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RANSPARENZ DES
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OHANNESEVANGELIUMGott, niemand hat ihn je gesehen.Der einziggeborene Gott aber,der Seiende im Schoße des Vaters,
der 
hat ihn uns dargestellt.Joh 1,18
Akzessarbeit bei Prof. Jean ZumsteinThomas Noack, Apollostrasse 2, 8032 Zürich, Telefon 01 383 51 07September 2002
 
Inhalt
1. Positionierung in der Forschungsgeschichte1.1. Die johanneische Frage1.2. Kein Konsens nach 200 Jahren kritischer Johannesforschung1.3. Standortbestimmung im Anschluß an Tendenzen der neueren Forschung1.3.1. Die Verfasserfrage1.3.2. Der alttestamentlich-jüdische Hintergrund1.3.3. Die Endgestalt des Johannesevangeliums als Gegenstand der Interpretation1.3.4. Zur Transparenz der johanneischen Sprache (Überleitung zu Punkt 2)2. Zur Transparenz der johanneischen Sprache2.1. Beispiel Kreuzigung - Was sieht das johanneische Auge?2.2. Die symbolische Lektüre nach Paul Ricoeur und Jean Zumstein2.3. Die Transparenz des joh. Jesus und ihr Fortwirken in der Transparenz der joh. Sprache2.4. Der johanneische Dualismus2.5. Die Elemente des impliziten Kommentars (Culpepper)2.5.1. Mißverständnis2.5.2. Ironie2.5.3. Symbolik2.6. Die Zeichen oder die Transparenz der Wunder3. Der Lieblingsjünger3.1. Zum Ursprung der Transparenz im vierten Evangelium3.2. Die Lieblingsjüngerstellen3.3. Der Geliebte und die Liebe im vierten Evangelium3.4. Die beiden Kolpos-Stellen3.5. Der Lieblingsjünger und Petrus oder: Zum Profil der Liebe gegenüber dem Glauben4. Das Gesicht des Unsichtbaren (Zur Christologie)4.1. Vorbemerkung4.2. Die Göttlichkeit Jesu4.3. Käsemanns Vorwurf eines naiven Doketismus4.3.1.Die Fragestellung4.3.2. Im Gottesglanz der Herrlichkeit4.3.3. Ein Plädoyer für die Somatik des vierten Evangeliums und seines Christus4.3.3.1. Ein paar allgemeine Beobachtungen4.3.3.2. Eine szenische Rekonstruktion4.3.3.3. Ein Mensch auf dem Weg nach Golgatha4.3.4. Schlußbilanz4.4. Prozeßchristologie4.4.1. Vorbemerkung4.4.2. DieSendungschristologie4.4.2.1. Ihre Kernaussage4.4.2.2. Kein präexistenter Sohn4.4.2.3. Zum johanneischen Sohnbegriff4.4.2.4. Die Sendungs- und Präexistenzaussagen des Sohnes4.4.3. Die Ich-bin Worte4.4.4. Die Verherrlichungschristologie4.4.4.1. Zur Terminologie4.4.4.2. Die Herrlichkeit4.4.4.3. Die Verherrlichung als Vorgang5. Du hast Worte des ewigen Lebens (Zur Soteriologie)5.1. Das Leben von oben in Worten von unten5.2. Die Schöpfung des Lebens5.3. Geburt, Leben und Licht5.3.1. Die Geburt5.3.2. Das Leben5.3.3. Das Licht5.4. Wasser, Wein und Brot5.4.1. Wasser und Wein5.4.1.1.Wasser als Vorform des Geistes5.4.1.2.Wasser trinken und Glauben5.4.1.3.Das lebendige Wasser5.4.1.4.Kreuz und Wassersymbolik5.4.2. Brot5.4.2.1.Die Lebensgabe des Sohnes5.4.2.2. Zum Sinngehalt des harten Wortes5.4.2.3. Speis und Trank zum ewigen Leben6.Rückblick und Ausblick
 
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ESICHT DES
U
NSICHTBAREN
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UR 
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RANSPARENZ DES
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AKTISCHEN IM
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OHANNESEVANGELIUM
von Thomas Noack 
1. Positionierung in der Forschungsgeschichte
1.1. Die johanneische Frage. 1.2. Kein Konsens nach 200 Jahren kritischer  Johannesforschung. 1.3. Standortbestimmung im Anschluß an Tendenzen der neueren Forschung. 1.3.1. Die Verfasserfrage. 1.3.2. Der alttestamentlich-jüdische Hintergrund.1.3.3. Die Endgestalt des Johannesevangeliums als Gegenstand der Interpretation. 1.3.4. Zur Transparenz der johanneischen Sprache (Überleitung zu Punkt 2).
