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Fischer Weltgeschichte, Bd.21, Altamerikanische Kulturen

Fischer Weltgeschichte, Bd.21, Altamerikanische Kulturen

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Published by manfredm6435
Fischer Weltgeschichte, Bd.21, Altamerikanische Kulturen-Laurette Sejourne-370p
Fischer Weltgeschichte, Bd.21, Altamerikanische Kulturen-Laurette Sejourne-370p

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03/06/2014

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Fischer Weltgeschichte
 
Band 21
 
Altamerikanische Kulturen
 
Herausgegeben und verfaßt vonLaurette Séjourné
 
Den Indianerkulturen des mittleren und südlichen Altamerika, die Richard Konetzke imBand 22 der 
Fischer Weltgeschichte,
›Süd- und Mittelamerika I‹, nur ganz am Randebehandeln konnte, ist mit dem vorliegenden Buch eine eigene, umfassende Darstellung gewidmet. Laurette Séjourné, in Frankreich geboren, seit Jahrzehnten in Mexiko lebend, gehört dem Instituto Nacional de Antropología e Historia de México an. Sie meistert ihr schwieriges Thema in einem doppelten methodischen Zugriff: Zum einen schöpft sie ausden Chroniken der Eroberungszeit, die sie kritisch interpretiert und aus denen sie so dierelevanten Aussagen über die Erscheinungsformen altamerikanischer Kultur im Momentihrer Entdeckung durch die Europäer herausdestilliert; zum anderen bedient die Autorinsich des Instrumentariums archäologischer Forschung (hier liegt ihre eigentlicheDomäne). Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden durch zahlreiche Abbildungenbesonders anschaulich gemacht. Wo es schriftliche Überlieferung gibt, wird dieseselbstverständlich berücksichtigt. Ein gründlicher, durch zahlreiche Zitate aus denChroniken höchst lebendiger Bericht über die Entdeckung und Eroberung des Kontinents gehört ebenso zu dieser Arbeit wie die detaillierte Analyse der altamerikanischenGesellschaften, deren Gemeinsamkeiten und deren Unterschiede differenzierthervortreten.
 
Die Kühnheit ihrer Thesen und das Engagement, das ihre Darlegungen prägt, lassendie Leidenschaftlichkeit einer Historikerin erkennen, für die das Vergangene nichtlebloser Untersuchungsgegenstand ist, für die das Gegenwärtige ohne den bewußt gemachten Bezug zu seiner Geschichte verkümmern muß.
 
Der Band ist in sich abgeschlossen und mit Abbildungen, Kartenskizzen und einemLiteraturverzeichnis ausgestattet. Ein Personen- und Sachregister erleichtert dem Leser die Orientierung.
 
Die Verfasserin dieses Bandes
 
Laurette Séjourné,
 
1
 
 geb. 1914 in Italien; französische Staatsbürgerin. Seit 1950 Archäologin amInstituto Nacional de Antropología e Historia de México. FünfzehnjährigeTätigkeit als Leiterin von Ausgrabungen, hauptsächlich in Teotihuacan, in derenVerlauf drei große Bauwerke mit Wandbemalungen freigelegt wurden.Buchveröffentlichungen: ›Burning Water. Thought and Religion in AncientMexico‹, 1957 (erschien auch auf italienisch, französisch und spanisch);›Supervivencias de un mundo mágico‹, Mexiko 1953; ›Palenque, una ciudadmaya‹, Mexiko 1953; ›Un palacio en la ciudad de los dioses‹, Mexiko 1959; ›ElUniverso de Quetzalcoatl‹, Mexiko 1962; ›La cerámica de Teotihuacán‹, Mexiko1963; ›El lenguaje de las formas en Teotihuacán‹, Mexiko 1966; ›Arquitectura ypintura en Teotihuacán‹, Mexiko 1966; ›Teotihuacán métropole de l’Amérique‹,Paris 1969. Außerdem zahlreiche Zeitschriftenpublikationen, darunter:›Una interpretación de las figurillas del arcaico‹, Revista Mexicana de EstudiosAntropológicos, 1952; ›Ensayo sobre el sacrificio humano‹, CuadernosAmericanos, Mexiko 1950; ›La caída de un imperio‹, Cuadernos Americanos,1951; ›Identificación de una diosa zapoteca‹, Anales del Instituto Nacional deAntropología e Historia, 1955; ›Los sacrificios humanos: religión o política?‹Cuadernos Americanos, Mexiko 1958; ›Xochipilli y Xochiquetzal enTeotihuacán‹, YAN, Mexiko 1954; ›El simbolismo de los rituales funerarios enMonte Albán‹, Revista Mexicana de Estudios Antropológicos, 1960; ›Les Mayasd’aujourd’hui‹, Annales, Paris 1966.Das vorliegende Buch entstand unter Mitarbeit von
 Josefina Oliva.
 
