – und damit auch Mobilfunk-strahlung – den Körper nicht so weit erwärmt, dass es zu einer Schädigung kommt. Da die Erwärmung mit der Intensität der Strahlung steigt, begrenzen die Richtlinien diese Intensität, damit die Erwärmung nicht über dasMaß hinausgeht, mit dem der Wärmeregulationsmechanismus des Körpers noch „zurechtkommt“.Die Strahlungsintensitäten, die für den Außenbereich („outdoor“) in der Nähe von Mobilfunk-Basisstationen ty- pisch sind, liegen jedoch so weit – oft um einen Faktor von mehreren Tausend – unterhalb des thermischenICNIRP-Referenzwertes von 2 W/m
2
für den TETRA
3
-Frequenzbereich, dass die Möglichkeit einer relevantenKörpererwärmung hier völlig ausgeschlossen werden kann. Dasselbe gilt entsprechend noch deutlicher für denInnenbereich („indoor“).Also schützen im Fall der Basisstationen die ICNIRP-Referenzwerte letztendlich vor etwas, das gar keine Ge-fährdung darstellt. Gleichzeitig überlassen sie aber die Strahlenexponierten den möglichen Gesundheitsrisikennicht-thermischer Einflüsse, die die Strahlung auf den menschlichen Körper haben kann und die „durch’s Netz“dieser ausschließlich thermisch orientierten Richtlinien „schlüpfen“, insbesondere Einflüsse, die – im Gegensatzzur Erwärmung – davon abhängen, dass der Körper lebt.Dass dies tatsächlich der Fall ist, wird von den vielen untereinander schlüssigen Berichten über Gesundheits- probleme – nicht nur bei Menschen sondern auch bei Tieren – belegt, die mit einer Strahlungsexposition, insbe-sondere von GSM-Basisstationen
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, korrelieren und die unmöglich etwas mit Erwärmung zu tun haben können.
1
Die in diesem Beitrag vertretenen Ansichten repräsentieren ausschließlich die des Verfassers und nicht notwendigerwei-se die der Institutionen, denen er angehört.
2
ICNIRP:
 I 
nternational
ommission for 
 N 
on-
 I 
onising
 R
adiation
 P 
rotection (Internationale Kommission für den Schutzvor nichtionisierender Strahlung). Auf die Referenzwerte der ICNIRP beziehen sich viele westliche Staaten bei der Fest-legung ihrer nationalen Grenzwerte.
3
TETRA:
TE 
rrestrial
runked
 RA
dio (Terrestrischer Bündelfunk / Betriebsfunk); der in Großbritannien für TETRA ge-nutzte Frequenzbereich liegt bei 380 - 400 MHz.
4
GSM:
G
lobal
ystem for 
obile Communication, in Deutschland die D- und E-Netze des Mobilfunks.
 
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5. EMV-Tagung des VDB, 22.-23. März 2006 in Stuttgart
Das ALARA-Prinzip
Die vorherrschende „offizielle“ Sichtweise schließt es allerdings aus, die oben genannten Probleme der Nähe zuBasisstationen zuzuschreiben, denn an nahegelegenen öffentlich zugänglichen Orten beträgt die Strahlungsin-tensität nur einen kleinen Bruchteil des ICNIRP-Referenzwertes. Ein Beispiel für diesen Standpunkt liefert der Abschlussbericht (Stewart Report [2]) der IEGMP
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:
Wir kommen zu dem Schluss, dass es keine Anzeichen eines Gesundheitsrisikos für Menschen in der Nähe von Basisstationen gibt, vor dem Hintergrund, dass die zu erwartenden Strahlungsintensitäten nur einen kleinen Bruchteil der Referenzwerte betragen.
“ ([2], Abs. 1.33)
 
Wie soll man also folglich mit Berichten von Gesundheitsproblemen umgehen? Dafür gibt es zumindest zweiMöglichkeiten:a) den offiziellen Standpunkt zu akzeptieren, was bedeutet, dass alle Berichte von Gesundheitsbeeinträchti-gungen als psychosomatisch abgetan werden müssten, b) die Berichte von Gesundheitsbeeinträchtigungen ernst zu nehmen und zu erforschen, ob sie möglicherweisevon anderen als den thermischen Strahlungswirkungen, auf die allein sich die Richtlinien beziehen, verur-sacht sein könnten. Tatsächlich wird diese Möglichkeit in einem weitaus seltener zitierten Absatz des Ste-wart Reports bereits angesprochen:
Obwohl es höchst unwahrscheinlich erscheint, dass die geringen Intensitäten der hochfrequenten Strah-lung von Basisstationen maßgebliche akute negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten,
kann die
 
 Möglichkeit einer Schädigung 
durch eine Exposition, die nicht ausreicht, um eine bedeutende Erwärmung des Gewebes zu bewirken,
 zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Gewissheit ausgeschlossenwerden
.
“ ([2], Abs. 6.44)
 
