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Wenn einer eine Reise macht 
,
hat er bekanntlich viel erlebt.Dieser alte und abgelatschte Spruch... Er fiel mir schon auf einer der endlosen Busfahrtenein und wollte mich seit dem nicht mehr loslassen. Und davon mal ganz abgesehen: Vielerlebt habe ich auf jeden Fall. Aber ich hab auch viel im Bus gesessen. Von daher wärevielleicht auch „Wenn einer eine Reise macht, tut ihm meist der Hintern weh“ nichtverkehrt.Aber mal von vorne:Ich hab vom
15. Januar bis zum 23. Februar 
frei gehabt. Das klingt enorm viel,sind aber letztendlich nur knappe 25 Tage Urlaub. Mein Jahresurlaub also. Für dasProgramm das wir vorhatten, war das genau richtig. Wir wollten immerhin ziemlich weitfahren. Die groben Stationenwaren:San Pedro de Atacama (Chile)Cusco (Peru)Puno (Peru)Cobacabana (Bolivien)La Paz (Bolivien)Rurrenabaque (Bolivien)Asuncion (Paraguay)Foz Iguacu (Brasilien)Puerto Iguacu (Argentinien)Buenos Aires (Argentinien)Und damit wir auch keinen Tagverschwenden, dachten MalteStock, Jürgen Hajdo und ichuns, dass wir gleich am 15.Januar aufbrechen.Unsere erste Station war 
SanPedro de Atacama
. SanPedro ist ein kleinesTouristendorf, von dem ausman alle möglichen Touren indie Wüste machen kann. DieAtacama-Wüste selbst ist eineSalzwüste und nebenbei auchnoch die trockenste Wüste der Welt. Für mich war das mehr als umwerfend dort. Es gabeinfach kilometerweit nichts zu sehen. Nur Stein, Geröll und Sand. Und doch war esfaszinierend, wie schön die Landschaft doch sein kann, obwohl sie so abweisendwirkt.Dabei ist nicht die gesamte Salzwüste ohne Wasser. Den einen Tag sind wir miteinem Guide zu einer Salzlagune gefahren, die, laut dem Guide, einen 7-mal höherenSalzgehalt aufweist, als der Pazifik. Salzgehalt war uns recht egal, wir sind reingesprungen. Das Wasser war so klar, man hätte den Grund sehen können. Wenn der nicht circa 1 km tief unter einem wäre. Angst, dass man da jemals runter sinken könne,brauchte man nicht zu haben. Der Salzgehalt war hoch genug, man brauchte nichtpaddeln und schwamm trotzdem auf dem Wasser. Schwimmen war sogar fast ein
 
bisschen schwer. Wenn man sich im Brustschwimmen versuchte, ragten die Beine immer ein kleines Stück zu viel aus dem Wasser. Und Tauchen war auch nicht so einfachmöglich. Der Auftrieb sorgte dafür, dass man recht schnell wieder an der Wasseroberfläche war. Aber mal ehrlich: Wenn man in dem Wasser spielen kann, wer willdenn da um die Wette schwimmen...Nach dem Baden sind wir dann aber nochnicht ganz fertig gewesen. Wir sind weiter zuden
„Ojas de Salar“
. Das sind zweiLöcher. Mitten in der Wüste. Mit Wasser. Dasind wir dann natürlich auch noch mal reingesprungen. In den beiden Löchern war der Salzgehalt aber um einiges niedriger, so dassman da normal schwimmen konnte. Spaßgebracht hats trotzdem :-)Nach ungefähr 5 Tagen hatten wir dann aber auch genug von Wüste und wollten wasanderes sehen. Vor allem mal wieder einbisschen was billigeres, denn San Pedro alsTouristendorf mitten in der Wüste... Da kosten1,5 Liter trinkbares Wasser knapp über 1Euro.Es ging für uns also weiter. Unser nächster großer Stopp war 
Cusco.
