1.Einleitung
Die Schriftenreihe Industrielle Beziehungen, zu der auch der hier behandelte Band„Dezentralisierung von Unternehmen“ gehört, versammelt Texte über Austausch- undKonfliktbeziehungen zwischen Arbeit und Kapital im gesellschaftlichen Kontext.Im Brennpunkt stehen Auseinandersetzungen und Kompromisse der beteiligten Akteureüber Gestaltung und Regelung von Arbeitsverhältnissen, sowie die aus diesen Prozessenhervorgehenden Normen, Verträge, Institutionen und Organisationen. DieKompromißnotwendigkeiten erfolgen hierbei natürlich weniger auf Befehl undGehorsam, als durch Macht- und Austauschprozesse zwischen den jeweiligen Akteuren.
Eine geschlossene Theorie soll hier aber nicht erwartet werden, da das Forschungsgebietzentrale gesellschaftliche Konflikte einschließt und der theoretische Zuganginterdisziplinär nicht genau zu bestimmen ist.Zehn Fallstudien aus der Metall- und Elektroindustrie werden anhand der Dezentralisierungsbestrebungen dargestellt. Dies ist ein zentrales Element der
Lean- Production
-Diskussion mit dazugehörigen Elementen wie Abflachung der Hierarchie undVerschlankung der indirekten Bereiche.Ein Stilwechsel von der bisherigen tayloristisch-fordistischen
zur neuen reflexivenRationalisierung
soll hierbei mit allen Voraussetzungen und Folgen herausgestelltwerden. Diesen beschreiben die Autoren mit einem Wechsel von der funktionalenAusgliederung spezialisierter Tätigkeiten hin zu der Reintegration von „herstellenden“und „dienstleistenden“ Tätigkeiten, zu flexibleren und qualitäts- undinnovationszentrierteren Arbeitsformen. Generell steht die bisherige Arbeitsteilungzwischen „Hand- und Kopfarbeit“, zwischen planenden, steuernden und ausführendenTätigkeiten auf dem Prüfstand.
Die dezentralen Organisationsformen sind nur ein Element der
Lean-Production
-Debatteneben anderen (Hersteller-Zulieferer-Beziehungen, simultanes Engineering u.a.). Da
Lean Production
, als grundsätzlich neue Spielregel und Antwort auf einen radikal sichändernden Markt
,zum zentralen Bezugspunkt der Rationalisierungsdebatte gewordenist, sichert der positive Bezug zum Stichwort dieser Arbeit – Dezentralisierung vonUnternehmen – allemal Aufmerksamkeit und Legitimation.
1
Heidenreich, S. 27
2
s. Anhang, S. 34, Bild 1: Idealtypisches tayloristisches Organisationsmodell
3
vgl. Kapitel 5
4
Heidenreich, S. 27
5
vgl. Logistik für Unternehmen, S. 3
6
vgl. Faust, S. 199
2
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