investieren. "Anleger sind extrem vorsichtig geworden", sagt Peter Henning, Juraprofessor an der Wayne State University.Was bis jetzt an Betrügereien bekannt geworden ist, könnte nur dieSpitze des Eisbergs sein, vermutet Steven Philippsohn, Chairman der Commercial Fraud Lawyers Association. "Wir werden uns während dieser Rezession an diese Art von Nachrichten gewöhnen müssen", sagtPhilippsohn. Auf eine Selbstreinigung des Finanzsystems solltenAnleger nicht hoffen, meint Juraprofessor Henning: "Wenn es an denMärkten aufwärtsgeht, werden neue Betrüger die Bühne betreten." Nichtnur in den USA, sondern auch anderswo.Dass die Schwindler so lange unentdeckt blieben, liegt nicht zuletztan ihrer geschickten Tarnung: Madoff, einst Chef der Technologiebörse Nasdaq, verkehrte in den besten New Yorker Kreisen. Stanford machtesich als Finanzier internationaler Kricketturniere beliebt. Obama nahmebenso von ihm Spenden an wie John McCain und Hillary Clinton. Zu den Nutznießern zählten auch Kongressabgeordnete, die die SECkontrollieren, die wiederum Stanfords Unternehmen überwacht. Bereitsvor zwei Jahrzehnten ermittelte das FBI gegen Stanford, damals wegenangeblicher Verbindungen zu einem Drogenring - doch das Establishmentin Washington störte sich nicht am zweifelhaften Ruf des Texaners.Von seinen Buchprüfern hatte Stanford ebenfalls nichts zu befürchten.Eine winzige Firma im fernen London mit einem Büro über einemFriseursalon kontrollierte die Bilanzen des internationalenFinanzimperiums. Der Schein des ehrbaren Kaufmanns blieb gewahrt.Auch der Vermögensverwalter Arthur Nadel aus Florida galt bis vor Kurzem als Ehrenmann. Vor wenigen Jahren erhielt er die Auszeichnung"Americas Top Ranked Money Manager". Doch im Januar tauchte Nadelunter. Zu diesem Zeitpunkt schuldete er seinen Investoren 50 Mio. $.Der ehemalige Chef der Firma Scoop Management flüchtete vor der Bundespolizei FBI, die ihn mit einem Großaufgebot suchte. Als er sichschließlich stellte, verblüffte sein Anwalt Barry Cohen dieÖffentlichkeit mit der lapidaren Aussage: "Er ist für eine Weileweggegangen, weil er allein sein wollte."In Nadels Abschiedsbrief hatte sich das noch weitaus dramatischer angehört: Er habe Angst, ein enttäuschter Kunde könnte ihn töten. Demwerde er zuvorkommen und sich selbst das Leben nehmen. NadelsGeschäftsbilanz ist desaströs: Die sechs von ihm geführtenHedge-Fonds, deren Wert Nadel zuletzt auf mehr als 300 Mio. $schätzte, haben nach Ansicht der Ermittler ein Volumen von nichteinmal mehr 1 Mio. $. Nadel ist nicht der erste gescheiterte Finanzjongleur, der sichgeprellten Anlegern durch einen vorgetäuschten Freitod entziehenwollte. Der prominenteste Fall ereignete sich bereits im vergangenenSommer: Der ehemalige Hedge-Fonds-Manager Samuel Israel war bereitswegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, aber gegen Kaution
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