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Fischer Weltgeschichte, Bd.20, Das Japanische Kaiserreich

Fischer Weltgeschichte, Bd.20, Das Japanische Kaiserreich

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Fischer Weltgeschichte, Bd.20, Das Japanische Kaiserreich-John W Hall-317p
Fischer Weltgeschichte, Bd.20, Das Japanische Kaiserreich-John W Hall-317p

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01/18/2013

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Fischer Weltgeschichte
 
Band 20
 
Das Japanische Kaiserreich
 
Herausgegeben und verfaßt von John Whitney Hall (†)
 
Hundert Jahre sind es her, daß in Japan die feierliche Rückgabe der oberstenRegierungsgewalt an den Kaiser proklamiert wurde, nachdem ein Jahrtausend lang der ›Tenno‹ eine zwar hochgeachtete, von religiöser Verehrung getragene, politisch jedochvöllig bedeutungslose Stellung innegehabt hatte. Die Restauration des Jahres 1868 war alles andere als ein bloß äußerlicher, formaler Akt: sie besiegelte die Wandlung Japansvon einem zunächst feudalen, dann weitgehend zentralistisch gelenkten, von der übrigenWelt abgeschnittenen Staat zu einer modernen Großmacht westlicher Prägung. Inscharfem Wettbewerb mit dem Nachbarn und Rivalen China ist sie mittlerweile in dieSpitzengruppe der Industrie- und Handelsnationen der Erde aufgerückt.
 
Chinesischen Einfluß hatten die Japaner früh zu spüren bekommen; ihm verdanken siehervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Malerei und Architektur, ihm verdankensie den Buddhismus, der in dem Inselreich zu einer Wirkung gelangte, die ihm in Chinanie beschieden war. Später, um 1550, fanden im Gefolge europäischer Seefahrer undKaufleute die ersten Jesuiten Eingang in Nippon, mit ihnen das Christentum, das sich freilich nur kurze Zeit einigermaßen frei entfalten konnte: seit 1612 waren die Anhänger des neuen Glaubens immer stärkeren Repressalien ausgesetzt, die im Jahre 1622 mit den Massenexekutionen von Christen ihren Höhepunkt erreichten. Gleichzeitig setzte eine fremdenfeindliche Reaktion ein, die bald zur offiziell verfügten völligen Abschließung Japans gegen die Außenwelt führte. Die selbstgewählte Isolierung und die damitverbundene innere Ruhe ermöglichten eine erstaunliche kulturelle Blüte und einenbeträchtlichen Aufschwung der Wirtschaftsverhältnisse. Mit der Zeit aber wurde aus der  Militärdiktatur eine in der Routine erstarrte Bürokratie, die jede gesunde Entwicklunghemmte. Nach zweihundert Jahren wurde die ›Öffnung‹ Japans unvermeidlich. Sieerfolgte schließlich im Jahre 1858 – unter starkem Druck der Westmächte. – Imvorliegenden Band gibt John W. Hall, international anerkannter Japankenner undProfessor an der Yale-Universität, der jahrelang in dem fernöstlichen Staat lebte und forschte, eine weitgespannte Darstellung des historischen, politischen und kulturellen
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Werdeganges Japans; sie endet mit dem Wiederaufstieg des Landes nach dem ZweitenWeltkrieg.
 
Der Band ist in sich abgeschlossen und mit Abbildungen, Kartenskizzen und einemLiteraturverzeichnis ausgestattet. Ein Personen- und Sachregister erleichtert dem Leser die rasche Orientierung.
 
