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Deutsche Mobilfunknetze Weiter Unsicher

Deutsche Mobilfunknetze Weiter Unsicher

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03.12.12olem.de- Hacker KarstenNohl: DeutscheMobilfunknetzeweiter unsicher  1/2www.golem.de/print.php?a=93919
Original-URL des Artikels:
http://www.golem.de/news/hacker-karsten-nohl-deutsche-mobilfunknetze-weiter-unsicher-1208-93919.html
Veröffentlicht:
17.08.2012 14:01
Hacker Karsten Nohl
Deutsche Mobilfunknetze weiter unsicher
Kein deutscher Mobilfunkbetreiber hat bisher den deutlich abhörsichereren Netzstandard A5/3 eingeführt. Auch bei anderen Sicherheitsmerkmalen soll es nicht besser aussehen.Hacker Karsten Nohl, Chef der Berliner Sicherheitsfirma Security Research Labs, wirft den deutschenMobilfunkanbietern vor, weiterhin trotz vorhandener Techniken Sicherheitslücken in den Netzen nicht zuschließen. Nohl hatte am 10. August 2011 einen GPRS-Hack auf dem Chaos Communication Camp mit einemangepassten Mobiltelefon demonstriert. Es war ihm gelungen, den GPRS-Datenverkehr in einem Radius vonfünf Kilometern abzufangen und zu entschlüsseln. Die Verschlüsselung der Provider sei leicht zu knackengewesen. Nohl hatte bereits im Dezember 2010 bewiesen, dass sich mit Open-Source-Software auch einfacheMobiltelefone für das Mitschneiden des Datenverkehrs nutzen lassen. Auch dass die GSM-Verschlüsselungkein Hindernis ist, hat Nohl schon mehrfach bewiesen. In diesem Jahr zeigte er Schwachstellen in EC-Kartenterminals.
"Die Mobilfunksicherheit ist ein trauriges Thema. Es gibt nach wie vor keinen ausreichenden Bedarf, der  gegenüber den Betreibern ausgedrückt wird, um Netze sicherer zu machen" 
, sagte Nohl den VDI Nachrichten. Insbesondere die D-Netze von Vodafone und der Deutschen Telekom seien unsicher. Nohl:
"Gerade in Deutschland haben wir mit den D-Netzen eine sehr alte Infrastruktur. Die Deutsche Telekomund Vodafone haben zwar Schritte in Richtung mehr Sicherheit gemacht, doch mehr auch nicht." 
EineUmsetzung der wichtigsten Sicherheitsverfahren sei noch immer nicht erfolgt. Nur eine kleine Zahl von Netzbetreibern hätte den deutlich abhörsichereren Netzstandard A5/3 eingeführt.
"Von ungefähr hundert untersuchten Netzen haben bislang nur sieben den Standard umgesetzt. A5/3 isaber nicht das einzige Sicherheitsfeature. Auch bei den anderen Sicherheitsmerkmalen sieht es nicht besser aus. Kein einziges Netz setzt heute alle Features um." 
 In Europa hätten Netzbetreiber in Dänemark, Tschechien und Slowenien den Standard jetzt implementiert. InDeutschland dauere die Aufrüstung dagegen deutlich länger.Die Bundesregierung habe sich bereits selbst geholfen und nutze inzwischen eigene Verschlüsselungstechniken.
"Aus dem Konjunkturpaket 2 wurden etliche Millionen Euro in die Anschaffung sicherer Telefonapparate investiert - ein Kryptophone kostet rund 2.000 Euro. Besser wäre es gewesen, das Geld hätten die Betreiber in sicherere Netze investiert. Dann hätten mehr Kunden davon profitiert" 
, sagte Nohl. (asa)

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