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hinnerk 
03/0922
kultur
22
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Et cetera
25 Jahre nach „West End Girls“ machen Neil Ten-nant und Chris Lowe immer noch Popmusik.„Yes” ist bereits das zehnte Studioalbum des bri-tischen Elektronik-Pop-Duos.
Ihr sagt mal wieder „Ja“ zur Popmusikmit eurem neuen Album …
Neil Tennant:
Im Grunde haben wir schon vorzwei Jahren damit begonnen, die Stücke dafürzu schreiben. Damals wurden wir angefragt,Songs für Kylie Minogue zu schreiben. Ein Songunseres neuen Albums, nämlich „Pandemo-nium“, war ursprünglich für Kylie gedacht, abersie hat ihn nicht aufgenommen. Möglicherweisehat uns dieser Song auf eine andere Schienebeim Schreiben gebracht. Das Interessante ist,dass ich den Text von „Pandemonium“ gar nichtaus meiner Sicht geschrieben habe. Und obwohlich den Text jetzt singe, habe ich dabei an KateMoss gedacht, die über Pete Doherty singt. Wasinzwischen natürlich seit gut zwei Jahren über-holt ist
(lacht) 
.
Seit „West End Girls“ seid ihr eineKonstante in der Musikszene. Was istdasfür ein Gefühl?
Neil Tennant:
Das ist mir auch erst jetzt so rich-tig durch die Brit Awards bewusst geworden. Sieriefen bei uns an, um zu fragen, wie viele Singleswir veröffentlicht haben und so weiter. Das wuss-ten die nicht (lacht). Daraufhin habe ich ihnen dieZahlen und Fakten durchgegeben. Und da wurdees mir so richtig bewusst: „Oh Gott, 2009 liegtdie Veröffentlichung der ursprünglichen Versionvon „West End Girls” schon sage und schreibeFÜNFUNDZWANZIG Jahre zurück.“ Ich dachtezuerst, ich hätte mich geirrt. Aber nein! Das isteinfach unglaublich.
Für das Musical „Closer To Heaven”habt ihr gezielt neue Songs geschrieben.Wären eure Hits nicht auch für ein Musicalim Stil von „Mamma Mia!” geeignet?
Neil Tennant:
Ich kann mir nicht vorstellen, dasswir so etwas jemals in Gang setzen. Und ichglaube auch nicht, dass es mit unseren Songsgut gehen würde. Wesentlich besser wäre dafürmeiner Meinung nach der Katalog von RobbieWilliams geeignet. Oder – auch wenn das ver-mutlich nie irgendjemand anfassen würde – mitden Songs von Stock Aitken Waterman, die dieersten Hits von Kylie Minogue oder Rick Astleygeschrieben haben. Auch wenn ihre Songs ver-mutlich nicht die Qualität von ABBA-Stücken er-reichen, gehe ich davon aus, dass die Leute über-rascht wären, wie gut eine Zusammenstellungihrer besten Hits in einem Musical funktionierenkönnte.
Eure neue Single heißt „Love etc.“.Langweilt euch die Liebe?
Neil Tennant:
Den Titel habe ich von einer E-Mail,die ein alter Freund aus Newcastle mir und an-deren Freunden geschickt hatte. Er teilte uns mit,dass sein Vater gestorben sei. Als wir Kinder wa-ren, haben wir viel Zeit in dem Haus dieser Fa-milie verbracht. Das ist übrigens dieselbe Sache,um die es auch in „Being Boring“ ging. Wie auchimmer: Der Freund unterzeichnete die E-Mail mitden Worten „Love etc.“. Und ich dachte mir
(Stimme überschlägt sich) 
: „Was soll das dennheißen? Et cetera? Wie bitte? Et cetera?” Dashabe ich mir aufgeschrieben, da es wie der Titelfür einen Song klang. Im Text dazu geht es aberschließlich um eine Liste von Dingen, die weni-ger bedeutend als die Liebe sind.
Es gibt nichts Wichtigeres als dieLiebe?
