• Embed Doc
  • Readcast
  • Collections
  • CommentGo Back
 
1
Diese Abschrift wurde von Renate Pontner, Hamburg, geschriebenund von Franz und Maria Kreuzwegerer mit der Originalausgabe textinhaltlich überprüft.Februar 2004Die Anmerkungen des Übersetzers wurden von Franz Kreuzwegerer als Fußnote eingefügt, wobeies nicht alle Anmerkungen sind, ging es nur z.B. um Bibelverskorrekturen, wurde dies unterlas-sen. Die Berichtigungen wurden zur Gänze übernommen.
Enthüllte
Offenbarung Johannis
oder vielmehr Jesu Christi
,
worindie Geheimnisse, die in derselben vorhergesagtund bisher verborgen gewesen waren,aufgeschlossen werden.
VonEmanuel SwedenborgAus der zu Amsterdam 1796 gedruckten lateinischen Urschrift verdeutscht, und miteiner Vorrede, Anmerkung, Registern und Beilagen vermehrtvonDr. J. F. I. TafelErster bis vierter BandZweite AuflageStuttgartVerlag der Neukirchlichen Buchhandlung
 
2
Die enthüllte Offenbarung
VorredevonEmanuel Swedenborg
Es hat schon viele gegeben, die sich mit der Auslegung der Offenbarung abgemüht haben;allein da der geistige Sinn des Wortes bisher unbekannt war, so konnten sie die darin verborgenenGeheimnisse nicht sehen; denn diese deckt bloß der geistige Sinn auf, daher die Ausleger ver-schiedene Mutmaßungen aufgestellt, und die meisten von ihnen das darin Enthaltene auf dieZustände der Weltreiche bezogen, und bloß einiges die Kirche Betreffende damit verbundenhaben. Allein die Offenbarung handelt, sowie das ganze Wort, in seinem geistigen Sinn, gar nichtvon weltlichen, sondern bloß von himmlischen Dingen, also nicht von Kaisertümern und Kö-nigreichen, sondern vom Himmel und der Kirche. Zu wissen ist, daß nach dem Jüngsten Gericht,welches im Jahr 1757 in der geistigen Welt gehalten wurde, und von dem ich in einem besonde-ren, zu London 1758 erschienenen Werkchen gehandelt, ein neuer Himmel aus den Christen, jedoch bloß aus solchen gebildet wurde, welche (die Wahrheit), daß der Herr, nach Seinen Worten bei Matth.28/18, der Gott des Himmels und der Erde ist, annehmen konnten und zugleich Bußewegen ihrer bösen Handlungen in der Welt getan hatten. Aus diesem Himmel steigt nun herab undwird herabsteigen die neue Kirche auf Erden, welche das neue Jerusalem ist. Daß diese Kircheden Herrn als den Alleinigen anerkennen werde, erhellt aus folgendem in der Offb.21/9,10: „Eskam zu mir einer von den sieben Engeln, und redete mit mir, und sprach: Komm, ich will dir dieBraut des Lammes, das Weib, zeigen, und er zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, wiesie herabstieg aus dem Himmel von Gott“. Und anderwärts Offb.19/7,9: „Laßt uns fröhlich seinund jauchzen, denn des Lammes Hochzeit ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet: selig diezum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind“. Daß ein neuer Himmel sein und aus ihm die neueKirche auf Erden herabsteigen werde, erhellt auch aus Offb.21/1,2,5: „Ich sah einen neuenHimmel und eine neue Erde, auch sah ich die Heilige Stadt Jerusalem von Gott aus dem Himmelherabsteigen, zubereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Manne. Der auf dem Thron saß,sprach: Siehe! Ich mache alles neu; und zu mir sprach Er: Schreibe, denn diese Worte sind wahr und treu!“. Der neue Himmel ist ein neuer Himmel aus den Christen; das neue Jerusalem ist eineneue Kirche auf Erden, die mit jenem Himmel zusammenwirken wird; das Lamm ist der Herr inAnsehung Seines Göttlich-Menschlichen.Diesem soll noch einiges zur Aufhellung beigefügt werden: der Christliche Himmel befindetsich unterhalb der alten Himmel, in ihn wurden von der Zeit an, da der Herr in der Welt war,diejenigen eingelassen, die
einen
Gott unter drei Personen verehrt und nicht zugleich die Idee vondrei Göttern gehabt hatten; und dies deswegen, weil eine Dreieinigkeit von Personen in der ganzenChristenheit angenommen war. Diejenigen aber, die von dem Menschlichen des Herrn keineandere Idee hatten, als von dem Menschlichen eines anderen Menschen, konnten den Glauben desneuen Jerusalems nicht annehmen, welcher ist, daß der Herr der alleinige Gott und in Ihm eineDreieinheit sei. Diese wurden daher abgesondert und in die Winkel verwiesen. Die Absonderun-gen nach dem Jüngsten Gericht sowie die Verweisungen wurden mir zu sehen gegeben. Denn auf die reine Idee von Gott gründet sich der ganze Himmel und auf Erden die ganze Kirche sowieüberhaupt alle Religion; durch sie entsteht nämlich eine Verbindung und durch die VerbindungLicht, Weisheit und ewige Seligkeit.Jedermann kann einsehen, daß die Offenbarung durch niemand anderen erklärt werden kannals durch den Herrn allein, denn die einzelnen Worte derselben enthalten Geheimnisse, die man
 
