hinnerk
03/0970
reise
Jürgen Klimke (CDU) über Reisen und Menschenrechte
Verantwortungübernehmen
Herr Klimke, in 85 Staatender Erde ist gleichgeschlechtli-che Liebe strafbar. In mindes-tens sieben islamischen Länderndroht sogar die Todestrafe. Waskann deutsche Politik hier aus-richten?
Wenn wir Kontakte in diese Länderhaben, können wir an die Entwick-lungszusammenarbeit bestimmteBedingungen knüpfen. Dazu gehörenauch Fragen wie die Einhaltung derMenschenrechte und die Akzeptanzsexueller Minderheiten.
Das heißt: Cash nur gegenMenschenrechte?
Wenn man so will, ja. Wir nennendas offiziell Budgethilfe. Die Frageder Akzeptanz von Minderheitenist hier in der Vergangenheit nichtimmer oben auf der Agenda gewe-sen.
Wie lässt sich das ändern?
Es gibt beispielsweise die Länderbe-richte des Auswärtigen Amtes, die je-der lesen kann, der sich für ein be-stimmtes Ziel interessiert. Beispiel:Sie möchten nach Sri Lanka reisenund wollen wissen, was dort los ist.Da gibt es bestimmte Reisewarnun-gen, weil es Aufstände in einer Re-gion gibt, oder die Warnungen vorStränden bei Dunkelheit. UnsererAuffassung nach sollte hier auch de-zidiert auf die Situation von Homo-sexuellen aufmerksam gemacht wer-den.
Das dient dem reisendenBundesbürger, aber nicht denBetroffenen vor Ort.
Aber die betroffenen Länder sehen,wie sie hier dargestellt werden. Wennsie ein Interesse an einer positivenDarstellung haben, etwa unter touris-tischen Aspekten, dann wird das nichtohne Folgen bleiben. Es muss ein brei-ter Konsens herrschen, auch bei uns.Das heißt, dass sich das AuswärtigeAmt oder das Ministerium für wirt-schaftliche Zusammenarbeit dieserFragen annehmen müssen.
Deutschland wird aber seineBeziehungen zu Reiseländernwie Polen oder Ägypten nichtgefährden, weil dort die Men-schenrechtssituation fürHomosexuelle problematisch ist.
Man kann das sogar noch weiterspin-nen und sagen: Dann machen wir dieGrenzen zu Dänemark dicht, weil dieDänen uns beim UN-Menschenrechts-rat in Genf auf das Thema angespro-chen haben: Dänemark hat uns einenMissstand in Deutschland vorgehal-ten, weil es hier Übergriffe auf Schwu-le gibt und Homosexuelle nicht diegleichen Rechte haben. Die Dänen mi-schen sich also auch bei uns ein – unddas ist ja auch in Ordnung! Und mitdem gleichen Recht können wir auchgegenüber Polen oder Ägypten auf-treten.
Gibt es Länder, in denen sieerkennen, dass das Pochen auf
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