Welcome to Scribd, the world's digital library. Read, publish, and share books and documents. See more
Download
Standard view
Full view
of .
Save to My Library
Look up keyword
Like this
1Activity
0 of .
Results for:
No results containing your search query
P. 1
"KEIN TAG OHNE MUSIK" Dinner mit Raubtier

"KEIN TAG OHNE MUSIK" Dinner mit Raubtier

Ratings: (0)|Views: 1 |Likes:
Published by Marienburg
MUSIK
"KEIN TAG OHNE MUSIK"

Dinner mit Raubtier
Leonard Bernsteins legendäres Gespräch mit Jonathan Cott gibt es endlich ungekürzt als Buch: "Kein Tag ohne Musik".
VON Wolfram

Goertz | 29. November 2012 - 07:00 Uhr

Als der große Michael Jackson 28 Jahre alt war, besuchte er das Konzert eines anderen Genies. Es war Leonard Bernstein. In der Pause schlich sich Jackson zu dem Dirigenten, um ihm zu huldigen. Lenny, überwältigt von diesem unerwarteten Besuch, nahm Jackson in die Arme, hob ihn hoch
MUSIK
"KEIN TAG OHNE MUSIK"

Dinner mit Raubtier
Leonard Bernsteins legendäres Gespräch mit Jonathan Cott gibt es endlich ungekürzt als Buch: "Kein Tag ohne Musik".
VON Wolfram

Goertz | 29. November 2012 - 07:00 Uhr

Als der große Michael Jackson 28 Jahre alt war, besuchte er das Konzert eines anderen Genies. Es war Leonard Bernstein. In der Pause schlich sich Jackson zu dem Dirigenten, um ihm zu huldigen. Lenny, überwältigt von diesem unerwarteten Besuch, nahm Jackson in die Arme, hob ihn hoch

More info:

Published by: Marienburg on Dec 16, 2012
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

12/24/2013

pdf

text

original

 
MUSIK
1
"KEIN TAG OHNE MUSIK"
Dinner mit Raubtier
Leonard Bernsteins legendäres Gespräch mit Jonathan Cott gibtes endlich ungekürzt als Buch: "Kein Tag ohne Musik".
VON
Wolfram Goertz
|
29. November 2012 - 07:00 Uhr
Als der große Michael Jackson 28 Jahre alt war, besuchte er das Konzert eines anderenGenies. Es war Leonard Bernstein. In der Pause schlich sich Jackson zu dem Dirigenten,um ihm zu huldigen. Lenny, überwältigt von diesem unerwarteten Besuch, nahm Jacksonin die Arme, hob ihn hoch und küsste ihn auf den Mund. Jackson war so verdattert, dass erden Maestro nur fragen konnte: »Benutzen Sie immer denselben Taktstock?«Es sind Episoden wie diese, die man gern liest in diesem wundervollen Buch, dassoeben unsere Meinung über den bedeutenden Musiker Leonard Bernstein um ein paarMosaiksteinchen erweitert hat. In Wahrheit ist
Kein Tag ohne Musik 
mehr als nur dieAnekdotensammlung eines Giganten. Es umfasst das komplette Interview, das der NewYorker Journalist Jonathan Cott am 20. November 1989 mit Leonard Bernstein in dessenHaus in Fairfield (US-Bundesstaat Connecticut) führte. Das Dinner dauerte die ganzeNacht. Bernstein ließ sich hierbei mitnichten als Saftpresse missbrauchen: Er warf seinevitaminreichen Essenzen von selbst ins Gespräch. Eine Light-Version war bereits imMagazin
 Rolling Stone
erschienen.Der Abend begann mit Wodka und endete ähnlich hochprozentig. Und zwischendurch, inzwölf Stunden am Tisch und auf dem Sofa, redete Lenny über alles, was ihn als Musikerdefinierte, und legte Platten auf. Begonnen hatte seine imposante Karriere mit einemskurrilen Moment, wie wir ihn von Loriot kennen: Familie Bernstein bekam ein altesKlavier von einer Tante. Bernstein sagte, es habe einen »verknautschten Mandolinenklang«gehabt. Doch konnte er nicht anders: Er musste sich in dieses Klavier verlieben. Aus Liebewurde Obsession: Keinen Tag könne er ohne Musik verbringen, sagte Bernstein, und mitdem Impetus der Wühlmaus und dem Raffinement eines Rabbiners eignete er sich alles an,was er dazu brauchte: Partituren, Techniken, Freunde, Kontakte, leider auch Zigaretten undAlkohol. Er war ein unmäßiges Raubtier, nicht bereit, auf einem konservativen Niveau zuleben.Aber Bernstein war nicht nur Musiker, er war lebenslang auch ein Lehrer, ein Vermittler –und wenn er vor Harvard-Studenten oder vor Kindern sprach, änderte sich sein Vokabularkaum: Immer redete er so griffig, dass alle ihn verstanden, auch die Platzanweiserinnen.Bernstein glaubte, dass jeder Mensch »mit der Liebe zum Lernen geboren« sei.Nun war Cott für diesen Anlass und an diesem Abend aber auch ein großartigerInterviewer. Am Anfang tat er laienhaft wissbegierig wie ein 19-jähriger Reporter-Eleve,der vor Fracksausen einen Fußballstar nach der Schuhgröße fragt. Bernstein gab sichin diesen ersten Gesprächsrunden entsprechend gönnerhaft, aber nicht unsympathisch,

You're Reading a Free Preview

Download
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->