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Plutonium-Affäre - Dilettanten im Amt (Der Spiegel, Dezember 1995)

Plutonium-Affäre - Dilettanten im Amt (Der Spiegel, Dezember 1995)

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08/10/2013

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Plakatkleber Westerwelle:
„Die FDP ist ein Gesamtkunstwerk“
      D      P      A
.
Plutonium-Fund in München:
Schmuggler reingelockt
      A      C      T      I      O      N      P      R      E      S      S
.
29
DER SPIEGEL 52/1995
von Gewerbe-, Gewerbekapital-, Ver-mögen-, Lohn- und Einkommensteuerabtrotzen.Eine bewährte Strategie: erst die Ma-ximalforderung, dann schrittweises Zu-rückweichen, bis sich Theo Waigel undHelmut Kohl vor den drei Landtagswah-len im März womöglich erbarmen, denSolidaritätszuschlag von 1997 an um ei-nen Prozentpunkt zu reduzieren.Die Wähler werden dann schon inScharen kommen. Da setzt er ganz auf die „Verzögerungswirkung“.Mit der muß Westerwelle auch bei dereigenen Karriere rechnen. Zwar schobder Chef des nordrhein-westfälischenLandesverbandes, Joachim Schultz-Tor-nau, den promovierten Juristen beimKampf um das Justizministerium nachvorn. Aber die anderen fanden denRechtsprofessor Edzard Schmidt-Jortzignoch attraktiver.Obgleich der Neue noch nicht mal imAmt ist, mußte Westerwelle schon wie-der sein Geschick beweisen, „Brandher-de zu löschen, bevor sie in die Breite ge-hen“. Unbedarft hatte der Politik-Neu-ling aus Kiel über die anstehende Ent-scheidung des Bundesverfassungsge-richts zum Asylkompromiß geplaudert.Einerseits, überlegte Schmidt-Jortzig,könne man „das Grundrecht auf Asylkippen“. Andererseits halte er eineRückkehr zum alten Asyl-Artikel 16 fürdenkbar. Dem Kommunikationsspezia-listen Westerwelle blieb der Job, dieeinsetzende Verwirrung zu zerstreuen:Eine Ansicht habe Schmidt-Jortzig garnicht vertreten, erklärte der leidensfähi-ge General tapfer, sondern lediglichrechtliche Alternativen aufgezeigt.Insgeheim ist Westerwelle froh, nichtauf dem unsicheren Ministerposten ge-landet zu sein. Dort würde er nur seingrößtes Kapital aufs Spiel setzen: denRuf als Unverbrauchter. Ihn benötigt ernoch für größere Ziele. Wer wirklich et-was werden will, der muß die FDP 1998wieder in den Bundestag führen.Wie das geht, weer schon, dabraucht er keine klugen Hinweise. „Ichwill Ihnen mal sagen, wie Sie dauerhaftüber nf Prozent kommen“, hatteKanzler Kohl beim ersten Treffen ange-boten.Westerwelle lehnte ab. Für fünf kön-ne er selbst sorgen. „Für mich, HerrBundeskanzler, wird es erst ab zehnProzent spannend.“„Höhö“, lacht Westerwelle. Da hatder Kanzler aber gestaunt.
P l u t o n i u m - A f f äre
Dilettantenim Amt
Durch seine Verwicklung in denAtom-Schmuggel verliert der Bun-desnachrichtendienst seine letztenFreunde: die Christsozialen.
n politischen Getreuen hat es demBundesnachrichtendienst (BND)
A
außerhalb Bayerns stets geman-gelt. CDU-Kanzler Ludwig Erhard warf den Verbindungsstab der Geheimen ausdem Palais Schaumburg, weil er „mitsolchen Leuten“ nicht unter einem Dachsitzen wollte. SPD-Kanzler HelmutSchmidt höhnte über den „Dilettanten-Verein“.Das Urteil seines Nachfolgers HelmutKohl fällt nur unwesentlich freundlicheraus: „Wenn ich jetzt was sage“, spotteteder Kanzler, „dann lesen die das. Undeine Woche später habe ich eine ver-trauliche Nachricht, deren Kernpunktmeine Einschätzung ist.“In Treue fest stand bislang nur dieCSU. Über widrige Zeitläufte hinweggaben die Christsozialen dem BND imbayerischen Pullach politischen Flan-kenschutz. Auf Veranstaltungen desDienstes wurde Franz Josef Strauß da-für mit „Franzl“-Rufen gefeiert. Auchdie Riege um seinen Nachfolger Ed-mund Stoiber galt als verläßlich.Aber inzwischen ist selbst der Frei-staat für den BND keine Heimat

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