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Der Weg zu einem nachhaltigeren Verkehrswesen in der EU

Der Weg zu einem nachhaltigeren Verkehrswesen in der EU

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Ackerpflanzen im Tank sind verzichtbar. Zusammenfassung des Reports "Sustainable alternatives for land-based biofuels in the European Union".
Ackerpflanzen im Tank sind verzichtbar. Zusammenfassung des Reports "Sustainable alternatives for land-based biofuels in the European Union".

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 V.i.S.d.P.: Dirk Zimmermann, Greenpeace e.V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg 01.2013 · Seite 1 / 
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Der Weg zu einem nachhaltigeren Verkehrswesen in der EU
Ackerpflanzen im Tank sind verzichtbar
 Zusammenfassung
Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben versucht, ihrenBiospritverbrauch zu erhöhen, um im Verkehrssektor die Zielvorgaben für 2020zu erreichen, die gemäß Erneuerbare-Energien-Richtlinie (“Renewable EnergyDirective“, RED) und Richtlinie zur Qualität von Kraftstoffen (“Fuel QualityDirective“, FQD) zu erfüllen sind. Die RED verlangt von Mitgliedsstaaten, dass siebis 2020 10% der im Verkehrswesen genutzten Energie aus erneuerbarenQuellen beziehen, während Kraftstoffproduzenten durch die FQD angehalten sind,die Emissionen zu senken, die durch die gelieferten Kraftstoffe entstehen. Offiziellsollen diese Zielvorgaben den europäischen Verkehrssektor von fossilenBrennstoffen abbringen und den CO
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-Ausstoß senken. Tatsächlich haben sie aberüberwiegend Anreize für die falschen Technologien geschaffen, vor allem für dieEntwicklung von nicht nachhaltigen Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen
1
, die nurgeringe CO
2
-Einsparungen bewirken oder den Ausstoß im Vergleich zukonventionellen Kraftstoffen insgesamt sogar erhöhen. Das kommt daher, dassriesige Flächen an Agrarland für diese Biokraftstoffe erforderlich sind, sodass sieim direkten Wettbewerb zur Lebensmittelproduktion stehen und zu Entwaldungund damit zu einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen führen. Diesenegativen Auswirkungen werden auch als indirekte Landnutzungsänderung, oderILUC (
indirect land use change
), bezeichnet und wurden in mehreren von derEuropäischen Kommission in Auftrag gegebenen Untersuchungen bestätigt. Dienegativen Auswirkungen der Bemühungen, die Zielvorgaben mithilfe vonBiokraftstoffen aus Ackerpflanzen zu erreichen, sind inzwischen offensichtlich.Im Oktober 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission endlich ihren langeerwarteten Vorschlag für den Umgang mit den Auswirkungen von Biokraftstoffendurch indirekte Landnutzungsänderungen. Dieser Vorschlag versäumt es jedoch,die ILUC-Emissionen in die Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen einzubeziehen,und sieht stattdessen eine Deckelung des Beitrags durch Biokraftstoffe ausNahrungspflanzen zur RED-Verkehrszielvorgabe auf 5% vor. Das würde heißen,dass 2020 – trotz klarer Alternativen – die Zielvorgabe zur Hälfte durch denEinsatz von nicht nachhaltigen Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen erzielt werdenkönnte.Als Reaktion auf diese Debatte haben Greenpeace, Transport & Environment, dasEuropäische Umweltbüro und BirdLife Europe das Institut CE Delft
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beauftragt,echte nachhaltige Lösungen zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors zuuntersuchen, die der Abhängigkeit von Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen einEnde setzen und die europäische Verkehrspolitik in nachhaltigere Bahnen lenkenkönnten – weg von fossilen Brennstoffen. Der Bericht untersucht eine Reihe vonMaßnahmen und Szenarien und kommt zu dem Schluss, dass Europas Vorgabenim Verkehrssektor nur auf nachhaltige Weise zu erreichen sind, wenn sich diePolitik drastisch verändert und die folgenden Maßnahmen vorrangigvorangetrieben werden:
1
Biokraftstoffe aus Ackerpflanzen werden aus Nutzpflanzen oder Früchten hergestellt, die auf landwirtschaftlich undforstwirtschaftlich genutzten Flächen angebaut werden, wie z. B. Bioäthanol aus Mais oder Biodiesel aus Palmöl. ImGegensatz dazu werden abfallbasierte Biokraftstoffen aus Abfällen oder Rückständen hergestellt.
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Verweis auf die vollständige Überschrift des Berichtes und die Bezugsquelle im Internet
 
