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Impressum
Die NORDISCHE ZEITUNG istdie Stimme des Artglaubens. Sie wirdvon der Artgemeinschaft – Germani-sche Glaubens-Gemeinschaft we-sensgemäßer Lebensgestaltung e.V.,Postfach 55709, 22567 Hamburg,herausgegeben und verlegt und er-scheint vierteljährlich.Menschen unserer Art, die Beiträgezur Entwicklung nordischer An-schauungen auf religiösem, weltan-schaulichem, kulturellem, erzieheri-schem, gemeinschaftsbildendem,künstlerischem und wissenschaftli-chem Gebiet geben wollen, steht siezur Verfügung.Dabei müssen namentlich gekenn-zeichnete Beiträge nicht in jedemFalle mit der Auffassung der Schrift-leitung oder der Leitung der Artge-meinschaft übereinstimmen.Schriftleiter und verantwortlich fürden Inhalt, soweit Beiträge nament-lich nicht gekennzeichnet sind: Jür-gen Rieger, Auguste-Baur-Str. 22,22587 Hamburg. Namentlich ge-kennzeichnete Artikel verantwortendie Verfasser.Zahlungen auf das Konto: Die Artge-meinschaft, Postbankkonto 52851-104 Berlin (BLZ 10010010). Ausdem postalischen Ausland: unterAngabe des
-Betrages mit Aus-landspostüberweisung DE59100100100052851104, BIC PBNKDEFFoder Scheck, spesenfrei für den Emp-fänger.Die von der Artgemeinschaft – Ger-manische Glaubensgemeinschaft we-sensgemäßer Lebensgestaltung e.V.verwendete Form der Irminsul ist re-gisterrechtlich geschützt und darf nurvon Mitgliedern der Artgemein-schaft verwendet werden.Wir setzen an den Beginn unsererJahreszählung nicht die Geburt einesChristus, von dem niemand weiß, obund ggf. wann er geboren wurde, son-dern die Hochblüte des Gestirnhei-ligtums Stonehenge.Bezugsgebühr 18,–
 jährlich, fürMitglieder und Förderer im Jahres-beitrag enthalten. Bestellungen fürnur ein Jahr gelten als automatischum ein weiteres Jahr verlängert,wenn nicht bis zum 31. 12. gekündigtwird. Wenn innerhalb eines Jahresbestellt wird, werden die bereits er-schienenen Hefte nachgeliefert; dieBestellungen gelten immer für einKalenderjahr.
Die Stimme des Artglaubens
Im Einsatz für
Lebensschutz, insbesondere Überleben unserer Art
Erhaltung des nordischen Kulturerbes und Förderung einer wesens-gemäßen Kultur
Verwirklichung einer sinnerfüllten Lebensgestaltung
Beilagenhinweis: Einer Teilauflage liegen Mitteilungen der Leitung und die Einladung zum Gemeinschaftstag und zu einemTanztreffen bei.Umschlagbild: Goldene Bügelfibel, langobardisch, ca. 6. Jhdt. n .übl. Ztr.
Inhaltsverzeichnis
Germanisches Erbe in Darstellungen auf bäuerlichem Sachgut
 Dr. Ernst Otto Thiele
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
49
Die Christianisierung der Goten –
Teil 1 Dr. Robert Luft 
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
56
Der Laich, das germanische Weihespiel
Wilhelm Schloz
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
63
Der Neunersprung
 Emma und Georg sing
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
65
Die Ballade vom Ulinger im hessischen Kinderlied
 Joseph Schopp
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
67
Heidenspaß
.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
67
Unseren jungen Gefährten –Aus Deutschlands Vorzeit: Die Bronzezeit
 – Teil 6 
. . . . . . . . . . . .
68
Unseren jüngsten Gefährten – Der PudelmopsdackelpinscherDie Brunnenfrau – Unser Märchen-Rätselbild
. . . . . . . . . . . . . .
