/  7
 
\,>
,
-
5.Februar
2009
OCHENZEITUNG
R
POLITIK
WIRTSCHAFT
WISSENUND
KULTUR
~ ~
PATEK
PHILIPPE
GENEVE
...
Me...
....
-8
. ~
e...",
E , ~
l!!A
Preis
Deutschland
3,40
e...M
:21\l
b l ~
..
,
Derfehlbare
Papst
Entsetzen
in
der
katholischenKirche:
Es
gibt
nur
einen
W?g,
dasDebakelvonBenedikt
XVI.
nochabzumildern
VONGIOVANNI
DI
LORENZO
Vergesst
den·
Sieg!
FürBarackObamaistAfghanistan
der
richtigeKrieg.DochdasLandbrauchtnichtnoch
mehr
Soldaten,sondernAufbauhelfer
VONANDREABÖHM
.
MeineBerlinale
EineLiebeserklärungvon]urypräsidentinTtldaSwintonineinemHeft
zum
Festival
MAGAZIN
SEITE
18
Wird
China
schwach?
DasEndedesBooms:
Wie
inPekingdieKriseArbeiter
und
Unternehmertrifft
POLITIKSEITE·5/7
Die
"SpitzelafFäre«bringtdenBahnchefinGefahr.
Er
hatteschonvorhergenugFeinde
WIRTSCHAFTSEITE
22
 