 V.i.S.d.P.: Dirk Zimmermann, Greenpeace e.V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg 01.2013 · Seite 2 / 
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Auf dem falschen Weg
Transport und Verkehr müssen zunehmend von fossilen Brennstoffen unabhängiggemacht werden, um einen unkontrollierbaren Klimawandel zu verhindern. Inihrem Weißbuch für das Verkehrswesen aus dem Jahr 2011, hat sich dieEuropäische Kommission das langfristige Ziel gesetzt, ihreTreibhausgasemissionen (THG) im Verkehrssektor bis 2050 um mindestens 60%gegenüber 1990 zu senken. Das liegt im unteren Bereich dessen, was fürnotwendig erachtet wird, um die von den europäischen Staats- undRegierungshäuptern beschlossene THG-Emissionssenkung von insgesamt 80-95%zu erreichen, die sich die EU bis 2050 zum Ziel gesetzt hat.Im Jahr 2009 wurden zwei Ziele für das europäische Verkehrswesen bis zum Jahr2020 beschlossen, um eine Abkehr von fossilen Brennstoffen im Verkehrssektorzu fördern und die THG-Emissionen zu senken. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) sieht vor, dass EU-Mitgliedsstaaten bis zum Jahre 2020 10%ihres Energiebedarfs im Verkehrswesen auserneuerbaren Quellen beziehen. Die Richtlinie fürdie Qualität von Kraftstoffen (FQD) verlangt alszweites Ziel, dass Kraftstoffproduzenten dieEmissionen, die bei der Herstellung vonBrennstoffen für das Transportwesen anfallen, bis2020 um 6% senken. Diese kurzfristigen Zielehaben jedoch überwiegend Anreize für dieNutzung nicht nachhaltiger Biokraftstoffe ausAckerpflanzen geschaffen, welche oft kaum CO
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-Einsparungen mit sich bringen oder denGesamtausstoß im Vergleich zu konventionellenKraftstoffen sogar erhöhen. Eine Analyse der Nationalen Aktionspläne fürErneuerbare Energien der Mitgliedsstaaten zeigt, dass sich derBiokraftstoffverbrauch insgesamt bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2010 fastverdoppeln wird (IEEP 2010). Diese weitere Zunahme führt überwiegend zu einerErhöhung der Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol und derenProduktionsvolumen. Die Aktionspläne der Mitgliedsstaaten deuten darauf, dass
Schlüsselmaßnahmen für nachhaltige Lösungen
 
Verwirklichung einer 15%igen Energieeinsparung im Verkehrssektor bis 2020 durchMaßnahmen wie wie verbesserte Fahrzeug-Energieeffizienz und einen verstärktenWechsel von der Straße auf die Schiene. Ein reduzierter Gesamt-Energiebedarf erleichtert auch die Erfüllung der 10%-Quote der Renewable Energy Directive(RED)
 
Sofortige Einführung von ILUC-Faktoren für Biokraftstoffe in die Renewable EnergyDirective (RED) und die Fuel Quality Directive (FQD)
 
Die sofortige Begrenzung der Beimischung und Beschreitung eines Weges zurschrittweisen Abschaffung von
Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen
bis zum Jahr2020;
 
vermehrte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien auf Straße und Schieneentsprechend 1% (152 Petajoule) des Gesamtbedarfs in 2020
 
Erzeugung von ca. 3% nicht durch Anbau gewonnenen, nachhaltigenBiokraftstoffen aus Abfall- und Restprodukten, einschl. Biogas, in 2020 (imWesentlichen Methan aus Reststoffen der Agrarproduktion und Biodiesel ausAltfetten)
 