1.1.
 Die johanneische Frage.
Gegen Ende des 2. Jahrhunderts schriebIrenäus von Lyon: "Zuletzt gab Johannes, der Jünger des Herrn, der auchan seiner Brust gelegen hatte, selbst das Evangelium heraus, als er sich inEphesus in Asien aufhielt."
1
Damit war die Frage beantwortet, die seitdem 19. Jahrhundert wieder offen ist: die johanneische Frage. Sie bestehtallerdings nicht nur in der Verfasserfrage, sondern weiter gefaßt in der Suche nach dem verlorenen Ort des vierten Evangeliums, das wie ein ab-gebrochener Ast in der Geschichte des Urchristentums treibt. Das Profildieser Frage formt sich durch den Vergleich mit den Synoptikern. Wie istdie durchgehende Andersartigkeit des vierten Evangeliums und somit auchseiner Sprache zu erklären?
2
Meine Untersuchung zur Transparenz des jo-hanneischen Christus und seiner Sprachwelt ist im Horizont der johannei-schen Frage angesiedelt.1.2.
 Kein Konsens nach 200 Jahren kritischer Johannesforschung.
Das 19.Jahrhundert hatte, indem es die altkirchliche Tradition vom apostolischen 
1
Adv. haer. 3,1,1 = Eus. h. e. 5,8,4.
2
Die johanneische Frage sucht nach einer Erklärung der Eigenart des vierten Evangeliums bzw. derAndersartigkeit desselben gegenüber den Synoptikern. Während die Verfasserfrage in denHintergrund getreten ist, ist nach H.Thyen, TRE 17 (1988) 201, als virulent johanneische Fragegeblieben, was Bultmann so formuliert hat: "Es müßte doch die Eigenart des Johannes in formellerwie in inhaltlicher Hinsicht gegenüber den Synoptikern und auch gegenüber den anderenurchristlichen Schriften charakterisiert werden! … Es hat … keinen Sinn, für diesen oder jenenAusdruck des Johannes auch einmal eine synoptische oder paulinische Analogie anzuführen, odereinen johanneischen Terminus … als isolierten mit Termini des AT oder des Judentums zuvergleichen; denn die johanneische Sprache ist ein Ganzes, innerhalb dessen der einzelneTerminus erst seine feste Bedeutung erhält" (Exegetica 233). Auch nach Schenke / Fischer zieltdie johanneische Frage auf die Andersartigkeit des vierten Evangeliums. "Unter der johanneischenFrage versteht man traditionellerweise und genaugenommen die Frage, wie das merkwürdigeVerhältnis des Johannes-Evangeliums zum Markus-Evangelium und den Synoptikern überhaupt -und damit dann auch zur synoptischen Tradition, zum Urchristentum und zu Jesus selbst - zuerklären ist. Die johanneische Frage zielt auf die überraschende und befremdende Andersartigkeitdes Vierten Evangeliums, darauf, daß dieses Evangelium neben den drei ersten ein Evangeliumganz neuen Typs darstellt." (H.-M. Schenke, K. M. Fischer, Einleitung in die Schriften des NeuenTestaments, II, Die Evangelien und die anderen neutestamentlichen Schriften, 1979, 168).
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