70
Neues vom alten Feind
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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1. Das Menschenpaar inDarstellungenderVolkskunst
Zahlreich sind die Werke der Volks-kunst, die eine Darstellung des
 Men-schenpaares
enthalten. Die Art der Dar-stellung ist verschieden; doch zeigenvier Hauptgruppen eine weitgehendeIdeenverwandtschaft und lassen sichtrotz äußerer Vielfalt auf die gleicheGrundanschauung zurückführen.1. Die einfache Darstellung zeigt
ledig-lich Mann und Frau
. Dabei ist zu beob-achten, daß diese im allgemeinen nichtnur nebeneinander stehen, sondern sichan den Händen halten oder gar eng um-schlungen sind. Diese Darstellung fin-det sich vor allem auf hölzernen Back-formen vom 17. bis zum beginnenden19. Jahrhundert
1
und auf bemaltenSpanschachteln aus der zweiten Hälftedes 18. Jahrhunderts
2
.Beide Gruppen stellen Gebrauchsge-genstände dar, jedoch solche, die außer-halb des Alltagsgebrauches der Ver-wendung zu Fest und Feier vorbehaltensind. In den Hauben- oder Mützen-schachteln wurden die prächtigen Feier-tagshauben aufbewahrt. Die Backfor-men, vielfach Modeln genannt, dienenauch heute noch der Zubereitung desweihnachtlichen Festgebäckes.Auf den Haubenschachteln tritt uns dieDarstellung des Motives sinnbildhaftentgegen; allerdings nicht im Sinne ei-ner schmuckhaften Dekoration, son-dern als ausdruckshaftes Symbol desVerbundenseins von Mann und Frau zueiner Einheit. Die mit Hilfe der Back-formen hergestellten Weihnachtsge-bäcke unterstreichen diesen Sinn durchihr Zugehören zu dem jahreszeitlichenBrauchtum. Denn zu keiner Zeit wärees sinnvoller, ein Gebäck in der Formdes Menschenpaares herzustellen alsgerade zu Weihnachten, der Zeit derJahreswende, in der das Alte vergehtund aus der ewigen Substanz das neueLeben entsteht.So tritt uns hier das Menschenpaar alsTräger des Lebens entgegen. Bewußtsind Mann und Frau
 zusammen
darge-stellt, als die Einheit, die allein Aus-gangspunkt des Kommenden sein kann.2. Die nächste Gruppe mit einer Dar-stellung des
 Menschenpaares
zeigt die-ses z
u den Seiten eines Baumes
, derdurch Größe und Anordnung das be-herrschende Mittelstück dieser Darstel-lung bildet.Mann, Frau und Baum ohne Hinzufü-gung weiterer Motivteile finden sichverhältnismäßig selten
3
. Immerhin istdiese Darstellung beachtlich, weil sieeine ganz klare Verbindung des Men-schenpaares mit dem Baum zeigt, dieohne ablenkende Zutaten das Wesentli-che hervorhebt. In engem Zusammen-hang hiermit steht eine Form des Moti-ves, die an Stelle des Baumes einenZweig mit einem Blütensproß zeigt, dersich zwischen dem Menschenpaar befin-det und von diesem gemeinsam gehal-ten wird (Bild 1).Dieser einfach gegliederte Motivaufbauerfährt dann mehrfache Erweiterungen.Zunächst durch zwei gegenständige
Vö-gel
, die auf dem Baum oder zu seinenSeiten angeordnet sind (Bild 2). Es han-delt sich hierbei um eine Motivgestal-tung, die aus zahlreichen Darstellungendes
 Lebensbaumes
bekannt ist, in denen
 Bild 1: Schüssel aus Mittelkirchen im Alten Lande. 1742. (NiedersächsischesVolkstumsmuseum, Hannover.)
Germanixe+ Erbe in Darye¬ungen auf bäuerlicem Sacgut 
 Bild. 2: Stickmustertuch aus der Winser Elbmarsch. (Niedersächsisches Volkstumsmuseum, Hannover.) Bild 3: Lehne eines Stuhles aus der Umgebungvon Celle. 1860. (Bomann-Museum, Celle.)