 V.i.S.d.P.: Dirk Zimmermann, Greenpeace e.V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg 01.2013 · Seite 3 / 
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Biokraftstoffe aus Ackerpflanzen ca. 8,7% der im Jahr 2020 im Straßenverkehrder EU eingesetzten Kraftstoffe ausmachen werden, davon 22% Bioethanol und78% Biodiesel (JRC 2011). Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag der Anteil anBiokraftstoffen bei 4,7% (Eurobserver, 2011). Es ist davon auszugehen, dassdies zu einem starken Importzuwachs führen wird. Die IFPRI-Studie kommt zudem Schluss, dass sich die Biodieselimporte durch das Zusatzmandatverdreifachen werden, während die Ethanolimporte um das Fünf- bis Neunfachesteigen (IFPRI 2011).
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Bei einer Fortsetzung der aktuellen Politik entstehen daherdurch Europas stark subventionierte Biokraftstoffindustrie kaum wirtschaftlicheVorteile und kaum neue Arbeitsplätze in Europa.
 
Biokraftstoffe aus Ackerpflanzen werden aus Nutzpflanzen und Bäumenhergestellt, die auf landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Flächenangebaut werden, wie z. B. Bioäthanol aus Mais oder Biodiesel aus Palmöl. DerAnbau solcher Biokraftstoffe erfordert Ackerland, so dass der steigende Bedarf anderartigen Biokraftstoffen zur Ausdehnung der weltweiten Agrarflächen führt,normalerweise durch die Umwandlung von Grasland, Wäldern usw. inlandwirtschaftlich nutzbare Flächen. Die RED beinhaltet eine begrenzte Anzahlvon Nachhaltigkeitskriterien, die eine unmittelbare Änderung der Landnutzungverhindern sollen: Primäre tropische Wälder und Flächen mit großenKohlenstoffvorräten dürfen nicht in Ackerflächen umgewandelt werden; fürandere Gebiete mit hoher Artenvielfalt fehlt dagegen ein wirksamer Schutz.Außerdem fehlen lokale umwelt- und sozialpolitische Kriterien. Die REDberücksichtigt weder die Emissionen, die durch indirekteLandnutzungsänderungen entstehen, noch sieht sie Maßnahmen vor, um diesenentgegenzuwirken, obwohl die Europäische Kommission gesetzlich gehalten war,im Jahr 2010 einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten.Die Herstellung und der Einsatz von Biokraftstoffen können indirekt zu einerzusätzlichen Abholzung und Landumwandlung führen. Wenn Agrarflächen derBiokraftstoffproduktion zugeführt werden, muss die Landwirtschaft anderweitigausgedehnt werden, um die bestehende und stetig zunehmende Nachfrage nachNutzpflanzen für Lebensmittel und Futtermittel zu decken – oft auf Kosten vonWäldern, Grasland, Torfland, Feuchtgebieten und anderen Biotopen mit großenKohlenstoffvorräten. Die Folge ist eine erhebliche Zunahme der THG-Emissionenaus den Böden und der abgetragenen Vegetation. Wenn Regierungen aktiv denEinsatz von Biokraftstoffen unterstützen, um ihre THG-Emissionen zu senken, wiedas in der EU der Fall ist, müssen bei der Bestimmung der Wirksamkeit solcherpolitischen Maßnahmen auch die Emissionen berücksichtigt werden, die durchindirekte Landnutzungsänderungen entstehen.Die Europäische Kommission hat beim International Food Policy ResearchInstitute (IFPRI) eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um das Ausmaß diesererweiterten Flächennutzung für Biokraftstoffe zu ermitteln
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. Die IFPRI-Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die EU-Zielvorgaben imVerkehrssektor bis zum Jahr 2020 zu ILUC-Emissionen in Höhe von mindestens500 Megatonnen Kohlendioxid führen könnten. Damit würden die ILUC-Emissionen für sich alleine genommen bereits zwei Drittel derEmissionseinsparungen wieder aufheben, die dem Einsatz von Biokraftstoffen
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http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2011/october/tradoc_148289.pdf 
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Endgültiger Untersuchungsbericht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) „zur Beurteilung dermöglichen Auswirkungen von indirekten Landnutzungsänderungen auf den Verbrauch von Biokraftstoffen in der EU in2020“, vom GD Handel für die Europäische Kommission erstellt und online veröffentlicht:http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2011/october/tradoc_148289.pdf  

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