„
Dô diz alsus was getân, der marschalc fuor von im
.“ (als dies getan war, verließ ihn der Marschall.)„
Dô
er vür mich gestreit
“ (als er für mich gestritten hatte)(Beispiele apud: Agricola, Erhard; Fleischer, Wolfgang; Protze, Helmut (1969) :
Die deutsche Sprache. Kleine Enzyklopädie
. Leipzig.)Luther und Schiller verwenden auch das temporale „
da
“ :„
Vnd es war vmb die dritte stunde, da sie jn creutizgten
“ (Luther-Bibelfassung von 1546)„
Da der wolff des lemblins gewar ward, sprach er zu yhm
...“ (Luther-Vom wolff und lemblin)„
Da sie aber auffs wasser kamen, tauchet der frosch hinuntern
...“ (Luther-Vom frosch und der maus)
''Da der Griechen Schiffe brannten, war in deinem Arm das Heil
.'' (Fr. Schiller)Bei Luther finden wir auch “
als
” mit Präsens:“
Als er aber das den schemen vom fleisch ym wasser sihet, wehnet er, es were auch fleisch, vnd schnappet gyrig darnach
.” (Luther-Vom Hunde ym Wasser)“
Als er aber seiner art nach nicht schweigen kan, wenn er isset, horet yhn ein fuchs kretzen
...” (Luther-Vom rabenund fuchse)Oder mit Präteritum:“...
uns als er aber den schnabel auffthet empfiel yhm der kese
...” (Luther-Vom raben und fuchse)Im Volksbuch des Till Eulenspiegel (16. Jahrhundert) finden wir beide Konjunktionen – “
als
” (häufiger) und “
da
”:“
Als er nun des Morgens aufstund, da kauft er grauen und roten Zindel
...” (S. 69)“
Da sie nun zusammenkamen, da stund auf der älteste Rabbi
...” (S. 70) (
Ein kurzweilig Leben von Till Eulenspiegel
, Neu herausgegeben von Günter Jäckel, Philipp Reclam Jun. Leipzig)Im 16. Jahrhundert finden wir das temporale “
da
” auch in Siebenbürgen, in den Predigten des Damasus Dürr (niedergeschrieben zwischen 1570-1582):“
Da die Judenn auss Asia Paulum jm tempel zu Jerusalem sahenn, erregten sie das gantz volk
...” (das Beipiel ent-nahmen wir dem Beitrag: Grete Klaster-Ungureanu –
Luthers Sprache in Siebenbürgen
, S. 313, veröffentlicht in:
Germanistische Linguistik in Rumänien
, Hrsg. Helmut Kelp, Bukarest, Kriterion-Verlag, 1993)Das dauerte bis zu Beginn des Neuhochdeutschen.''
Als
'' ersetzte allmählich das temporale ''
da
'', der letzte Subjunktor übernahm dann den heute üblichen kausalenWert.
''Doch nun mussten wir aufbrechen, da die Sonne sich schon den Bergen näherte
.'' (G. Keller)“
Eines Tages war Zarathustra unter einem Feigenbaume eingeschlafen, da es heiß war, und hatte seine Arme über das Gesicht gegelegt
.” (Fr. Nietzsche)Das temporale ''
da
'' ist im Süddeutschen auch heute noch lebendig und kann im gehobenen Stil ab und zu vor-kommen:
Da er noch reich war, hatte er viele Freunde.
Auch in der Literatur ist es selten anzutreffen.Im Roman „
Kleiner Mann-was nun
?“ von Hans Fallada finden wir dieses zeitliche „
da
“ als Subjunktor einesAttributsatzes: “
Ach, wo sind die Zeiten, da Pinneberg sich für einen guten Verkäufer hielt
” (S. 180) oder einesTemporalsatzes:“
Aber nun, da er es auspackt und auf den Tisch legt und meint, die Frau wird strahlen, seht, da ist der Frau dasGeld ganz gleichgültig
...” (S. 196)In den skandinavischen Sprachen, im Bokmål z.B., ist es heute als Temporalsubjunktor gang und gäbe (“
da”
-einmalig in der Vergangenheit/ ”
når”
-einmalig, iterativ in der Gegenwart/Zukunft):“
Da jeg var for fire år siden i Oslo, kjøpte jeg meg en ny bil
.”(
Als ich vor vier Jahren in Oslo war, kaufte ich mir ein neues Auto
).
1. 1.
Als
+Vergangenheitsform
-->einmaliges Geschehen in der Vergangenheit(verbale Form-->Präteritum (sehr oft)/fakultatives Korrelat ''
da
''):''
Als ich ein Knabe war, fühlte ich immer eine brennende Sehnsucht
... (H.Heine)''
Als er es endlich unternahm, mit einer Gesichtshälfte auf die Erde zu spähen, war der Umsturz auf ihr nochimmer im Wachsen.
'' (H. Mann)
''Als Katharina Blum endlich aus ihrer Wohnung fort und zur Vernehmung geführt wurde, verzichtete man letzten Endes doch darauf, ihr Handschellen anzulegen
.'' (H. Böll)
''Als Blorna früh gegen halb zehn mürrisch zum Frühstück kam, hielt Trude ihm schon die ZEITUNG entgegen
''(H. Böll)
''Am anderen Tag, als man sie brauchte, war sie wieder zur Stelle
.'' (Otto Alscher)
''Aber als dann der Graf fort war, kam sie noch immer nach Tatonga
.'' (Otto Alscher)
''Und am Tag, als Sylvia starb, war Marie draußen
...'' (Kate Millet)''
Als er sieben Jahre alt war, ward er zur Schule geschickt
...'' (Th. Mann)Das Merkmal (+ einmalig) ist verstärkbar durch:
gerade, plötzlich
... oder kontextgebunden (
als er starb
...)
1. 2. Als+Präsens
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