Einleitung 
 Die Aufgabe, der sich der Historiker der amerikanischen Frühzeitgegenübersieht, stellt vielleicht den besten Beweis dar für jene Verwandtschaftzwischen Archäologie und Psychoanalyse, auf die Sigmund Freud so ofthingewiesen hat: beiden Wissenschaften geht es darum, eine ursprünglicheWahrheit wiederherzustellen, und beide sind dabei auf stumme, entstellte Resteangewiesen, in denen von dem Lebensimpuls, der das verlorene Ganze einte,keine Spur mehr geblieben ist.Wenn der Archäologe des Kontinents Amerika nach langen Jahren der Arbeitam Detail schließlich, ähnlich dem Psychoanalytiker, umrißhaft erkennt, daß dasWesentliche erhalten und zugänglich ist, so bleibt doch die Tatsache, daßVergessen und Verformungen es wie eine Mauer verbergen, die zunächstunüberwindlich erscheint. Denn die archäologischen Überreste, die einzigenZeugnisse, aus denen jene Wirklichkeit noch selbst zu uns spricht, werden unsnur verständlich, wenn wir zu ihrer Deutung auch die Äußerungen vonEuropäern des 16. Jahrhunderts heranziehen – der Eroberer und Kolonialherrenselbst, die jedoch als unerbittliche Feinde zu Verständnis und Objektivität kaumfähig waren; andererseits der Chronisten und Historiker jener Zeit, die mitunter
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bemerkenswert guten Willens waren, denen jedoch von den Wurzeln der Kultur,die sie in raschem Verfall begriffen vorfanden, jede Kenntnis fehlte.Die Schwierigkeit, den eigentlichen Gehalt der alten Kulturen wiederzufinden,wird besser verständlich, wenn man sich den Aufwand an Zeit und Energievergegenwärtigt, der damals nötig war, um von der konkreten Wirklichkeit desKontinents und seiner Bewohner ein auch nur ungefähr angemessenes Bild zuerlangen. Wäre sie nicht mit solcher Verwüstung und alles erträgliche Maßübersteigenden Vergehen verbunden gewesen – die Entdeckung der GeographieAmerikas würde, für sich allein, eine fesselnde Geschichte abgeben: daslangsame Auftauchen einer unendlich großen Welt, deren äußerer Umriß inkleinen, zögernd gesetzten Strichen allmählich Gestalt gewinnt, währendzugleich ihr Inneres immer weiträumiger und geheimnisvoller zu werdenscheint, einer Welt endloser Ufer, auf denen substanzlose Wesen umhergeisternund wo wie im Traum ungleiche Bilder einander ablösen: paradiesische Visionenvon Scharen lächelnder, mit Geschenken beladener Menschen, an deren Stelleunvermittelt Erscheinungen von kriegerischen Haufen oder von drohend leerenStränden treten.Die widersprüchlichen Urteile, die man bei ein und demselben Autor antrifft,weisen in der Tat darauf hin, daß die Eingeborenen für die Eroberer irrealeWesen waren: sie wechselten von einer Meinung über sie zur anderen, ohne inRechnung zu stellen, daß etwa in der Zwischenzeit Überfälle auf sie verübtworden waren, die dem Raub von Sklaven galten, und wegen einem bißchenGold oder einiger Lebensmittel blutige Gemetzel stattgefunden hatten.Da es überall schwierig war, ins Landesinnere vorzudringen, hielt man sichmehr als 20 Jahre hindurch an den Küsten auf und beschränkte sich auf flüchtigeExpeditionen, die hauptsächlich dazu dienten, Gefangene zu machen; diesewaren als Ersatz für die Eingeborenen der Antillen bestimmt, die in zehn Jahrender Besetzung fast gänzlich ausgerottet worden waren. Das war die Epoche derMenschenjagd und derer, die sich darauf verstanden, angesehener Jäger, derenDienste sehr begehrt waren. Der Verkauf von Sklaven – ein ganz besonderseinträgliches Geschäft – war noch im Jahr 1517 legal, als die ersten Europäermexikanischen Boden betraten – in Gestalt einer Bande von Abenteurern, dievom Gouverneur von Kuba ermächtigt war, »Vorstöße in neue Gebiete zuunternehmen und auf Sklavenjagd zu gehen«.Den notwendigen Antrieb zum Vordringen ins Landesinnere gab schließlichdas leidenschaftliche Verlangen nach dem Gold, das durch einige Kostprobenund vielerlei Wundererzählungen geweckt worden war.Das Innere des Kontinents konnte mit dem unregelmäßigen, eine Fülleverschiedenartiger Züge aufweisenden Gesicht seiner Landschaft, mit seinenStädten, von denen man nicht einmal vage Vorstellungen hatte, das Gefühl desUnwirklichen in den Eroberern nur verstärken. Sie bewegten sich voran wieSchlafwandler, getrieben von einer blinden Kraft, die durch kein Erkennen des
anderen
beeinträchtigt wurde. Sie durchquerten Dschungel, Wüsten und Sümpfe,
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