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Degussa Marktreport 1. Februar 2013

Degussa Marktreport 1. Februar 2013

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02/02/2013

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 (Staats-)Schuld und Sühne
„Die Nation mit Schulden zu beladenund die Rückzahlung nachfolgendenGenerationen zu überlassen,ist moralisch unverantwortlich.“
 Thomas Jefferson (1743 – 1826)
Blickt man in die Währungsgeschichte, so scheint es gerechtfertigt zu sein, denBuchtitel „Schuld und Sühne“ von Fjodor M. Dostojewski (1821 – 1881) mitder Staatsverschuldung in Verbindung zu bringen.Die Währungsgeschichte zeigt unmissverständlich, dass Staatsschulden früheroder später Probleme, mitunter sehr große Probleme, verursachen, für die dieGesellschaften nachfolgend einen hohen Preis zu zahlen haben.Im 19. Jahrhundert war die öffentliche Verschuldung (wie etwa in den USA) inder Regel relativ niedrig. Es waren Kriege, finanziert mit Kredit, die die Schul-denstände in die Höhe trieben, aber auch nur vorübergehend.
Der Trend zu immer höherer Staatsschulden
Öffentliche Schulden in den Vereinigten Staaten von Amerikain Prozent des Bruttoinlandsproduktes, 1792 bis 2014(P)
Quelle: US-Schatzamt, IWF Oktober 2012.
Das änderte sich mit Beginn des 19. Jahrhunderts. Von da ab kletterte das Ver-hältnis von öffentlicher Schuld zur Wirtschaftsleistung – also die Schuldenquote– chronisch immer weiter in die Höhe.
02040608010012014017921822185318841912194319732004
Im Dezember 1913wurde die US Federal Reserve geschaffen
USD per Feinunze GoldUSD per Feinunze SilberEURUSD
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.
IN DIESER AUSGABESeite 1:
(Staats-)Schuld und Sühne
Seite 4:
Wirtschaftspolitischer Kom-mentar: Zahlungsausfall desStaates leicht(er) gemacht
Seite 8:
Edelmetallmarkt-Bericht: Kon- junkturoptimismus lässt PGM-Preise steigen
Seite 16:
Marktdaten
1300140015001600170018001900Jan 11Jan 12Jan 1326303438424650Jan 11Jan 12Jan 131.201.251.301.351.401.451.50Jan 11Jan 12Jan 13
 Marktreport 
Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle
1. Februar 2013
 
2 1. Februar 2013
Die Gründe sind bekannt. Hierzu zählen vor allem das Anspruchsdenken derWähler gegenüber dem Staat, verbunden mit der Fähigkeit der staatlichenZentralbanken, die Kredit- und Geldmenge „aus dem Nichts“ auszuweiten.Im Folgenden soll eine Episode der amerikanischen Währungsgeschichte imBlickfeld stehen: der Abbau der Kriegsverschuldung nach dem Ende des Zwei-ten Weltkriegs.Als die Vereinigten Staaten am 8. Dezember 1941 in den Zweiten Weltkriegeintraten, belief sich die Staatsverschuldung des Landes auf 45,4 Prozent desBruttoinlandsproduktes (BIP).Im Zuge der vor allem schuldenfinanzierten Kriegsführung erreichte die ameri-kanische Schuldenquote im Jahr 1946 den Rekordwert von knapp 122 Prozentdes BIP.Nachfolgend sank die Schuldenquote mehr oder weniger stetig ab und er-reichte 1974 mit 32,3 Prozent ein Nachkriegstief (danach ist sie jedoch mehroder weniger wieder stetig angestiegen).Wie erklärt sich, dass die Schuldenquote von 1946 bis 1974 abnahm? DieAntwort lautet: Es war nicht eine Rückzahlung der Staatsschulden, sonderneine Geldentwertungspolitik, durch die die Schuldenquote gesenkt wurde.Die amerikanische Zentralbank weitete nämlich die US-Geldmenge stark aus –und zwar nicht nur während, sondern auch nach Ende des Krieges – und sorg-te damit für steigende Preise.Die steigenden Preise sorgten wiederum dafür, dass das nominale Bruttoin-landsprodukt stärker stieg als die Staatsschulden zunahmen – und folglichnahm die Schuldenquote ab.Die steigenden Preise bedeuteten Inflation. Und die Inflation verminderte dieKaufkraft des Geldes. So sank die Kaufkraft des US-Dollar allein in der Zeit von1946 bis 1974 um knapp 60 Prozent.
Negative Realzinsen und die Entwertung der Staatsschuld
Realzins in den Vereinigten Staaten von Amerika in Prozent
Quelle: Federal Reserve Bank of S. Louis, Robert Shiller (2012),eigene Berechnungen. Der Realzins wurde errechnet, indem dieJahresveränderung der Konsumentenpreise vomNominalzins (10-Jahre Laufzeit) abgezogen wurde.
-20-15-10-5051039404142434445464748495051
Schulden zur Finanzierung desZweiten Weltkriegs
Öffentliche Schulden in den USA inProzent des Bruttoinlandsproduktes,1939 bis 1975
Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis.
Entwertung der Schulden durchInflationspolitik
Nominal und reales Bruttoinlandspro-dukt und Staatsschulden in den USA*,1939 bis 1975
Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis.*Serien sind indexiert (1939 = 100).
Die Verminderung der Kaufkraftdes Geldes
Kaufkraft eines US-Dollar*, 1939 bis1975
Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis.*Die Kaufkraft ist definiert als 1 dividiertdurch den Konsumentenpreisindex (1939 =
100)
 
