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Krishnamurti - Vollkommene Freiheit

Krishnamurti - Vollkommene Freiheit

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Krishnamurti - Vollkommene Freiheit
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01/24/2013

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J. Krishnamurti: Vollkommene Freiheit
Vorwort 
Den großen Weisen der Geschichte wurde mit der Bewahrung ihrer Weisheit ein schlechter Diensterwiesen. Von den bedeutendsten dieser Heiligen und Gelehrten - den frühen heiligen Männern derHindus und Juden, von Buddha, Konfutse, Sokrates, Jesus Christus und dem Propheten Mohammed -
 
ist kaum etwas Schriftliches überliefert. Sie legten ihre Wahrheit in tiefgründigen Diskursen undscharfsinnigen Gesprächen dar, in mündlichen Aussagen, die uns nur in unvollständiger Wiedergabeüberliefert sind. So sind uns nur einige dieser Wahrheiten bekannt, viele gingen verloren. Wer dievollständige Lehre sucht, in ihrer ursprünglichen Gestalt, der ist auf derart unzuverlässige Vermittlerwie Glauben, Interpretationen, Einfügungen und Rekonstruktionen angewiesen.Bei geringerem zeitlichem Abstand zu unserer Gegenwart stehen wir vor dem umgekehrtenProblem. Das Wissen überlagert die Weisheit, und die Kultur weicht der Technik. Es gibt umfas-sende Aufzeichnungen, doch was aufgezeichnet wurde, ist oft von geringerem Wert. An echtenWeisen scheint ein Mangel zu herrschen. Zahlenmäßig sind es viele, die Weisheit und Pseudo-weisheiten verkünden, Meister, die beanspruchen, transzendente Einsichten zu besitzen und zuvermitteln. Jedoch nur sehr wenige von ihnen bestehen die Proben, die jemanden als einen echtenspirituellen Wegbereiter ausweisen, nur wenige haben die Fähigkeit, eine Botschaft zu übermitteln,die universell und befreiend ist, ohne Vorurteil und Haß, eine Botschaft, die eine zweckfreieBereicherung des Geistes und des Lebens sein kann und die überdies allgemein verständlich ist.Nach all diesen Kriterien war Jiddu Krishnamurti ein wahrer moderner Meister.Krishnamurtis ganzes Leben war der Verwirklichung der inneren Suche des Menschen und ihrerErklärung gewidmet. Sechzig Jahre lang, bis zu seinem Tod 1986 im Alter von neunzig Jahren,bereiste er die ganze Welt, um aufgeschlossenen Zuhörern seine Gedanken darzulegen. Es kamenMillionen. Zwar war seine Popularität nicht immer gleichbleibend, doch er blieb unbeirrt in seinemBemühen, »die Menschen absolut und bedingungslos frei zu machen«. Gegen Ende seines Lebenswurde Krishnamurti von einer neuen Generation wiederentdeckt, den Kindern unserestechnologisch-elektronischen Zeitalters. In einer Epoche des religiösen Showbusineß bewahrte er dieAura eines altmodischen Propheten. Philosophische Moden kamen und gingen, Krishnamurti blieb.Zwei Gründe gibt es für diese offensichtliche Zeitlosigkeit. Der naheliegendste ist natürlichKrishnamurtis Persönlichkeit. Seine öffentliche persona strahlte ein unaufdringliches Charisma aus,die Anziehungskraft einer weisen Zurückhaltung. Hinzu kam eine Sprechweise und ein Ton, derselbst inmitten der größten Zuhörerschaft eine persönliche Intimität herzustellen vermochte. Es istnicht verwunderlich, daß der Schriftsteller Aldous Huxley, dem gewiß kein Mangel an kritischerBeobachtungsgabe vorzuwerfen ist, meinte: »Es war, als höre man einen Diskurs des Buddha -welche Kraft, welch echte Autorität!«Doch letztlich ist Persönlichkeit allein eine unbefriedigende Erklärung. Viele, die Krishnamurtiweder gesehen noch gehört haben, fühlen sich heute wie damals von seinen Gedanken angesprochen.Um diese Wirkung zu erklären, müssen wir zu der philosophischen Quelle vordringen, zu denGedanken, die er formulierte, und deren wichtigsten Themen. Bei einer eingehenden Untersuchungseines Gesamtwerks wird man sowohl Einheitlichkeit wie auch Veränderungen feststellen. Währendgewisse zentrale Ideen fundamental bleiben, war Krishnamurti immer bereit, sich auf neuehistorische Verhältnisse und spirituelle Fragen einzustellen und sie in seine Diskurse aufzunehmen.Wieder und wieder erklärte Krishnamurti, daß die Menschen keiner Führung bedürfen, sonderndaß sie aufwachen müssen. Dieses große Vertrauen in das menschliche Potential wurzelte in demGlauben, daß jedes Individuum unbegrenzter Entwicklung fähig ist, wenn es den kulturellen Ballastabwerfen kann, der sein Dasein beschwert: »In Angelegenheiten der Psyche oder des inneren Lebenshat eine Theorie, die auf eines anderen Menschen Erfahrung basiert, keinerlei Bedeutung ... Wirmüssen uns völlig davon freimachen, denn wir müssen auf eigenen Füßen stehen.« Mit dieserAblehnung der Übertragbarkeit von Erfahrung und der Zurückweisung jeglicher spiritueller Führung,einschließlich seiner eigenen, bricht Krishnamurti mit den meisten Weltreligionen - sie alle habenspirituelle Vorbilder und Lehrer, deren Beispiel wir nacheifern können. Es war nicht seine Absicht,andere Glaubensrichtungen anzugreifen, doch warnte er häufig vor der irreführenden Macht derReligionen, Institutionen und Rituale und vor allem vor den Spaltungen durch das Sektenwesen.Mit den Jahren erweiterte sich Krishnamurtis philosophischer und intellektueller Horizont überseine Kernthemen hinaus. In zunehmendem Maße hören wir ihn die Übel der zivilen und religiösenMächte erwähnen, die Wertleere der bestehenden Gesellschaftsstrukturen, die Trägheit derAnpassung und die Vergeblichkeit äußerlicher Reformen. Bis Mitte der fünfziger Jahre hatteKrishnamurti Gedanken über Erziehung, menschliche Beziehungen und Kommunikation entwickelt,die sich in seinen früheren Erörterungen nicht finden. Auch der Lehrer lernte, nicht nur, indem er dieFragen anderer beantwortete, sondern indem er auch seinen eigenen Fragenkreis erweiterte. Die
 