1
Für diese und alle folgenden Nummern in Klammern bis (109) sind die dazugehörigen Anmerkungen abSeite 12 zu finden.3
ohne besondere Erleuchtung und also ohne Offenbarung nie wissen würde; daher es dem Herrngefallen hat, mir das Gesicht meines Geistes zu öffnen und (mich) zu lehren. Man glaube alsonicht, daß ich etwas aus mir selbst oder irgendeinem Engel genommen habe, sondern von demalleinigen Herrn. Der Herr hat auch durch Seinen Engel zu Johannes gesagt: „Versiegle nicht dieWorte der Weissagung dieses Buchs“: Offb.22/10. Worunter verstanden wird, daß sie geoffenbartwerden soll.
Lehren der römisch-katholischen Kirche und Religion im Auszug
Da in der Offenbarung im 17. 18. 19. Kap. auch von Babylonien, das ist der römisch-katho-lischen Religion gehandelt wird, so sind gleich im Eingang ihre Lehren, und zwar in folgender Ordnung aufzudecken: Von der Taufe, von der Eucharistie oder dem heiligen Abendmahl, vonden Messen, von der Buße, von der Rechtfertigung, vom Fegefeuer, von den sieben Sakramenten,von den Heiligen und von der Kirchengewalt.
I. Von der Taufe
lehren sie folgendes: Daß nach dem Sündenfall der ganze Adam, sowohldem Leibe als der Seele nach in einen schlimmeren Zustand geraten sei(2)
1
und diese Sünde sichüber das ganze menschliche Geschlecht verbreitet habe (3); daß diese Erbsünde nur durch dasVerdienst Christi weggenommen, und das Verdienst Christi durch das Sakrament der Taufemitgeteilt (4), und so die ganze Schuld der Erbsünde durch die Taufe weggenommen werde; daßin den Getauften gleichwohl ein Hang zur Sünde gleich einem Zunder, nicht aber die Sünde selbstzurückbleibe; daß sie so Christum anziehen, ein neues Geschöpf werden, und vollständige undgänzliche Vergebung der Sünden erlangen (5). Die Taufe wird ein Bad der Wiedergeburt (6) unddes Glaubens (7) genannt; daß die Getauften, wenn sie erwachsen sind, über die von den Tauf- paten gemachten Zusagen zu befragen seien, welches das Sakrament der Firmung ist (8); daßwegen des Falles nach der Taufe das Sakrament der Buße nötig sei (9).
II. Von der Eucharistie oder dem heiligen Abendmahl
: daß gleich nach der Consecration(oder Einweihung) durch die Kraft der Worte der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi inder Gestalt des Brotes und Weines zugleich mit Seiner Seele und Gottheit wirklich und wesentlichenthalten seien, der Leib unter der Gestalt des Brotes, und das Blut unter der Gestalt des Weines,daß aber vermöge des natürlichen Zusammenhangs und der Concomitanz (d.h. des Beisammen-seins), wodurch die Teile des Herrn Christus unter sich verbunden seien, der Leib selbst auchunter der Gestalt des Weines, und das Blut unter der Gestalt des Brotes, und die Seele unter  beiden, und die Gottheit wegen ihrer wunderbaren hypostatischen (persönlichen) Vereinigung mitdem Leib und der Seele; als sowohl unter einer als unter beiden Gestalten enthalten sei; kurz, daßChristus sich ganz und vollkommen in der Gestalt des Brotes und in jedem Teile dieser Gestalt,und daß er ebenso auch sich ganz in der Gestalt des Weines und dessen Teilen befinde (10), daßdaher beide Gestalten getrennt, und den Laien das Brot gegeben werde, der Wein aber für dieGeistlichen sei (die also beide Gestalten erhalten) (11); daß der Wein im Kelch mit Wasser vermischt werden solle (12). Daß die Laien die Kommunion von den Geistlichen empfangen, dieGeistlichen aber sich selbst kommunizieren sollen (13). Daß der wahre Leib und das wahre BlutChristi nach der Consecration in den Hostien, in den consecrirten Teilchen sei, und daher dieHostie, wenn sie gezeigt und herumgetragen wird, angebetet werden müsse. Daß diese wunderbareund einzige Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib, und der ganzen Substanzdes Weines in das Blut Transsubstantiation genannt werde (14). Daß die Austeilung unter beidenGestalten unter gewissen Bedingungen vom Papst gestattet werden könne (15). Das Brot heißtüberwesentlich, und Brot der Engel, das diese ohne Hülle essen (16); es wird auch eine geistigeSpeise genannt, dann ein Gegengift, durch das man von Sünden frei wird (17).
III. Von den Messen
. Es ist von einem Meßopfer die Rede, weil das Opfer, durch das sich
of 00

Leave a Comment

You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...
You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...