Wie Immissionen von TETRA-Basisstationen die menschliche Gesundheit beeinflussen können Dr. Gerard J. Hyland
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5. EMV-Tagung des VDB, 22.-23. März 2006 in Stuttgart
Das ALARA-Prinzip
Die vorherrschende „offizielle“ Sichtweise schließt es allerdings aus, die oben genannten Probleme der Nähe zuBasisstationen zuzuschreiben, denn an nahegelegenen öffentlich zugänglichen Orten beträgt die Strahlungsin-tensität nur einen kleinen Bruchteil des ICNIRP-Referenzwertes. Ein Beispiel für diesen Standpunkt liefert der Abschlussbericht (Stewart Report [2]) der IEGMP
5
:„
Wir kommen zu dem Schluss, dass es keine Anzeichen eines Gesundheitsrisikos für Menschen in der Nähe von Basisstationen gibt, vor dem Hintergrund, dass die zu erwartenden Strahlungsintensitäten nur einen kleinen Bruchteil der Referenzwerte betragen.
“ ([2], Abs. 1.33)
Wie soll man also folglich mit Berichten von Gesundheitsproblemen umgehen? Dafür gibt es zumindest zweiMöglichkeiten:a) den offiziellen Standpunkt zu akzeptieren, was bedeutet, dass alle Berichte von Gesundheitsbeeinträchti-gungen als psychosomatisch abgetan werden müssten, b) die Berichte von Gesundheitsbeeinträchtigungen ernst zu nehmen und zu erforschen, ob sie möglicherweisevon anderen als den thermischen Strahlungswirkungen, auf die allein sich die Richtlinien beziehen, verur-sacht sein könnten. Tatsächlich wird diese Möglichkeit in einem weitaus seltener zitierten Absatz des Ste-wart Reports bereits angesprochen:„
Obwohl es höchst unwahrscheinlich erscheint, dass die geringen Intensitäten der hochfrequenten Strah-lung von Basisstationen maßgebliche akute negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten,
kann die
Möglichkeit einer Schädigung
durch eine Exposition, die nicht ausreicht, um eine bedeutende Erwärmung des Gewebes zu bewirken,
zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Gewissheit ausgeschlossenwerden
.
“ ([2], Abs. 6.44)
Genau diese Möglichkeit der nicht-thermischen Einflüsse wird im Folgenden behandelt. Und es wird deutlichwerden, dass es viele Hinweise für das Vorhandensein solcher Einflüsse gibt. Wenn man außerdem in Betrachtzieht, dass die negativen gesundheitlichen Auswirkungen, von denen einige exponierte Personen berichten, mitdiesen nicht-thermischen Einflüssen konform gehen, dann wird es schwierig, diese als psychosomatisch einzu-stufen. Demnach muss die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die GSM/TETRA-Telekommunikationstech-nologie, wie sie gegenwärtig von den ICNIRP-Sicherheitsrichtlinien geregelt wird, alles andere als sicher ist undein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt. Denn diese Richtlinien bieten überhaupt keinen Schutz vor nicht-thermischen biologischen Einflüssen, wie sie von der bei Mobilfunk-Basisstationen üblichen Art der Strahlung ausgehen. Diese Schlussfolgerung wird gestützt von einem weiteren Zitat aus dem Stewart Report, ineinem Abschnitt, der vom Vorsorgegedanken in Bezug auf Mobilfunk handelt:„
Die ICNIRP-Richtlinien allein bieten keinen Schutz vor in der Wissenschaft bestehenden Forschungslückenund insbesondere nicht vor potentiellen, bislang unerkannten thermischen oder nicht-thermischen negativen Auswirkungen bei geringeren Expositionspegeln.
“ ([2], Abs. 6.41)
Statt zusätzliche (aber beliebig gewählte) Sicherheitsfaktoren bei den ICNIRP-Referenzwerten zu berücksichti-gen, um einen höheren Schutzgrad zu erreichen, werden im Stewart Report folgende Empfehlungen gegeben:„
Wir empfehlen, dass Planungsbehörden bei Entscheidungen über die Standorte von Basisstationen die Befug-nis haben sollten sicherzustellen, dass die hochfrequenten Felder, denen die Öffentlichkeit ausgesetzt wird, auf die niedrigst machbare Intensität herabgesetzt werden, die noch gewährleistet, dass das Telekommunikations- system einwandfrei funktioniert.
“ ([2], Abs. 6.61)
Diese Strategie ist als ALARA-Prinzip bekannt (
A
s
L
ow
A
s
R
easonably
A
chievable
6
). Die britische Regierunggeht davon aus, dass die Mobilfunkbetreiber bereits nach diesem Prinzip handeln. Leider gibt es viele Anzei-chen für das Gegenteil.
5
IEGMP:
I
ndependent
E
xpert
G
roup on
M
obile
P
hones
6
So niedrig wie vernünftigerweise erreichbar
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