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2011_08_SuT_08_11_S.17-25 (EMT)

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Strategie & Technik · August 2011
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Heer
Heer
Unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) haben in den letzten Jahren für Streitkräfteeine immer stärkere Bedeutung gewonnen. Bedingt durch rasante technologische Fortschritte auf diesem Ge-biet sind unbemannte Plattformen in zunehmendem Maße im Einsatz. Vornehmlich die USA haben eine stei-gende Zahl an UAVs eingesetzt – sowohl zur Aufklärung, als auch zum gezielten Einsatz von Waffen.
Detlef H. Keller
Die Drohnen des Heeresim Einsatz
ie Bundeswehr definiert UAV alsaerodynamisch fliegendes, an-getriebenes Luftfahrzeug ohneBesatzung an Bord, dessen Flugführungautonom, ferngeführt und/oder fernge-steuert erfolgt. Es ist wiederverwendbarund für eine oder mehrere Einsatzrollen(Konzeptionelle Grundvorstellungen, KGV,zum Einsatz unbemannter Luftfahrzeugein der Bundeswehr vom 21. Februar 2008)ausgelegt. Die KGv nennen als aktuelleEinsatzoption die Lage-, Überwachungs-,Ziel- und Wirkungsaufklärung. Im weiterensollen diese durch die Befähigung zur sig-nalerfassenden weiträumigen Aufklärung,allwetterfähigen, abstandsfähigen Ge-fechtsfeldaufklärung und der Aufklärungvon chemischen, biologischen, radiologi-schen, nuklearen (CBRN) oder explosivenSubstanzen ergänzt werden.Die Bezeichnung UAS (Unmanned AerialSystem), für Heeresdrohnen manchmalauch als TUAS (Tactical UAS) bezeichnet,umfasst ein Gesamtsystem aus dem UAV(der fliegenden Drohne), der Bodenstationzum Start und gegebenenfalls Landung,der Station zur Führung und Überwachungdes Fluges (kann in Station für Start undLandung integriert sein) sowie den Antei-len für Materialerhaltung und Versorgung.Je nach Einsatzgebiet und Ausstattungkönnen Drohnen Nutzlasten tragen, wiez. B. Sensoren zur Aufklärung oder Raketenfür einen militärischen Angriff. Die Abmes-sungen reichen dabei von nur einigen Zen-timetern (Mikrodrohne) bis zur Größe einesVerkehrsflugzeuges mit 40 m Spannweite.Informationsüberlegenheit ist für dieBundeswehr im Einsatz von wachsenderBedeutung. Militärische Entscheidungenstützen sich heute maßgeblich auf die Auf-klärungsergebnisse der modernen Droh-nen ab.Die Nutzung von UAS ermöglicht so einedeutliche Verbesserung der bisherigen mili-tärischen Möglichkeiten in nahezu allen Fä-higkeitskategorien. Durch das Herauslösendes Bedieners aus der Plattform sind einhöheres Maß an Robustheit, Überlebens-fähigkeit und Schutz entstanden und einelängere Einsatzdauer möglich geworden.Außerdem sollte der Betrieb der UAS einenreduzierten Personalansatz im Einsatzge-biet ermöglichen.