Der Verfasser dieses Bandes
 
 John Whitney Hall,
 geb. 1916 in Tokio; B. A., Amherst College, Ph. D. (Dr. Phil.) 1950 HarvardUniversity. 1952 Assistant Professor, 1955 Associate Professor, 1959 ordentlicherProfessor für Geschichte an der Universität von Michigan. Von 1957 bis 1960Direktor der Forschungsstelle des Center for Japanese Studies der Universitätvon Michigan in Okayama (Japan).Ferner war John W. Hall Visiting Professor und Senior Fellow des Council ofthe Humanities in Princeton. 1961 wurde er erster Inhaber des A. WhitneyGriswold-Lehrstuhls für Geschichte an der Yale University. In Yale war er alsChairman des Council on East Asian Studies tätig, und ab 1966 war er dortMaster des Morse College. Professor Hall war ab 1958 Chairman der Associationfor Asian Studies Committee on Modern Japan, einer Organisation, der dieführenden Japanologen der USA angehören.Er ist Verfasser der Bücher ›Japanese History: A Guide to Japanese Researchand Reference‹ (1954) und ›Tanuma Okitsugu, Forerunner of Modern Japan‹(1955) und Mitautor von ›Village Japan‹ (1959) und ›Twelve Doors to Japan‹(1956). Sein 1966 erschienenes Werk ›Government and Local Powers in Japan,500 to 1700‹ basiert auf zehnjähriger Forschungsarbeit im Gebiet von Okayama.Neben seinen Lehr- und Forschungsverpflichtungen wirkte Professor Hall alsDirektor der Association of Asian Studies (1958–1961), Mitglied des NationalAdvisory Committee für die UNESCO (1957–1963), Mitglied desHerausgebergremiums der American Historical Review (1956–1968), Präsidentder Association of Asian Studies (1967–1968) und Mitglied desOrganisationskomitees für den Internationalen Orientalistenkongreß 1967. John Whitney Hall starb 1997.
Zur Aussprache der japanischen Termini und Namen
 Die Vokale a, e, i, o, u werden im Japanischen kurz gesprochen, i und u habeneine Neigung zum Schwund. Ae, ie, oe, ue, au, oi und ähnliche Verbindungenwerden in a-e, i-e, o-e, u-e, a-u usw. getrennt; o und u entsprechen dem o-Laut inBoot und dem u- Laut in Mut.S wird stimmlos wie in Wasser, z stimmhaft wie in Sense gesprochen; yentspricht dem j (Jahr). Ch wird annähernd mit tsch wie in Patsche, j mit dsch(Dschungel) und sh mit sch (Schuh) wiedergegeben.
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Nach japanischer Sitte steht bei den Namen der Geschlechtsname, wenn ergenannt wird, dem persönlichen Namen voran.
Vorwort
 Zu dem Entschluß, den Band über die Geschichte Japans für die Reihe
Fischer Weltgeschichte
zu schreiben, hat mich mein guter Freund Étienne Balázsveranlaßt, der gerade mit der Abfassung des Bandes über China betraut wordenwar. Sein Tod, kurz nach seiner Amerikareise, hat mich sehr erschüttert, und ichvollende dieses Werk nun gewissermaßen in seinem Andenken. Über die Arbeitselbst gibt es wenig zu sagen. Ihre allgemeine Struktur mit ihrer Betonung derälteren japanischen Geschichte ist durch Aufbau und Anlage der Reihe, in derdas Buch erscheint, festgelegt worden. Es wurde nicht der Versuchunternommen, die übliche Vollständigkeit eines Schulbuchs zu erzielen. Wasmich persönlich an der japanischen Geschichte fasziniert, ist die Art, wie sich diepolitischen und sozialen Institutionen in Japan geändert und entwickelt habenund wie diese im Grunde ›östliche‹ Kultur eine moderne Weltmacht wurde. DieFakten, die ich in diesem Band anführe, dienen zum großen Teil dazu, meinenVersuch zu stützen, diese bemerkenswerte Geschichte in Form einer Analysedarzustellen.Mein Dank gilt in erster Linie meinen Studenten an der Yale-Universität,insbesondere Harold Bolitho und William Hauser, die das Manuskript lasen, alsdas Buch im Entstehen war, und wertvolle Vorschläge machten, und BernardSusser, der die Bibliographie zusammenstellen half. Weiterhin möchte ich demShōgakkan-Verlag in Tōkyō meinen Dank dafür aussprechen, daß er dieMehrzahl der Photographien, die in diesem Band erscheinen, zur Verfügungstellte. Herrn Kanai Madoka, der sich um die Genehmigung für dieReproduktion der Photographien bemühte, gilt ein besonderes Wort des Dankes. John Whitney HallMorse College, Yale-Universitätim Juni 1967
1. Einführung: Japans geschichtliche Stellung 
 Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts europäische und amerikanische Reisendeihre Aufmerksamkeit verstärkt den abgelegenen Inseln Japans zuwandten, ließensie es sich kaum träumen, daß innerhalb eines Jahrhunderts das geheimnisvolle›Reich des Mikado‹ sich in einen der führenden Staaten der modernen Weltverwandelt haben würde. Das Japan der Jahre um 1850 war in den Augen desWestens ein wenig bekanntes und rückständiges Land, das sich über zwei Jahrhunderte lang hartnäckig vor fremden Blicken abgeschlossen hatte – von denLändern des Fernen Ostens das am weitesten entfernte. Dennoch steht Japan
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