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die Vögel als Geleittier des Heldenbeim Zuge in die andere Welt und alsÜberbringer des Lebenswassers hervor-treten
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.Im Zusammenhang damit findet sichhäufig die Andeutung eines
 Brunnens
an den Wurzeln des Baumes (Bild 2).Auch in diesem Motiv wird die Überlie-ferung sichtbar, die für den Ursprungder Darstellungen in der Volkskunst diegleiche ist wie für die Erzählung in derEdda, in der es von der Esche Yggdrasilheißt: immergrün steht sie am Urdbrun-nen
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.Die am stärksten in Erscheinung tre-tende Ausgestaltung des einfachen Mo-tives, das nur das Menschenpaar amBaum zeigt, erfolgt durch die Hinzufü-gung der
Schlange
, die zumeist amStamm des Baumes angebracht wird(Bild 2). Dadurch tritt, rein äußerlichgesehen, eine Veränderung des Motivesein. Aus dem Menschenpaar, das sonstnur als solches erschien, wird jetzt
 Adam und Eva
. Der Baum aber, dersonst ein Sinnbild lebensspendenderKraft ist, dessen Früchte Jugendfrischeund Fortbestand gewähren
6
, wird zu ei-nem Giftgewächs. Der Genuß seinerFrucht bedeutet Verdammnis und Ver-treibung aus dem Paradies, der altenHeimat. Das Gesamtmotiv erscheint alseine Darstellung des Sündenfalles.Es ist durchaus fraglich, ob diese Dar-stellung des Sündenfalles in der gedank-lichen Vorstellung der Verfertiger derbetreffenden Gegenstände das alleinMaßgebliche gewesen ist, oder ob nichtdoch noch andere Vorstellungen in demMotiv zum Ausdruck kommen.Zunächst erscheint es unwahrschein-lich, daß ein Motiv, das einen ausge-sprochen negativen Inhalt wie den desSündenfalles hätte, die weite Ausdeh-nung im Gesamtbereich der Bauern-kunst hätte finden können, die dieseDarstellung des Menschenpaares amBaum bis in die Gegenwart einnimmt.Ganz unmöglich wäre es aber gewesen,daß eine Verfallserscheinung wie derSündenfall ausgerechnet unter demsinnbildhaften Gebäck der Weihnachts-zeit
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eine bevorzugte Stellung einge-nommen hätte, da gerade dieses Fest ei-nen ausgesprochen lebensbejahendenSinn hat. Desgleichen hätten die jungenMädchen ihre Stickmustertücher
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kaummit dem Motiv versehen, wenn sie ihmnur die Bedeutung des Sündenfallesbeigemessen hätten.In diesen Darstellungen der Schlangemuß noch etwas anderes zur Geltunggekommen sein. Auf bäuerlichenStühlen ist sie häufig zu finden und bil-det dort allein (Bild 3) oder paarig dieRückenlehne
9
. Vielfach trägt hier dieSchlange einen kronenartigen Drei-sproß auf dem Kopf. In der gleichen Artfinden wir sie auch an den Toren west-fälischer Bauernhäuser
10
.Es ist absolut undenkbar, daß die Bau-ern Haus und Gerüst mit einem Tier ge-schmückt hätten, wenn die mit diesemTier verknüpfte Bedeutung unheilvollgewesen wäre. Die Schlange muß viel-mehr einen durchaus positiven Sinn ge-habt haben. Dies entspricht auch demWesen der sonst an diesen Stellen ange-brachten Sinnbilder. Trägt die Schlangesogar einen Dreisproß, wird ihre Be-deutung als Träger und Mittler der Le-benskraft besonders wahrscheinlich. Indiesem Sinn gewinnt sie auch in der Ver-bindung mit dem Baum, zu dessen Sei-ten das Menschenpaar steht, besondereBeachtung. Die „Paradiesszene“ fandeben deshalb die häufige Darstellung,weil hier eigentlich Dinge behandeltwurden, die in der völkischen Überlie-ferung verankert waren. Der Baum alsSinnbild des sich ewig erneuernden Le-bens und als Schicksalsbaum, das Men-schenpaar als Träger des Lebens unddie Schlange mit der Lebensfrucht fü-gen sich zu einem wesensgleich aufge-bauten Motiv zusammen, das erst in derchristlichen Umdeutung seiner Einzel-bestandteile einen anderen, einen nega-tiven Sinn erhält.Im Rahmen dieses Gesamtmotives fälltdie Heraushebung einer Umgrenzungdes Ganzen auf, die vierseitig
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oder, dermeist flächigen Zeichnung entspre-chend, nur auf der Vorderseite erfolgt.Dadurch wird zum Ausdruck gebracht,daß ein besonderer Bezirk abgegrenztist, eine andere Welt als die gewöhnli-che, in deren Mittelpunkt der Baumsteht. Im Sinn der „Paradiesszene“ istdies natürlich das Paradies, im Sinne derÜberlieferung der Schicksalsgarten.Die Darstellung auf einem bemaltenSchrank aus dem Gudbrandstal in Nor-wegen (Bild 4) kennzeichnet die Ge-schlossenheit dieses besonderen Bezir-kes deutlich und hebt in der Umgren-
 Bild 4: Tür eines bemalten Schrankes aus demGudbrandstal in Norwegen.(In den Sandvigschen Sammlungen zu Lillehammer, Norwegen.) Bild 6: Hölzerne Backform aus Celle.(Bomann-Museum, Celle.) Bild 5: Kopfkissenbezug aus den Vierlanden. (Niedersächsisches Volkstumsmuseum, Hannover.)
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