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Diese Abschrift wurde von Franz und Maria Kreuzwegerer geschrieben und mit der Originalausgabe textinhaltlich überprüft.September 2003
Emanuel Swedenborg
Traumtagebuch
1743-1744Aus dem Schwedischen übersetztvonHofrat Felix ProchaskaSwedenborg Verlag Zürich
 
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Aus dem Schwedischen übersetzt von Hofrat Felix Prochaska +© 1978 by Swedenborg Verlag Zürich Gesamtherstellung: Swedenborg Verlag Zürich ISBN-Nr. 3-85927-037-
 
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Die Reise nach Innen
Ich stieg ganz frei und mutig eine Treppe, die dann zu einer Leiter wurde, hinab. Unten befand sichein Loch, das in ganz große Tiefe hinabführte; es war schwer, auf die andere Seite zu gelangen, ohne in jenes Loch zu fallen. Auf der anderen Seite befanden sich Personen, denen ich die Hand reichte, umhinüber zu gelangen. Ich erwachte. Es besteht die Gefahr, daß ich in den Abgrund stürze, wenn ich nichtHilfe erhalte.So lautet der Beginn einer interessanten Reise, die sowohl in die Innenwelt als auch in die jenseitigeWelt führen wird. Es handelt sich dabei um die private Niederschrift eines Traumes von EmanuelSwedenborg, vielleicht eines der begabtesten Menschen, die je gelebt haben. Der Traum spricht für sichselbst. Vor mehr als zwei Jahrhunderten aufgezeichnet, zeigt er bereits ein modernes Verständnis für dasWesen der Träume. In dramatischer Form vergegenwärtigt er die augenblickliche Lebenssituation desTräumenden. Den größten Nutzen würde dieser selbst aus dem Traum ziehen, wenn er sich mit allendarin erscheinenden Aspekten identifizierte, sonst könnte er sich leicht als Helfer anderer geschmeicheltvorkommen. Aber er sieht diese Gefahr und erkennt seine eigene Hilfsbedürftigkeit.Was aber noch wichtiger ist, diese Serie von Träumen und Assoziationen, uns als früheste undausführlichste überhaupt bekannt, wurde um 1744 niedergeschrieben von einem Mann, der zu denletzten Universalgelehrten gehörte, die alles damals bekannte Wissen beherrschten. Ehe er sich mitseinen Träumen zu beschäftigen begann, hatte er enorme Leistungen vollbracht: alle vorhandenenWissenschaften bis zum äußersten erforscht, einige neu gegründet, und seine Entdeckungen über dasmenschliche Gehirn oder seine Hypothese zur Nebulartheorie hätten allein ausgereicht, um seineöffentliche Anerkennung und seinen wissenschaftlichen Ruf zu sichern. Mit 56 Jahren hätte er sich zur Ruhe setzen können, aber er begann sich mit Psychologie und Religion zu beschäftigen.Aus jener Zeit, in der er sich diesen inneren Bereichen zuwandte, stammen die Niederschriftenseiner Träume. Und soviel Unbekanntes, Neues entdeckte er, daß seine Berichte unglaubwürdigerschienen. Die Forschungsreise ins Innere führte gleichsam zu weit, wurde - in 36 Bänden - zu genaudargestellt. Selbst die kommenden Generationen würden kaum Zeit finden, seine Entdeckungen zuverarbeiten.Und so blieb der Vorsprung Swedenborgs über die Jahrhunderte hinweg bestehen. Sicher war sichSwedenborg nicht bewußt, welchen großen Schritt vorwärts er tat, als er den Versuch unternahm, seineseelischen Erfahrungen direkt zu beschreiben. Von ihm aus gesehen war dieser Schritt ganz natürlich,hatte er doch auch auf allen anderen Gebieten Tatsachen gesammelt. Warum also nicht ins Inneredringen und die Regungen der Psyche direkt beobachten? Vielleicht könnte man die Seele bei der Arbeitertappen? Es gelang ihm. Seine Methode wird heute als Phänomenologie bezeichnet. Dabei sammeltman einfach die Rohdaten der Erfahrung und versucht, durch Beobachten, Verstehen und Beschreibenein Bild der menschlichen Erlebniswelt zu erhalten. Wie in vielen anderen Dingen war auch hierinSwedenborg seiner Zeit voraus. Um 1744 begann er pflichtbewußt seine Träume aufzuschreiben und zudeuten. Schon seit 1736 hatte er das ab und zu getan, jedoch umfaßten diese Notizen nur wenige Seitenund gingen außerdem verloren. Seine Verwandten rissen die fraglichen Blätter aus seinem Tagebuchheraus, als sie den Charakter dieser frühen Träume erkannten. Wahrscheinlich waren sie zuaufschlußreich. Die breite Öffentlichkeit konnte noch nicht mit der unverblümten Sprache gewisser Träume bekannt gemacht werden. Seit dieser Zeit notierte Swedenborg systematisch seine Träume undinneren Erfahrungen, und daraus entstand das
Traumtagebuch
und sein fünfbändiges
GeistigesTagebuch;
keines von beiden war je für die Veröffentlichung bestimmt, denn sie enthalten die ganz persönlichen Aufzeichnungen seiner Seelenforschung. Sie sind für uns aber besonders wertvoll, weil sieden Weg schildern, den er ging und der ihn über die Grenze führte - ihn fast
 zu
viel entdecken ließ. Alsnach seinem Tode das Traumtagebuch veröffentlicht wurde, rief es eine Sensation hervor. Das innereRingen dieses Mannes, ja sogar seine sexuellen Bedürfnisse waren bloßgelegt. Seine Nachfolger fandensich im Zwiespalt, ob sie der Wissenschaft oder den Interessen Swedenborgs dienen sollten. So blieben
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