5.
Pebrllar
2009
DIEZEIT
M:7
,
.
cc
~ e : ; _ (
pe
;
<'CfQ
,
c
'C''<
PP:
c;
a
2:
&-
.
,
 
Bäuerchen
111
ce
SIC
Im
ugen
ic
vor
a
cm
in
onn-
tagsreden.
Im
Herbstnoch
beschlossen
20
Regierungenbei
einem
Treffen
in
Washing
ton,
dass
sie
eine
neue
Welthandelsrunde
~
anstoßen
wollen
-
zu
unverbindlichund
bis
lang
vergeblich.Jetzr,da
feststeht,
dass
der
Welthandel2008um
vier
Prozent
ge
schrumpft
ist,wird
es
noch
schwerer.
Leiderzeigtdie
Geschichtegroßer
Krisen,
dassman
internationaleZusammenarbeit
sehr
\f
schnellvereinbarenmuss
-
oder
es
gleich
ver
gessen
kann.DieKooperationsbereitschaft
erodiertnämlich,
wenn
erst
alleRegierungen
~
in
ihrerNotgegeneinanderundauf
Kosten
ihrerNachbarnnationaleWirtschaftspolitik
.
betreiben.
Ökonomen
warnen,
dass
Krisendannlängerdauern.
Historiker
warnen,
dass
politischeUnruheundKonfliktbereitschaft
wachsen.
Und
sie
verweisen
düster
aufdie
1930erJahre.
THOMAS
"SCHERMANN
ne
aU
er
ganzen
c
t
mehr
als
zehn
MillioneniPhones..
Im
Mobilfunkwiederholt
sichgerade
die
Er
folgsgeschichtedesFesmetzes:
Seit
dieKosten
spürbarsinken,gehen
die
Kunden
scharenweise
online.Einer
Unrersuchung
vonT-Mobilein
runf
europäischen
Ländern
zufolgeist
dermobileDa
tenverkehr
in
den
v:ergangenen
zwei
Jahren
um
das
Dteizehnfache
gestiegen.
Derpreiswerteste,Datentarifrur
das
neueGI
beispielsweise
kostet
im
Monatnurnochrund
25
Euro.
Das
mag
flir
den
einenoder
anderenzwarimmer
noch
viel
Geld
sein,
istaber
kein
Vergleichzu
den
Preisen'
von
vorwenigen
Jahren.
FürGoogle
ist
derEinstieg
in
den
MobilfunkdervielleichtwichtigsteSchrittseitJah
ren.
»Wir
glauben
fest
daran:Wennwir
das
Internetvoranbringen,
den
Einstiegerleichtern
und
das
SurfenmehrFreudebringt,dann
wer
denMenschen
das
Internethäufigerbenurzen
-
und
häufiger
etwas
mit
unserer
Hilfesuchen«,
sagtMarissa
Mayer,dieim
Google-Vorstand
f1ir
die
Sucheverantwortlich
ist.Was
so
beiläu
fig
undharmlosklingt,beschreibt
eine
f1ir
den
Konzernernste
Bedrohung:
Was,
wenn
er
im
mobilenInternet
scheitert?
Wenn
das
Internetnichtmehr
nur
vomSchreibtisch
auszuerreichenist,
sondern
auch
aus
derStraßenbahn,
am
Flughafen,
aus
dem
Bus,
beimPicknick
im
Waldoderwährend
e;-
,Lätta-Ieicht
dU,rchs
Leben
hüpfendeMen-
ner
nächtlichenKneipentour,
hates
einevoll-schen.Gummibärchenim
Gespräch
mit
kommenandereQualität.Dennanders
als
der
' W · ~ " ' ' ' ' ' '
ThomasGottschalk.
Sich
imWind
wie-
heimischeLaptop
weißein
Smartphonestän-gende
»Cerealien«.
Milchgläser,
die
Scho-
dig,
wo
es
ist,wo
sichsein
Besirzer
aufhält.
~ o l a d e n r i e g e l
anflirten.Aber
hey,
Lebens-
Dasist
rur
dieNutzergut,denensich
nun
mittelwerbung
muss
nicht
nur
unlustig
neueDiensteerschließen-und
es
würdesein.
Sie
kannauchunlustig
und
peinlich
GoogJeviel
nürzen.Denn
diese
Informationen
sein:
NeckischeFrauen,
die
ihrenMännernhatderInternetkonzernbishernicht,der
wieandie
Schenkel
greifen
undgleichzeitigin
keinanderer
davonlebt,
zu
wissen,
was
seineeinHühnchenbein
beißen·.
Oder
dieses
Nurzertun.Wer
sie
sind.
Wassie
wollen.UndPärchen
im
HeubeimPitknick:Erschaut,baldauch,
wosie
sind?
als
hätte
er
die
falschen
Pilo;e
gegessen,sieLange
hat
es
keinengrenSpaßgemacht,schmachtetmit
laszivemBlick,
der
Kamera
'mitdemHandy
imInternet,.zu
surfen.
Es
war
zugewandt,samt
der
wahnsinnigsubtilen
kompliziert,langsamundnichtbesondersSchürzenaufschrift
»Das
ersteMahl
vergisst
hübschanzusehen.
Erst