Genau diese Möglichkeit der nicht-thermischen Einflüsse wird im Folgenden behandelt. Und es wird deutlichwerden, dass es viele Hinweise für das Vorhandensein solcher Einflüsse gibt. Wenn man außerdem in Betrachtzieht, dass die negativen gesundheitlichen Auswirkungen, von denen einige exponierte Personen berichten, mitdiesen nicht-thermischen Einflüssen konform gehen, dann wird es schwierig, diese als psychosomatisch einzu-stufen. Demnach muss die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die GSM/TETRA-Telekommunikationstech-nologie, wie sie gegenwärtig von den ICNIRP-Sicherheitsrichtlinien geregelt wird, alles andere als sicher ist undein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt. Denn diese Richtlinien bieten überhaupt keinen Schutz vor nicht-thermischen biologischen Einflüssen, wie sie von der bei Mobilfunk-Basisstationen üblichen Art der Strahlung ausgehen. Diese Schlussfolgerung wird gestützt von einem weiteren Zitat aus dem Stewart Report, ineinem Abschnitt, der vom Vorsorgegedanken in Bezug auf Mobilfunk handelt:
 Die ICNIRP-Richtlinien allein bieten keinen Schutz vor in der Wissenschaft bestehenden Forschungslückenund insbesondere nicht vor potentiellen, bislang unerkannten thermischen oder nicht-thermischen negativen Auswirkungen bei geringeren Expositionspegeln.
“ ([2], Abs. 6.41)
 
Statt zusätzliche (aber beliebig gewählte) Sicherheitsfaktoren bei den ICNIRP-Referenzwerten zu berücksichti-gen, um einen höheren Schutzgrad zu erreichen, werden im Stewart Report folgende Empfehlungen gegeben:
Wir empfehlen, dass Planungsbehörden bei Entscheidungen über die Standorte von Basisstationen die Befug-nis haben sollten sicherzustellen, dass die hochfrequenten Felder, denen die Öffentlichkeit ausgesetzt wird, auf die niedrigst machbare Intensität herabgesetzt werden, die noch gewährleistet, dass das Telekommunikations- system einwandfrei funktioniert.
“ ([2], Abs. 6.61)
 
Diese Strategie ist als ALARA-Prinzip bekannt (
 A
s
 L
ow
 A
s
 R
easonably
 A
chievable
6
). Die britische Regierunggeht davon aus, dass die Mobilfunkbetreiber bereits nach diesem Prinzip handeln. Leider gibt es viele Anzei-chen für das Gegenteil.
5
IEGMP:
 I 
ndependent
 E 
xpert
G
roup on
obile
 P 
hones
6
So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar 
 
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Internationale Grenz- und Richtwerte im Vergleich
Andererseits haben einige Länder und sogar Regionen in Kontinentaleuropa (und auch anderswo) in dem Ver-such, eine höhere Sicherheit für GSM-Einrichtungen zu erlangen, Grenz- und Richtwerte erlassen, die erheblichstrenger sind als die Werte der ICNIRP (siehe Tabelle 1-1).
Grenz-/Richtwert in W/m²Land/GremiumGSM 900(900 MHz)GSM 1800(1800 MHz)TETRA(400 MHz)EU-Staaten (ICNIRP) 4,5 9,0 2,0
 Ausnahmen:
Belgien 1,125 2,25 0,5Griechenland 3,6 1,6Italien [3] (< 4 Stunden proTag)(> 4 Stunden proTag)1,00,11,00,11,00,1Luxembourg 0,45 0,45 ?
Salzburg
(2000)
 
[
4
]
, [5
]
0,001 0,001
?Castilla-La Mancha (Spanien)
[
6
]
 0,1 0,1 0,1
Tab. 1-1: Nationale und internationale Grenz- und Richtwerte für GSM- und TETRA-Immissionen im Au-ßenbereichDa Grenz- und Richtwerte für nicht-thermische Effekte bisher ausschließlich empirisch ermittelt wurden, be-steht unweigerlich bei jedem empfohlenen Wert ein gewisses Maß an Unsicherheit. Das Vorhandensein dieser Unsicherheit steigert die Bedeutung des Vorsorgeprinzips, welches ganz einfach dadurch befolgt wird, dass dieEmissionen – bei gleichzeitiger Funktionstüchtigkeit des Mobilfunknetzwerks – so niedrig wie möglich gehal-ten werden.Bei der Diskussion um die Einführung bedeutend niedrigerer Grenzwerte als denen, die allein den Erwärmungs-effekt berücksichtigen (wie z.B. der Richtwertempfehlung des Landes Salzburg), darf nicht vergessen werden,dass nicht-thermische Effekte häufig bei einer sehr niedrigen Schwellenintensität auftreten, die typischerweisemindestens 1.000-fach niedriger ist als die, bei der eine relevante Erwärmung stattfindet und auf der die beste-henden Sicherheitsbestimmungen basieren.
Gesundheitsstörungen in der Nähe von Basisstationen
Symptome bei GSM- und TETRA-Basisstationen
Im Zusammenhang mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen bei Menschen, die der Strahlung von Mobil-funk-Basisstationen ausgesetzt sind, wird (häufig in Zusammenhang mit Verschlechterung des TV-Empfangsund Störungen von funkgesteuerten Pkw-Schließanlagen) das vermehrte Auftreten folgender Symptome berich-tet.Häufige Symptome im Zusammenhang mit GSM- und TETRA-Basisstationen:
Schlafstörungen (bei TETRA stärker als bei GSM)
Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
Kopfschmerzen
 Nasenbluten – häufig sehr stark 

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