Verfügbare Aufklärungs-kapazität in Afghanistan
Der nachfolgende Artikelanteil zu UAS, mitSchwerpunkt KZO basiert in Anteilen aufeinem Bericht von Brigadegeneral HeribertHupka, Kommandeur der Artillerieschuleund General der Artillerietruppe, der imMärz 2011 das deutsche EinsatzkontingentISAF besuchte.Im Raum Kunduz werden außer den Droh-nensystemen des Heeres KZO (Kleinflug-gerät Zielortung), LUNA (LuftgestützteUnbemannte Nahaufklärungs-Ausstat-
 
D
Start KZO aus einem Feldlager in Afghaninstan
   (   F  o   t  o  s  :   B  u  n   d  e  s  w  e   h  r   )
 
August 2011· Strategie & Technik
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gung zur Wartung und Instandsetzunghaben. So können mittlerweile auch kurz-fristig bei Bedarf Mechaniker von Mazar-e Sharif nach Kunduz zur Unterstützungeingeflogen werden. Die Einsatzbereit-schaft des Systems und damit verfüg-bare Aufklärungskapazitäten wurden jedoch durch limitierte logistische Res-sourcen begrenzt. Während es vermehrtzu Versorgungsengpässen bei einzelnenKomponenten der Fluggeräte kam, ist eshingegen gelungen, die Versorgung mitFlugverbrauchsmaterial dem gestiegenenBedarf anzupassen.Die Aufklärungsreichweite einer KZO liegtzur Zeit bei etwa 100 km. Rheinmetall ar-beitet an einer Reichweitensteigerung auf140 km, eine Beauftragung durch die Bun-deswehr ist bisher nicht erfolgt.Die Einsatzzeit, ursprünglich auf 3,5 Stun-den festgesetzt bei einem definierten Flug-profil, beträgt in Afghanistan im Schnitt 4,5Stunden, bei einer Standardmission sindschon über 5,5 Stunden erreicht worden.Die vergleichsweise niedrigen Aufklä-rungsflughöhen der UAS KZO (1.200 bis2.000 m über Grund) und LUNA (bis zu1.600 m) sind dem Einsatzzweck Erkun-dung im Nahbereich angemessen und de-cken das Gebiet um das Feldlager herumim Rahmen des Aufklärungsverbundeszur Überwachung von Patrouillen ab. Dietaktischen UAS werden auch zur Vorberei-tung und während laufender Operationensowie insbesondere zur Überwachung derVerbindungsstraßen bei Nacht (Verhindernbzw. Aufklären von IED-Vorbereitungen)eingesetzt. KZO hat bislang rund 600 Ein-satzflüge absolviert, dies entspricht einemstatistischen Durchschnitt von mehr alssechs Flügen pro Woche.werter, Instandsetzer und Luftfahrzeug-nachprüfer.Zu Beginn des Einsatzes war KZO nochder gemischten Aufklärungskompaniedes damaligen Provincial ReconstructionTeam (PRT) Kunduz unterstellt. Im Zugeder Umstrukturierung des deutschen Ein-satzkontingentes wurde KZO Bestandteilder Aufklärungskompanie des Ausbil-dungs- und Schutzbataillons Kunduz. KZOwird somit als taktisches Aufklärungs- undZielortungsmittel eines Einsatzverbandeseingesetzt. Das Ausbildungs- und Schutz-bataillon verfügt dadurch über ständigen,unmittelbaren Zugriff auf das System.Das System wird durch Heereskräfte in-stand gehalten. Rheinmetall unterstütztbei besonders schwierigen Fehlern oderKapazitätsengpässen durch Einfliegenvon Personal aus Deutschland im Rahmeneines „InstandsetzungsrahmenvertragsAusland“. Seit Rheinmetall mit dem UASHeron in Mazar-e Sharif präsent ist, ist dieindustrieseitige Unterstützung etwas ein-facher geworden, da drei Mechaniker ausdem Instandsetzungsteam für das UASHeron auch die komplette KZO-Befähi-tung), MIKADO (Mikroaufklärungsdrohnefür den Ortsbereich) und ALADIN (Abbil-dende luftgestützte Aufklärungsdrohneim Nächstbereich) auch der unbemannteUS-Aufklärungshubschrauber Fire Scouteingesetzt. Weiter stehen auf Ebene Regi-onal Command (RC) North das durch dieLuftwaffe betriebene israelisch/deutscheAufklärungssystem Heron, das US-SystemHunter sowie sogenannte „Theatre Assets“zur Verfügung. Darunter sind vornehmlichAufklärungssysteme der US-Streitkräftezu verstehen, wobei die Palette von unbe-mannten Systemen wie Predator, Reaperund Warrior A über bemannte Aufklärungs-flugzeuge verschiedener Typen bis hin zuHöhenaufklärern, wie beispielsweise derU-2 Dragon Lady und Global Hawk, reicht.Das UAS Heron und die genannten The-atre Assets werden entsprechend ihrerVerfügbarkeit und der jeweiligen Operati-onspriorität durch ISAF Joint Command zurDeckung des Aufklärungsbedarfs aller Ein-satzverbände im RC North bereitgestellt.Das Aufklärungssystem KZO wird beimdeutschen Einsatzkontingent ISAF derzeitausschließlich durch das Ausbildungs- undSchutzbataillon Kunduz eingesetzt, dasAufklärungssystem LUNA durch das Ausbil-dungs- und Schutzbataillon Masar-e Sharif.Beide Aufklärungssysteme sind Bestandteilder jeweiligen Aufklärungskompanie undklären auf taktischer Ebene und komple-mentär zu weiteren luftgestützten Syste-men auf. Die Ausbildungs- und Schutzba-taillone verfügen organisch zusätzlich überdie Systeme Mikrodrohne MIKADO undMinidrohne ALADIN.