Spannweite seiner Interpretationen wächst, um eine Anzahl neuer Probleme aufzugreifen -Nationalismus, Krieg, Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit und Hunger. Mit einer äußerstmodernen Sensibilität rücken nun soziale Fragen, die sich früher an der Peripherie seinerWahrnehmung befanden, in den Mittelpunkt. Häufiger stellt er nun die Bedeutung der Meditationheraus. Ein Ton der Ungeduld, der Dringlichkeit macht sich bemerkbar. Krishnamurti spürt dieGefahren der Zeit und die zwingende Notwendigkeit zum Handeln. Diesem Inhalt entsprechend,werden seine Reden auch im Stil konzentrierter und seine Dialoge weniger elliptisch. Und dochbleibt die wesentliche Botschaft unverändert: » Wenn man das Leben sieht, wie es ist, wenn mansich selbst so sieht, wie man ist, nur dann kann man vorankommen.«Von allen Weisen und bedeutenden spirituellen Persönlichkeiten der Moderne stand Krishnamurtiam längsten im Licht der Öffentlichkeit - etwa fünfundsechzig Jahre auf der Bühne des Ruhms. Dochseine historische Rolle ist schwer einzuschätzen. Er steht uns zu nahe, und es ist zu früh, um schondie volle Wirkung seiner Lehren einschätzen zu können. Schließlich gab es noch mehrere Jahrzehntenach seiner Kreuzigung kaum ein Anzeichen für den großen Einfluß, den Jesus Christus auf dieGeschichte nehmen würde. Und wer hätte beim Tod von Buddha, Konfutse und selbst Karl Marx undlängere Zeit danach ihren nachhaltigen Einfluß vorhersagen können? Sollten Krishnamurtis Ideen inder Zukunft immer mehr Verbreitung und Anerkennung finden, dann deshalb, weil sie ein Echo auf die Sehnsüchte der Menschen sind, weil sie eindringlich zu den Menschen sprechen, die desil-lusioniert sind von den allwissenden und sozialverändernden Makroideologien. Es würde geschehen,weil der Nachhall von Krishnamurtis Diskursen über zeitliche und räumliche Grenzen hinausweiterwirkt. Seine Stimme ist verstummt, doch seine Botschaft wird nie aufhören zu sprechen.
 Ralph Buultjens, Ph. D.Professor of Social Sciences, New York University
Geleitwort 
Aus bescheidenen Anfängen in einer kleinen Stadt in Indien ging Krishnamurti als einkompromißloser und nirgends einzuordnender Lehrer hervor, dessen Reden und Schriften keinerspezifischen Religion verpflichtet waren. Sie waren weder östlich noch westlich, sondern für dieganze Welt.In rund sechzig Jahren sprach er zu großen Menschenmengen in Worten, die von entscheidenderkatalytischer Relevanz für jeden einzelnen Menschen und jede Gesellschaft waren. Er führte zahl-reiche Diskussionen mit hervorragenden Schriftstellern, Philosophen, Wissenschaftlern, Erziehernund Staatsoberhäuptern. Mit außerordentlicher Unmittelbarkeit und Direktheit und ohne ir-gendwelche Systeme oder Abhängigkeiten war er imstande, zum Kern der Probleme durchzudringen,mit welchen die Menschheit seit Jahrhunderten ringt.Krishnamurtis Bücher wurden über die ganze Welt verbreitet und in mehr als zwanzig Sprachenübersetzt. Seine Werke sind auch auf Audio- und Videoaufnahmen und auf CD-ROM erhältlich.Heute wird vieles von diesem Material auf über 150 Hochschulen und Universitäten benutzt.Angesichts dieser Fülle des Materials haben wir eine breite Auswahl zuvor erschienener undunveröffentlichter Werke zusammengestellt, die einen Eindruck von der Tiefe und Fülle derAussagen Krishnamurtis vermitteln. Die Leser seien natürlich ermutigt, über diese Auswahl hinausdas Gesamtwerk seiner Reden und Schriften zu betrachten.Der vollständige Text von >»Die Wahrheit ist ein pfadloses Lands<, die Rede, die seinen Bruch mitder Theosophie in Gang setzte, ist aufgenommen worden, da sie das Thema anschlägt, das seinLebenswerk durchdringt. Der Rest des Buches besteht aus vier mehr oder weniger chronologischangeordneten Teilen.Der erste Teil enthält Material aus Reden, die er in den Jahren nach seiner Trennung von derTheosophie hielt. Der zweite Teil stellt Aufzeichnungen seiner Gespräche mit verschiedenen Per-sonen zusammen sowie Auszüge aus einem frühen Werk über Erziehung und seinem
Tagebuch.
Der dritte Teil bringt Aufzeichnungen öffentlicher Versammlungen, Diskussionen mit Studentenund Gespräche mit Vorstandsmitgliedern der verschiedenen Krishnamurti-Stiftungen. Er zeigt die

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