mitdemiPhoneund
mannie.«
seinenNach'ahmernhat
sich
das
geändert.DieDanke,CMA,CentraleMarketing-Ge-GerätehabenrechnischeinenSprunggemacht:
seilschaft
derdeutschen
Agrarwirtschaft!
Ein
schnellereComputerchips,'gßereBildschir-hnerwirt
allerdings
wollte
nichrlänger
me,
smartereProgramme.
.hinnehmen,
dass
derpubertäreSpums
DieFreude
am
mobilenSurfenstieg
weiter,
Bauernfrühstückmit
seinemGeld
bezahlt
weil
unabhängigeFirmenundEntwicklerin-
wird,
und
klagtevordemBundesverfassungs-
zwischen
leichtbedienbareMiniprogrammegericht
gegendie
Zwangsabgabe
derLand-rur
die
gefragtestenDiensteanbietendürfen:
wirte
andieCMA.Erbekamsogarrecht.Die
rurE-Mail,Kartendienste,Fahrplanauskunft,
Abgabe
sei
großerMist,
sagtedas
GerichtinKinoprogramme,Nachrichten,Einkaufshilfen.anderenWorten.
Waswird
nun
aus
dem
TagAlleinfiirdas
iPhonegibt
es
inzwischen
andie
des
Butterbrotes,
denunsdiepfiffigenCMA-
15000solcherKJeinprogrammeApplikatio-Leute,jedenSeptember
bescheren?
Und
was
nen«).
Mankannsogar
exotischeInstrumente
aus
dem
grandiosenSlogan
>,Eier
-einfach
wie
dieGefaßflöteOkarinaspielenlernen,
lus-
voller
Ideen«?
Dakönnte
uns
dieMilchglatt
wieder.
hochkommen.
Für
ein
nettesBäuer
chen
danach.
AN
NA
MAROHN
ri.isten
technischauf.umpolicischAndersden
kendeauhuspüren,und
zwangen
auchschon
internationaleInternetkonzerne,ihnen
zu
helfen.
Die
SchweizerPolizei
entdecktekürzlicheher
zuf:illigbei
GoogleEarth,einerSammlung
von
Satellitenbildern,
eine
Hanfplantage
indenAlpen
-undzerstörtesie
später.
Google
selbst
aberist
der
größteund
zugleich
ein
nimmersarcer
Datensammler.
In
seinem
I n ~
nefen
arbeiten
HunderttausendeComputer,die
nach
Musternfahnden,
um
Informationenund
passende
Werbung
zuliefern.
Doch
dasist
(Jen
Programmierernlängst
nichtmehr
genug.Tausen
devonihnenarbeiten
daran,
dem
Rechnernetz
werk
eine
Vorform
des
Denkensbeizubringen.
"Ware
es
nichtschön,wennGoogle
dieBedeu
tungeines
Satzes
verstehenwürdeundnicht
nur
d i ~
Woner
in
diesem
Satz?«,
schwärmtEck
Schmidt,derVorstandschef
des
Konzerns.
Viel
schnöderkanndemgegenüber
die
Realität
sein:Erstam
Wochenende
legten
Google-Mitarbeiter
die
Suchmaschineversehentlich
rureine
knappeStundelahm.
Bei
Google
liegen
SchaudernundStaunen,FluchtreflexundVertrauenengbeieinander.
In
Deutschlandüberwiegtbislang
das
Vertrauen.
NeunvonzehnSuchanfragen
im
Internet
richten
die
Deutschen
an
Google.AuchwennderKonzernkeinepräzisenZahlenherausrückt,dürften
allein
hierzulandeMillionenvonMenschenihreelektmnische
Post
mitGoogle
verschicken,Terminkalenderführen,Adressen
ihrerFreunde,
Kollegen
undGeschäftsparmerspeichem.
Sielegen
Fotoalbenvon
Reisen,
Ge
burtstagenund
Partysan
undladenselbst
ge
drehteVideosauf
Googles
Computern
ab.
Der
Konzern
registriert
dasalles
still-undlernt
so
eineMengeüber
s<dne
Nutzer.
Für
E!1thuslastenistGoogle
das
Torins
Infor
mationszeitalter.
Pragmatiker
sehen
in
demUn
ternehmen
ein
Werkzeug,um
Ordnung
ins
Cha
os
ihrer
Dokumente
zubringen
oder
Reisen
zu
planen.Doch
egal,welchen
Stellenwert
der
Ein
zelne
Googleauch
zumessenmag:
DieInternet
firmaaus
demkalifornischenMountainView
ist
Teil
moderner
Lebensartgeworden.
Vielegoogeln
sich
Nachrichten,Wetterinformationen
undRei
sepläne
herbei.Manche
googeln,
wenn
sie
etwas
kaufen
oderfinden
wollen.Einigegoogelnsogar,
'obihrenächsteVerabredung
etwas
taugt.Kaumvorstellbar,
dass
Googleunsnochnäherrückt.Dochgenau
das
