Nr. 186, 09. KW, 27.02.2009, Seite 2 von 21
Interview mit Clemens Vedder „Würde Dividendenausfall bei IVG explizit begrüßen“
Werner Rohmert, Herausgeber „Der Immobilienbrief“,Immobilienspezialist „Der Platow Brief“Clemens J. Vedder
, Jahrgang 1947, absolvierte beim Warenhauskonzern
Hertie
eine Lehre als Einzelhandelskaufmann. In den 70er und 80er Jahren war er einer der erfolgreichsten Verkäufer für Steuersparmodelle in Deutschland. Bereits 1987 fokus-sierte er sich mit seinem Partner
Klaus-Peter Schneidewind
auf Investitionen imPrivate-Equity-Bereich. Er hat zahlreiche Unternehmensverkäufe in Deutschland mit-gestaltet und sämtliche positiv abgeschlossen. Er war maßgeblich beteiligt bei der Restrukturierung von
ASKO
,
Metro
,
Deutsche SB-Kauf
(DSBK AG),
Spar
,
Horten
,
Norddeutsche Steingut
,
IVG
,
Commerzbank
und anderen. Ausgehend vom Tätig-keitsschwerpunkt Handel weitete Clemens Vedder sein Aktionsfeld auf differenzierteUnternehmensbereiche aus. Alle Beteiligungen wurden erfolgreich abgeschlossen.Clemens Vedder strukturierte in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Kooperatio-nen und White-Knight-Deals in verschiedenen Finanz-, Handels- und Industrieseg-menten. Auf Grund des Track Records wurde im Jahr 2007 von Vedder die
Golds-mith Group
initiiert. Zu dieser Gruppe gehört der Hedge Fond
Blacksmith Fund Ltd
.
“Der Immobilienbrief“:
Hr. Vedder, Sie haben zuletzt Ihren Anteil und den vonGoldsmith an der IVG Immobilien AG auf über 5% aufgestockt. Welchen Ansatz ver-folgen Sie bei diesem Investment?
Vedder:
Erwarten Sie bitte von mir keine finanzanalytischen Ergüsse, die haben eineVielzahl so genannter Professionals schon zuhauf von sich gegeben, als der Kurs der IVG-Aktie sich noch in anderen Sphären bewegte. Um es auf den Punkt zu bringen:Goldsmith verfolgt einen opportunistischen Ansatz. Wir haben es bei der IVG mit ei-ner durch die fehlgeschlagene REIT-Spekulation hochverschuldeten Gesellschaft mitdurchweg ordentlichen Immobilien zu tun, die zum Teil zu teuer eingekauft wurden.Nach einem Kursverlust von in der Spitze rund 90% liegt die Börsenkapitalisierungder IVG deutlich unter dem inneren Wert des Unternehmens. Damit dies auch in Zu-kunft so bleibt, gilt es die Verschuldung drastisch zu reduzieren. Die Notwendigkeit istin Bonn erkannt, die Umsetzung läuft. Wir sind sicher, dass dieser Prozess greifenwird. Um dies nach außen zweifelsfrei zu dokumentieren, würde ich einen Dividen-denausfall bei IVG explizit begrüssen.
“Der Immobilienbrief“:
Der Weg, neue Eigenmittel ein zu werben, ist für das Grosder börsennotierten Gesellschaften derzeit verschlossen. Könnten Sie sich für eineEigenkapitalzufuhr bei der IVG erwärmen?
Vedder:
Bevor wir hierüber sprechen, muss die Gesellschaft durch harte Fakten be-legen, dass sie den Konsolidierungskurs zügig und konsequent voranbringt. Wenndann der weitere Gesundungsprozess mit einer Kapitalerhöhung maßgeblich be-schleunigt werden kann, ist es sicher erwägenswert, darüber ernsthaft nachzuden-ken. Bei einem möglichen Meinungsbildungsprozess ist es sicher von Vorteil, dassdie vier größten Aktionäre gut 45% des Grundkapitals halten und wie man aus denMedien entnimmt gut bei Kasse sind.
“Der Immobilienbrief“:
Ihr Goldsmith Fonds ist 2007 aufgelegt worden. Sie habenseither ihr Pulver trocken gehalten und damit für den Anleger nicht nur die Substanzerhalten, sondern sogar eine Rendite erwirtschaftet. Die IVG-Beteiligung ist das erstemeldepflichtige Investment, bei dem Sie annähernd zu Tiefstkursen eingestiegensind. Haben Sie derzeit noch andere deutsche Unternehmen im Fokus?
Vedder:
Das Screening aussichtsreicher Unternehmen ist bei uns ein permanenter Prozess. Ohne zuviel zu verraten, kann ich Ihnen eine Auswahl von DAX-Unternehmen nennen, die bei uns auf dem Radar stehen. Dazu zählen: Bayer,BASF, Daimler, Eon, Kali+Salz, Metro, RWE und Siemens. Dennoch sehen wir der-zeit am deutschen Aktienmarkt noch keinen Handlungsbedarf. Wir warten geduldigauf unsere Chance. Ich bin mir sicher, dass wir die Tiefstkurse noch nicht gesehenhaben. Der konjunkturelle Abschwung wird uns auch 2010 noch begleiten. Die Zeitspielt uns in die Karten. Im Einkauf liegt der Gewinn.
Oberhaching:
Anne-ElineBriegel
(30) leitet ab MitteFebruar 2009 das
STIWAAsset Management Team
.Des Weiteren kooperiertSTIWA seit Anfang diesesJahres mit
Stephan Bruhn
(41), öffentlich bestellter undvereidigter Sachverständiger und Immobiliengutachter CIS-HypZert (F), um dasGeschäftsfeld Bewertungnoch weiter auszubauen.
Bergisch Gladbach:
DasAufsichtsratsmitglied
RobertLöer
(57) wurde mit Be-schluss des gesamten Auf-sichtsrats der
Hahn Gruppe
in den Vorstand bestellt. Er wird dort ab sofort und be-fristet bis zum 26. Mai 2009das Vorstandsmitglied Nor- bert Kuhn vertreten. Herr Kuhn ist aufgrund einer plötzlichen, schweren Er-krankung vorübergehendarbeitsunfähig geworden.
Mainz:
Peter Denton
(38)wird ab März 2009 die Lei-tung der London Branch der
Westdeutschen Immobi-lienBank
übernehmen. Den-ton folgt
Klaus Schreiner
,der Anfang März in den Ru-hestand geht.
München:
David Edwards
wurde zum Fund Presidentdes Asia Property Fund von
LaSalle Investment Mana-gement
bestellt. Seine bishe-rige Funktion als Head of Research and Strategy für den Bereich Asia Pacificübernimmt
Kenneth Tsang
.
Frankfurt:
Aziz Amakran
(33) ist als neuer Senior Con-sultant Office Agency bei
Savills
eingestellt.
Personalien
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