PrologIn der gegenwärtigen Phase des Staates treten nun wieder neben der Privatisierungstaatlicher Kernaufgaben zunehmend personale Sonderrechte und Körperschaftenzwischen das vom Staat beanspruchte Rechtsetzungs- und Vollstreckungsmonopol.
Unterschiedliche hoheitliche Inhaber einer „potestas indirecta“, verschiedenenRechtsordnungen verpflichtet, bestimmen das Bild: Zwischenstaatliche Organisationen,multinationale Konzerne, Parteienstrukturen in allen öffentlichen Bereichen und dieVerselbständigung von Verfassungsorganen sind offensichtliche Anzeichen einer Mediavisierung des Staates. Ein weiterer verstärkender Faktor ist die EuropäischeUnion, die partiell an den lockeren Verband vielfältiger geistlicher und weltlicher Territorien des Heiligen Römischen Reiches mit durchlässigen Grenzen erinnert.
Auf die staatliche Souveränität
wirkt auch die Ausdehnung des globalen Völkerrechts,dessen Regelungsgegenstände rapide anwachsen, zunehmend die eigentlich„interventionsfreie“ „domaine réservée“ der Staaten
und das Individuum selbst sind
Der umgrenzte, geographische Standort wird mehr und mehr durch Techniken bagatellisiert, die ehemals die absolutistische Ordnung zur Herausbildung einer zentralisierten Staatlichkeit nicht nur im Verwaltungs- und Finanzsystem entwickelte.
Politisch-staatliche Grenzen korrespondieren nicht mehr mit den Aktionsräumeninternationaler Wirtschaftsunternehmen. Ein Kennzeichen, das die Epoche nach 1492charakterisiert und bereits die blühende und übergreifende Geldwirtschaft der Renaissance auszeichnet. Zu jener individualistisch und städtisch geprägten Zeitgehören „schmale Gassen und steile Dächer“
, analog zu den gigantischen Hochbautenmoderner Wirtschaftsmetropolen.
7
Crefeld
1999, S. 458
8
Vgl.
Grewe
1988, S. 86
9
Souveränität bedeutet nach einer Definition des Ständigen Internationalen Gerichtshofes in Den Haagdas Recht, sich zu Rechtsnormen verpflichten zu können, denen man unterworfen sein will, vgl.
Schmid
1959, S. 77
10
Vgl.
Ipsen
1999, S. 37
11
Vgl.
Crefeld
1999, S. 424
12
Vgl.
Ohler
2000, S. 11. „Buchdruck, Straßen, Eisenbahnen, Fernmeldeverkehr undSchreibmaschinen, neue Waffensysteme zählen zu den wichtigsten Werkzeugen, mit deren Hilfe der Arm des Staates auch den letzte Quadratkilometer des Gebietes und jeden einzelnen Einwohner erreichte,“
Crefeld
1999, S. 416
13
Spengler
1997, S. 665
2
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