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Tippsfür ästhetisches Sterben
Körperliche Bedürfnisse von Sterbenden
WärmeSchmerzfreiheitEin befeuchteter MundHygiene, SauberkeitWenig NahrungVegetarisches EssenNonverbale KommunikationUmlagerungenWärmeEin Sterbender hat ein starkes Wärmebedürfnis. Man könnte sagen, ihm ist immerkalt. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Energien nach innen zusammen-ziehen. Daher kann es schön sein, ihm ein Bettjäckchen und Wollsocken anzuziehen,oder einen warmen Schlafanzug, der auch die Arme bedeckt. Manchmal können Sie
ihm auch ein Heizkissen, eine Wärmasche oder ein Kirschkernkissen ins Bett legen,
so dass ihm wärmer ist.SchmerzfreiheitSterbende haben oft Schmerzen. Meiner Meinung nach ist das heutzutage nicht mehrnotwendig, es gibt gute Schmerzmittel, die rundum wirken, ohne das Bewusstsein zutrüben. Ihr Hausarzt kennt sie sicherlich. Manchmal muss man ein wenig nachhaken,denn die Ärzte sind gelegentlich etwas zurückhaltend beim Verschreiben solcher Me-dikamente. Ich würde sie viel eher einsetzen, als es üblich ist. Meine Mutter hatte dasGlück, in einem Hospiz aufgenommen zu werden, in dem sie mit einem morphin-ähnlichem Präparat versorgt wurde. Dies hatte den guten Effekt, neben Schmerzlin-derung auch noch stimmungsaufhellend zu wirken. Bei meiner Mutter war das einewunderbare Sache – es kann sein, dass es bei anderen Individuen störend ist – ich jedoch bin ein Befürworter für eine sofortige Schmerzlinderung. Schmerzen könnenzwar eine Brücke für Bewusstheit sein, doch dazu muss man Erfahrung in Meditati-on haben. Hat man sie nicht, würde ich jeden Sterbenden sofort mit Schmerzmittelnversorgen.Auch bei motorischer Unruhe und Ängsten würde ich bei Sterbenden, die keine Er-fahrung mit Meditation haben, zu ihrer Beruhigung Medikamente einsetzen. Es gibtkeinen Grund, den Körper im Sterben leiden zu lassen.
 
Tippsfür ästhetisches Sterben
Ein befeuchteter MundBieten Sie dem Sterbenden öfters zu trinken an. Wenn der Mund trocken ist, solltenSie ihn alle 0 Minuten befeuchten. Sie können dazu dickere Wattestäbchen in Teetauchen, oder ein Stück Leinen anfeuchten und den Mund damit auswischen. Es gibtauch künstliche Speichel, die man dem Sterbenden in den Mund sprüht, die sehrhilfreich sind.Manchmal bildet sich eine raue, borkige Schicht auf der Zunge, die ist mit etwasButter und einer Zahnbürste zu entfernen.Hygiene, SauberkeitEin Grundbedürfnis von uns Menschen und auch von einem Sterbenden ist die Sau-
berkeit. In der Pege gibt es unterschiedliche Waschungen, eine anregende und eine
beruhigende. Bei Ihrem Freund sollten Sie beruhigend waschen, das bedeutet, dasWasser ist warm und die Waschbewegungen gehen mit der Haarwuchsrichtung ge-hen. Also zum Beispiel an den Armen von der Schulter zur Hand hin, bei den Füßenentsprechend und am Rücken auch von oben nach unten gehend. Die Bewegungensollten ruhig ausgeführt werden. Als Waschzusatz kann man beruhigende Düfte zu-setzen, wie Lavendel-, Sandel- oder Rosenholz- unRosenöl.Für den Intimbereich verwendet man Einlagen und Klebehosen. Unnötiges Herum-
drehen bei der Intimpege sollte man vermeiden. Eine sorgsame und aufmerksameArt des Pegens wäre wünschenswert. Am besten pegt man einen Sterbenden zuzweit, um Belastungen für ihn zu vermeiden. So kann man die Anstrengung der Pe
-ge für ihn auf ein Minimum herabsetzen.Wenig NahrungEin Sterbender isst meist nichts mehr. Oder, wenn er überhaupt isst, dann nur be-stimmte Dinge. Meine Mutter aß ein halbes Jahr nur ein bisschen Kuchen am Tag,sonst nichts mehr. Und das hat genügt, um sie noch lange leben zu lassen. ZwingenSie keinen Sterbenden zu essen oder zu trinken. Es ist seine Entscheidung, und es isteine gute Entscheidung. Es gibt keinen Grund, in Sorge zu sein, weil jemand nichtsmehr essen will. Es heißt einfach, dass der Körper nichts weiteres mehr aufnehmenmöchte und das kann man als ein Zeichen sehen, dass der Sterbeprozess, der Loslass-prozess, begonnen hat.
 
Tippsfür ästhetisches Sterben
Vegetarisches EssenErnährung mit Fleisch würde den Körper eines Sterbenden zu schwer machen. Vege-tarisches Essen bringt Leichtigkeit mit sich, die dem Gesamtzustand des Sterbendenentgegenkommt. Diese Leichtigkeit halte ich für so wichtig, dass ich sie den Nähr-stoffen des Fleisches vorziehe. Falls der Sterbende sich jedoch sehr kalt fühlt, würdeich ihm als Ausnahme Hühnerbrühe geben, wenn er möchte. Sie hat eine sehr beru-higende und wärmende Auswirkung auf jeden Kranken.Die meisten alten Menschen haben sich an Fleisch gewöhnt. In den Altenheimen
wird sehr viel eischhaltige Nahrung ausgegeben. Ich halte dies für einen sterbenden
Menschen für unangemessen, selbst wenn er sein Leben lang Fleisch gegessen hatte.Eine vegetarische Kost kann ebenso viele Vitamine, Mineralien und Proteine bein-halten wie eine nicht vegetarische Kost, die notwendigen Proteine könnten zum Bei-spiel mit Eiern abgedeckt werden. Die vegetarische Kost hat einen großen Vorteil: Esist ein ästhetisches Essen. Der sonst so dichte Körper wandelt sich nach einer kurzenUmstellungsphase in eine Schwerelosigkeit, die besonders für einen Sterbenden sehrhilfreich ist.Nonverbale KommunikationWenn Sie die Wahl haben, dann fördern Sie lieber die nonverbale Kommunikationals die verbale. Ein Sterbender geht weg aus dieser Welt und wird sehr subtil, sodass es besser ist, mit ihm auch in dieser Weise zu kommunizieren. Er hat so feineAntennen, dass er von Ihnen viel mehr wahrnimmt, als Sie es glauben. Wenn Sie bei
ihm sind, dann lassen Sie einfach nur Ihre Liebe und Freude ießen und er wird es
verstehen. Wenn Sie ihm das Essen reichen, dann sprechen Sie nur wenig, geben Siees ihm in ästhetischer Weise, so wie er es will. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn aufmerk-
sam waschen und pegen wollen, verwenden Sie nur wenig Worte dafür. Vermitteln
Sie ihm alles, was Sie mit ihm tun, durch Ihr bewusstes Handeln. Ihre eigene Auf-merksamkeit ist wichtiger als alle Worte. Er geht auf seine Reise nach innen und dasoberste Gebot sollte sein, ihn nicht zu stören.UmlagerungenUm ein Druckgeschwür zu vermeiden, muss der Sterbende umgelagert werden. Diessollte möglichst ohne unnötige Belastung für den Sterbenden vor sich gehen. Es ist
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