Das UAS KZO
Das Aufklärungssystem KZO der Rheinme-tall Defence Electronics GmbH steht seitMitte 2009 in Kunduz zur Verfügung. Dasowohl die Heeresaufklärungstruppe alsauch die Artillerietruppe strukturell überdas System verfügen, stellen beide Trup-pengattungen das Personal im Wechsel.Einsatzwichtiges Schlüsselpersonal sinddabei die Drohnensteuerer, Luftbildaus-
Nachtstart KZOBodenkontrollstation (BKS) KZO
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Die beiden UAS sind, durch ihre Flughö-he bedingt, durchaus hör- und aufklärbarund damit angreifbar. Andererseits kanngerade dies in bestimmten Szenarien einennicht zu unterschätzenden Beitrag zumSchutz eigener Kräfte darstellen. Denn ge-rade wenn die Drohne in Hörweite im Ein-satz ist, wissen die Aufständischen, dass sieüberwacht werden und zur Bekämpfungunter anderem weitreichende Wirkmittel(z.B. PzH 2000) bereitgehalten werden. Zu-dem bieten geringe Flughöhen den Vorteil,dass auch bei niedriger WolkenuntergrenzeAufklärungsergebnisse mit optischen Sen-soren (aktuell nur mit LUNA) erzielt werdenkönnen. Verluste durch Beschuss mit Luft-abwehrmitteln sind nicht bekannt.Obwohl weitere Aufklärungsmittel,auch der MALE (Medium Altitude, LongEndurance)-Klasse (z.B. Heron), den Ein-satzverbänden im RC North in beachtli-chem Ausmaß grundsätzlich zur Verfü-gung stehen, bieten Systeme wie KZO undLUNA, die organisch den Ausbildungs- undSchutzbataillonen zugeordnet sind, unteraktuellen Einsatzbedingungen deutlicheVorteile gegenüber diesen „Hochwert-aufklärungsmitteln“. Denn sowohl He-ron als auch Theatre Assets müssen beimRC North angefordert (Recce-Request)werden. Aufgrund der unterschiedlichenRecce-Requests (ggf. auch von Streit-kräften anderer Länder) wird eine Missi-on zusammengestellt, die dann von RCNorth, bzw. vom ISAF Joint Command,genehmigt und zugewiesen wird. Dabeikönnen, ggf. durch Priorisierungen derAnträge, die Heeresforderungen unter denTisch fallen. Natürlich sind auch bei HeronAd-hoc-Einsätze möglich, aber die Kom-munikationswege zum Auslösen einer Auf-klärungsmission sind deutlich länger, zumalhier ein ganz anderes Aufgabenspektrumabgedeckt wird. Wollte man mit der Herondie Aufgaben von KZO/LUNA durchführen,müsste man Heron in einer ganz anderenStückzahl verfügbar und eine entsprechen-de Infrastruktur (z.B. Start- und Landebahn,Hangar) zur Verfügung haben. Somit sinddie MALE-Aufklärungsmittel mehr eine Er-gänzung als eine Überlappung.KZO wie auch LUNA hingegen stehen demEinsatzverband unmittelbar und ständigzur Verfügung und können buchstäblichauf Zuruf gestartet werden. Somit sinddiese Aufklärungsmittel deutlich flexiblereinsetzbar. Starts sind innerhalb von 30Minuten möglich, bei Vorwarnung desFunktionspersonals reduziert sich sogardiese Reaktionszeit.Die UAS KZO und LUNA erweisen sichinsgesamt als technisch stabil und zu-verlässig. Durch zeitlich überlappendenEinsatz mehrerer Fluggeräte lassen sich
Nachgefragt:
Kurzinterview mit Luitjen Ennenga,Geschäftsführer Rheinmetall DefenceElectronics GmbH
S&T:
Welche Drohnen hat Ihre Firma im Auslandseinsatz der Bun-deswehr (z.B. Afghanistan) und leisten Sie dafür eine Unterstützungim Einsatzgebiet?
