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Jeder, der sich der Mühe unterzieht, ein Musikin-strument zu lernen, tut dies wohl in erster Linie,weil er die Musik liebt, sie ihm etwas gibt und erdiesem Erleben einer reichhaltigen Tonwelt nochnäher sein möchte als ein reiner Zuhörer. Dasklingt zwar etwas hochtrabend, dürfte abereinigermassen zutreffen.Nach einiger Zeit, wenn man hinreichend mitdem Instrument zurecht kommt, fragen sich viele,ob ihnen das Spiel nur nach Noten ausreicht.Nun gibt es viele ehrenwerte und gute Musi
ker,vor allem in grossen Orchestern, die nur daskönnen. Sie sind zufrieden damit, seriöse Musikvon seriösen Komponisten wieder und immerwieder zu spielen und sind fasziniert von der Art,was ein guter Dirigent aus einem bestimmten Werkherausholen kann. Auch die berühmten Interpre-ten, Pianisten, Instrumentalisten und Sänger, sindzufrieden damit, ihre Kunst auf hohem Niveau zuzeigen. Die Industrie spielt mit und zeigt auf demCD-Cover den Namen des Interpreten oft doppeltso gross wie den des genialen (aber toten) Kompo-nisten. Hier spielt das technische Können diegrösste Rolle.Aber viele, die Musik machen und vielleicht auchgar nicht Berufsmusiker werden wollen, sind nichtso glücklich damit, nur Klassiker zu exekutierenund mehr oder weniger gut zu interpretieren. Wasist mit der Melodie, die einem durch den Kopfgeht? Die man im Radio oder Fernsehen gehörthat? Wie könnte man die spielen?Und da fangen die Probleme an.
FREIES SPIELAUF DEMKLAVIER
Selten lernt man im Klavierunterricht mehr, als Notenvom Blatt zu spielen. Frei spielen und Improvisierenist anscheinend verpönt und unseriös und wirdignoriert. Das liegt jedoch nur daran, dass vieleLehrer es selbst nicht können und beide, Lehrer wieSchüler, den Aufwand scheuen, der nötig ist, um dieszu tun. Jawohl, es stimmt: Ohne den relativ grossenAufwand, sich musiktheoretisches Wissen angeeig-net zu haben, ist freies Spiel und Improvisation nichtmöglich.Man muss noch einmal deutlich darauf hinweisen:Wer wenig übt, kann es nicht schaffen. Die minima-len Voraussetzungen von flüssigem Notenlesen undmehr oder weniger guter Fingertechnik ist nur durchviel Üben zu erreichen. Wer dazu keine Lust hat,aber ganz toll frei spielen und improvisieren will, istwahrscheinlich nicht klug genug dazu, Musiker zuwerden und hat möglicherweise auch Probleme inSchule, Ausbildung und Beruf. Wer das triviale „vonnichts kommt nichts“ nicht begriffen hat, dem wirdLeistung ein Fremdwort bleiben.Reden wir nun nicht von den Grundlagen der Spiel-technik, dem „klassischen“ Erlernen des Instrumen-tes und der Notenschrift. Einhergehen damit solltevon Anfang an Gehörbildung, Übung
in der
Musiknotierung und die allmähliche Ausweitung desWissens um die Grundbegriffe der Harmonielehre.Je weiter man hier erfolgreich fortschreitet, destoerfolgreicher kann man in Bezug auf freies Spiel undImprovisation werden.
„Klavier ist schwer!“
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