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Diese Abschrift wurde von Franz und Maria Kreuzwegerer mit der Originalausgabe textinhaltlich überprüft. Jänner 2003
Die
Wonnen der Weisheit
 betreffend
die eheliche Liebe
Dann
die Wollüste der Torheit
 betreffend
die buhlerische Liebe
Von Emanuel SwedenborgAus der lateinischen Urschrift übersetztDritte Auflage Nr. 1-233Zweite Auflage Nr. 234 bis SchlußHerausgegeben vom deutschen Swedenborg-Verein in Stuttgart 1891
 
[Titel der Urschrift:
DELITIAE SAPIENTIAEDE
AMORE CONJUGIALI
POST QUAS SEQUUNTUR 
VOLUPTATES INSANIAE
DE
AMORE SCORTATORIO
AB
EMANULE SWEDENBORGSUECOAMSTELODAMIMDCCLXVIII.]
 
1
Wonnegenüsse der Weisheit
 betreffend
die eheliche Liebe
Vorläufiges über die Freuden des Himmels,und die ehelichen Verbindungen daselbst
1.
Ich sehe voraus, daß viele, die das hier Folgende und die Denkwürdigkeiten hinter den Kapitelnlesen, dieselben für Erfindungen der Phantasie halten werden; allein ich versichere in Wahrheit, daß siekeine Erfindungen, sondern wirklich Geschehenes und Gesehenes sind; gesehen nicht in irgendeinemBetäubungszustande des Gemüts, sondern im Zustand des völligen Wachens; denn es hat dem Herrngefallen, Sich selbst mir zu offenbaren, und mich auszusenden, dasjenige zu lehren, was [Sache] der neuen Kirche, die unter dem neuen Jerusalem in der Apokalypse verstanden wird, sein soll. Zu diesemZweck hat er das Inwendige meines Gemütes und Geistes aufgeschlossen, worauf mir gegeben wordenist, in der geistigen Welt bei den Engeln, und zugleich in der natürlichen Welt bei den Menschen zusein; und dies nun schon fünfundzwanzig Jahre hindurch.
2.
Ich ward einmal einen Engel ansichtig, der unter dem östlichen Himmel schwebte, und eineTrompete in der Hand und an den Mund hielt, und sie gegen Mitternacht, gegen Abend und gegenMittag hin ertönen ließ; er hatte ein griechisches Oberkleid an, das vom Flug rückwärts floß, und war mit einer Binde umgürtet, die wie von Karfunkeln und Saphiren flammte und leuchtete; er schwebteabwärts, und ließ sich langsam nieder auf das angrenzende Land; wie er den Boden berührte, stand er auf seinen Füßen, ging hin und her, und lenkte, als er mich bemerkte, seine Schritte auf mich zu. Ich war im Geist, und in diesem stand ich auf einem Hügel in der Mittagsgegend, und als er herangekommenwar, redete ich ihn an und fragte: Was geht jetzt vor? Ich hörte das Schmettern deiner Trompete und sahdein Herabkommen durch die Luft. Der Engel gab zur Antwort: Ich bin abgesandt, die berühmtestenGelehrten, die scharfsinnigsten Genies und die hervorragendsten Weisen, die sich aus den Reichen der Christenheit auf diesem Festland befinden, zusammenzurufen, damit sie auf dem Hügel, auf dem dustehst, sich versammeln und offenherzig angeben möchten, welche Vorstellungen, Begriffe undÜberzeugungen sie in der Welt von der himmlischen Freude und von der ewigen Seligkeit gehabt hatten.Der Grund meiner Sendung war der, daß einige Neuangekommene aus der Welt, die in unserenhimmlischen Verein, der im Osten ist, eingelassen worden, berichteten, daß in der ganzen Christenheitauch nicht
einer 
wisse, was die himmlische Freude und die ewige Seligkeit und somit was der Himmelsei. Darüber waren meine Brüder und Genossen sehr verwundert, und sagten zu mir: Steige hinab, und berufe und entbiete die Weisesten in der Geisterwelt, in die alle Sterbliche nach ihrem Austritt aus der natürlichen Welt zuerst versammelt werden, zusammen, damit wir aus dem Munde mehrerer gewißwerden, ob es Wahrheit ist, daß ein solches Dunkel oder eine solche finstere Unwissenheit in betreff desewigen Lebens bei den Christen herrscht. Warte noch ein wenig, setzte er hinzu, und du wirst Scharenvon Weisen hier anlangen sehen; der Herr wird für sie ein Versammlungshaus bereiten. Ich wartete, undsieh nach einer halben Stunde sah ich zwei Haufen von Mitternacht, zwei von Abend und zwei vonMittag her, und so wie sie kamen, wurden sie von dem Engel mit der Trompete in das bereitete Hauseingeführt, und nahmen hier die nach den Himmelsgegenden für sie bestimmten Plätze ein. Es warensechs Haufen oder Scharen, ein siebenter war vom Morgen, und dieser war vor Lichtglanz den übrigennicht sichtbar. Nachdem sie versammelt waren, eröffnete der Engel den Grund der Zusammenberufungund bat, die Scharen möchten der Reihe nach ihre Weisheit betreffend die himmlische Freude und dieewige Seligkeit kund geben; und nun schloß jede Schar einen Kreis, die Gesichter einander zugewandt,damit sie diese Sache aus den in der vorigen Welt gefaßten Vorstellungen zurückrufen und sodann näher  betrachten, das näher Betrachtete aber, nachdem sie sich darüber beraten, vortragen möchten.
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