204060801001201403943475155596367717502004006008001000120014001600180039434751555963677175Nominales BIPReales BIPÖffentliche Schuld203040506070809010039434751555963677175
 
3 1. Februar 2013
Besonders interessant ist nun folgendes Detail: Die amerikanische Zentralbankerhielt 1942 den Auftrag vom amerikanischen Schatzamt, die Kapitalmarktzin-sen künstlich tief zu halten.Die Fed sorgte dafür, dass die Zinsen für kurze Laufzeiten bei 0,38 Prozent, diefür lang laufende Staatsanleihen bei 2,5 Prozent verharrten. Auf diese Weisekonnte sich der Staat billige Kredite beschaffen.Um die Zinsen tief zu halten, kauften die Zentralbank und die Geschäftsban-ken Staatsanleihen auf. Die Käufe wurden mit neu geschaffenem Geld be-zahlt.Die US-Geldmenge stieg folglich von 1939 bis 1945 um 157 Prozent. Undobwohl es in dieser Zeit auch viele Preiskontrollen gab, stieg die Inflation kräf-tig an.Die Inflation nahm dabei Raten an, die deutlich höher waren als die künstlichtief gehaltenen Nominalzinsen. Und folglich kam es zu einem
negativen Real- zins.
 Als die Politik der Zinskontrolle im März 1951 aufgehoben wurde (und zwardurch den "Treasury-Fed Accord"), war die Geldmenge bereits um 218 Pro-zent ausgeweitet worden!Durch die Politik der Zinskontrolle und die Ausweitung der Geldmenge ent-schuldete sich also der amerikanische Staat auf Kosten der Geldhalter und Be-sitzer von festverzinslichen Papieren.Die „politische Verlockung“, die das Anwerfen der elektronischen Notenpres-se auf Regierungen und Wahlvolk ausübt, ist groß – das war damals in denUSA so, und das ist auch heute weltweit so.Die Ausgabe von neuem Geld zur Begleichung offener Rechnungen erscheintnur zu leicht als die Politik des vergleichsweise kleinsten Übels. Dass das eintrügerischer Eindruck ist, zeigt sich erst nachher, wenn die Inflation steigt.Zwar rechnen auch heute schon viele Investoren bereits mit negativen Realzin-sen. Vermutlich unterschätzen sie dabei jedoch noch das kommende Ausmaßder Geldentwertung. Der Blick auf die Geschehnisse in den USA könnte daherhilfreich sein.
„Daß Inflation zu Kontrollen führt, wird heutzutage allgemein einge-sehen. Aber daß auch, wenn ein Wirtschaftssystem einmal von allerleiKontrollen und Einschränkungen belastet und behindert ist, dauernderinflationistischer Druck gebraucht wird, um es in Gang zu erhalten,wird noch nicht allgemein verstanden, ist aber nicht weniger wichtig.“
Friedrich August von Hayek (2001), Vollbeschäftigung, Planwirtschaft und Inflation(1950), S. 98.
Geldmengenausweitung zurBezahlung der Kriegsschulden
US-Geldmenge M2*
Quelle: Federal Reserve of St. Louis, Bloom-berg, eigene Berechnung. *Serie ist inde-xiert (1939 = 100).
Eine Zentralbank kann, wenn sie es will,die Anleihekurse und damit die Zinsenim Grunde
 perfekt 
kontrollieren.Wenn die Zentralbank zum Beispiel ver-kündet, dass sie den Kurs einer Anleihebei 100 Euro sehen will, wird derMarktpreis der Anleihe mindestens 100Euro betragen. Warum?Die Antwort lautet: Kein Verkäufer wirddie Anleihe unter 100 Euro im Marktverkaufen, wenn er sie zu 100 Euro andie Zentralbank losschlagen kann.Mit anderen Worten: Der Kurs der An-leihe wird nicht unter 100 Euro fallen.Wenn die Zentralbank Anleihen dannaufkauft, erhöht sie dadurch die (Basis-)Geldmenge. Und genau das geschah inden USA während des Zweiten Welt-krieges und vor allem in der Zeit danach– eben weil die Politik der Geldmen-genausweitung als politisch attraktiverangesehen wurde als die Einschränkungder Staatsausgaben und die Erhöhungder Besteuerung.
0200400600800100012001400193919461953196019671974
In der Zeit von 1941bis 1945 verdoppelte sich die Geldmenge; sie stieg durch- schnittlich um 20Prozent pro Jahr!

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