Ennenga:
Wir haben zwei Systeme in Afghanistan im Einsatz: Unsertaktisches Drohnensystem KZO beim Heer sowie das weitreichendeMALE UAV-System Heron 1, das wir der Luftwaffe im Rahmen einesDienstleitungsvertrags zur Verfügung stellen. KZO unterstützen wirvor Ort im Bedarfsfall auf Abruf. Heron betreiben wir vollumfäng-lich für die Luftwaffe und haben dafür ständig ca. 20 Rheinmetall-Mitarbeiter vor Ort in Mazar-e Sharif.
S&T:
Werden Sie über die Einsatzerfahrungen, die Technik und Handhabung derSysteme betreffend, so informiert, dass eine verzugslose Mängelbehebung undFortentwicklung der Systeme möglich sind?
Ennenga:
In Bezug auf die Technik auf jeden Fall. Wir bekommen regelmäßigFeedback, sind an das Berichtswesen der Bundeswehr angebunden und bekommenEreignisse verzugslos auf den Tisch. Bezüglich der operativen Erfahrungen bestehtaus unserer Sicht noch Optimierungspotential – was aber auch daran liegt, dass dieSysteme von verschiedenen Nutzergruppen eingesetzt werden.
S&T:
Werden von Ihnen Leistungssteigerungen der Systeme aktuell oder in naherZukunft durchgeführt?
Ennenga:
Von besonderer Bedeutung ist für uns und das Heer in diesem Zusam-menhang das Projekt WABEP. Mit dem Verbund zweier existierender Systeme, un-serem KZO und dem Wirkmittel Harop von IAI, wird kurzfristig eine Fähigkeitslückegeschlossen.Ein Erfolg war sicherlich der Vertragsabschluss über die Einrüstung einer neuenmultispektralen Nutzlast für KZO, die Rheinmetall eigenfinanziert entwickelt hat.Weitere Vorhaben zur Leistungssteigerung stoppen oft kurz vor Vertragsschluss.Das erschwert eine gezielte Weiterentwicklung der Produkte. So werden derzeitbeispielsweise eine neue Bildverarbeitungseinheit im Fluggerät und neue Rechnerfür die Bodenkontrollstation – eine notwendige Grundlage für noch bessere Auf-klärungsleistung – diskutiert.Bei der SAATEG-Zwischenlösung ist eine Verlängerung des Dienstleistungsvertragsüber 2012 hinaus geplant. Auch hier bietet sich an, in diesem Zuge die Aufklärungs-leistung noch weiter zu steigern.
S&T:
Welches weitere Entwicklungspotenzial sehen Sie für Ihre Systeme?
Ennenga:
Wir haben eine ganze Palette von kurzfristig möglichen Maßnahmen, vonFlugeigenschaften über IT-basierte Themen wie Sensorfusion bis hin zu Schwarm-verfahren und Human Factors. Die momentan angespannte Haushaltslage fordertvon uns, diese Potenziale zur Fähigkeitserweiterung eng mit dem Nutzer und demBedarfsdecker abzustimmen. Mit diesen Themenfeldern und den laufenden For-schungs- und Entwicklungsprojekten, in denen wir eine aktive Rolle übernehmen,stellen wir die Aktualität des Systems KZO bis etwa 2020 sicher. Hinzu kommt einAusbau unserer Kernkompetenzen bei Sensorsystemen, Bodenkontrollstationenund Führungssystemen – damit sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt.Auch unser sehr erfolgreiches Engagement im Vorhaben SAATEG-Zwischenlösungeröffnet Zukunftspotenzial, z. B. im Bereich einsatznaher technisch-logistischerDienstleistungen für weitere Systeme der Bundeswehr und andere Kunden.Aufbauend auf den Erfahrungen aus der SAATEG-Zwischenlösung werden wir derLuftwaffe gemeinsam mit unserem Partner Israel Aerospace Industries die hochmo-derne Heron TP für die anschließende SAATEG-Anfangsbefähigung anbieten, umeinen nahtlosen und risikofreien Übergang von der Zwischenlösung mit Heron 1 zurAnfangsbefähigung zu gewährleisten. Die Fragen stellte Detlef H. Keller

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