geschiehtmitdemneuenmobilenGoogle,demKonzern
als
stän
digem
Begleiter.Zuverlässig
und
vertraut;
von
manchen
sogar
geliebt.Aberauch:
e!n
Spion.
Das
GI-Smart»hone
isr
hässlicher
aIs
Apples
KonkurrenzmodelliPhone,dafliraber
billiger.
Und
es
wirdseineFreundefinden.Zuerst
kam
das
Gerätim
Herbst
in
denVereinigten
Staaten
auf
den
Markt.AbsatzzahlenverrätGoogle
.'
cherchipsverratenmir,dass
du
vor
dem
Rathaus
stehst.
Sagmal:
Wohin
willst
du
eigentlich?Ah,
zum
Bahnhof?
Hier
entlang!In
derDatensprachederHandysheißt
das:
194.77157.241-
25/fan/2009
-
10:23:54
-
search?q=Hamburg-Rathaus-to-Bahnhof
SeitBeginndieserWocheverkaufenderInternetkonzernGoogleund
die
MobilfunkfirmaT-Mobilehierzulande
das
HandyGI,und
wer
es
sichzulegt,
trägtfortan
einen
cleveren
klei
nenHelfermit
sich
herum.Mankannihnnachdemrichtigen
Weg
fragen,
nachEinkaufstipps,Sehenswürdigkeitenund
allerlei
sonstigen
Be
langen
des
täglichen
Lebens.
Doch
dasZwie
gespchmitdemHandy
istnie
ganz
privat.Koordinaten,Wünsche,
Ziele
-
diese
persönlichenDatenwerdenlaufendausdemHandyversendet.
An
GoogleundseinePartnerfirmen.Dennerst
so
wirddie
Fülle
neuerDiensteüberhauptmöglich.
Hey!
Ich
helfedir,
ein
Taxizu
finden,
egal,inwelcher
Stadt
dugeradeherumläufst!Ich
zeige
dir
den
nächsten
Taxistand
oder
liefere
dir
die
Num
mer
der
Taxiunternehmen
am
On!
oJ
musst
dich
umnichtskümmern.WenndueinenWagen
ru-fen
möchtest,drückeeinfach
)hier«(.
194.77157.241-
25/fan/2009
-
11:18:58
-
"arch?q=
Taxi
-
call?q=Hansataxi
-
Ioca
tion?q=Neß
Halte
dieLinse
deinerHandykarneraeinfach
aufeinhistorischesGebäude,
und
~ c h
sage
dir,
was
dorr
los
ist
und
wer
es
gebaut
hat!
Einen
Rei
seruhrer
aus
Papier
brauchstdunicht
mehr.
194.77.157.241-
25/fan/2009
-
12:34:01
-
search?q=Kunsthalle
-
ask?q=
Wikipedia
show?q=Ergebnis.
Taxilotse,Reiseflihrer,EinkaulShilfe,
und
das
alles
unterwegs
-Technikvisionäreprophezeienschonseit
zehn
Jahren
das
InternetzumMitneh
men:
das
neueZeitalter,
in
dem
jeder
ständigund
überall
online
ist.
Nun
ist
es
in
greifbarerNähe.
Bereitsjedesachte
Handy
ist
heute
ein
sogenann
tes
Smartphone-
einkleiner
Computer,
der
noch
so
tut,
alssei
erein
Telefon.
Dabei
schlagen
die
kleinen
Rechenzwerge
nur
wenige
Jahre
ältere
Laptops
um
Längen.
UnddankdereingebautenGPS-Satellitenempfanger
verkaufen
si.'
sich
invielen
Ländern
bereitsbesser
als
herkömmliche
Navigationssysreme.
,
\;
Apples
iPhoneebnetevoreineinhalbJahrenden
Weg.Als
StatussymbolderInformations
gesellschaft
wandte
es
sich
an
jene,diegenügendGeldundGeltungsbewusstseinbesaßen.Googlehingegen
will
nundie
Masse
derOttoNormalsurfererreichenundbringt
ge
meinsammitT-Mobileein
eigenes
Handyauf'denMarkr.
Es
bietet
»Google
to
go«.
DerVorstkommtzueinerZeit,
in
der
pa-
tenberge
jenach
StandpunktAlLnachtsfantasienoderWut
erzeugen.
Wutüber
dieSpirzelskanda-
GooglebeherrschtdasInternet
und
beobachtetseineBesucher.WereineSeitesuchtoderE-Mailsversendet,gibtjedesMaletwasvonsichpreis.Dochdamitnichtgenug:GooglesneuesMobiltelefon(Fotounten)kannnochvielmehrüberdieBenutzerherausfinden.
Im
Gegenzugbietet
es
praktische
und
zeitsparendeDienstean.FortschrittoderRückschritt?MancherüberlässtdemKonzernschonheutebereitwilligseineDaten
(Seite20).
LarryPage,einerderGoogle-Gründer,begrüßtdas:
Er
willnochmehrerfahren-
undmit
diesemWissendieWeltverbessern
(Seite21)

Share & Embed

More from this user

Add a Comment

Characters: ...