Chris Lowe:
Genau, und alles Übrige ist nur „etcetera.I
NTERVIEW
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RNST
Die Single „Love etc.erscheint am 13. März, das Album „Yes” am 20. März bei Parlophone (EMI) www.petshopboys.co.uk 
Ja zur Liebe: Die Pet Shop Boys sprechen über ihr neues Album
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hinnerk 
03/092424
   F  o   t  o  :   P  o   l  y   d  o  r   R  e  c  o  r   d  s
genial
❚❚❚❚❚❚❚❚❚❚❚❚
mies
Zum 250. Todestag von Georg Frie-drich Händel hat die Decca seineOpern- und Oratorienhits auf zwei CDsversammelt – mit Aufnahmen aus 50Jahren. Dementsprechend vielfältigsind die Annäherungen an Händel, vonfettem Opernpathos bis zu raffinierterhistorischer Aufführungspraxis. DasDoppelalbum voller Lieblingsstellenversammelt Legenden aus der Ver-gangenheit und aktuelle Stars: Kath-leen Ferrier, Fritz Wunderlich, JoanSutherland, Marilyn Horne, Luciano Pa-varotti, Plácido Domingo sind nebenCecilia Bartoli, Renée Fleming, AndreasScholl und Rolando Villazón zu hören.Diesem starken Aufgebot wird daskärgliche Booklet leider nicht gerechtE
CKHARD
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EBER
www.deccaclassics.com 
„Händel Gold“
(Decca)
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Klassik
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House-Schlager
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Indie-Pop/Rock
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Indie-Pop
So manche Damenwäscheträgerin mitKunstbusen träumt nicht nur vomRampenlicht, sondern auch von denhöheren Weihen der Hitparade. Nunalso hat es auch die Berliner Vollzeit-transe Nina Queer ins Plattenstudiogedrängt, um ein Album mit Selbst-erzeugtem aufzunehmen. Sagen wir‘smal so: Davon geht die Welt nicht unter,sie hat aber auch nicht darauf gewar-tet. DJ Divinity liefert akzeptable, abernicht gerade mitreißende House-Me-lodien, zu denen die medienversierteBarbesitzerin und Partymacherin bis-weilen schön blöde Textzeilen sprech-singt: Unangefochten auf Platz 1: „Ficki-fickiauaaua – Don‘t Do It!“, dicht ge-folgt von „Aloha vom Sonnenstudio“.
AS
www.ninaqueer.com 
Nina Queer und DJ Divinity: „Discopony“
Die Aids-Benefiz-Alben der Red Hot Or-ganization erscheinen zwar nur alle Ju-beljahre, sind aber jedes Mal aufs Neueaußergewöhnlich. Für das Doppel-album „Dark Was The Night“ habenAaron und Bryce Dessner von The Na-tional im Indie-Pop-Bereich Künstler-kollegen um Exklusiv-Songs ange-hauen. Die Liste der musikalischenSpender reicht von Arcade Fire überYo La Tengo bis The New Pornogra-phers. Bemerkenswert sind dabei ins-besondere die ungewöhnlichen Kolla-borationen. So hat sich beispielsweiseAntony Hegarty mit Bryce Dessner zu-sammengetan, die Dirty Projectors mitDavid Byrne und Feist sind auf ihrem„Train Song“ mit Ben Gibbard zu hören.S
VEN
K
IELAU
www.redhot.org 
V.A.: „Dark Was The Night“
(Beggars Group)
Starsailor: „All the Plans“
(EMI)
Ein weltfeindlicher, verbissen-griesgrämiger Frank Sinatra.So ungefähr stellte man sichnach den beiden letzten,schwelgerischen SoloalbenMorrisseys Zukunft vor. Derbald 50-Jährige war aber im-mer für Überraschungen gut. So rockigwie auf „Years Of Refusal“ war er zu-letzt in alten Tagen mit The Smiths.Ohne Rücksicht auf den aktuellen musi-kalischen Zeitgeist hat Morrissey dieStreicher wieder in den Hintergrund ge-drängt, stattdessen treibt nun dasSchlagzeug diese melancholischenSongs voran. Nach seinen bitterbösenRundumschlägen auf „You Are A Quar-ry“ beklagt der Pop-Maestro nunmehrwieder ganz alleine sich selbst: Mit bis-weilen zynischem Humor seziert er un-erwiderte Lieben („Black Cloud”) odertrauert verflossenen Liebhabern hin-terher („I’m OK By Myself” und „It‘s NotYour Birthday Anymore”). „I was wa-sting my time/trying to fall in love/dis-appointment came to me … and hurtme“, singt er auf „That‘s How PeopleGrow Up“ und der Hörer wünscht sichinsgeheim, dass Morrissey noch einpaar weitere Alben lang keinen Mannfürs Leben findet.A
XEL
S
CHOCK
Morrissey: „Years Of Refusal” (Decca/Polydor) www.itsmorrisseysworld.com 
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Liebeskummer lohnt sich doch
Hach, was ist nur an dieser Band dran,dass man sich ihrer Musik nicht ent-ziehen kann? Sind es die schönen, zeit-losen Melodien, die unaufgeregte In-strumentierung, der herzerweichendeGesang von Sänger James Walsh?Keine Ahnung! Man muss einfach hin-hören und mitleiden. Zwar hatte dieFaszination mit der letzten, etwas zurockig geratenen Platte ein wenignachgelassen. Doch zum Glück besin-nen sich die Jungs mit Album Num-mer vier wieder auf ihre Stärken: tolle,emotionale Songs zu schreiben unddiese mit Leidenschaft vorzutragen.Vergleiche sind zwar immer bäh, einersoll trotzdem erlaubt sein: Für uns sindStarsailor einfach die besseren Cold-play.B
JÖRN
R
EINFRANK
www.starsailor.net 
Morrisseys neues Meisterwerk „Years Of Refusal“
of 00

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