Von Cusco kannman nach Machu Picchu, der einzigen erhaltenen Inkastadt, die nicht von den spanischenEroberern zerstört wurde, weiter reisen. Damit wir aber die Höhe aushalten, immerhin vonfast 0 Metern Höhe auf über 3500, haben wir vorher einen Zwischenstop in Arequipagemacht. Arequipa sieht an sich ganz nett aus und da diese Stadt schon in Peru liegt,konnte man an ihr schon erste Unterschiede zu chilenischen Städten machen. Arequipasah mehr gewachsen aus. Älter und schöner dabei zu gleich. Die chilenischen Städte, dieich bis dahin sah, sahen meist mehr wie neu gebaut und ohne historischen Stadtkern aus.Vielleicht kann man auch amerikanischer sagen. Arequipa würde ich eher mit Rom inVerbindung bringen. Enge, kleine Straßen, die sich neben mehreren meterhohen Häusernschlängeln.Aber Arequipa war nicht das Ziel, also gings weiter. Nach
Machu Picchu
.Ich war ehrlich am Zweifeln, ob ich mir die Fahrt nach Machu Picchu antun möchte.Entweder man fährt mit dem Zug und zahlt sein letztes Hemd, oder man fährt mit einemBus 6 Stunden lang einen Schotterweg, der nur Haarscharf am Abhang lang führt. Undselbst dann zahlt man noch ein Vermögen.Wir haben uns für den Bus entschieden und die Fahrt an sich war schon ein Abenteuer.Aber was wir dann sahen, als wir ankamen, war Atemberaubend. Im wahrsten Sinne desWortes. Die nächsten 500 Stufen waren unsere. Als wir dann endlich vor den Türen desNationalparks Machu Picchu standen, war es für mich fast wie Weihnachten. Und als ichdann drin stand... es war umwerfend. Es gab neben einer richtig genial Aussicht auf dieLandschaft und die Stadt nämlich noch mehr. Mehr Stufen. Wer auch immer diese Stadt indie Berge gebaut hat... Das muss eine ganze Menge Arbeit gewesen sein.Selbst wenn der Aufstieg sehr anstrengend ist und alleine das hinkommen nach Machu Picchu irre teuer ist, kann ich trotzdem jedem nur empfehlen, der dort gerade mal irgendwie in der Nähe ist,da mal vorbei zu schauen. Es lohnt sich auf jeden Fall!
 
Wir sind nach dem atemberaubendem MachuPicchu auch weiter. Und zwar Richtung
Punoan den Titicaca-See
. Der Titicaca-See istknapp 13-mal so groß, wie der Bodensee undliegt in einer Höhe von 3810 Metern und istdamit das höchstgelegene Gewässer, daskommerziell schiffbar ist. Ich fand den See nichtso spannend, was aber auch an dem ersten Tagliegen kann, den wir da waren. Wir haben eineTour mitgemacht, in der Hoffnung, etwas vonder Gegend zu sehen.Der erste Halt auf der Tour waren kleine Inseln,die aus Schilf bestehen und deshalbschwimmen. Das interessante ist, das es
Ureinwohner 
gibt, die dort drauf wohnen.Nicht so toll ist, dass diese sich für denTourismus geöffnet haben und für die Touristeneine riesen Show abziehen. Wir haben mit unser Tourigruppe an einer der Inseln angehalten undwurden mit Handschlag von jedem einzelnemder Bewohner begrüßt. Ich kam mir vor wie imZoo. Besonders schlimm wurde es dann, als unser Guide sagte: „Und weil euch dieEinwohner so nett finden, wollen sie noch ein Lied in ihrer Sprache für euch singen.“ Daswar jenseits von gut und böse. Eine Zurschaustellung sondergleichen. Noch nie habe ichso etwas erlebt und wenn es nach mir geht, muss ich das auch kein zweites mal haben.Das ist aber leider immer das Risiko, wenn man Tourist ist und eine Tour bucht. Der Verkäufer kann einem alles und nichts versprechen und was man auf der Tour sehen wird,weiß man vorher aus einer zuverlässigen Quelle kaum.Nachdem wir aber die Tour endlich um hatten, hieß es auch schon fast wieder Abschiednehmen aus Peru. Und es ging weiter nach
Bolivien
. Und da kam erstmal ein kleiner Schock. Peru sah für mich noch nicht so Arm aus, wie ich eigentlich erwartet hatte. Dafür sah Bolivien ärmer aus, als ich es mir vorstellen konnte. Die Menschen wohnen in sehr einfachen Verhältnissen, oft direkt neben einem Haufen Müll. Viele versuchen sich alsSchuhputzer zu verdingen und so wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen. Andereversuchen es mit „kleinen Läden“, die nur aus einem kleinen Karren bestehen, auf denensie Getränke und Chips verkaufen. Andere laufen durch die Straße und verkaufenPopcorn. Wobei das nicht wie Deutsches Popcorn ist, sondern ein Popcorn gern mal die5-fache Größe hat. Sieht interessant aus, schmeckt aber wie Presspappe.In Bolivien war unser Ziel erstmal kein geringeres als die
Hauptstadt „La Paz“.
Dortangekommen kümmerten wir uns vorrangig um ein vernünftiges Programm. Dievergangenen Tage hatten wir nichts richtig sportliches unternommen und so kamen wir auf die Idee, die Todesstraße mit dem Rad runter zu fahren.
Die Todesstraße
ist die, wie ich jetzt gehört habe, zweit gefährlichste Abfahrt für Mountainbiker. Sie führt einen Berg von 4500 Metern Höhe auf 1100 Metern runter. Dabeigeht die Schotterstrecke meist direkt am Abhang lang und wenn man nur einenAugenblick nicht aufpasst...Aber so gefährlich ist das letztendlich auch nicht gewesen. Mittlerweile gibt es dort keinenVerkehr mehr und deshalb braucht man nicht mal auf Gegenverkehr aufpassen. Da
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